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Innerlich sterben

Erstellt von Werner Karl am 11. März 2010

innerlich-sterbenScott Ciencin
Silent Hill 2: Innerlich sterben

Silent Hill: Dying Inside, USA, 2004
Panini Comics, Stuttgart, 11/2006
PB, Comic, Horror
ISBN 9783833213939
Aus dem Amerikanischen von Anja Heppelmann
Titelillustration von Ashley Wood
Zeichnungen von Ben Templesmith, Aadi Salman u. a.

www.paninicomics.de
www.fantasticfiction.co.uk/c/scott-ciencin/
www.ashleywoodartist.com/
www.templesmith.com/
www.aadisalman.com/

Dr. Troy Abernathy genießt als Psychiater weltweite Anerkennung, doch nach dem Tod seiner Frau ist sein Leben leer. So zögert er nicht lange, ehe er den Fall der jungen Lynn übernimmt, die nach einem Selbstmordversuch in Behandlung ist und zu der bislang niemand einen Zugang gefunden hat. Als nichts anderes Wirkung zeigt, beschließt er, sie mit dem Auslöser ihres Traumas zu konfrontieren, und fährt mit ihr nach „Silent Hill“. Doch statt ihr zu beweisen, dass es dort nichts gibt, wovor man sich fürchten müsste, begegnet der Therapeut unvorstellbaren Monstern – und den Gespenstern seiner eigenen Vergangenheit …

In einem zweiten Handlungsstrang, der durch den Wechsel des Zeichners auch optisch abgegrenzt wird, fährt Lauryn mit einer Gruppe von Freunden und Bekannten in die Stadt, angeblich, um mit Aufzeichnungen aus „Silent Hill“ Geld zu verdienen. Doch ihre wahren Beweggründe liegen in ihrer Jugend begraben und sind mit ihrer ermordeten jüngeren Schwester verknüpft …

Während der Autor bereits vom ersten Comic her bekannt ist, stammen die Zeichnungen nun von zwei anderen Künstlern, die jedoch ebenso albtraumhafte, zwingende Bilder zu Papier gebracht haben wie die Zeichner des Vorgängerbandes. Manche Motive – insbesondere die grässlich deformierten Ungeheuer – erkennt man wieder, neue kommen hinzu – unter anderem das Mädchen Christabella, dem man in späteren Bänden wieder begegnet. Die schlimmsten Dämonen jedoch entstammen wieder den Köpfen der Besucher von „Silent Hill“, diesem Ort, der Albträume lebendig werden lässt.

Trotz der zwei getrennten Erzählstränge, die geschickt verbunden sind, ist diese Geschichte leichter zu verstehen und geradliniger erzählt als die Episoden des ersten Bandes. So bleibt am Ende neben den verstörenden Eindrücken der Zeichnungen auch das befriedigende Gefühl, eine in sich runde und abgeschlossene Story gelesen zu haben. Wie auch der erste Band der „Silent Hill“-Reihe ist dieser Comic jedem zu empfehlen, der atmosphärische, düstere Geschichten mag und sich von den zahlreichen blutigen, wenn auch nicht exzessiv dargestellten Szenen nicht abschrecken lässt.

Copyright © 2010 by Andrea Tillmanns (AT)

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Silent Hill 2: Innerlich sterben

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Väter und Söhne

Erstellt von Werner Karl am 11. März 2010

vater-und-sohneBill Willingham
Fables 10: Väter und Söhne

Fables 52 - 59, Vertigo/DC, USA, 2006/07
Panini Comics, Stuttgart, 11/2009
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat
Fantasy, Mystery
ISBN 9783866077713
Aus dem Amerikanischen von Gerlinde Althoff
Titelillustration von James Jean
Zeichnungen von Mark Buckingham, Steve Leialoha, Michael Allred, Andrew Pepoy,
D’Israeli, Gene Ha, Joelle Jones u. a., Farbe von Laura Allred, Eva de la Cruz und Lee Loughridge

www.paninicomics.de
www.billwillingham.com
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http://lambiek.net/artists/b/buckingham_mark.htm
http://lambiek.net/artists/l/leialoha_steve.htm
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www.pepoy.com/
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www.geneha.com/
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Im zehnten Band der Reihe „Fables“ von Bill Willingham kehrt nun wieder ein wenig Ruhe ein, denn die letzte List von Prince Charming hat Erfolg gezeigt und dem Feind der den in die Welt der Normalsterblichen geflohenen Figuren aus Märchen, Fabeln und Sagen einen schweren Schlag versetzt. Indem er Bigby Wolf in das Herz des Imperiums schickte, um einen Anschlag auf die Hütte des Schnitzers Gepetto und seinen Zauberwald zu verüben und die Schaffung weiterer Holzsoldaten erst einmal zu verhindern, hat er den Kaiser und seine Verbündeten gelähmt. Die Fables wissen aber auch, dass der vor längerem verschwundene Pinocchio an der Seite seines Schöpfers weilt und Gepetto eigentlich die treibende Kraft hinter dem Kaiser ist. Das alles gibt den magischen Figuren Zeit, um zu verschnaufen, neue Kraft zu gewinnen und die Wunden zu verbinden. Aber auch der Feind bleibt nicht untätig. Man findet zu einem Rat zusammen und überlegt das weitere Vorgehen.

Die Fables haben bewiesen, dass sie sich wehren können, also sollte man sie ernster nehmen. Und vielleicht ist es sogar angebracht, Verhandlungen aufzunehmen, um sie in Sicherheit zu wiegen. Zu denen, die in die Welt der Menschen gehen, um mit Prince Charming zu sprechen, gehört auch der Hexenjäger Hänsel, der noch eine Rechnung mit Frau Totenkinder offen hat. Derweil beschließt Bigby Wolf, seinen Vater zu besuchen. Es geht auf Weihnachten zu, und er will diesem nicht nur seine Kinder vorstellen, sondern auch erfahren, auf welche Seite sich der bisher neutrale Nordwind stellt und wie es mit seinen wilden Brüdern aussehen wird. Alles in allem genießen die Bewohner von Fabletown die ruhige Zeit und versuchen, das Beste daraus zu machen. Das scheint nicht jedem zu gelingen, denn Flycatcher bekommt massive Probleme mit seiner Gestalt, und Blue Boy trauert immer noch seiner verlorenen Liebe Rotkäppchen nach.

Die ‚Farm der Tiere’ verspricht Sicherheit und Ruhe, ebenso wie die Stadt, aber hier wie dort gibt es Anzeichen, dass die Schatten wieder größer werden. Und auch im Reich des Feindes stehen einige vor einem Scheideweg und müssen nun für sich selbst herausfinden, wem und was sie folgen wollen. Zudem gibt es eine opulente Geschichte um Weihnachten und sechzehn kurze Erzählungen, in denen ein augenzwinkernder Blick auf die kleinen Geheimnisse Fabletowns geworfen wird. Anders als im letzten Band geht es eher ruhig zu, denn neben dem Lecken der Wunden und Schmieden neuer Pläne erfährt man noch ein wenig mehr über die Vergangenheit einiger Figuren.

So wird nicht nur ein Blick auf die früheren Taten von Frau Totenkinder geworfen, auch Bigby Wolf kommt nun, da er eine eigene Familie hat, wieder in Berührung mit seinem Vater und seinen Brüdern. Das scheint auch Einiges in die Wege zu leiten. Ansonsten werden die kleinen persönlichen Geschichten in den Mittelpunkt gestellt: die Zweifel Pinocchios, der nicht mehr weiß, ob er zu seinem Schöpfer stehen kann und will, die Verzweiflung von Blue Boy, der gleich zwei Mal betrogen wurde und keine Ahnung hat, ob er noch lieben kann, die kleinen Streiche der Kinder von Snow White und Bigby Wolf oder die massiven Probleme von Flycatcher.

Der humorvolle Ton setzt sich auch in der Weihnachtsgeschichte und den kleinen Erzählungen fort, die man nicht ganz so ernst nehmen sollte. Heraus kommt eine durchweg runde Graphic Novel, die vielleicht nicht die Handlung selbst vorantreibt, aber eine Menge über die Helden und Schurken der Serie preisgibt. „Vater und Söhne“ hält zeichnerisch wie inhaltlich das hohe Niveau seiner Vorgänger und macht Lust auf mehr, auch wenn man diesmal nicht die Action wie sonst bekommt sondern mehr Hintergrund zu verschiedenen, bisher eher vernachlässigten Figuren. Das macht neugierig auf mehr aus der Feder Bill Willinghams.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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Fables 10: Väter und Söhne

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Red Sonja - Auf Reisen

Erstellt von Werner Karl am 4. März 2010

red-sonja-auf-reisenJustin Gray & Jimmy Palmiotti, Ron Marz, Roy Thomas, Rick Remender, J. T. Krul
Red Sonja - Auf Reisen:
Die Musik des Todes/Sonja zieht gen Osten,
Die Monsterinsel/Die wandelnden Hüllen/Die Hand des Schicksals

Red Sonja – Travels Paperback, USA, 2007
Panini Comics, Stuttgart, 12/2009
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat auf Kunstdruckpapier
Fantasy
ISBN 9783866078611
Aus dem Amerikanischen von Bernd Kronsbein
Titelillustration von Liam Sharp
Zeichnungen von Liam Sharp, Joe Ng, Pablo Marcos, Paul Renaud, Noah Salonga u. a.

www.paninicomics.de
www.rickremender.com/
http://tjscomics.com/
www.mamtor.com/
http://liamsharp.deviantart.com/
http://ngboy.deviantart.com/
www.pablomarcosart.com/
www.paulrenaud.com/
www.glasshousegraphics.com/creators/pencilers/noahsalonga/
www.alvinleeart.com/
http://alvinlee.deviantart.com/
www.kaluta.com/
www.adamhughesart.com/

„Red Sonja“, eine Figur R. E. Howards, wurde erst später von Comic-Autoren zu einer Zeitgenossin „Conans“ und damit zu seinem weiblichen Gegenstück gemacht. Sie ist schön, stolz, tapfer, eine erfahrene Kämpferin – und schlägt sich durch eine barbarische Männerwelt, ohne sich ihren Regeln zu fügen. Wer sie besitzen will, muss sie im Kampf besiegen, und das ist erst wenigen gelungen. Was sie auf einigen Reisen erlebte, erzählt das vorliegende Comic-Paperback, das fünf Geschichten auf beinahe 200 Seiten bietet.

In „Die Musik des Todes“ wird Sonja von König Varick, ihrer Jugendliebe, um Hilfe gegen die Horden Graven Suls gebeten. Der Krieger, der sich der Macht der Eisriesen bedient, überzieht die Lande mit Tod und Verderben und hat nun die Grenze von Varicks Gebiet erreicht. Sonja schließt sich einem Trupp Soldaten an und hilft ihnen, den überlegenen Feind durch List in eine Falle zu locken. Danach stehen sich Sonja und Graven Sul in einem tödlichen Duell gegenüber. Die Story offeriert ein klassisches Sword & Sorcery-Abenteuer, in dem der Kampf über die magischen Momente dominiert. Sonja zeigt sich edel, denn sie hilft selbstlos: König Varick hat ihr einst so viel bedeutet, dass sie ihm ihre Hilfe versprach, wann immer er sie braucht. Sie beweist außerdem, dass sie nicht blindlings mit dem Schwert einen Feind angreift, sondern auch Fallen zu stellen vermag.

Dennoch finden sich typische Schwachpunkte, z. B.: Was hat Graven Sul davon, alles zu zerstören? Er opfert die Toten keineswegs seinen Göttern, sondern mordet und brandschatzt aus purem Vergnügen. Es bleibt niemand zurück, der das Land bestellt, ihm Abgaben zahlt, ihn und seine Horde ernährt etc. Alles erscheint so sinnlos und liefert einfach nur den Feind, der unschädlich gemacht werden muss. Ferner trägt Sonja nur ihren winzigen BH und Lendenschurz aus Metallplättchen, und das in einer schneebedeckten Region. Zwar legt sie sich später ein Fell um die Schultern, aber ein Ritt unter diesen Bedingungen - halbnackt mit Kälte leitendem Metall auf der Haut - ist gewiss kein Vergnügen. Die Illustrationen sind aufwändig und ansprechend, setzen vor allem die Titelheldin und ihre Rundungen gekonnt in Szene.

„Sonja zieht gen Osten“ und wird prompt von Sklavenhändlern aufgegriffen. Diese verkaufen sie an den grausamen Prinz Cheng Ruong, der sich an ihr erfreuen möchte, dann aber beschließt, sie von seinen besten Kämpfern töten zu lassen, nachdem es ihr beinahe gelang, ihn zu erwürgen. Auch hier Licht und Schatten: Einerseits bemüht sich Sonja, den Frauen des Harems Mut zu machen, gegen ihren Peiniger aufzubegehren, andererseits bekommt sie es mit den abgedroschenen Archetypen wie dem gelangweilten, dekadenten, skrupellosen Prinzen, seinen willigen Handlangern, den ängstlichen Haremsmädchen und der verliebten Prinzessin, die alles für ihren Herrn gibt, zu tun. Das Ende ist vorhersehbar. Die Illustrationen sind zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber gefällig.

„Die Monsterinsel“ ist eine Hommage an „Die Insel des Dr. Moreau“ von H. G. Wells. Während eines Sturms wird Sonja von Bord eines Piratenschiffs gespült und findet sich auf einer Insel wieder, die von bizarren Kreaturen bewohnt ist. Diese treiben sie zu einem verfallenen Gebäude, in dem sie den Schöpfer der Tiermenschen trifft und erfährt, was hier passiert ist. Natürlich hat man ihr ein ähnliches Schicksal zugedacht. Man merkt, dass sich der Zeichner an Jay Anacletto orientiert, der als Erster seine Pencils kolorieren ließ und auf das Tuschen der Umrisse verzichtete. In Folge wirken die Übergänge weicher, realistischer; trotzdem ist auch diese Sonja Geschmackssache. In der Geschichte folgt sie getreulich der Roman-Vorgabe, so dass es keine großen Überraschungen gibt. Die Adaption geht dennoch in Ordnung und gefällt.

Sonja rettet einen Mann, der bereits im Sterben lag, und erfährt, dass ein neuer Kult Menschen in „Die wandelnden Hüllen“ verwandelt. Sie geht der Sache nach und gerät in einen Hinterhalt. Drelrem hatte Recht – und ihr auch Einiges verschwiegen. Diesmal begeht Sonja einen Fehler, den sie später korrigiert. Wer Unrecht und Verrat übt, wird bestraft. Die Story ist geradlinig, direkt und bietet kaum unerwartete Wendungen, lebt jedoch von hübschen Zeichnungen, die vor allem die Frauen ansehnlich darstellen.

„Die Hand des Schicksals“ bringt Sonja mit Ander zusammen, einem jungen Mann, der das Vermächtnis seines Vaters erfüllen möchte. Er bietet Sonja einen Teil des Schatzes an, der ihm hinterlassen wurde und den er nur bergen kann, wenn es gelingt, die Freibeuter abzuschütteln, die sich ebenfalls Hoffnung auf die Reichtümer machen. Sonja hilft ihm aus der Bedrängnis, doch der Schatz ist nicht das, was jeder erwartet hat, und die Piraten sind den beiden dicht auf den Fersen. Auch wenn die Geschichte für Sonja gut ausgeht, bleibt ihr diesmal die Belohnung verwehrt – auch das gibt es. Viel wichtiger ist jedoch das Schicksal ihres Begleiters, der die Wahrheit über den Tod seines Vaters erfährt und im Laufe der Geschehnisse seine Unschuld verliert. Sonja kann ihn zwar vor seinen Feinden schützen, nicht aber vor dieser schmerzlichen Erfahrung. Die Story ist vielleicht von allen am gefälligsten gezeichnet und zeigt eine Sonja, wie man sie kennt und schätzt.

Alles in allem ist „Red Sonja – Auf Reisen“ ein gelungenes Paperback, das man allen Fantasy-Fans (unter den Comic-Lesern) empfehlen kann. Es werden keine Vorkenntnisse erwartet, stattdessen erlauben in sich abgeschlossene Kurzgeschichten uneingeschränkten Lesegenuss. Die Themen sind typisch für das Genre Sword & Sorcery, denn sie wissen zu unterhalten und sind zeichnerisch ansprechend umgesetzt, vor allem wenn die leicht geschürzte Sonja in Aktion tritt. Die Künstler haben sehr verschiedene Stile, aber keiner bricht wirklich aus, und was gefällt, ist immer Geschmackssache. Ein schöner Band, den man als Sammler nicht auslassen sollte und der auch Gelegenheitslesern gute Unterhaltung bereiten wird!

Copyright © 2010 Irene Salzmann (IS)
 
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Red Sonja - Auf Reisen

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Y - The Last Man 9: Mutterland

Erstellt von Werner Karl am 3. März 2010

mutterland1Brian K. Vaughan & Pia Guerra
Y - The Last Man 9: Mutterland

Y - The Last Man, Vol. 9, USA, 2007
Panini Comics, Stuttgart, 03/2009
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat, SF
ISBN 9783866077904
Aus dem Amerikanischen von Claudia Fliege
Titelbild von Massimo Carnevale, Zeichnungen von Pia Guerra, Goran Sudzuka & Jose Marzan jr., Farbe von Zylonol

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Langsam aber sicher nähert sich die Serie um die letzten männlichen Wesen der Erde ihrem Ende. Nun, vier Jahre später, kann ein bitteres Resümee gezogen werden, das sogar in der Vergangenheit von Dr. Allison Mann liegt. Inzwischen hat die illustre Schar um Yorick eine halbe Weltreise hinter sich. Von Amerika ging es nach Australien und von dort aus nach Japan, um Ampersand wieder zu finden, der die Antikörper produziert hat durch die der junge Mann überleben konnte. Eine Lösung scheint nahe, um ein Serum zu entwickeln, durch das männliche Kinder überleben können. Deshalb macht sich Yorick auf den Weg, um seine Verlobte wieder zu finden, die sich angeblich in Paris aufhalten soll. Doch ist dem wirklich so?

Aber zunächst machen sie erst einmal einen Zwischenstopp im Reich der Mitte – genauer: der ehemaligen Kronkolonie Hongkong, um sich mit einer chinesischen Biochemikerin kurz zu schließen und mit ihr das Serum auszureifen. Doch genau in diesem Labor machen die Frauen und der junge Mann eine überraschende und erschütternde Entdeckung und erfahren, warum der männliche Teil der Menschheit vor vier Jahren ausgelöscht wurde und wer dafür verantwortlich ist. Bittererweise ist ausgerechnet Dr. Mann tiefer darin verwickelt als sie den anderen – selbst ihrer Geliebten Rose – erzählt hat.

Derweil scheint sich eine andere Katastrophe anzubahnen, die ebenfalls damit zu tun hat, vor allem im fernen Amerika. Man merkt, dass sich die Geschehnisse jetzt voll auf das Hauptthema konzentrieren und es kaum noch Nebenhandlungen gibt: Auf zwei Ebenen – in der Gegenwart und der Vergangenheit - wird verraten, wer den Virus in die Welt setzte, der die Männer ausrottete und warum. Wieder einmal sorgt der Mensch durch seinen Forscherdrang für das Unglück, und der Hauptverantwortliche betrachtet das noch nicht einmal als ein besonderes Verbrechen. Für Yorick wird es noch einmal brenzlig, dann entspannt sich die Situation, und er erfährt, was das Leben letztendlich für ihn bereithalten wird. Allerdings bleibt eine düstere Vorahnung, dass die Geschichte noch nicht ganz ihr Ende gefunden hat und auf die Überlebenden noch etwas zukommt, mit dem sie bisher nicht rechnen konnten. Daher bleibt die Spannung ungebrochen.

So ist der neunte Band von „Y - The Last Man“ wieder das, was man von ihm erwartet – der Blick in eine düstere Zukunft, in der der Mensch wieder einmal die Schöpfung beeinflussen wollte und nun die Zeche dafür zahlen wird, denn so oder so schlägt die Natur grausam zurück …vermutlich sogar noch einmal im letzten Band.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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Spike – Nach dem Fall

Erstellt von Werner Karl am 3. März 2010

spike-e28093-nach-dem-fallJoss Whedon & Brian Lynch
Spike – Nach dem Fall
Angel – Nach dem Fall präsentiert 1

Spike – After the Fall Vol. 1 - 5, USA, 2009
Panini Comics, Stuttgart, 10/2009
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat
Horror, Fantasy
ISBN 9783866078703
Aus dem Amerikanischen von Claudia Kern
Titelillustration von Tony Harris
Zeichnungen von Franco Urro, Farben von Art Lyon & Jason Jensen

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Die Comic-Serie, die die sechste Staffel von „Angel“ als TV-Serie ersetzen soll, beginnt sechs Monate nach dem Schlag, mit dem die fünfte Staffel endete – dem Sturz von ganz Los Angeles in die Höllendimension. Erst nach dieser langen Zeit kommt der Vampir mit Seele wieder zu Bewusstsein und muss sich in dieser veränderten Situation zurechtfinden. Seine Mitstreiter und Freunde sind jedoch die ganze Zeit aktiv und wach gewesen und haben auf ihre Art und Weise ums Überleben und für die Menschen gekämpft. Einer von ihnen ist Spike.

Wie Angel ist Spike auch ein Vampir mit Seele, auch wenn er diese viel später und aus anderem Grund zurückerhielt als sein Rivale und Freund. Der geübte Zyniker findet sich sehr schnell mit der veränderten Lage zurecht, ist er doch viel länger selbst ein ‚Böser’ gewesen. Er spricht die Sprache der Dämonen und handelt ebenso skrupellos wie sie, deshalb hat er auch keine Probleme, sich Respekt zu verschaffen und sogar ein Territorium in Beverly Hills zu erobern. Vor allem nicht mit der Dämonin Illyra an seiner Seite, die allerdings nicht ganz so kampfstark ist, da sie immer wieder zum ungünstigsten Zeitpunkt in ihr menschliches Alter-Ego Fred zurückfällt.

Weil sie merken, dass er anders als die anderen Kreaturen der Finsternis ist, suchen nach und nach immer mehr Menschen bei Spike Schutz und sind gerne bereit, seine ‚Herde’ zu werden. Das ruft allerdings auch Neider auf den Plan. Gerade als er es sich richtig gemütlich gemacht hat und eigentlich ausharren will, taucht die Dämonin Non mit ihren Kriegerinnen auf und überrumpelt ihn. Grausamen Folterspielchen ausgesetzt sieht der Vampir nun einem ungewissen Schicksal entgegen – aber da gibt es andere, die im entscheidenden Moment eingreifen und ihm die Möglichkeit geben, Non zu zeigen, dass er nicht zu unterschätzen ist, obwohl sie selbst ein wenig außer Übung sind wie Angels Sohn Connor.

Brian Lynch scheint Spike sehr zu mögen, denn es fällt ihm sehr leicht, die Ideen von Joss Whedon in ein Skript umzusetzen, das dem Charakter gerecht wird. Der Vampir gibt sich wie in der Serie als gelangweilter und bissiger Zyniker, der eigentlich nur sein eigenes Ding drehen will, aber in den entscheidenden Momenten merkt man doch, für was er sich wirklich entschieden hat. Die Sprüche passen zu ihm ebenso wie die Handlungsweise und die Gedanken zu Angel und Co. – da gibt es keinen Unterschied zu dem Spike aus der letzten Angel-Staffel, was vielen Fans gefallen dürfte. Auch die Geschichte kann sich sehen lassen. Sie ist zwar geradlinig, dafür aber konsequent, bietet eine Menge Action und Horror, schwarzen bissigen Humor und sogar einen kleinen Hauch von Charakterentwicklung. Die Mischung ist sehr abwechslungsreich gehalten und fesselt von Anfang bis Ende.

Die Zeichnungen von Franco Urro sind guter Durchschnitt. Es gelingt ihm nicht immer, die Figuren so einzufangen, dass sie ihren Alter-Egos aus der Serie gleichen, weil er die Darstellung oft zu sehr auf Linien reduziert, aber die Actionszenen sind solide dargestellt und die Gesichter entgleisen nicht all zu oft. Eine Galerie mit Skizzen und Variant-Cover rundet den Band ab. Anders als die ersten beiden „Angel“-Graphic Novels ist „Spike – Nach dem Fall“ gelungenes Lesefutter. Die Geschichte beantwortet nicht nur Fragen und füllt Lücken, die bisher offen waren, sie ist auch in sich geschlossen und kann für sich alleine stehen, was sie zum bisher besten Band dieser Reihe macht.

Copyright © 2010 Irene Salzmann (IS)
 
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Spike – Nach dem Fall

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In den Klauen des Todes

Erstellt von Werner Karl am 28. Februar 2010

in-den-klauen-des-todesWalter Simonson
In den Klauen des Todes
World of Warcraft Comic-Sonderband 2

World of Warcraft 8 - 14, USA, 2007/08
Panini Comics, Stuttgart, 12/2009
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat
Fantasy, Action
ISBN 9783866078390
Aus dem Amerikanischen von Mick Schnelle
Titelillustration von Ludo Lullabi & Sandra Hope
Zeichnungen von John Buran, Mike Bowder, Ludo Lullabi, Sandra Hope, Jerome Moore u. a., Farben von Randy Mayor

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Zu „World of Warcraft“ muss man wohl nicht mehr viel sagen, denn es ist derzeit das wohl weltweit erfolgreichste Massive-Multiplayer-Online-Roleplaying-Game (kurz „MMORG“), das mittels besonderer Software über das Internet gespielt wird. Dementsprechend ist wohl auch das Interesse an Material zu der Welt und den Rassen außerhalb der virtuellen Plattform gewachsen. So erscheinen schon seit einiger Zeit neben den Romanen auch verschiedene Comicreihen. Mit „Fremder in einem Fremden Land“ begann die Geschichte um dem Gladiator Lo’Gosh, der ohne Erinnerung am Strand gefunden und an die Arena verkauft wurde. Sehr schnell wird deutlich, dass er mehr als nur ein einfacher Krieger ist, denn er besitzt die Qualitäten eines Anführers. So organisiert er zusammen mit dem Nachtelfendruiden Broll Bärenpelz und der eigenwilligen Blutelfe Vareena die Flucht aus der Arena und versucht herauszufinden, wer er eigentlich ist.

Nun, da er weiß, dass er eigentlich Varian von Sturmwind ist, der König eines kleinen Landes, ist Eile geboten. Denn Gerüchte gehen um, dass ein Mann dieses Namens in seine Heimat zurückgekehrt sei und den Thron wieder bestiegen habe. Varian alias Lo’Gosh weiß, dass nur eine Intrige seiner Feinde oder ein Betrüger dahinter stecken kann, und bittet seine Freunde um einen letzten großen Gefallen. Sie müssen ihm helfen, den falschen Varian vor Aller Augen zu enttarnen und seinen kleinen Sohn zu retten, der in immer größere Gefahr gerät. Und die anderen sagen nicht nein. Doch bereits der Weg in das kleine Reich ist mit allerlei Gefahren gepflastert, denn die Feinde ruhen nicht. Sie versuchen alles, um zu verhindern, dass der wahre Herrscher seinen Thron zurück gewinnt.

Wie das Spiel selbst, so setzt auch der Comic ganz auf Kampf und Auseinandersetzung, gepaart mit ein wenig Magie. Klar ist nur die Situation, aber wie und warum Varian seinen Thron verloren hat und wer eigentlich seine Feinde sind, das ist eher nebensächlich. Viel wichtiger sind die Duelle und Gefahren, die die Helden überwinden müssen, während der kleine Sohn des Königs sehr bald weiß, dass sein Vater nicht echt ist und so immer mehr selbst in Gefahr gerät. Die Handlung wird nicht gerade überraschend umgesetzt, passt aber zu der rasanten Erzählweise, die Kämpfe regelrecht über Seiten zelebriert, während ruhigere Szenen eher selten sind und die Charaktere wie auch die Handlung sehr oberflächlich bleiben.

Die Darstellung der Figuren selbst ist eng an die Illustrationen und Animation des Spiels angelehnt. Dazu gehören überdimensionierte Muskeln, ungewöhnliche Hautfarben oder Gliedmaßen und Ohren. Die Hintergründe sind schlicht gehalten. Vor allem eingefleischte „World of Warcraft“-Fans dürften an dem Band Gefallen finden, während der normale Fantasy-Leser nicht mehr als Action mit einem Hauch von Ambiente erwarten sollte. Immerhin findet die Geschichte mit diesem Band auch ihr Ende und wird nicht noch weiter fortgesetzt.

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In den Klauen des Todes

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Tatooine

Erstellt von Werner Karl am 27. Februar 2010

tatooineJan Duursema & John Ostrander
Legacy 7: Tatooine
Star Wars Sonderband 53

Star Wars Legacy 32 - 36, Dark Horse, USA, 2009
Panini Comics, Stuttgart, 12/2009
PB, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat, SF
ISBN 9783866078673

Aus dem Amerikanischen von Michael Nagula
Titelillustration von Jan Duursema, Brad Anderson
Zeichnungen von Jan Duursema, Kajo Baldisimo & Dan Parsons, Farbe von Brad Anderson

www.paninicomics.de
www.starwars.com
www.janduursema.com/
www.comicscommunity.com/boards/ostrander/
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In der „Legacy”-Storyline geht es in erster Linie um einen der letzten Nachkommen der Skywalker-Familie, der ganz anders als seine Vorfahren ist, auch wenn er sein Erbe kennt. In seiner Zeit, gut 140 Jahre nach der Schlacht um Yavin, ist die Galaxis nicht wieder zu erkennen, denn mehrere Invasionen fremder Völker und nicht zuletzt das Wiedererstarken der Sith haben ihr Gesicht verändert. Sie haben die Macht über das Imperium an sich gerissen und verteidigen diese Position mit aller Gewalt. Nur wenige leisten ihnen noch Widerstand, wie der im Exil lebende Imperator und seine imperialen Ritter, aber sie haben nicht die Ressourcen, um sich dem Kampf zu stellen.

Die Jedi gelten als nach der Zerstörung ihrer wichtigsten Bastionen als zerschlagener Orden. Cade war selbst einst ein Padawan, aber nach der Zerstörung der Akademie auf Ossus hat er einen ganz anderen Weg eingeschlagen und sein Erbe lange Zeit verleugnet, obwohl er einer der mächtigsten Nutzer der Macht seiner Zeit ist und wie kein anderer auf dem schmalen Grat zwischen Gut und Böse wandelt. Cade hat sich zwar den Sith gestellt und Darth Krayt ganz offensichtlich besiegen können, aber ein Held ist er dadurch trotzdem nicht geworden. Gerade in der Folgezeit beweist er immer wieder, wie unberechenbar er ist. Gegen den Willen der jungen Frau selbst heilt er Azlyn, verdammt sie aber zu einem Leben in einem mit Bacta gefüllten Anzug. Und weil er sich so ruppig und jähzornig verhalten und wichtige Regeln gebrochen hat, wenden sich fast alle von ihm ab.

Verbittert und ernüchtert beschließt Cade, in sein Leben als Kopfgeldjäger und Gauner zurückzukehren. Zusammen mit Jaryah Syn und Delilah Blue steuert er den Äußeren Rand an, um dort die Verbrecherorganisation der ‚Schwarzen Sonne’ um ein paar Güter zu erleichtern. Auf Tatooine will er mit dem Coup beginnen, nicht ahnend, dass inzwischen andere Bluthunde seine Spur aufgenommen haben. Und auf einer alten verlassenen Feuchtfarm hat er eine Begegnung mit der Vergangenheit. Wieder ist es der Geist seines Vorfahren Luke, der ihn daran erinnert, dass er seiner Bestimmung so oder so nicht davon laufen kann, egal, was er versucht.

Der siebte Band der „Legacy“-Reihe setzt die Geschichte konsequent fort. Cade möchte eigentlich in sein altes Leben zurückkehren, aber so recht will ihm das nicht gelingen, denn immer wieder wird er damit konfrontiert, dass er wie die anderen Jedi in einer Verantwortung steht. Vor allem der Geist von Luke Skywalker, der das Schicksal seines Vaters nur all zu gut vor Augen hat, will ihm helfen, sich nicht ganz in der dunklen Seite der Macht zu verlieren. Aber das ist nicht die einzige Storyline, die weiter verfolgt wird: Auch seine Mutter kommt wieder ins Spiel, denn sie sieht nicht nur ihr Doppelleben sondern diesmal auch ihre beiden Kinder in Gefahr. Denn etwas, was die Leser schon eine ganze Weile lang wissen, wird nun auch einem ihrer Nachkommen enthüllt.

Das alles ist in eine spannende Actionhandlung auf Tatooine eingebettet. Natürlich klappt der Coup nicht so, wie erwartet, da die ‚Schwarze Sonne’ vorgewarnt ist, und am Ende geraten verschiedene Interessen in einen Gewissenskonflikt. Es bleibt abzusehen, welche Auswirkungen die Geschehnisse auf Tatooíne haben werden – sie sind auf jeden Fall wieder spannend und dramatisch und geben der Vergangenheit von Cade & Co. ein wenig mehr Tiefe. Wie immer wissen die Zeichnungen von Jan Duursema zu überzeugen. Auch die Handlung ist wieder gut durchdacht und macht wegen der hintergründigen Figuren Lust auf mehr. „Tatooine“, der siebte Band der Serie „Legacy“, beweist, dass SF-Unterhaltung auch etwas vielschichtiger sein darf und damit nicht nur über dem qualitativen Durchschnitt ähnlicher Werke steht, sondern durchaus Leser mit etwas mehr Anspruch gefallen könnte.

Copyright © 2010 by Christel Scheja

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Legacy 7: Tatooine

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Drei Blutige Erzählungen

Erstellt von Werner Karl am 26. Februar 2010

drei-blutige-erzahlungenScott Ciencin
Silent Hill 1: Drei Blutige Erzählungen

Silent Hill: Three bloody Tales, USA, 2005
Panini Comics, Stuttgart, 05/2006
PB, Comic, Horror
ISBN 9783833213922
Aus dem Amerikanischen von Anja Heppelmann
Titelillustration von Ashley Wood
Zeichnungen von Shaun Thomas, Nick Stakal u. a.

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www.fantasticfiction.co.uk/c/scott-ciencin/
www.ashleywoodartist.com/
www.nickstakal.com/

„Unter Verdammten“ findet sich ein Soldat wieder, der schwer an der Schuld zu tragen hat, dass seine Kameraden für ihn gestorben sind, und sich eigentlich das Leben nehmen wollte – doch dann findet er in „Silent Hill“ eine neue Aufgabe. In „Schwarzmalerei“ kommt ein Maler auf der Suche nach Inspiration nach „Silent Hill“. Sein Schaffensrausch währt nur solange, bis eine Gruppe recht untypischer Cheerleader eintrifft. „Der grinsende Mann“ schließlich stellt den letzten Fall eines Polizisten kurz vor seiner Pensionierung dar, der diesen nach „Silent Hill“ führt – wo sich ein eher negativer Charakterzug des Polizisten als seine Rettung erweist.

Die drei vorliegenden Erzählungen sind jeweils in sich abgeschlossene Episoden, die in „Silent Hill“ spielen, einer abgelegenen Stadt, die jedem anders erscheint und jedem Menschen seine eigenen Dämonen vor Augen führt. Während einige Motive immer wieder auftauchen – so die deformierten, oft blutüberströmten und mit Tentakeln versehenen Bestien, die Menschen und auch Tiere auf grausame Art parodieren –, unterscheiden sich die Szenarien ansonsten deutlich.

Auch die Bildsprache wechselt von den ersten beiden, von Shaun Thomas gezeichneten Erzählungen hin zur letzten Geschichte, in der Nick Stakal sehr kantige Formen und durchgehend düstere Farben ohne Akzente wählt. Nichtsdestotrotz üben alle drei Erzählungen eine gewisse Faszination auf den Leser bzw. Betrachter aus. Die surrealen Bilder, in denen vieles nur angedeutet wird, passen sehr gut zu den albtraumhaften, trostlosen Szenarien, in die die Protagonisten geraten.

Inhaltlich ist insbesondere die erste Geschichte nicht leicht zu verstehen – wie in einem Albtraum findet man immer wieder Brüche und verwirrende Einzelheiten, deren Bedeutung sich erst später erschließt. Trotz der teilweise verwirrenden Geschichten ist diese Comic-Sammlung aufgrund der eindrücklichen Bilder eine faszinierende Lektüre, wenn auch nichts für schwache Nerven. Die drei Erzählungen entführen den Leser in eine albtraumhafte Welt, die einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Copyright © 2010 by Andrea Tillmanns

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Silent Hill 1: Drei Blutige Erzählungen

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Nergals Hand

Erstellt von Werner Karl am 25. Februar 2010

nergals-handTimothy Truman, Roy Thomás
Conan 11: Nergals Hand

Conan 47 - 50, USA, 2008, Conan the Barbarian 30, USA, 1973
Panini Comics, Stuttgart, 11/2009
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat auf Kunstdruckpapier
Fantasy
ISBN 9783866077331
Aus dem Amerikanischen von Michael Strittmatter
Titelillustration von Tomas Giorello
Zeichnungen von Tomas Giorello, John Buscema, Ernie Chan,
Farben von J. D. Mettler, José Villarrubia & Glynis Wein

www.paninicomics.de
www.ttruman.com/
http://lambiek.net/artists/g/giorello_tomas.htm
http://pages.ca.inter.net/~owenandsusan/
www.erniechan.com

Seit den späten 1960er Jahren gibt es Comic-Adaptionen von „Conan“, dem Archetyp des barbarischen Fantasy-Helden. Einige Künstler wie John Buscema sind durch diese erst bekannt und berühmt geworden, viele Geschichten gelten heute als Comic-Klassiker und werden immer wieder gerne aufgelegt. Dabei werden nicht immer nur die klassischen Geschichten von Robert E. Howard nacherzählt; die Autoren und Künstler erweitern das hyborische Zeitalter auch um eigene Interpretationen von unvollendeten Geschichten und Fragmenten oder gar reinen Andeutungen.

„Nergals Hand“ beruht auf einer Kurzgeschichte, die Robert E. Howard selbst nicht mehr zu Ende geschrieben hat. Später vollendete Lin Carter die Geschichte zwar mit seiner eigenen Interpretation, aber sie bot natürlich auch den Comic-Autoren einen interessanten Ansatz. So kann man die klassische Geschichte von Roy Thomas und John Buscema aus dem Jahre 1973 ebenso lesen wie die Neuinterpretation von Timothy Truman und Tomas Giorello. Müde von seinen Abenteuern in den fernen Ländern der Welt, wendet sich der Cimmerier langsam nach Norden. Er will wieder in seine Heimat zurückkehren, um neue Kraft zu schöpfen. Doch auch das kostet Geld, und er lässt sich als Söldner anwerben. Derweil schmieden ein schurkischer Prinz und ein Magier einen teuflischen Plan. Um die Macht über das Nachbarreich zu erhalten, will er die Prinzessin und Erbin abfangen und zu seiner Frau machen, und der Zauberer soll ihm dabei helfen. Der aber hat derweil schon ganz andere Absichten.

An anderer Stelle ist das Mädchen Iniri auf der Suche nach Conan, um ihm etwas wiederzugeben. Ihr Weg kreuzt den der Prinzessin, die noch nichts von dem drohenden Verhängnis ahnt. Diese lässt sie eine Weile mit sich reisen und schenkt ihr aus Mitleid einen Umhang. Und so kommt es zu einer folgenschweren Verwechslung, als der Tross überfallen wird. Conan findet die Prinzessin, und das Schicksal nimmt seinen Lauf, denn einerseits will er wissen, was Inari für ihn hat, und zum anderen sind ihm schwarze Magier und Priester ein Gräuel …

„Nergals Hand“ ist in beiden Variationen ein klassisches Sword & Sorcery Abenteuer, in dem die Grenzen klar abgesteckt sind. Auf der einen Seite steht der aufrechte und ehrliche Barbarenkrieger, auf der anderen der verschlagene und hinterhältige Magier, der mit den Mächten der Finsternis im Bunde steht, seinen Verbündeten betrügt und schließlich die schöne Jungfrau opfern will. Der Ausgang ist klar, auch wenn die Variation von Timothy Truman und Tomas Giorello wesentlich ausführlicher ist und auch den Nebenfiguren ein wenig Raum zur Entfaltung gibt. Interessant ist die Gegenüberstellung allemal, denn beide Geschichten können sich auf ihre Art und Weise sehen lassen, während die ältere alles sehr knapp erzählt und auf die Action reduziert, lernt man in der neuen Variante die Figuren mehr schätzen und lieben. Und sie flechten auch eine Figur ein, die Conan eigentlich tot wähnte und schlagen so einen Bogen zu früheren Abenteuern.

Auf jeden Fall kommen vor allem die Fans von Action geladenen Geschichten auf ihre Kosten. Conan wird in unzählige Kämpfe verwickelt und darf sich unheimlichen Gefahren stellen. Nur auf wenigen Doppelseiten geht es etwas ruhiger zu. Der klare und oft sehr detailreiche Zeichenstil passt zu den Ereignissen, auch die düsteren Farben sind angemessen. Und da macht es nichts, dass die Geschichte eigentlich recht vorhersehbar ist. „Nergals Hand“ dürfte damit allen Fans der Sword & Sorcery gefallen, die nicht nur Conans Abenteuer schätzen, sondern auch einmal sehen wollen, wie sich die Darstellung seiner Erlebnisse im Lauf der Zeit gewandelt haben

Copyright © 2010 by Christel Scheja

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Conan 11: Nergals Hand

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Buffy-Chroniken 2: Durchgeknallt!

Erstellt von Werner Karl am 24. Februar 2010

durchgeknalltJoss Whedon, Paul Lee, Christopher Golden, Scott Lobdell & Fabian Nicieza
Buffy-Chroniken 2: Durchgeknallt!

Buffy - The Vampire Slayer: 55 - 59
Buffy - The Vampire Slayer: Spike & Dru, USA, 1999, 2002/03
Panini Comics, Stuttgart, 11/2009
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat, Horror, Fantasy
ISBN 9783866070837
Aus dem Amerikanischen von Claudia Kern
Titelbilder von Joe Bennett, Brian Horton & Paul Lee, Ryan Sook & Guy Major
Zeichnungen von Paul Lee, Rick Ketchum, Cliff Richards & Will Conrad, Jeremy Cox, Guy Major & Dave McCraig u. a.

www.paninicomics.de
http://whedonesque.com/
http://lambiek.net/artists/b/brereton_dan.htm
www.christophergolden.com/
www.myspace.com/brianhortonart
http://lambiek.net/artists/l/lee_paul.htm
www.comic-art-ink.com/Bennett’s%20Page.html
www.glasshousegraphics.com/creators/pencilers/cliffrichards/
www.glasshousegraphics.com/creators/pencilers/willconrad/
www.dave-co.com/

Während die Fernsehserie „Buffy – Im Bann der Dämonen“ noch im Fernsehen lief, erschienen wie zu jedem erfolgreichen Franchise-Produkt auch Comics, die die Lücken zwischen einigen Folgen und füllten und die Vorgeschichte mancher Figuren noch einmal genauer beleuchteten. Diese Storys erscheinen nun in der Sonderreihe „Die Buffy-Chroniken“. Jeder Band präsentiert zwei bis drei abgeschlossene Geschichten. Der Panini-Verlag nimmt sich die Freiheit, diese Erzählungen in chronologischer Reihenfolge heraus zu geben und nicht so, wie sie in den USA erschienen sind.

Auch wenn es Dawn zu diesem Zeitpunkt in der Serienrealität noch nicht gegeben hat, wurde durch Magie eine veränderte Zeitlinie geschaffen, in der Buffys jüngere Schwester noch als Kind unheimliche Abenteuer erleben darf. In „Dawn und Hoopy der Bär“ muss sich das Mädchen in der Schule gegen ältere und stärkere Mitschüler durchsetzen lernen. Niemand ahnt, dass sie dabei Unterstützung bekommt. Denn durch einen Zauber, der eigentlich auf etwas ganz anderes gerichtet war, wird ihr Kuscheltier lebendig und lehrt den frechen Jungs nicht nur das Fürchten.

„Durchgeknallt“ ist die Hauptgeschichte des Bandes, in der Buffy immer noch in Las Vegas als Jägerin aktiv ist. Da sie Blut geleckt hat, kann sie nicht aufhören und wagt sich in der Nacht immer wieder auf die Straßen, um ihre Fähigkeiten zu verbessern. Das bringt sie schließlich, weil man sie für eine geistig gestörte Jugendliche hält, in ein Irrenhaus. Da aber fängt der Ärger erst richtig an, denn das Sanatorium ist nicht unbedingt das, was es vorgibt zu sein. Aber auch Giles und Angel haben mit eigenen Problemen zu kämpfen. Noch immer ist Ersterer nicht als Wächter anerkannt und kommt erneut einer Verschwörung auf die Spur, und sogar der Vampir muss um sein unsterbliches Leben fürchten. „Ausgestellt“ wirft einen Blick auf das frühere Leben von Spike und Drusilla, die es sich im Schatten großer Ereignisse wie der Weltausstellung nicht nehmen lassen, ihre eigene blutige Spur zu schaffen. Und wie immer haben sie dabei auch einen geradezu höllischen Spaß.

Während die beiden kleinen Geschichten um Dawn, Spike und Drusilla sehr schnell durchschaubar sind und auch nur eine sehr dünne Handlung haben, ist die von „Durchgeknallt“ etwas durchdachter, und man merkt schon jetzt, dass sich die Geschehnisse ineinander verweben und später auch noch irgendwelche Folgen haben werden. Sicherlich werden Fans auch kleine, aber feine Anspielungen auf die eine oder andere Episode der Serie erkennen; die Geschichte ist aber auch für den verständlich, der bisher nicht so viel von der Reihe gesehen hat.

Alles in allem arbeiten auch diese Erzählungen auf ein klares Ziel hin und lassen nur wenige Fragen offen, machen aber durch kleine Andeutungen und Hinweise Lust auf mehr. Wie auch schon im ersten Band schwanken die Zeichnungen in Stil und Qualität, man kann aber gerade die Helden besser erkennen als in den neuen Serien. Insgesamt überzeigt auch der zweite Band von „Buffy - The Vampire Slayer: Die Chroniken“ durch unterhaltsame Geschichten zwischen Action und Grusel, die zwar in erster Linie die Fans ansprechen, aber auch ohne Vorkenntnisse verständlich sind. Ein Blick lohnt sich durchaus.

Copyright © 2010 by Christel Scheja

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Buffy-Chroniken 2: Durchgeknallt!

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