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Die 501. – Star Wars Imperial Commando 1

Erstellt von Werner Karl am 4. Januar 2010

501Die 501.
Star Wars – Imperial Commando 1
Karen Traviss

Panini Books (2009)
ISBN 9783833219351
Science Fiction, Taschenbuch
Umfang: 538 Seiten
Cover: Greg Knight
Übersetzer: Jan Dinter

www.paninicomics.de
www.starwars.com

Vorwort

Jeder Star-Wars-Fan – und wahrscheinlich die meisten SF-Fans ebenso – kennen die „Order 66“. Jene Order, mit welcher Kanzler Palpatine, in Wahrheit ein dunkler Sith-Lord, den letzten Schritt von der Republik hin zum Imperium, und selbst vom gewählten Kanzler hin zum Imperator beschreitet. Die Order 66 bedeutet die Ermordung aller greifbaren Jedi, vom Jüngling, von den Padawanen und Jedi-Rittern bis hin zu den Meistern. Und es sind die Klonsoldaten der Republik, welchen diesen Verrat und Mord an ihren bisherigen Verbündeten ausüben sollen und ja auch tun. Auch sie wandeln sich von Republic Commandos in Sekundenschnelle zu Imperial Commandos. Im Film haben wir dies in der Episode III der Star-Wars-Reihe „Die Rache der Sith“ in schrecklich-schönen Bildern miterleben können.

Zum Buch

Der Roman „Die 501.“ spielt 3 Wochen nach diesen dramatischen Ereignissen. Die 501. soll zur persönlichen Eliteeinheit Darth Vaders geformt werden, genauso schwarz gekleidet und tödlich wie dieser abtrünnige Meister der dunklen Seite, auf die ihn der frischgebackene Imperator gezogen hat.

Ich hatte mich schon damals beim Film gefragt, warum dieser Verrat der Klonsoldaten so „reibungslos“ von statten ging. Ich hatte vermutet, dass die Klone des Spenders Jango Fett von den Kaminoanern so erschaffen wurden, dass sie nicht nur möglichst perfekte Soldaten abgaben, sondern auch Befehle ihrer Vorgesetzten kritiklos ausführten, vielleicht sogar psychisch entsprechend konditioniert wurden. Doch weit gefehlt. Keine Tiefenhypnose, kein einprogrammierter Zwang, sondern die schlichte nibelungentreue Ausführung eines Befehls zum Massenmord und Auftakt zu einem neuen Krieg mit vertauschten Vorzeichen. Klone sind Befehlsempfänger! Gottlob aber keine perfekten!

Und hier fängt der interessante Teil der Geschichte der Klone an: Sie wurden von den Kaminoanern unter anderem mit beschleunigtem Wachstum geschaffen. Schließlich kann ein Kunde nicht 20 Jahre auf seine Bestellung warten. Die Klone reiften innerhalb weniger Jahre zu ausgewachsenen Männern heran. Doch ab dem Tag ihrer „Geburt“ unterliegen sie den individuellen Einflüssen ihrer Umwelt. Zu Beginn natürlich alle gleich auf dem Planeten Kamino und während ihrer Ausbildung. Aber schon hier liegen die Wurzeln zu verschiedenen Erfahrungen und der Bildung entsprechend differenzierter Charaktere. Missglückte Klonergebnisse, einige wenige unentdeckte Machtbegabte und unterschiedliche Intelligenzgrade ergeben unausweichlich auch unerwünschte „Endprodukte“: Äußerlich zwar identisch, aber innerlich oft genug völlig verschieden.

Und genau dies ist die eigentliche Story des vorliegenden Romans von Karen Traviss. Wir erleben mit, wie der mandalorianische Ausbildungs-Sergeant Kal Skirata seine Schützlinge als seine Kinder betrachtet. Er ist nicht damit einverstanden, dass sie sich für Machtbegabte hinschlachten lassen, ob Jedi oder Sith, ob helle oder ob dunkle Seite der Macht. Für ihn sind alle Machtbegabten das Grundübel, der Quell für millionenfachen Mord und immer neue Kriege. Womit er tatsächlich ja auch Recht hat. Und so beginnt Kal Skirata seinen eigenen Kampf. Er sammelt all jene Klone um sich, die nichts mit dem Imperium oder der Republik zu tun haben wollen. Sein erstes erklärtes Ziel ist die Mitarbeit der tausendjährigen Kamioanierin Ko Sai, welche die Wachstumsbeschleunigung stoppen soll. Denn auch ein Klon will leben…

Fazit

Im Prinzip hört sich dies alles überaus spannend an und man lechzt auf jeden Hinweis, der uns dummen erdgeborenen Star-Wars-Fans neue Einblicke in die Saga eröffnet, welche uns die Filme vorenthalten. Die Hoffnung auf die letzte Trilogie der ursprünglich auf 9 (!) Filme konzipierten Reihe wird gerade durch solche Ideen noch mehr geschürt. Wir wollen mehr, George Lucas!

Doch oh weh! Leider kann Karen Traviss hier dem eigenen Anspruch nicht gerecht werden. Sie schafft es doch tatsächlich, den überaus spannungsträchtigen Plot so langweilig in Worte zu fassen, dass ich genervt in der Hälfte des Buches das Handtuch geschmissen habe. Dazu trägt noch bei, dass sie alleine bei den Namen der Protagonisten so eine Verwirrung erzeugt, dass man wirklich nicht mehr weiß, wer ist wer, und wer gehört zu wem. Da helfen auch die Kapitelüberschriften wenig. Ich glaube, es ist 50 Bücher her, dass ich einen Roman nicht zu Ende gelesen habe. Wenn ich mich abgeregt habe und mein Frust abgeklungen ist, werde ich den Rest – vielleicht – noch lesen. Schade, das hätte ein anderer Autor zu einem Hammerbuch gemacht. Chance verpasst.

Copyright © 2010 by Werner Karl
 
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Die 501. – Star Wars Imperial Commando 1

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Tom Clancy’s Splinter Cell – Schachmatt

Erstellt von Werner Karl am 8. Dezember 2009

tom-clancys-splinter-cell-e28093-schachmattDavid Michaels
Tom Clancy’s Splinter Cell – Schachmatt

Tom Clancy’s Splinter Cell - Checkmate, USA, 2006
Panini Books, Stuttgart, 5/2008
TB, Thriller
ISBN 9783833218743
Aus dem Amerikanischen von Andreas Kasprzak
Titelgestaltung von axb group/Greg Horn

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http://splintercell.de.ubi.com/conviction/
www.greghornjufge.com/

Sam Fisher ist ein Mann, den es eigentlich gar nicht gibt. Als Sondereinsatzagent von Third Echolon arbeitet er zumeist alleine am Rande jeder Legalität und erledigt all die Dinge, von denen niemand wissen darf, die jedoch zum Schutz der nationalen Sicherheit notwendig sind. Als ein Schiff mit brisanter radioaktiver Fracht scheinbar führungslos auf die amerikanische Küste zusteuert, ist noch niemandem klar, dass dies der Auftakt für eine ganze Reihe von Ereignissen ist, die einen weltweiten Krieg herauf beschwören könnten – wenn es Fisher als „Splinter Cell“ nicht gelingt, vorher heraus zu finden, wer bei diesem tödlichen Strategiespiel die Fäden zieht. Die Suche nach Hinweisen wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit, als immer größere Katastrophen einen Erdrutsch politischer Entscheidungen herbei zwingen, an deren Ende ein Krieg mit dem Iran droht. Doch die Hinweise, die Sam Fisher aufspürt, weisen auf einen anderen Verantwortlichen hin, der aus sehr persönlichen und wirtschaftlichen Interessen versucht, die Welt in Brand zu setzen.

„Schachmatt“ lehnt sich an das Strategie- und Ego-Shooter Spiel „Splinter Cell“ an und kann seine Wurzeln keineswegs verleugnen. Die gesamte Story ist eine Abfolge von Einzelaufträgen, bei denen Sam Fisher über sein Computersystem OPSAT Hilfestellung und Anweisungen erhält, ansonsten jedoch ganz alleine agiert. Zuweilen hat man als Leser die Spielszenerie vom Bildschirm förmlich vor Augen, die eingeblendeten Karten, die Portraits, die Einsatzanweisungen.

Durch diese Romanstruktur fällt es schwer, den sehr voneinander abgegrenzten, aufgereihten Einsätzen des Agenten mit anhaltendem Interesse zu folgen. Allein in der Mitte des Buches, bei dem längeren Auftrag in Tschernobyl, löst sich der Autor von dieser Vorlage und erlaubt es somit seinen Protagonisten, etwas mehr Interaktion zu entwickeln, die über den Dreisatz ‚Entdecken-Vermeiden-Ausschalten’ hinaus geht. Trotzdem gelingt es kaum, Sam Fisher zu einer wirklich dreidimensionalen Person zu machen, was jedoch wohl auch nicht der Anspruch dieses Romans ist. Die Schreibweise ist technisch gut, ein gekonntes Stück Handwerk ohne den Versuch, besondere Tiefe oder Wortkunst zu entwickeln. „Schachmatt“ ist ein Buch zum Spiel, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und Fans von Sam Fisher werden ihn sicherlich gerne auf seine Einsätze begleiten, sich über die ausgefeilte Spezialausrüstung, die Schleichmissionen und die herb-trockenen Dialoge freuen.

Britta van den Boom (BvdB)

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Resident Evil 09 - Tödliche Freiheit

Erstellt von Werner Karl am 3. November 2009

todliche-freiheitSuiren Kimura
Resident Evil 09 - Tödliche Freiheit

Biohazard - To the Liberty, Japan, 2002
Panini Comics, Stuttgart, 11/2006
TB, Horror, Action
ISBN 9783833213496
Aus dem japanischen von Burkhard Höfler
Titelgestaltung von tab indivisuell, Stuttgart
Illustrationen von Hiroaki Hashimoto
8 Farbseiten

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www.residentevil.com/5/
www.capcom.co.jp/bio_series/

„Resident Evil“, die berühmte Videospielreihe aus Japan, in der Mensch und Tier durch ein Virus des skrupellosen Umbrella-Konzerns zu blutrünstigen Zombies mutieren, erfreut sich weltweit einer großen Fangemeinde. Die Autorin S. D. Perry adaptierte bislang die Handlung sämtlicher Videospiele in Romanform. Mit dem neunten Band „Tödliche Freiheit“ schuf nun der Japaner Suiren Kimura eine eigenständige Geschichte, die nicht auf einem der Spiele oder Filme basiert. Eigentlich sieht für Jose Lopez zunächst alles nach einem mehr oder weniger langweiligen Routinejob aus. Der U. S. Marshal hat den Auftrag erhalten, den gefährlichen Serienmörder Jack Trump, der in England sein Unwesen trieb, mit Hilfe des Ozeanriesen Liberty wieder nach New York zu überführen. Doch schon der erste Arbeitstag verläuft ganz anders, als geplant. Der junge Marshal verpasst um ein Haar den Termin mit seinen britischen Kollegen. Daher kapert er kurzerhand ein Taxi und liefert sich schon bald eine halsbrecherische Verfolgungsjagd mit den örtlichen Gesetzeshütern.

Natürlich sind die englischen Beamten über diesen Vorfall nicht gerade erfreut und folglich heilfroh, als sie den ungestümen Beamten und seinen Gefangenen endlich aufs Schiff nach Amerika verfrachtet haben. Dort freundet sich Lopez mit der kleinen Silvia an, die an einer tödlichen Krankheit leidet. Die Verhöre mit Jack Trump erweisen sich als Geduldsprobe für den jungen Mann, da sich der Mörder in einem apathischen Zustand befindet und nur selten klare Momente hat. Außerdem scheint er sich nur vage an die vergangenen Tage erinnern zu können. Langsam kommen Lopez ernste Zweifel an der Schuld seines Landsmanns. Und sein Verdacht, das Jack vielleicht nur ein willkommenes Bauernopfer ist, scheint sich zu bestätigen, als er erfährt, dass die Liberty dem zwielichtigen Pharma-Konzern Umbrella gehört, der in die schrecklichen Ereignisse um Racoon-City verwickelt sein soll.

Der Marshal ahnt nicht, dass sich noch etwas sehr Gefährliches an Bord befindet, das eigentlich niemals das Licht der Welt erblicken sollte. Doch die Kreatur ist bereits erwacht und folgt gnadenlos ihrer genetischen Programmierung, die perfekte Lebensform zu werden, auch wenn sie hierfür über Leichen gehen muss. Schon bald muss Lopez, unterstützt von der toughen Söldnerin Louise Kah, ums nackte Überleben kämpfen. Verzweifelt versuchen die beiden, das kleine Mädchen zu beschützen. Bald erscheint ihre Lage hoffnungslos. Im letzten Moment erhalten sie rettende Hilfe von Jack, der mittlerweile wieder klar im Kopf ist. Doch kann Lopez wirklich auf diesen Mann zählen und ihm das Leben eines Kindes anvertrauen?

Der Roman ist flüssig und spannend geschrieben und wird hier und da mit ein wenig Humor aufgelockert. Die Charaktere haben durchaus Potential, doch man erfährt leider recht wenig über ihren Hintergrund, was zwar zum Erhalt der Spannung beiträgt, Hauptcharakter Lopez aber ein wenig blass erscheinen lässt. Da ist der undurchsichtige Jack Trump um einiges interessanter geraten, da der Leser wie der Agent im Dunkeln tappt, ob man dem vermeintlichen Killer ohne Gedächtnis Vertrauen entgegen bringen kann. Die harte Söldnerin Louise Kah erfüllt die Frauenquote, und Silvia ist das typische kleine Mädchen, das es zu beschützen gilt. Und im Hintergrund zieht der zwielichtige Geschäftsmann Robert Chan die Fäden. Zugegeben, der Plot ist nicht gerade neu, und es wurden viele Elemente aus den Spielen zusammengetragen, in denen es mehrfach galt, ein kleines Mädchen zu beschützen und auch der Schauplatz des Schiffes ist nicht gerade neu. Doch schließlich will der Autor das Genre und insbesondere das „Resident Evil“-Universum nicht neu erfinden und setzt auf Altbewährtes.

So entwickelt er eine spannende und unterhaltsame Geschichte mit jeder Menge Action und einem Schuss Horror. Das Horror-Element kommt dabei ein wenig zu kurz, doch ist das Gesamtbild stimmig und der Hauptgegner des Heldentrios wirklich zum Fürchten. Einige Teile der Handlung sind vorhersehbar, doch Suiren Kimura gelingt es, auch die eine oder andere Überraschung in die Geschichte einzuflechten. Ein nettes Extra sind die 8 Farbseiten, auf denen die Hauptpersonen von Illlustrator Hiroaki Hashimoto ansprechend in Szene gesetzt wurden. Da der Roman eine völlig eigenständige Geschichte präsentiert, die auch außerhalb der „Resident Evil“-Welt spielen könnte, sind keine Vorkenntnisse nötig, und das macht das Buch somit auch für Leser interessant, die „Resident Evil“ noch nicht kennen, aber spannende Unterhaltung zu schätzen wissen. Für Freunde spannender und actionreicher Unterhaltung ist „Resident Evil – Tödliche Freiheit“ bedenkenlos zu empfehlen. Fans der Reihe werden mit einer ansprechenden Story belohnt, die leider wenig Neues zu bieten hat, aber trotzdem gut zu unterhalten weiß. (CZ)

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Resident Evil 09 - Tödliche Freiheit

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Resistance 01 – Ein Sturm zieht auf

Erstellt von Werner Karl am 31. Oktober 2009

ein-sturm-zieht-auf2Dietz, William C.
Resistance 01 – Ein Sturm zieht auf

Panini Books (2009)
ISBN: 9783833219344
Umfang: 363 Seiten
Originaltitel: Resistance: A Gathering Storm (2009)
Übersetzer: Cora Hartwig
Genre: Military-Science-Fiction

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Vorwort:

Ein Cross-over quer durch alle Medien gehört heutzutage schon zum guten Ton; schließlich will jede Chance auf einen wirtschaftlichen Erfolg durch Synergie-Effekt genutzt werden. Dass ein Film durch seinen Titelsong – gerne auch umgekehrt - aufgewertet und gepuscht werden kann, ist dabei schon die älteste Methode. Zuerst das Buch, dann der Film – oder auch hier eben andersherum – ist Tagesgeschäft. Durch die weltweite Verbreitung von Computern und Spielekonsolen samt entsprechenden Spielen sind auch hier lukrative Geschäfte mittlerweile völlig normal. Dass dies jedoch auch für frühere Randgenres gilt und vor allem der Weg: Zuerst PC-Spiel, dann Buch, gefolgt von Kinofilmen (kennen wir z.B. auch von Resident Evil, USA, 2002, mit Milla Jovovich in der Hauptrolle) ist aber immer noch ein wenig erstaunlich, für Fans selbstredend erfreulich. Resistance – ein knallharter Military/SF/Horror-Mix stellt da nur eines der aktuellsten Beispiele dieser Entwicklung dar.

Zur Geschichte:

Die Handlung spielt – für einen Science-Fiction(Horror)-Roman ungewöhnlich - in unserer Vergangenheit. 1949 hatte sich überraschend die Sowjetunion vom Rest der Welt abgeschottet. Niemand ahnte den wahren Grund; interne Machtkämpfe, möglicherweise eine erneute Revolution wurden vermutet. Doch tatsächlich waren es Außerirdische, welche vom Rest der Menschheit unbemerkt, auf dem riesigen Kontinent gelandet waren und dort sofort begannen, die Bevölkerung anzugreifen und das ganze Land zu überrennen. Rasch folgten darauf europäische Staaten und schließlich auch Großbritannien. Der Ort für die erste Invasion war nicht willkürlich gewählt. Die außerirdischen Chimera lieben die Kälte, Eis und Schnee. In Russland haben sie es nicht nötig, sich die Erde ihren gewohnten Umweltbedingungen anzupassen. Das haben sie sich für den Rest der Welt aufgespart. Doch von Anfang an verbreiten die Chimera auch ein hoch ansteckendes Virus, das fast alle Befallenen in Bestien verwandeln kann. Ein guter Teil der besiegten Menschen dient ihnen jedoch vorzugsweise als Nahrung, der andere Teil wird sozusagen in Verbündete verwandelt.

US-Ranger Lieutenant Nathan Hale ist ein Sentinel und immun gegen das Alien-Virus. Er und seine Elitetruppe werden zu allerlei höchst gefährlichen Einsätzen abkommandiert, für die reguläre Truppen wenig Aussicht auf Erfolg hätten. Doch die fast immer als Himmelfahrtskommando einzuordnenden Aufgaben kosten ihn reihenweise Mitglieder seines Teams und er selbst überlebt ansonsten tödliche Verletzungen häufig genug nur aufgrund seiner Sentinel-Eigenschaften.

Dass die Chimera dabei überlegene Waffensysteme einsetzen, liegt auf der Hand, schließlich befinden wir uns bei „Resistance – Ein Sturm zieht auf“ zeitlich gesehen an der Schwelle zum Atomzeitalter. Es wird kein Wort über den 2.Weltkrieg verloren, die USA und die UdSSR scheinen also in dieser Alternativwelt noch keinen Grund gehabt zu haben, Atombomben zu entwickeln. Überhaupt ist der zeitliche Rahmen geschickt gewählt, denn es gibt keine NATO, keinen Warschauer Pakt, oder die später entstandene Europäische Union. Keine Raumsonden, Spionagesatelliten, Raumstationen wie z.B. die ISS oder eine von Atomwaffen starrende Welt. Nichts von all dem ist in Resistance existent; die Aliens haben also scheinbar leichtes Spiel. Wenn, ja wenn da nicht Lieutenant Nathan Hale wäre…

Fazit:

Die Verquickung von Science-Fiction-Horror mit einem (aus realer heutiger Sicht) zurückliegendem Zeitraum hat für mich den Hauptreiz an Resistance ausgemacht. Es ist einfach amüsant, die Schwierigkeiten überholter Waffentechnologie versus Alien-High-Tech-Equipment mitzuerleben. Ständig ist man versucht, den Protagonisten zuzurufen: „Dann nimm doch endlich die Atomgranate und puste die Mistkerle weg!“ Wobei dies das ganze Amüsement ist. Der Roman ist knallhart, brutal, eklig, frustrierend in der Darstellung der Kriegsszenen gegen einen überlegenen Gegner. Gleichzeitig denkt man immer: „Gott sei Dank leben wir im Jahr 2009.“

Der Autor William C. Dietz beherrscht dieses im Grunde bekannte Landser-Milieu, leider fehlt ihm ein wenig die Fähigkeit, wirklich Spannung oder gar Überraschung zu erzeugen. Auch erinnern die Szenen noch sehr an steigende Schwierigkeitsgrade der Spiel-Levels, eine dünne Rahmenhandlung ist zwar vorhanden, aber die große Geschichte ist es nicht. Solide gemacht, handwerklich sauber, für Military-Fans ohne Zweifel unterhaltend. Die Horror-Elemente überwiegen, sicherlich beabsichtigt die spärlichen SF-Elemente. Allein das Titelbild ist genial ausgewählt, schön das man hier nicht auf die Bilder aus der Playstation zurückgegriffen hat.

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Resistance 01 - Ein Sturm zieht auf

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Die Legenden der Drachenlanze 01 - Die Brüder

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

die-legenden-der-drachenlanze-01-die-bruderMargaret Weis, Tracy Hickman & Andrew Dabb
Die Legenden der Drachenlanze 01 - Die Brüder

Dragonlance Legends, Vol. 1: Time of the Twins, USA, 2008
Panini Comics, Stuttgart, 6/2009
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat, Fantasy
ISBN 9783866077393
Titelbild und Zeichnungen von David Cole, Farben von Adam Chong
Aus dem Amerikanischen von Oliver Hofmann und Astrid Mosler

www.paninicomics.de
www.dragonlance.com/
www.margaretweis.com/news.php
www.trhickman.com/

Die amerikanischen Autoren begründeten in den frühen 1980er Jahren mit der „Drachenlanze“-Saga ein neues Genre in der Fantasy, das es in dieser Form noch nicht gegeben hatte: den Rollenspiel-Roman. Sie erzählten die Abenteuer ihrer Rollenspielgruppe nach und machten aus der reinen Zusammenfassung eine spannende Geschichte. Das begeisterte viele Leser, die selbst in die Rollen von magischen oder kriegerischen Helden schlüpften, und so erschienen schon bald Fortsetzungen, welche die Abenteuer, der Helden weiter zu spinnen versuchten, wenn auch diesmal in mehr literarischer Form. In den „Legenden der Drachenlanze“ widmeten sich Weiß und Hickman ihren Lieblingsfiguren, den Zwillingsbrüdern Raistlin und Caramon Majere. Gut zwanzig Jahre nach den Romanen gibt es nun erstmals auch eine Comic-Umsetzung der Saga, für die der erfahrene Szenarist Andrew Dabb wieder einmal das Skript verfasste.

Zwei Jahre sind nach der schweren Niederlage von Takhisis vergangen, das Vordringen der dunklen Göttin konnte aufgehalten werden. Doch ihre Vasallen, die Drachenfürsten, sind noch immer nicht besiegt und haben sich mittlerweile ihre eigenen kleinen Reiche geschaffen und beginnen, diese auszuweiten. Einige von ihnen hoffen auch auf einen zweiten Versuch, ihrer Herrin den Weg nach Krynn zu ebnen.

Die überlebenden Helden der Drachenlanze haben sich mittlerweile in alle Winde zerstreut. Tanis und Laurana haben wichtige Aufgaben übernommen, während sich Caramon und Tika nach Solace zurückgezogen und das ‚Wirtshaus zur letzten Bleibe’ übernommen haben und dort versuchen, eine Familie zu sein. Raistlin hingegen macht auf andere Weise von sich reden. Auch wenn er nun die Schwarzen Roben trägt, so bleibt er weiterhin ein Renegat und geht seinen eigenen Weg, ohne sich um die Regeln und Einschränkungen seines Ordens zu scheren. Er erweitert seine Macht, und der Dunkelelf Dalamar, der ihn eigentlich überwachen sollte, ist mehr und mehr von ihm fasziniert. Die Magiergilde beobachtet das mit Sorge, denn es ist nicht zu übersehen, dass er selbst dabei Grenzen überschreitet, die Krynn aufs Neue gefährden könnten. Derweil ist Crysania, eine Klerikerin des Gottes Paladin, voller Sorgen und Ängsten, denn sie hat immer wieder Träume und Visionen, in denen ihr Schicksal mit dem von Raistlin verknüpfen zu sein scheint. Als sie den Magier persönlich kennen lernt, ist sie auch von ihm als Mann fasziniert und kann ihn nicht mehr vergessen. Doch darf sie sich die Liebe zu ihm überhaupt erlauben?

Eines Tages ist Raistlin verschwunden. Auf der Suche nach ihm stößt sie in Solace auf Caramon, den die Untätigkeit nach den Kriegen und die Zurückweisung seines Bruders gebrochen und zum Trinker gemacht haben. Dass er sie auf Geheiß seiner Frau Tika zum Turm der Magier in Wayreth begleitet, ist ihr zunächst eher unangenehm, doch dann erweist sich, dass es genau das Richtige war. Wie sie nun erfahren müssen, ist Raistlin in die Vergangenheit zurück gereist, um auf den mächtigen Erzmagier Fistandantilus zu treffen. Wenn das geschieht, kann sich vielleicht die Geschichte verändern. Es gibt nur noch einen Weg, ihn aufzuhalten. Der Comic folgt sehr genau den dramatischen Ereignissen des Romans, und es kommt auch der Graphic-Novel sehr zugute, dass die Anzahl der Helden und Schauplätze etwas reduziert wurden und ein genauer Blick auf das Verhalten und die Entscheidungen der Brüder geworfen wird. Auch ohne in die Tiefe zu gehen, setzt die Geschichte nicht mehr auf epische Schlachten sondern das Schicksal einzelner. Denn so bewusst und zielstrebig, wie Raistlin seine Entscheidungen trifft, versuchen die anderen – die noch an das Gute in ihm glauben -, ihn genau davon abzuhalten. Dazu kommen die üblichen Ingredienzien klassischen Fantasy-Abenteuers, inklusive einer magischen Zeitreise.

Die zeichnerische Qualität ist dagegen nicht sonderlich herausragend und eher Mittelmaß. David Cole prägt den seit Jahren auch durch Abbildungen vertrauten Figuren seinen eigenen Stempel auf, so dass sie teilweise nur noch durch Haar und Augenfarbe oder typische Kleidung zu erkennen sind und nicht mehr viel mit den Gestalten auf den Buchcovern von Larry Elmore zu tun haben. Raistlin sieht aus wie ein alter Mann, obwohl er gerade erst auf die Dreißig zugehen dürfte. Caramon bekommt, als er sich zusammenreißt und trainiert, geradezu cartoonhaft hervor gehobene Muskelpakete. Auch Crysania hat mehr von einer Superheldin als einer zarten und zerbrechlichen Priesterin. Zudem scheint der Künstler nur begrenzt die Mimik von Menschen zu beherrschen, denn die Unterschiede sind recht gering, passen nicht immer zu den Geschehnissen und verkommen oft genug zu seltsamen Grimassen.

„Die Brüder“, der erste Teil der „Legenden der Drachenlanze“, ist inhaltlich solide umgesetzt, nur zeichnerisch bleibt die Geschichte auf einem schwachen Mittelmaß, da dem Künstler noch einiges an Ausdruckskraft fehlt. (CS)

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Die Legenden der Drachenlanze 01 - Die Brüder

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Mr. Monk 02 - Mr. Monk besucht Hawaii

Erstellt von Werner Karl am 25. Oktober 2009

mr-monk-besucht-hawaiiLee Goldberg
Mr. Monk 02 - Mr. Monk besucht Hawaii

Mr. Monk Goes to Hawaii, USA, 2006
Panini Comics, Stuttgart, 4/2007
TB, Krimi, Comedy
ISBN 9783833215902
Aus dem Amerikanischen von Ralph Sander
Titelgestaltung von tab indivisuell, Stuttgart
Fotos von Universal Studios Licensing LLLP

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Natalie Teeger, die geplagte Assistentin des genialen Zwangsneurotikers Mr. Monk, hat sich ihren Urlaub redlich verdient. Zumal sie von ihrer besten Freundin Candance zu einem kostenlosen Hawaiiaufenthalt eingeladen wird. Natalie soll die Trauzeugin bei Candances Hochzeit sein. Nun, den meisten Menschen mag Urlaub zustehen, nicht aber jemandem, der für Mr. Monk arbeitet. Da er Natalie nicht zwingen kann, in San Franzisko zu bleiben, und er auf gar keinen Fall bereit ist, die Ersatzfrau zu akzeptieren, die Natalie bei einer Arbeitsagentur verpflichtet hat, gibt es nur eine Lösung: Mr. Monk wirft eine ominöse Tablette ein, die seine gesamte Persönlichkeit für zwölf Stunden umkehrt, setzt sich mit in den Flieger und folgt Natalie nach Hawaii.

Das wäre an sich schon Katastrophe genug, doch wer sich in Mr. Monks Nähe aufhält, kommt zwangsläufig mit Leichen, Lügen und Verbrechen aller Art in Berührung. Blitzschnell ist die Hochzeit gesprengt, und auch die erste Leiche lässt nicht lange auf sich warten…

In Monk-typischer Brillanz entwickelt sich dieser hochgradig komplexe Roman, in dem selbst winzige Kleinigkeiten von Bedeutung sind. Wieder einmal muss Monk den Mörder nicht nur finden, sondern auch zweifelsfrei überführen. Diesmal hat er eine harte Nuss zu knacken, denn sein Widersacher ist raffiniert, und die Umstände sind mehr als widrig. Geckos lauern an allen Ecken, Deckenventilatoren sind bösartig genug, nicht im Gleichtakt zu flappen, Mietwagen mit fleckigen Sitzen werden vermietet, und Menschen, die sich zum Essen auf die nackte Erde setzen – oder gar im Meer baden wollen – sind gewiss zu allem fähig…

Goldberg weiß zu überraschen, die Handlung ist niemals vorhersehbar. Besonders unterhaltsam sind dabei wie immer die kleinen Mord- und Kriminalfälle, die Monk so ganz nebenher noch knackt. Sehr feinfühlig wird dieser schwierige Charakter gezeichnet, auch alle anderen Figuren sind lebensecht dargestellt. Humor gibt die letzte Würze für rundum gelungenen Lesegenuss – Monk unter Einfluss seiner ‚Drogen’ ist zwar nicht allzu realistisch, aber zum Brüllen lustig geschrieben. Wer den Fernsehneurotiker liebt, wird dieses Buch verehren. (alea)

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Mr. Monk 02 - Mr. Monk besucht Hawaii

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Black Orchid

Erstellt von Werner Karl am 16. Oktober 2009

black-orchid2Neil Gaiman
Black Orchid

Black Orchid 1 - 3, DC Comics, USA, 1989/91
Panini Comics, Stuttgart, 6/2009
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat auf Kunstdruckpapier, Superhelden, Fantasy, Mystery
ISBN 9783866077881
Aus dem Amerikanischen von Gerlinde Althoff
Titelillustration und Zeichnungen von Dave McKean

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www.neilgaiman.com
www.mousecircus.com
www.gaimanmckeanbooks.co.uk/
www.mckean-art.co.uk/
http://davemckean.com/
(sfbentry)

Bereits in seinen Frühwerken machte sich bemerkbar, dass Neil Gaiman schon immer für eine Überraschung gut war und vieles nicht so interpretierte, wie die Masse es von ihm erwartete. Selbst bei „Black Orchid“, einer Geschichte die im DC-Superhelden-Universum angesiedelt ist, irritierte er die Leser. Denn so hatten sie ihre heroischen Figuren noch nie erlebt, auch wenn man anderenorts bereits die dunklen Seiten von Helden wie Batman erforschte. Zusammen mit dem Künstler Dave McKean präsentierte Neil Gaiman in den drei 1988/89 erschienenen Heften eine Heldin, die ganz anders ist, als man es von einer Person mit besonderen Kräften vermutet hätte.

In einem heruntergekommen Geschäftshaus werden Verträge geschlossen, eine Sitzung beendet, aber schnell ist klar, das hier keine ehrlichen Leute versammelt sind, denn unter ihnen sitzt eine gefesselte Frau. Hinter der Maske einer recht biederen Geschäftsfrau steckt die Superheldin Black Orchid. Doch anstatt sich befreien und die bösen Buben mit ihren besonderen Kräften dingfest machen zu können, bleibt sie ihnen hilflos ausgeliefert und wird niedergeschossen. Um die Spuren zu verwischen, legt man Feuer und verschwindet. Die Frau stirbt in den Flammen. Später sorgt ein Mann dafür, dass sich die Feuerwehr beim Löschen Zeit lässt. Ist er einer der Mörder?

Dann blendet die Szenerie um. Eine unbekleidete lilafarbene Frau irrt durch ein Haus, dass ihr fremd und zugleich vertraut erscheint. Sie spricht einen Mann an, der nur auf sie gewartet zu haben scheint. Hat Black Orchid auf außergewöhnliche Weise überlebt, so wie es einer Superheldin zukommt, und muss nur noch ihre Erinnerung wieder finden? Die Geschichte begleitet sie auf ihrer Suche nach der Vergangenheit. Es ist durchaus schon vorgekommen, dass Superhelden das Zeitliche segneten und auf seltsame Art weiter lebten. Um Rache zu üben, begaben sie sich auf das Niveau der Mörder. Mit Gewalt nahmen sie Vergeltung unter dem Deckmäntelchen der Gerechtigkeit. „The Crow“ ist nur ein Beispiel dafür.

„Black Orchid“ ist da ganz anders, denn auf der Suche nach der Vergangenheit enthüllt sich die wahre Natur der wiedergeborenen Superheldin, die gar nicht daran denkt, den klassisch vorgezeichneten Weg zu gehen. Zwar ist auch ihr die Vergangenheit wichtig – aber sie blickt in die Zukunft, die in der Geschichte ein sehr versöhnliches Ende findet. Lesen sich die ersten Seiten wie ein Thriller, so ändert sich auch dieser Eindruck Schritt um Schritt, denn die dunkle und nüchterne Wirklichkeit macht nach und nach einer magischen Traumwelt Platz, die wie viele andere von Gaimans Welten nicht ohne Widersprüche und Schattenseiten ist. Das DC-Universum muss man nicht kennen, um den Comic zu genießen, auch wenn man dann natürlich etwas mehr mit Personen und Orten wie Lex Luthor und dem Arkham Asylum anfangen kann.

„Black Orchid“ ist jedenfalls ein ungewöhnlicher Superhelden-Comic, der gut zwanzig Jahre nach seinem Erscheinen noch nichts von seiner Tiefe und Brillanz verloren hat. (CS)

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Mr. Monk und die Feuerwehr

Erstellt von Werner Karl am 16. Oktober 2009

mr-monk-und-die-feuerwehrLee Goldberg
Mr. Monk und die Feuerwehr
Mr. Monk 1

Mr. Monk Goes to the Firehouse, USA, 2006
Panini Comics, Stuttgart, 4/2007
TB, Krimi, Comedy
ISBN 9783833215896
Aus dem Amerikanischen von Ralph Sander
Titelgestaltung von tab indivisuell, Stuttgart
Fotos von Universal Studios Licensing LLLP

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www.leegoldberg.com/
(sfbentry)

Mr. Monks Haus wird von Termiten heimgesucht, und wer den panischen Zwangsneurotiker kennt, weiß genau: Das ist für ihn in etwa vergleichbar mit einer Kriegserklärung. Sein Heim muss ausgeräuchert werden, in der Zwischenzeit quartiert er sich – da kein Hotel seinen Ansprüchen genügt – bei seiner Assistentin Natalie ein. Da sind Katastrophen vorprogrammiert, denn mit einem Mann unter einem Dach zu leben, der lieber einen kompletten Geschirrsatz wegschmeißt, als ungerade Tellerzahlen hinzunehmen, der Spagetti abzählt und morgens ungefähr drei Stunden im Bad benötigt, ist eine Nervenprobe für alle Beteiligten.

Monk übernimmt spontan Ermittlungen für Natalies Tochter Julie: Ein Hund, Maskottchen der Feuerwehrwache, wurde getötet. Dieser scheinbar so harmlose Fall führt Monk und Natalie zu einem Sumpf von Mord, Betrug und Gier, wie man es nicht anders von diesen beiden gewohnt ist. Um den Täter zu überführen, muss Monk allerdings in extrem viel Dreck und Unrat stochern…

Der Plot ist vielschichtig konstruiert. Man weiß zwar schon ab der Mitte, wer der Täter ist, doch nun gilt es, ihn hieb- und stichfest zu überführen. Dazu entwickeln sich dabei Komplikationen, mit denen man nicht gerechnet hat. Monk weiß auf jeder Seite zu verblüffen, überführt ganz nebenbei noch eine Reihe weniger wichtiger Täter und löst im Vorbeigehen Rätsel, die normale Menschen nicht einmal als Problem erkannt hätten.

Sowohl sprachlich als auch von der kriminalistischen Hochspannung her ein Leckerbissen, den man sich nicht entgehen lassen sollte! Auch wenn es einige Logikfehlerchen gibt, einige Wendungen an den Haaren herbeigezerrt werden, es bleibt ein Lesevergnügen von der ersten bis zur letzten Seite. Alle Haupt- wie Nebenfiguren sind lebensecht gezeichnet, die Atmosphäre zu jedem Zeitpunkt stimmig. Besonders gelungen ist die Szene, als Monk tapfer in eine Mülldeponie marschiert; man leidet gemeinsam mit ihm und seinen Helfern. Der einzige wirkliche Abzug hat dann auch nichts mit Monk zu tun, der so tragisch, so bedauernswert und gerade dadurch so menschlich ist: Natalies romantisches Miteinander mit einem Feuerwehrmann ist vielleicht realistisch, aber unbefriedigend… Da es aber ein Krimi und keine Liebesgeschichte ist, fällt dieser Punkt aus der Wertung.

Also: Egal, ob man die Fernsehvorlage kennt oder nicht, das Buch lohnt sich auf jeden Fall. (alea)

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Die Nacht des Drachen

Erstellt von Redaktion am 25. Juni 2009

Richard A. Knaak
Die Nacht des Drachen

Serie: World of Warcraft
OT: World of Warcraft: Night of the Dragon
Autor: Richard A. Knaak
Ü: Mick Schnelle
ISBN: 978-3-83332-1792-0
Seiten: 409
Verlag: PaniniBooks, 2009

In Grim Batol steppt der Bär. An jenem unheimlichen Ort im Sumpfland, der als düsteres Mahnmal des Missbrauchs der roten Drachen durch die Orks traurigen Ruf unter den Völkern Azeroths genießt, erstarkt nach Jahrhunderten wieder das Böse. Die schwarze Drachenmagierin Sintharia und ihr blutelfischer Handlanger Zentarin versuchen mittels dunkelster Zauberei, eine neue Drachen-Rasse – die Zwielichtdrachen – zu erschaffen.

Doch ihre Pläne bleiben nicht unbemerkt. Eine junge Draenei-Priesterin hat, dem Ruf ihrer Meister folgend, den weiten Weg aus der Scherbenwelt auf sich genommen, um dem Bösen Einhalt zu gebieten. Auch der rote Drache Korialstrasz – in menschlicher Gestalt als Krasus bekannt – versucht, Grim Batols Geheimnis zu erkunden, obgleich er auf Grund einer perfiden Intrige Sintharias nicht auf der Höhe seiner Macht ist. Die Reihen der „Grim Batol-Pilger“ werden komplettiert durch eine Schar Zwerge, den blauen Drachen Kalecgos, die Hochelfin Vereesa und ihren Gatten Rhonin sowie ein erklägliche Anzahl von Raptoren. Obgleich sie sich alle den Plänen Sintharias und Zentarins entgegenstellen, ist es fraglich, ob ihre gebündelten Kräfte denen der uralten schwarzen Drachin und ihrer neuen Brut gewachsen sind.

Mit aktuell 10 auf Deutsch veröffentlichten War- und StarCraft-Romanen gehört Knaak neben Christie Golden zu den Haus-und-Hof-Schreibern Blizzards. Sicherlich nicht ohne Grund, denn Knaaks Schreibstil ist plastisch, gefällig und locker, so dass auch jüngere Fans durchaus nicht überfordert werden, wenn sie das Buch dem heimischen PC wenigstens für ein paar Momente vorziehen.

Bedauerlicherweise macht ein netter Stil noch keinen guten Roman; Knaak ist einer dieser Autoren, bei dem jedes Buch einer Wundertüte gleicht: entweder enthält sie ein Spielzeugauto oder aber eine pinkfarbene Haarspange, mit der man allenfalls die kleine Schwester glücklich machen kann. Und „Die Nacht des Drachen“ gehört eher in die Kategorie „kaputte Haarspange“.

Dabei fängt die Geschichte vielversprechend an: eine geheimnisumwaberte Draenei-Priesterin, Iridi, die mehr als nur die übliche Warcraft-Heil-Hure darstellt, auf einer mystischen Suche sowie eine Handvoll Zwerge, denen der Arsch auf Grundeis geht. Doch das Vergnügen ist von kurzer Dauer, da rasch so viele übliche und unübliche Verdächtige mitmischen, dass den Leser zeitweise das Gefühl beschleicht, in den Tunneln von Grim Batol gehe es zu wie in der tokioter U-Bahn zur Rush-Hour. Doch nicht nur die bloße Anzahl der Protagonisten geht auf des Lesers Zeiger; auch die aus der Masse resultierende ungenügende Charakterentwicklung bzw. -differenzierung der einzelnen Handlungsträger stellt ein einziges Trauerspiel dar: pechschwarze oder reinweiße, hölzerne, eindimensionalen Figuren, wohin man schaut.

In atmosphärischer Hinsicht gleicht Knaaks Geschichte ebenfalls eher einem diätetischen Ultralight-Produkt denn einer sättigenden Mahlzeit. Grim Batol kommt so bedrückend unheimlich rüber wie der Kölner Rosenmontagszug kommentiert von einem thailändischen Reisbauern und das Sumpfland ist ein sumpfiger Ort.

Was unterm Strich bleiben, sind vordergründige und pathetisch vorgetragene Action sowie ein paar Namen – diesmal ist nur ein englischer Name (Stoneguider) den Argusaugen (nicht zu verwechseln mit der Arguswacht) des Übersetzers entgangen, sodass die Lokalisation tatsächlich kohärent wirkt -, die dem WoW-Fan das Höschen feucht werden lassen … oder auch nicht.

Ein routiniert und gefällig geschriebener Roman, dessen hauchdünne Story und hölzerne, eindimensionale Charaktere die anfängliche Spannung letztlich im Sumpfland irgendwo zwischen Grim Batol und Menethil versickern lassen. Öde, dröge, langweilig!
(Frank Drehmel)

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World of Warcraft, Bd. 5: Die Nacht des Drachen: BD 5

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Angel – Nach dem Fall (Staffel 6), Bd. 1: Die Hölle von Los Angeles

Erstellt von Detlef Hedderich am 5. Juni 2009

Joss Whedon & Brian Lynch
Angel – Nach dem Fall (Staffel 6), Bd. 1: Die Hölle von Los Angeles

Angel – After the Fall, Vol. 1, Dark Horse, USA, 2008
Panini Comics, Stuttgart, 2/2009
PB, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat mit Klappbroschur, Horror, Fantasy, 978-3-86607-803-1, 160/1695
Aus dem Amerikanischen von Claudia Kern
Titelbild von Alex Garner
Zeichnungen von Franco Urro

www.paninicomics.de
http://whedonesque.com/

Ursprünglich hatte Joss Whedon den Vampir Angel als düsteren Mitstreiter und Gefährten für seine Heldin aus „Buffy - The Vampire Slayer” gedacht. Allerdings begann die Figur, sich schon sehr schnell zu verselbstständigen und passte nicht mehr wirklich in die Serie. Weil sie bei den Zuschauern sehr beliebt war, wurde der von David Boreanz dargestellte Charakter nicht einfach heraus geschrieben oder umgebracht, sondern erhielt sogar eine eigene Serie. Diese erlebte fünf Staffeln, ehe sie überraschend gecanceled wurde und so mit einem Cliffhanger endete.

Aber auch bei „Angel“ war Joss Whedon noch lange nicht bereit, die Geschichte ad acta zu legen und zu vergessen. Deshalb spinnt er diese Serie in Comicform weiter und setzt dort an, wo die letzte Staffel aufhörte: „Nach dem Fall“.

Die geheimnisvollen Leiter von ‚Wolfram und Hart’ wussten schon, wie sie ihre ärgsten Gegenspieler ausschalten konnten – in dem sie ihnen ein Angebot machten, das Angel und seine Mitstreiter nicht ablehnen konnten. Der Vampir und seine Freunde übernahmen die Leitung des Unternehmens in Los Angeles und versuchten mit ihren Möglichkeiten, die teuflischen Machenschaften der Anwälte und Wirtschaftsfachleute aufzulösen und zu beenden.

Allerdings ist das eingetreten, was sich diese Chefs erhofft haben. Angel und die anderen sind von ihren Abteilungen korrumpiert worden und merkten so nicht, dass derweil eine ganz andere feindliche Übernahme vorbereitet wurde. Als der Vampir herausfand, welches falsche Spiel getrieben wurde, war es bereits zu spät. Angel konnte nicht aufhalten, dass die Hölle in Los Angeles ausbrach und die gesamte Stadt in eine finstere Dimension versetzt wurde. Die Dämonen übernahmen die Macht in der Stadt. Wer nicht ums Leben kam, dem blieben nur zwei Möglichkeiten: in den Untergrund zu flüchten oder sich zu unterwerfen.

Getrennt von den wenigen Kampfgefährten, die übrig blieben, kämpft Angel um sein Überleben, denn nun bekommt er die ganze Willkür der Leiter von ‚Wolfram und Hart’ zu spüren. Diese sind nicht gewillt, ihn aus seinem Vertrag zu entlassen und setzen ihm mit jeder Weigerung mehr zu.

Deshalb weiß er auch nicht, was er davon halten soll, als plötzlich Wesley, den er doch selbst hat sterben sehen, wieder auftaucht und mit ihm spricht. Kann er dem ehemaligen Wächter überhaupt noch trauen? Immerhin hat dieser ihn schon einmal verraten. Und wem dient der Geist des einstigen Freundes überhaupt?

Als es Angel endlich nach hartem Kampf gelingt zu entkommen, irrt er durch die von Dämonenclans terrorisierte Stadt, auf der Suche nach Verbündeten. Das ist nicht so einfach, da auf ihn als Staatsfeind Nummer 1 ein hohes Kopfgeld ausgesetzt ist.

Was er lange nicht ahnt, ist, dass andere Überlebende des Falls längst den Widerstand organisiert haben. Connor, Spike und Gunn tun das ihre, um den Menschen zu helfen, auch wenn der eine oder andere von ihnen durchaus eigene Interessen vertritt.

Anders als bei „Buffy“ fehlen bei „Angel“ romantische oder gefühlvolle Szenen. Vor allem die Action steht im Vordergrund, und davon gibt es reichlich, denn der Vampir muss sich immer wieder seiner Haut wehren und die Dämonen auf Distanz halten.

Auch das erste Aufeinandertreffen mit den Widerstandsgruppen läuft nicht so friedvoll ab, wie gedacht. Zeit
zum Nachdenken gibt Joss Whedon seinen Helden kaum.

Dafür werden die kleinen Animositäten weiter geführt, die schon in der Serie bestanden; vor allem zwischen Spike und Angel geht es immer wieder hin und her, denn der eine traut dem anderen nicht. Furcht und Vorsicht werden groß geschrieben, was auch nicht verwunderlich ist – denn kann man in der Höllendimension überhaupt noch sein Leben in die Hände anderer legen?

Die Geschichte lebt vor allem für die Fans durch die Bezüge, die immer wieder zu Folgen der Fernsehserie hergestellt werden, das Wiedersehen mit den alten Helden und die konsequente Weiterführung der Story.

Allerdings dürfte es auch ihnen schwer fallen, die Figuren auseinander zu halten, denn die Zeichnungen lehnen sich nur vage an das Aussehen der Schauspieler an. Man kann sie zwar meistens erkennen, leider aber nicht immer, vor allem wenn sie in den flüchtig dahin geworfenen Action-Szenen all zu sehr verzerrt werden.

Die Handlung selbst ist eher oberflächlich. Zwar werden ein paar Appetithappen in den Raum geworfen, aber wirklich fesseln kann die Geschichte nicht, da sie sich all zu sehr in Kampfszenen und markigen Worten ergeht.

Wer neu einsteigen möchte, wird zudem seine Schwierigkeiten bekommen, da auch die ausführliche Einführung die Handlung der Fernsehserie nicht in allen wichtigen Details erzählt und eines nicht leisten kann: die Charaktere wirklich vorstellen.

So sollte man zumindest große Teile der letzten Staffel gesehen haben, um überhaupt etwas zu begreifen.

Alles in allem ist auch „Angel – Nach dem Fall: Die Hölle von Los Angeles“ zwar ein nettes Geschenk an die Fans der Mystery-Serie, die gerne gewusst hätten, was sich Joss Whedon für die nicht mehr verwirklichte sechste Staffel ausgedacht hat, nicht aber für den normalen Comic-Leser reizvoll. (CS)

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ANGEL Nach dem Fall, Bd. 1, Die Hölle von Los Angeles!

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