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Love Cotton 1

Erstellt von Werner Karl am 8. Dezember 2009

love-cotton-1Chan Kashinoki
Love Cotton 1

Kabushikigaisha Love Cotton, Japan, 2007
Tokyopop, Hamburg, 8/2009
TB, Manga, Comedy, Romance
ISBN 9783867197489
Aus dem Japanischen von Kenichi Kusano und Radek Matuzak
2 Farbseiten

www.tokyopop.de

Eine besondere Faszination scheinen japanische Mangaka an dem Ausgangsthema zu haben, dass Eltern einfach in die Weltgeschichte reisen und ihre Kinder in der Obhut von Verwandten, allein oder in einem Internat zurück lassen. Ob das in der Wirklichkeit so möglich ist, sei dahin gestellt, aber es gibt ihnen die Möglichkeit, dass die Mädchen und Jungen schon früh ihre Flügel ausstrecken, um flügge zu werden. Auch in „Love Cotton“ bleiben Naru und ihr kleiner Bruder Furu zu Hause zurück, weil die Eltern unbedingt nach Kenia reisen wollen. Das Mädchen hat keine Lust, sich schon wieder eine neue Umgebung anzutun und will auch ihr Geschwisterchen, das noch mitten im Babyalter ist, beschützen. So zieht sie mit ihrem Bruder zu ihrer Oma, die Mühe hat, sie alle drei zu versorgen, weil ihre Boutique eher schlecht als recht läuft.

Da hat Naru eine Idee. Sie will auf eigenen Füßen stehen und bald Karriere machen. Und warum nicht im Bereich der Mode? So sieht sie sich genauer unter ihren Mitschülern um, überredet die hübsche Rin, bei ihr als Verkäuferin und Model zu arbeiten, gewinnt den schüchternen und unscheinbaren Tadashi als Schneider und den kunstsinnigen Mirai als Designer. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind die vier von der Idee begeistert und beschließen, sie in die Tat umzusetzen. Am Tag der Eröffnung tut auch der süße kleine Furu seinen Teil dazu, um die passenden Kundinnen anzulocken und die „Love Cotton“ wird ein voller Erfolg. Auch wenn noch nicht so viel Geld in die Kasse kam – der Grundstein für ein ganz besonderes Modelabel ist gelegt.

In der Bonusgeschichte „Heldengeschichte einer Heulsuse“ gewinnt ein Mädchen, das in eine Jungenklasse kommt, die Mitschüler für sich, indem sie einfach weiter so bleibt, wie sie ist, und sich nicht krampfhaft zu verändern bemüht. „Love Cotton“ ist ein Manga, der weniger auf Liebesgeschichten setzt als auf Freundschaft und Zusammenhalt zwischen denen, die sich zusammen tun, um etwas gemeinsam aufzubauen. Das ist vor allem in der Hauptgeschichte bemerkbar, die märchenhaft und ohne sonstige Schwierigkeiten zeigt, dass man nur einen starken Willen, Durchhaltevermögen und Ehrgeiz braucht, um sein Ziel zu erreichen. Und in der Bonusgeschichte zeigt sich, das Jungen auch ganz nett sein können, wenn sie jemanden zum Beschützen haben. Romanzen deuten sich zwar an, sind aber kein Hauptthema.

Wie kein anderer Manga atmen diese Geschichten den typischen japanischen Geist, was manchmal auf westliche Leser etwas befremdlich und reaktionär wirken mag, aber trotzdem recht unterhaltsam sein kann. Alles in allem richtet sich der erste Band von „Love Cotton“ an jüngere Manga-Leserinnen, denen Freundschaft und Träume noch viel wichtiger sind als die erste Liebe und die gerne immer wieder über ihre Lektüre lachen möchten.

Christel Scheja (CS)

Titel bei Amazon.de:
Love Cotton 1

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Bakuman 1

Erstellt von Werner Karl am 8. Dezember 2009

bakuman-1Tsugumi Ohba
Bakuman 1

Bakuman, Vol. 1, Japan, 2008
Tokyopop, Hamburg, 8/2009
TB, Manga, Drama, Comedy
ISBN 9783867197571
Aus dem Japanischen von Yuki Kowalski
Titelillustration und Zeichnungen von Takeshi Obata

www.tokyopop.de

Tsugumi Ohba und Takeshi Obata gelten seit ihrem Welterfolg „Death Note“ als Shooting Stars unter den japanischen Mangaka. Ihnen ist etwas gelungen, was nur wenige schaffen: durch eine spannende Geschichte nicht nur Leser im eigenen Land sondern auch im Westen zu fesseln und Lust auf mehr zu machen. Nach ihrer zweiten Serie „Blue Dragon“, die nach einem bekannten Videospiel entstand, wenden sie sich nun einem weitaus irdischeren Thema zu, das durchaus autobiographische Züge haben könnte.

„Bakuman“ erzählt die Geschichte zweiter Schüler, die sich von blutigen Anfängern zu einem Erfolgsteam hocharbeiten. Moritaka Mashiro kann zwar sehr gut zeichnen und hätte das Talent, auch mehr daraus zu machen, aber er plant nicht, sich wie sein Onkel auf das Wagnis einzulassen und Mangaka zu werden, sondern einen ganz normalen Lebensweg zu beschreiten. Doch das Schicksal will es anders. In Gestalt des aufgeweckten und manchmal etwas nervigen Akito Takagi, bekommt er jemanden an die Seite, der ihm ständig davon in den Ohren liegt, sein Leben doch nicht als langweiliger Angestellter in einer Firma zu vergeuden, sondern etwas aus seinem Talent zu machen.

Akito findet zumindest ein Argument, dass Moritaka auch nicht aus dem Sinn geht: Er wird seinen Schwarm Miho Azuki nur dann beeindrucken können, wenn aus ihm etwas Besonderes wird, denn sie stammt aus gutem Hause und wird sicher nicht nur einen einfachen Bürohengst haben wollen. Moritaka sucht Gegenargumente, doch die gehen ihm bald aus. Selbst als er Akito vom traurigen Schicksal seines Onkels erzählt, der zwar lange als Mangaka gearbeitet hat, aber nie wirklich glücklich geworden ist, wird es nicht besser, sondern eher schlimmer. Denn nach und nach entdecken die beiden, dass ihrer aller Leben viel enger miteinander verwoben ist, als sie dachten. Tatsächlich ist das Mädchen, für das Moritakas Onkel sich in das Abenteuer des Comiczeichnens gestürzt hat, keine andere als Mihos Mutter.

Mit leichter Feder, gewohnt dichter Atmosphäre und dem Blick für die kleinen aber feinen menschlichen Seiten ihrer Helden setzen Tsugumi Ohba und Takeshi Obata die Geschichte vom Werdegang zweier Mangaka in Szene und sparen dabei nicht mit Anspielungen auf eigene Serien, sich selbst und den Markt. Warmherzig, ein wenig humorvoll und vor allem realistisch zeigen sie, dass aller Anfang schwer ist, auch wenn die Verwandtschaft einem erstaunlicherweise keine Steine in den Weg legt, sondern auch noch mit allen Kräften unterstützt. Denn als sich die beiden Protagonisten an die Arbeit machen, merken sie, dass vieles doch nicht so einfach von der Hand geht, wie sie zunächst dachten. Das macht „Bakuman“ zu einem unterhaltsamen und interessanten Blick in die Welt der Manga-Zeichner. Zwei, die es wissen müssen, verschweigen nicht, was alles auf die Künstler zukommt, die einen solchen Weg anstreben. Sie plaudern aus dem Nähkästchen und vergessen dabei auch nicht, eine stimmungsvolle Geschichte zu erzählen.

Christel Scheja (CS)

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Bakuman 1

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9 (Nine) Puzzle 2

Erstellt von Werner Karl am 8. Dezember 2009

9-nine-puzzle-2Mayu Sakai
9 (Nine) Puzzle 2

Nine Puzzle, Vol. 2, Japan, 2002
Tokyopop, Hamburg, 9/2009
TB, Manga, Comedy, Romance, Drama
ISBN 9783867197540
Aus dem Japanischen von Ao Yamada

www.tokyopop.de
http://mayuposo.blog50.fc2.com/

Im ersten Band von „9 (Nine) Puzzle“ entdeckte die eigentlich ganz normale und ein wenig verträumte Mittelschülerin Mika ihr Interesse für ihren Mitschüler Kaede, der ein Geheimnis gegenüber den anderen zu haben scheint, denn er nimmt nur selten an deren Freizeitaktivitäten teil und ist ständig verschwunden. Dann entdeckt sie, dass er in einem nahe gelegenen Billard-Saal spielt. Sie beobachtet ihn eine Weile und fängt sogar selbst damit an, um ihm näher zu kommen. Doch als sie sich als Naturtalent erweist und schon innerhalb kurzer Zeit mithalten kann, erwacht auch in ihr der Ehrgeiz.

Doch nach einer Zeit des Glücks, in der sich auch die Freundschaft zu Kaede vertieft, erreicht die beiden eine Hiobsbotschaft. Zwar hat man in der Schule noch nicht entdeckt, was sie treiben – wobei sie damit gegen die Regeln verstoßen -, aber der Saal soll geschlossen werden. Yo, der nette Besitzer des Ladens, will ihn dicht machen, weil er sich seiner Karriere als Profispieler widmen möchte. Auch wenn sie ihm das nicht verdenken können, so sind sie doch traurig, vor allem Kaede bricht innerlich zusammen. Mika versucht, ihn in den kommenden Wochen immer wieder aufzumuntern, bis sie allerdings entdecken muss, dass er hinter ihrem Rücken schon längst einen anderen Saal gefunden hat und dort trainiert. Kann sie ihm diesen Verrat verziehen?

Auch in den Bonusgeschichten geht es um mangelndes Vertrauen und Missverständnisse. In „Erdbeeren und Tränen“ merkt ein Mädchen erst viel zu spät, dass es bei Geschenken nicht auf den materiellen sondern den ideellen Wert ankommt und dass es der Klassensprecher eigentlich richtig macht und dem Mädchen seiner Wahl Gegenstände mit besonderer Bedeutung schenkt. „Die Schwierigkeiten eines jungen Fürsten“ bestehen darin, dass er sich von den Mädchen fernhalten soll, da man ihm eine standesgemäße Braut suchen will. Aber was soll er machen, wenn seine Mitschülerinnen sich ihrerseits für ihn interessieren und das Herz eigene Wege geht?

Der zweite und abschließende Band von „9 (Nine) Puzzle“ führt die muntere Geschichte um die Erlebnisse eines jungen Mädchens zwischen Schule, Freunden und natürlich der nicht zu unterschätzenden ersten Liebe weiter und bleibt auch in diesem Teil eher augenzwinkernd. Die Figuren und Geschehnisse sind noch ein wenig überdrehter, dennoch ahnt man, dass es am Ende durchaus gut ausgehen wird, auch in den beiden Bonus-Geschichten. Dementsprechend richten sich die Erzählungen an Teenager, die die Sorgen und Nöte der Helden selbst kennen. Auf Erwachsenen wirkt vieles dagegen eher viel zu naiv und albern, auch wenn es mit leichtem Strich erzählt wird. Da „9 (Nine) Puzzle“ in der Liebe noch nicht all zu weit geht und eher die Freundschaft und den Spaß in den Vordergrund stellt, wendet sich die der Band vor allem an ganz junge Mädchen, denen der Sinn vor allem nach Schwärmerei und Humor steht und nicht nach Leidenschaft oder gar Sex.

Christel Scheja (CS)

Titel bei Amaon.de:
9 (Nine) Puzzle 2

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3-2-1-Liebe Teil 2

Erstellt von Werner Karl am 8. Dezember 2009

3-2-1-liebe-2Kanan Minami
3-2-1-Liebe Teil 2

Kyou kou wo hajimemasu, Japan, 2008
Tokyopop, Hamburg, 9/2009
TB, Manga, Romance, Drama
ISBN 9783867197151
Titelillustration und Zeichnungen von Kanan Minami
Aus dem Japanischen von Alexandra Keerl

www.tokyopop.de
http://aquarich.blog41.fc2.com/

In „3-2-1-Liebe“ von Kanan Minami geht es - wie auch in ihren anderen Titeln - darum, dass ein junges und noch unschuldiges Mädchen die leidenschaftliche Liebe für sich entdeckt. Auf der neuen Highschool ist die schüchterne Tsubaki inzwischen zu einer Lachnummer geworden. Auch wenn sie bei den anderen ein Naturtalent ist, was das Flechten und Gestalten von Frisuren angeht, wenn es andere betrifft, trägt sie selber nur schlichte Zöpfe und sieht dabei in der schlecht sitzenden Schuluniform wie ein hinterwäldlerisches Landei aus. Da sie sich auch noch bemüht, in der Schule gut zu sein, hat sie schnell einen entsprechenden Ruf weg.

Deshalb ist es umso verwunderlicher, dass sich Mädchenschwarm Kyota für sie interessiert. Allerdings hat er schon merken müssen, dass Tsubaki zwar dumm aussieht und sich leicht um den Finger wickeln lässt, aber trotzdem irgendwie ihre Prinzipien hat, denn sie weist ihn handgreiflich zurück, wenn er weiter gehen will, als sie nur zu umarmen und zu küssen. Dem Mädchen ist nun auch klar, dass er sie eigentlich bloß vernaschen will. Aus diesem Grund versucht sie, Abstand zu gewinnen. Aber jetzt, da sie einmal von den süßen Früchten der Leidenschaft gekostet hat, kann sie ihn nicht mehr vergessen, auch wenn er sie mehrfach enttäuscht, weil sie ihn mit einer anderen im Klassenzimmer entdeckt und nicht verteidigt, als die anderen sie hänseln. Und dann wird auch noch ihre kecke kleine Schwester auf Kyota aufmerksam…

Immerhin beweist Tsubaki, anders als die anderen Heldinnen der Mangaka, erst einmal noch Rückgrat und lässt sich nicht von ihrem männlichen Widerpart so beeindrucken, dass sie sich ihm schon beim ersten Mal hingibt. So ist auch der zweite Band dem Katz’ und Maus–Spiel zwischen den beiden gewidmet. Alles andere ist nicht unbedingt neu, denn der junge Mann lässt auch weiterhin erst einmal nichts anbrennen und genießt die Aufmerksamkeit der Mitschülerinnen, und die junge Protagonistin merkt trotz allen Widerstandes, dass auch sie mehr als nur ein flüchtiges Küsschen möchte. So entwickeln sich die beiden langsam aufeinander zu, was natürlich in diesem Band auch noch mit einem gehörigen Schuss Eifersucht und der Tatsache, dass die eigene Schwester zur Rivalin wird, gewürzt ist.

Dennoch bietet die Geschichte ein wenig Abwechslung zu den anderen Serien der Mangaka, da sie sich auch weiterhin Zeit lässt, das Pärchen zusammen zu bringen. „3-2-1 Liebe“ ist damit vor allem für die Leserinnen interessant, die es lieber mögen, wenn sich die leidenschaftlichen Liebesgeschichten zwischen Mann und Frau langsamer und glaubwürdig entwickeln und nicht sofort im Bett enden.

Christel Scheja (CS)

Titel bei Amazon.de:
3-2-1-Liebe Teil 2

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Warcraft: Legends 2

Erstellt von Werner Karl am 5. November 2009

warcraft-legends-2Richard Knaak, Grace Randolph, Dan Jolley, Aaron Sparrow
Warcraft: Legends 2

Warcraft: Legends by miscellaneous, Tokyopop Inc./Blizzars Entertainment, Inc., USA, 2008
Tokyopop, Hamburg, 6/2009
TB, Manhwa/US-Manga, Dark Fantasy
ISBN 9783867194242
+ 16 Seiten Leseprobe „Starcraft: Frontline 1”)/650
Aus dem Amerikanischen von Peter Clausen
Titelillustration von N. N.
Zeichnungen von Jae-Hwan Kim, Erie, Elisa Kwon, In-Bae Kim u. a.

www.tokyopop.de
www.blizzard.de
www.worldofwarcraft.com/splash-wrathdate.htm
www.richardaknaak.com/Welcome.html
www.gracerandolph.com/MainPage.html
www.danjolley.com/Welcome.html

Um die Game-Welt Azeroth zu veranschaulichen und auch Leseratten auf das Spiel neugierig zu machen, arbeiten Autoren und Zeichner bereits seit einer geraumen Weile an Romanen, Comics und Mangas zu „Warcraft“. Für die Fans gibt es außerdem Kalender, Poster-Magazine, Trading Cards u. v. m. zum Sammeln, zum Spielen oder zum Schmücken des Zimmers. Nachdem Tokyopop unlängst eine abgeschlossene „Warcraft“-Trilogie veröffentlicht hatte, die auch für Nicht-Gamer und Leser von Fantasy-Mangas interessant war, ist nun mit „Warcraft Legends“ eine weitere dreiteilige Mini-Serie erschienen, in der Kurz- und Fortsetzungsgeschichten die Abenteuer von typischen „Warcraft“-Charakteren schildern. Wie schon der erste Band bietet auch „Warcraft Legends 2“ vier Storys:

Der untote Tauren Krieger Trag, den man bereits als den „Gefallenen“ kennt, lebt nun in ständiger „Furcht“, ein gehorsamer Untertane des Lich-Kings zu werden und wahllos zu morden. Ein mutiger Orc stellt sich ihm in den Weg und fordert das Schicksal heraus. Kann Trag dem inneren Zwang widerstehen? In „Die gespaltene Kriegerin“ stellen zwei Waisenmädchen fest, dass es eine Zwillingsschwester gibt. Lieren wurde von den Zwergen und Loania von den Elfen groß gezogen. Nun sind beide alt genug, um vom tragischen Schicksal ihrer Eltern zu erfahren. Die Tauren-Schamanin Kova Breithorn muss lernen, dass es keine Schade ist, von anderen Hilfe anzunehmen. „Sag niemiles nie“ beschreibt, wie sie und der Gnom Miles Kernkrümmer nach anfänglichen Missverständnissen durch das gemeinsame Abenteuer zu Freunden werden.

Unverhoffte „Familienbande“ knüpfen der Orc Jaruk Blutfeuer und das kleine Findelkind Leena. Obwohl sie nicht einmal von seiner Art ist, beschützt er sie vor allen Gefahren, sogar vor seinem eigenen Bruder. Die Geschichten sind spannend, teils recht düster und nehmen mitunter ein bitteres Ende. Hin und wieder wird ein wenig Humor und Hoffnung zugelassen. Den Beiträgen ist gemein, dass sie einige der Völker vorstellen, die auf Azeroth leben, ihre Bräuche und gängige Konflikte. Es wird aber auch thematisiert, dass man nicht alle über einen Kamm scheren darf, dass man Freundschaft und Hilfe dort finden kann, wo man es am wenigsten erwartet hätte, und dass viele, die an sich zweifeln, über sich hinaus wachsen können, wenn es die Lage erfordert.

An sich erzählt das Taschenbuch nichts Neues im Bereich der (Dark) Fantasy, aber wer gern von phantastischen Reichen, ihren Völkern, heftigen Kämpfen und (nicht-) menschlichen Dramen liest, wird gut unterhalten. Positiv ist, dass man kein Gamer sein muss, um der Handlung folgen zu können. Die Illustrationen vermögen zu überzeugen, denn sie sind sehr aufwändig und dynamisch – das Beste an dem Manga. Mag man Fantasy, sollte man einen Blick in den Band werfen und, wenn der Inhalt gefällt, erwägen, die Trilogie komplett zu kaufen, damit man die ganze Trag-Erzählung lesen kann. (IS)

Titel bei Amazon.de:
Warcraft: Legends 2

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Mistress Fortune

Erstellt von Werner Karl am 5. November 2009

mistress-fortuneArina Tanemura
Mistress Fortune

Zettai Kakusai Tenshi – Misstress*Fortune, Japan, 2008
Tokyopop, Hamburg, 7/2009
TB, Manga, Magical Girl, Fantasy, Comedy
ISBN 9783867197373
Aus dem Japanischen von Rosa Volkmer
Titelillustration und Zeichnungen von Arina Tanemura
1 ausklappbares farbiges Poster

www.tokyopop.de
http://arina.lolipop.jp/

„Kamikaze Kaitou Jeanne“, „Fullmoon wo Sagashite“, „Shinshi Domei Cross“ und andere Titel haben Arina Tanemura in der ganzen Welt bekannt gemacht und sind auch in Deutschland erschienen. In all den Jahren ist die Künstlerin immer dem Magical Girl-Genre treu geblieben, auch wenn es nach seiner Blüte in den 1990er Jahren lange Zeit in der Versenkung verschwunden ist. Mit „Mistress Fortune“ bietet Arina Tanemura erstmals eine Geschichte, die nicht über eine größere Anzahl von Bänden geht, sondern nur mehrere kleine Episoden in einem Sammelband erzählt. Im Mittelpunkt steht die hübsche Kiseki, die nicht nur eine Figur hat, um die sie die meisten Frauen beneiden, sondern auch Superkräfte. Da sie allerdings erst vor kurzem zu der Organisation ‚Psi’ gestoßen ist, kämpft sie noch darum, ihre Gaben zu beherrschen.

Ihr Teampartner Giniro ist schon viel länger dabei, deshalb hält sie sich an seine Erfahrungen und Kenntnisse. Das schmiedet die beiden umso fester zusammen, und so kommt es, wie es kommen muss. Zwischen Kiseki und dem ebenso stattlichen wie geheimnisvollen jungen Mann funkt es. Nur dumm, dass sie im Kampf gegen die außerirdische Rasse der ‚Ebes’ alle Hände voll zu tun haben, um diese von der Erde fern zu halten, und die Organisation alle engeren Kontakte zwischen Kampfpartnern verboten hat. Nicht einmal persönliche Dinge dürfen sie einander erzählen, was Kiseki halb wahnsinnig macht, denn ihre Gefühle können auch von den Regeln nicht im Zaum gehalten werden. Letztendlich schadet genau das aber dem Team, denn das junge Mädchen ist so damit beschäftigt, ihre Sehnsüchte unter Kontrolle zu bekommen, dass nicht nur ihre Kräfte Schwierigkeiten machen, sondern sie auch in Augenblicken der Gefahr und Bedrohung zu versagen droht.

„Mistress Fortune“ bietet wie die anderen Serien von Arina Tanemura eine bunte Mischung aus Abenteuer und Romantik, garniert mit einem gehörigen Schuss Comedy, abgedrehten Figuren und einer irrwitzigen Handlung. Ihre Zeichnungen sind detailreich und dynamisch wie immer, auch die vielen Glanzeffekte und die großen schillernden Augen werden nicht vergessen. Allerdings kommt die Handlung lange nicht an die der großen Serien heran, da weder die Geschichte noch die Figuren wirklich Spannung und Tiefe bieten, sondern allenfalls Durchschnitt sind. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Gags und die sind oft bereits vertraut, ebenso wie gewisse Typen und Motive.

Alles in allem hat man eher das Gefühl, einen Appetithappen als wirklich in sich geschlossene Episoden zu lesen, so dass man die Serie als Fan von Magical Girls und ihren verrückten phantastischen Abenteuern nicht unbedingt haben muss. Letztlich bietet Arina Tanemura zwar künstlerisch einen qualitativ hochwertigen Manga, nur inhaltlich lässt er ein wenig zu wünschen übrig und ist nichts, was man sich zulegen muss, weder als Fan der Mangaka noch als der des Magical Girl-Genres. (CS)

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Mistress Fortune

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9 (Nine) Puzzle 1

Erstellt von Werner Karl am 5. November 2009

9-nine-puzzle-11Mayu Sakai
9 (Nine) Puzzle 1

Nine Puzzle, Vol. 1, Japan, 2009
Tokyopop, Hamburg, 5/2009
TB, Manga, Comedy, Romance, Drama
ISBN 9783867197533
Aus dem Japanischen von Ao Yamada

www.tokyopop.de
http://mayuposo.blog50.fc2.com/

Bisher erschienen nur die Serien „Rockin’ Heaven“ und „Peter-Pan-Syndrom“ von Mayu Sakai in Deutschland. Schon dort erzählte sie mit einem Augenzwinkern von den Abenteuern junger Mädchen, die auf der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen und noch voller verrückter Ideen stecken. Nun ist mit „9 (Nine) Puzzle“ eine weitere Serie in diesem Stil erschienen. Mika ist eine typische Mittelschülerin, verträumt und romantisch, aufgeweckt und ein wenig verspielt. Jungens haben ihr bisher noch nicht viel bedeutet, weil sie ganz zufrieden war, mit ihren Schulfreundinnen zusammen zu sein. Das ändert sich allerdings, als sie anfängt, sich für ihren Klassenkameraden Kaede zu interessieren. Da sie herausfinden möchte, was er in seiner Freizeit so treibt, weil er nicht mit den anderen zusammen ist, schleicht sie ihm nach und entdeckt ihn schließlich in einem Billard-Saal. Dort ist sie gleich von dieser Sportart fasziniert, aber nicht nur, weil Kaede ein wahrer Meister darin zu sein scheint, die Kugeln durch die Gegend zu stoßen. Als sie selbst anfängt zu spielen, erweist sie sich als Naturtalent.

Von nun an nutzt sie die freien Stunden, um mit Kaede zusammen Billard zu spielen. Allerdings muss sie das im Geheimen tun, denn von den Schulregeln her ist genau diese Sportart verboten, weil sie als moralisch verwerflich und die Kinder verderbend gilt. Doch Mika ist kein Mädchen, dass die Gefahr scheut, sondern folgt ihrer neuen Leidenschaft mit wachsender Begeisterung, da diese ihr auch ihren Freund näher bringt. Ähnlich geht es auch in der Bonus-Story „Platin“ zu, in der ein junges Mädchen aus Draht und einer Glasmurmel einen Ring bastelt, nicht ahnend, was sie damit lostritt, da Schmuck in der Schule eigentlich verboten ist…

Wie die anderen Titel von Mayu Sakai erzählt auch „9 (Nine) Puzzle“ eine muntere und nicht unbedingt ernst zu nehmende Geschichte über die Erlebnisse eines jungen Mädchens zwischen Schule, Freunden und natürlich der nicht zu unterschätzenden ersten Liebe. Dementsprechend überdreht sind die Figuren, wenn auch ihre Erlebnisse diesmal auf einem nachvollziehbaren Level bleiben. Mayu Sakai versucht, mit den Vorurteilen gegenüber den Billard-Hallen aufzuräumen und macht deutlich, dass es vielen jungen Menschen dort nur um den Sport und die gemeinsame Zeit mit Gleichaltrigen geht. Doch wie so oft bedrohen strenge und alte Regeln das Glück von Außen und drohen den jungen Helden die Freude und den Spaß am Spiel zu nehmen.

Angenehm fällt auf, dass die Liebesgeschichte zwar der Aufhänger für die weiteren Erlebnisse von Miyu sind, aber nicht unbedingt überhand nehmen. Fast ebenso wichtig wie die Romanze ist der Künstlerin die Begeisterung ihrer Heldin für eine ihr noch unbekannte Welt und die spannenden Geschehnisse, die sich daraus ergeben. Alles in allem sind aber die Probleme und Abenteuer letztendlich nur von Teenagern nachzuvollziehen und erscheinen Erwachsenen eher ein wenig naiv und manchmal sogar albern. Deshalb kann „9 (Nine) Puzzle“ in erster Linie den jungen Leserinnen zwischen 10 und 15 Jahren empfohlen werden, die junge Liebe noch sehr romantisch sehen und daneben auch noch ihre eigene Welt in der Schule und Freizeit wieder finden wollen. Für diese Zielgruppe erzählt Mayu Sakai ihre Geschichte liebevoll mit leichtem Strich und viel Humor. (CS)

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9 (Nine) Puzzle 1

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3-2-1-Liebe 1

Erstellt von Werner Karl am 5. November 2009

3-2-1-liebe-1Kanan Minami
3-2-1-Liebe 1

Kyou kou wo hajimemasu, Japan, 2008
Tokyopop, Hamburg, 7/2009
TB, Manga, Romance, Drama
ISBN 9783867197144
Titelillustration und Zeichnungen von Kanan Minami
Aus dem Japanischen von Alexandra Keerl

www.tokyopop.de
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Nach einer längeren Pause startet mit „3-2-1-Liebe“ eine neue Reihe der Mangaka Kanan Minami, vor der bereits die Titel „Rhapsody in Heaven“ „Honey x Honey Drops“ und „Gib mir Liebe“ erschienen. In allen geht es darum, dass ein junges und noch unschuldiges Mädchen die Liebe für sich entdeckt, sei es nun sehr leidenschaftlich oder erst einmal mehr romantisch. Tsubaki ist ein Naturtalent, was das Flechten und Formen von Frisuren für andere angeht. Davon profitiert vor allem ihre jüngere Schwester, die noch die Mittelschule besucht und sich gerne von ihren Freundinnen beneiden lässt. Selbst aber zieht Tsubaki zwei schlichte Zöpfe vor, die sie wie ein Landei und noch sehr kindlich wirken lassen, obwohl sie die Mittelschule gerade hinter sich gelassen hat.

So taucht sie auch am ersten Tag in der neuen Highschool mit ihrer altertümlichen Frisur auf und erntet mehr oder weniger nur Spott, was sie nicht verstehen kann. Aber auch der Mädchenschwarm Kyota wird so auf sie aufmerksam, erscheint sie ihm doch gerade durch ihre zur Schau getragene Unsicherheit und Kindlichkeit als lohnende Beute. So bedrängt er sie – was bei Tsubaki zu einer verblüffenden Reaktion führt. Ehe er sich versieht, verpasst sie ihn eine neue Frisur. Damit zeigt sie, dass sie doch nicht so von gestern ist, wie befürchtet. Und er erinnert sich an ihre Fähigkeiten, als sich die Klasse aktiv am nahenden Schulfest beteiligen soll. Denn wenn sie anbietet, andere zu frisieren, nimmt sie den anderen viele Sorgen ab… und kommt vielleicht auch ein wenig mehr aus sich heraus. Tatsächlich liegt er mit seiner Einschätzung richtig.

Wie in ihren anderen Titeln ist Kanan Minamis Heldin am Anfang ein wenig naiv und unsicher und wird geradezu von den dreisten Annäherungsversuchen des eher selbstbewussten Jungen überrannt. Immerhin erweist sich Tsubaki, als es darauf ankommt, als klug und überraschend, zeigt, dass sie doch nicht so dumm ist, wie sie vielleicht aussehen mag, was immerhin ein wenig Abwechslung bietet.

Dementsprechend entwickelt sich die Liebesgeschichte etwas langsamer als sonst, und es kommt im ersten Band gerade mal zu einem Kuss und ersten Berührungen, aber nicht gleich zum Sex. Alles in allem bietet das ein wenig Abwechslung zu den anderen Titeln der Mangaka, auch wenn jetzt schon abzusehen ist, dass sie ihrem Erfolgsrezept treu bleiben wird. So bietet „3-2-1 Liebe“ gegenüber „Rhapsody in Heaven“ & Co. zumindest etwas Neues und ist auch für die Leserinnen interessant, die es mögen, wenn sich die leidenschaftlichen Liebesgeschichten etwas langsamer entwickeln. (CS)

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3-2-1-Liebe 1

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Starcraft – Frontline 02

Erstellt von Werner Karl am 3. November 2009

starcraft-e28093-frontline-2Simon Furman, Grace Randolph, Kieron Gillen
Starcraft – Frontline 02

USA, 2008
Tokyopop, Hamburg, 6/2009
TB, US-Manga, SF, Action
ISBN 9783867195614
Leseprobe aus „Warcraft – Legends 2
Aus dem Amerikanischen von Peter Clausen
Titel- und Innenillustrationen von Jesse Elliot, Thomas Aira, Nam Kim, Hector Sevilla

www.tokyopop.de
www.blizzard.de
www.wildfur.net/
www.gracerandolph.com/MainPage.html
www.kierongillen.com/
http://elsevilla.deviantart.com/

Das Video-Game „Starcraft“ von Blizzard Entertainment setzt auf SF, sehr viel Action und auch auf Horror. Genre-Fans werden die eine oder andere Ähnlichkeit zu Titeln wie „Alien“, „Warhammer 40.000“, „Starship Troopers“, „Gundam Wing“ u. a. bemerken, sich aber kaum daran stören, da die daraus stammenden Elemente Spannung und Grauen garantieren. Für Fans gibt es mittlerweile auch Romane und bislang zwei Mangas, die von verschiedenen Autoren geschrieben und von mehr oder minder bekannten Künstlern illustriert wurden. Was man bei „Starcraft Frontline 2“, dem Manga, sofort vermisst, ist eine Einführung. Wer das Spiel nicht kennt, steht den Geschichten doch etwas hilflos gegenüber, da vorausgesetzt wird, dass man die verschiedenen Völker und ihre Konflikte kennt.

Vier Storys warten auf ihre Leser:
„Der Schutzpanzer – Teil 2“ setzt als einzige Fortsetzungs-Erzählung die im ersten Band begonnene Handlung um einen Marine fort, der glaubt, mit Hilfe der Titel gebenden Technologie den Untergang seiner Basis zu verhindern. Aber es kommt alles anders. Wissenschaftler der Protoss experimentieren mit dem Genmaterial der Zerg und erschaffen einen „Kriecher“. Können sie auf die Weise tatsächlich die Bedrohung durch jene Wesen abwenden? „Eine Nachricht wert“ sind einer ehrgeizigen Reporterin die Geschehnisse an der Front. Das Grauen, das sie dort erlebt, und die deprimierende Wahrheit verändern ihr Denken, ihre Wertevorstellung - und die Konsequenzen sind fatal. Die beeindruckendste Story, die am längsten in Erinnerung bleibt! “Eine Geistergeschichte“ versetzt ein Bergungsteam in Angst und Schrecken, denn die Station, in die sie eindringen, ist gar nicht so leer, wie die Aufzeichnungen glauben ließen.

Alle Erzählungen sind ausgesprochen düster und thematisieren den Kampf ums nackte Überleben. Dabei muss es nicht einmal der Feind sein, der den Protagonisten nach dem Leben trachtet; manchmal sind es Schöpfungen, die ein Eigenleben entwickelten, oder die eigenen Leute, die manipuliert wurden oder etwas vertuschen wollen. Schade, dass die Handlung für Nicht-Gamer weitgehend diffus bleibt, denn dadurch verringert sich das Lesevergnügen. Die ansprechenden, detailreichen Illustrationen vermögen dieses Manko nicht auszugleichen.

Von daher ist der Zweiteiler „Starcraft – Frontline“ ein Manga für eingefleischte Fans, die die Anspielungen verstehen und sich durch die Geschichten eine plastische Vorstellung und zusätzliche Details von einem Universum, in dem sie regelmäßig spielen, vermitteln lassen. (IS)

Titel bei Amazon.de:
Starcraft – Frontline 02

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Hot Office

Erstellt von Werner Karl am 1. November 2009

hot-officeKasane Katsumoto
Hot Office

Ousama no iinari, Japan, 2008
Tokyopop, Hamburg, 5/2009
TB, Manga, Erotik
ISBN 9783867196369
Aus dem Japanischen von Yvonne Gerstheimer
Leseempfehlung: ab 16 Jahre!

www.tokyopop.de

Kasane Katsumoto ist inzwischen eine feste Größe bei Tokyopop geworden. Sie steht für eine neue Strömung in den Mangas, die in den letzten Monaten immer mehr um sich greift. Ihre Liebesgeschichten richten sich vor allem an Leserinnen, die in der Liebe nicht nur verschämte Küsse und romantisches Liebesgeflüster sehen, sondern auch prickelnde Erotik vorgesetzt bekommen wollen. So kommen die Helden in ihren Geschichten immer recht schnell zur Sache – zu wildem und leidenschaftlichen Sex. Anders als in ihren früheren Mangas wie „Hot Beast“, „Hot Dinner“ oder „Deep Sex“ sind die Geschichten in „Hot Office“ enger miteinander verbunden. Alle spielen in ein und derselben Firma für Elektronikteile, so dass man immer wieder auch bereits früher erwähnten Figuren begegnen kann, ohne jedoch die anderen Geschichten wirklich kennen zu müssen. Und wie so oft dreht sich alles um hübsche junge Mädchen, die erst vor ein paar Monaten die Schule verlassen haben und als Bürogehilfinnen arbeiten, die noch keine feste Stelle zu haben scheinen. Und nicht wenige von ihnen halten bereits nach einem geeigneten Partner Ausschau, mit dem sich vielleicht mehr als nur ein harmloser Flirt entwickeln können. Dabei sind vor allem die Abteilungsleiter heiß begehrte Beute.

Die junge Uehara betrachtet sich selbst als Spätzünderin, denn immer wenn sie ein Auge auf einen Mann geworfen hat, schnappt ihn sich eine andere. Und so bleibt ihr schließlich nichts anderes übrig, als an anderer Stelle nach dem Richtigen zu suchen. Und den findet sie schließlich im Archiv, das allgemein als Abschussposition gilt. Wer dort landet hat keine Aufstiegschancen mehr. Und doch erweist sich der dort arbeitende Ogura in mehr als nur einer Hinsicht für das junge Mädchen schon bald als ‚Wolf im Schafspelz’. Und auch sein Rivale Ichimura hat es faustdick hinter den Ohren. Der Vertriebsleiter scheint es zu genießen, dass die Berufsanfängerinnen auf ihn stehen und nutzt das sehr schamlos für ‚“Verantwortungslose Spielchen“ aus.

Auch die beiden anderen Geschichten, „Die Einladung des Schürzenjägers“ und „Des Königs Dienerin“, spielen sich nach dem gleichen Schema ab. Ein eher unbedarftes Mädchen lässt sich getreu nach dem Motto ‚halb zog sie ihn, halb sank er hin’ von den bereits länger in den Firma arbeitenden Männer verführen, und dem Sex folgt meistens sehr schnell die Erkenntnis nach, dass sie ihn ja doch irgendwie liebt und er sie bestimmt auch. Und leider lässt sich auch diesmal wieder feststellen: Da mag die Heldin noch so selbstbewusst und modern wirken, immer dann, wenn ‚der’ Mann ins Spiel kommt, verfällt sie in ein geradezu reaktionäres und passives Frauenbild. Dominant und federführend ist in den Sex-Szenen immer der Mann; das größte Glück ist es ganz offensichtlich, sich von dem Geliebten einfach nur mit allen Sinnen nehmen zu lassen und Liebe mit Lust zu verwechseln.

Auch „Hot Office“ bedient gängige erotische Klischees, die zwar bei erstmaligem oder dosiertem Lesen erotisch wirken mögen, aber durch die ständige Wiederholung der immer gleichen Verhaltensweisen penetrant langweilen und vor allem durch das erzkonservative Bild der Frauenrollen und die alt gedienten Klischees, wie zum Beispiel ‚Frauen gehen nur ins Büro arbeiten, um sich da einen Ehemann zu angeln’, regelrecht ärgert. (CS)

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