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Leselöwen - Monstergeschichten

Erstellt von Werner Karl am 2. März 2010

6279_LL_Monster.inddCornelia Funke
Leselöwen - Monstergeschichten

Bindlach: Loewe Verlag 2009
Hardcover
Umfang: 61 Seiten
Mit Illustrationen von Elisabeth Holzhausen
ISBN 9783785562796

www.loewe-verlag.de

Die hier vertretenen sieben Kurzgeschichten (erstmals 1993 erschienen) von Cornelia Funke wurden nicht von ihr selbst illustriert, sondern von Elisabeth Holzhausen, die sich dieser Aufgabe mit Bravour entledigte, so dass wiederum ein Band der bekannten Edition Leselöwen entstanden ist (hier für Kinder ab 8 Jahren empfohlen), der auch furchtsamen Kindern durchaus empfohlen werden kann.

Während in “Gagrobatz” ein Schulbus in den Schlund eines Ungeheuers fährt und in dessen Magen landet, woraufhin die Insassen gefragt sind, sich ein Methode auszudenken, wie dass Wesen sie wieder freiwillig ausspuckt, wird die mutige kleine Rosa in der nächsten Geschichte in einer Geisterbahn von einem realen Monster entführt und nur der tollkühne Einsatz eines Freundes kann sie retten.

Und egal ob der kleine Leo ein unheimliches Wesen des Nachts im heimischen Kühlschrank entdeckt,  Hannes sich nichts sehnlicher wünscht als den Flug auf einem Drachen, ein kleiner Junge von einem Außerirdischen entführt wird, der aber Mitleid hat mit dem Erdenmenschen und sein Freund wird oder ein Erfinder einen singenden Pudding erfindet, immer triumphieren Humor und Menschlichkeit, wenn Funke ihrer Phantasie freien Lauf lässt. Sogar der merkwürdige Lehrer, der sich bei Regenwetter in ein riesiges, grünes Monster verwandelt, sorgt eher für Heiterkeitsanfälle bei seinen Schülern, nicht für wirkliches Gruseln.

So sind alle Begegnungen mit dem Phantastischen schlussendlich humanistisch geprägt, ein fröhliches und versöhnliches Ende wird garantiert, allen widerfährt Gerechtigkeit und keiner kommt zu Schaden. Auch Eltern, die um die ängstlichen Seelen ihrer armen Sprößlinge fürchten, können sich beruhigt zurück lehnen, sind sie doch bei Cornelia Funke und der wunderbaren Illustratorin Elisabeth Holzhausen in sehr guten Händen.

Copyright © 2009 by Gunther Barnewald (GB)

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Leselöwen - Monstergeschichten

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Aztec Code

Erstellt von Werner Karl am 28. Januar 2010

6442_TB_AztecCode_gerade.inddStephen Cole
Aztec Code

Originaltitel: The Aztec Code (2007)
Aus dem Englischen von Ursula Höfker
Bindlach: Loewe Verlag 2009
Loewe Taschenbuch 6442
Umfang: 365 Seiten
ISBN 9783785564424

www.loewe-verlag.de

Ein neuer Auftrag für das junge Codeknackergenie Jonah und seine jugendlichen Kollegen. Ihr Auftraggeber Coldhardt schickt die fünf Jugendlichen zum Einbruch in ein aufgegebenes AKW nach Guatemala, welches noch immer scharf bewacht wird. Denn hier versteckt ein reicher und überaus skrupelloser Waffenhändler seine Sammlung alter Relikte, unter anderem das legendäre Schwert des Hernando Cortés, des Eroberers des Reichs der Azteken. Es soll Zutritt zu einem versunkenen Tempel gewähren und zudem dafür sorgen, dass eine Göttin der Azteken wieder zum Leben erwacht und ihren Untertanen Unsterblichkeit gewährt. Von diesem Thema ist der Auftraggeber der fünf Helden der Geschichte noch immer besessen.

Leider hat der Waffenhändler das Schwert längst an ein mächtige Sekte verkauft, deren Mitglieder ebenfalls danach trachten, dass die verschollene Göttin wieder aufersteht. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht, auch Menschenopfer. Als Opfer ausersehen ist Tyes alter Freund und Liebhaber Ramez, der sich als letzten Bitte vor seiner Opferung die Anwesenheit Tyes wünscht, weshalb die militante Gruppe, die sich “Die sechste Sonne” nennt, Jonahs Kameradin einfach entführen lässt. Doch Tye gelingt die Flucht, sie möchte aber auf jeden Fall Ramez retten, während Coldhardt sich nur und ausschließlich für den Tempel und seine Geheimnisse interessiert. Schließlich erreichen, nach der Lösung einiger kniffliger Rätsel, beide Gruppen nahezu zeitgleich das verschollene und versunkene Bauwerk und es gelingt ihnen, den Tempel wieder aus dem Boden aufsteigen zu lassen. In einem packenden Showdown müssen Jonah, seine Kameraden und Coldhardt schließlich erst um ihr Leben und dann auch noch um ihre Flucht ringen, da der Tempel wieder zu versinken droht…

Auch mit der Fortsetzung von Snakeroot gelingt Stephen Cole ein spannendes, unterhaltsames und überaus fesselndes Jugendbuch mit einem Hauch Mystery. Da der Leser die Figuren bereits kennt, stehen diese nicht mehr so im Mittelpunkt, dafür gibt es mehr Handlung, die Suche nach dem verschollenen Tempel packt den Leser, die Actionszenen halten ihn bei Laune. Auch wenn der Autor nicht alle Klischees vermeidet, so trägt er doch immerhin nicht so dick auf, dass man die Lektüre wegen Hirnerweichung abbrechen müsste. Als Unterhaltungsroman für alle, die sich für die Spielfilme um Die Mumie und die Serie um Indiana Jones begeistern, ist Aztec Code genau das richtige Lesefutter. Einfach anschnallen, aufblättern und sich durch ein vergnügliches Abenteuer tragen lassen, welches ein gewisses Niveau wahrt und sich durch interessante Figuren abhebt vom sonstigen Müll in diesem Genre. Zu hoffen bleibt, dass auch der abschließende Teil der hier als Trilogie angekündigten Serie so viel Lesevergnügen bereiten wird wie seine Vorgänger.

Copyright © 2009 by Gunther Barnewald
 
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Aztec Code

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Drachen der Finsternis

Erstellt von Werner Karl am 29. Dezember 2009

5989_Drache_der_Finsternis.inddAntonia Michaelis
Drachen der Finsternis

Loewe Verlag, Bindlach, 1/2008
HC mit Schutzumschlag
Jugendbuch, Fantasy
ISBN 9783785559895
Titelgestaltung von Christina Keller unter Verwendung einer Illustration von Daniel Nikoi Djanie

www.loewe-verlag.de
http://blog.verlagsgruppe-oetinger.de/index.php?id=3773

Christopher ist ein kleiner, schmächtiger 14-jähriger Junge, unsportlich, scheu und in keiner Weise von irgendeinem Talent gesegnet. Damit ist er das getreue Gegenteil seines großen Bruders: Arne sieht umwerfend aus, ist klug und vielseitig begabt. Als Arne beschließt, für ein Jahr nach Nepal zu gehen, auf den Spuren seiner nepalesischen Großmutter, und dabei in einem Waisenhaus arbeiten will, überrascht dies niemand. Arne ist nun einmal ein großartiger Mensch! Doch dann verschwindet er plötzlich, irgendwo in den von Maoisten besetzten Bergregionen Nepals, aufgrund des einen Fehlers, den er besitzt: Er ist leichtsinnig. Christophers Eltern erstarren in Trauer und Angst. Er selbst besorgt sich einen Bildband über Nepal, um sich vorstellen zu können, wo Arne nun ist, und wünscht sich mit aller Macht, in diese wunderschöne Landschaft eintauchen und seinen Bruder retten zu können. Und plötzlich ist er da!

Aber es ist nicht das Nepal, welches er aus dem Fernsehen und Büchern kennt, sondern ein rätselhafter Ort, an dem seltsame und unheimliche Dinge geschehen. Schon zu Beginn trifft er auf Jamar, den 14-jährigen Thronfolger des Landes. Niemand weiß von Jamar, denn er ist unsichtbar geboren. Aus Schock über dieses traurige Wunder fiel seine Mutter sofort nach der Geburt ins Koma, in dem sie noch heute dahindämmert, und der König, sein Vater, kümmert sich nicht mehr um das Land. Tatenlos sieht er zu, wie das Volk hungert, er überlässt alle Entscheidungen dem Militär; selber sorgt er sich nur um den Blumengarten, den seine Frau so sehr liebte. Als Jamars Diener Tapa ermordet wird, beschließt der junge Prinz zu fliehen – und stößt dabei auf Christopher. Gemeinsam gehen die Jungen auf eine unglaubliche Reise. Ihnen begegnen Drachen, die Farben fressen, winzigen Bronzestatuen, die einst Menschen waren, Gefahren und Abenteuern jeder Art…

Es ist kein leicht zu lesendes Buch. Viele wichtige Themen sind hier eingearbeitet: Angst, Wut, Verlust, Trauer, Tod, Mut, umwälzende Veränderungen, Freundschaft, Armut, Krieg und vieles mehr. Mit leisen Tönen und beeindruckender Erzählgewalt webt die Autorin Realität und Fiktion zu einem höchst spannenden Ganzen zusammen. Man spürt, sie kennt dieses Land und seine Menschen und beklagt die Unterwerfung dieses Volkes, ohne anzuklagen. Ihre lebensnahen Charaktere, spannende Wendungen und schöne Sprache lassen den Leser niemals Langeweile verspüren, und sie führt ihn bis zum Ende, das auf sanfte Weise nachdenklich stimmt. „Drachen der Finsternis“ ist ein starkes Buch, empfehlenswert ab etwa 12 Jahren, geeignet für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen!

Alexandra Balzer (alea)

Titel bei Amazon.de:
Drachen der Finsternis

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Snakeroot

Erstellt von Wolfgang Wieser am 17. April 2009

Stephen Cole
Snakeroot

OT: Thieves like us
übersetzt von Ursula Höfker
Loewe Verlag
Erscheinungsjahr 2009
Taschenbuch
416 Seiten
ISBN 978-3-7855-6483-7

Trotz des „coolen” anglizistischen Titels (würde man doch erwarten, dass der vorliegende Roman auch im Original „Snakeroot” heißt, wenn man den „deutschen” Titel liest, was aber offensichtlich ein Gedankenfehler ist) ist das vorliegende Buch außerordentlich vergnüglich zu lesen und gut gelungen (im Gegensatz eben zur deutschen „Betitelung”).

Erzählt wird, in Anlehnung an erfolgreiche Filme um Indiana Jones oder die „Mumie”-Filme, die Geschichte einer archäologischen Schnitzeljagd. Nur dass die Protagonisten verhaltensauffällige Jugendliche mit speziellen Talenten sind, die von einem reichen Auftraggeber im Stil von „Drei Engel für Charlie” angeheuert und angeleitet werden.

Zu Beginn der Geschichte sitzt der 17jährige Jonah wegen kriminellen Verhaltens im Jugendgefängnis. Der Junge ist ein Computergenie, hatte jedoch nur selten Glück im Leben. Nach verschiedenen Adoptivfamilien, die ihn immer wieder ohne sein Verschulden wieder abgaben, hatte er sich jahrelang bei einer Familie sehr wohl und heimisch gefühlt, dort dem Adoptivvater durch Erstellen von Computersicherheitsprogrammen sogar zu Wohlstand verholfen. Als letzterer jedoch wegen einer Geliebten die Ehe mit seiner Frau hatte zerstören wollen, hatte Jonah beschlossen, die eigenen Programme zu knacken, Geld zu unterschlagen und mit diesem für sich und seine Adoptivmutter zu sorgen. Diese war entsetzt gewesen über seine „wohlwollende” Tat und hatte die Polizei eingeschaltet, so dass Jonah nicht nur zu einer Haftstrafe verurteilt worden war, sondern auch mal wieder eine Familie verloren hatte. Eines Nachts steht plötzlich eine unbekannte Jugendliche in seiner Zelle und will ihn befreien. Der verblüffte Junge willigt ein und gehört nach einer aufregenden Flucht plötzlich zum Team eines Mannes namens Coldhardt, dem noch vier weitere Jugendliche angehören, die alle gesellschaftliche Außenseiter mit speziellen Talenten sind. So unter anderem ein ehemalig obdachloser Vierzehnjähriger, der ein unglaubliches Talent im Schlösserknacken besitzt, und eine ehemalige Schmugglerin, die dermaßen geschickt ist im Lesen von menschlicher Mimik und Gestik, dass sie Lügen und alle möglichen Absichten und Gemütszustände erkennt, ohne dass die betreffenden Menschen diese zeigen wollten.

Alle Jugendliche sind Gezeichnete, haben schwere Verluste und ein tragisches Schicksal erlitten, was der Autor geschickt einfließen lässt und den Charakteren somit Tiefe verleiht.
Coldhardt ist einem alten ägyptischen Geheimnis aus der Zeit der Pharaonen auf der Spur, einer Mixtur, die angeblich ewiges Leben verheißt. Doch auch andere sind hinter diesem Mysterium her und bereit für dieses Wundermittel über Leichen zu gehen. Das müssen auch die Jugendlichen erfahren, als sie sich auf die Suche begeben, aber mit vereinten Kräften knacken sie auch die diffizilsten Rätsel und erreichen schließlich eine Gruft, in der ein Jahrtausende alter Mann liegt. Leider wirkt das Mittel anders als erhofft und die rabiaten Verfolger stellen sich schnell ein, so dass ein Kampf auf Leben und Tod entbrennt…

Trotz des misslungenen Marketinggags mit den ausgefransten Seiten (das Taschenbuch wirkt mit ihnen an der Frontseite einfach nur unfertig und nicht richtig beschnitten, die unterschiedliche Seitenlänge erschwert das Blättern) und dem schon angesprochenen blödsinnigen Titel ist der vorliegende Roman sehr empfehlenswert. Die starke Atmosphäre, die glaubhaften und gut gezeichneten Charaktere und die packende Handlung machen das Buch zum Lesevergnügen nicht nur für abenteuerlustige Jugendliche, sondern auch für erwachsene Leser.  Zwar ist die erzählte Geschichte mehr als klischeelastig, dies vergisst man beim Lesen wegen des hohen Spannungsgehalts und der wunderbaren Identifikationsfiguren aber schnell.

Eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die mal abschalten und sich Stunden bunter Unterhaltung gönnen wollen, bei der man einerseits nicht viel denken muss, andererseits aber auch sein Gehirn nicht ganz abschalten muss, denn allzu arge Klischees vermeidet der Autor geschickt. Die gebrochenen Figuren sind jenseits von Schwarz und Weiß und der Abenteuergehalt der Geschichte ist gerade hoch genug, um sie einerseits eben so noch schlucken zu können, ohne sie als lächerlich zu empfinden, sie aber andererseits nicht wirklich ernst nehmen zu müssen.

Gute Unterhaltung also, nicht mehr, aber auch nicht weniger. (gb)

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Snakeroot

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Tödlicher Countdown

Erstellt von Wolfgang Wieser am 17. April 2009

Justin Richards
Tödlicher Countdown
Time Runners 4

OT: Wipe Out
übersetzt von Martin Baresch
Loewe Verlag
Erscheinungsjahr 2009
Taschenbuch
190 Seiten
ISBN 978-3-7855-6458-5

Der 12jährige Jamie und die 15jährige Anna sind aus der Zeit gefallen und können nun zwischen den Zeiten hin und her reisen. Sie bemühen sich, die Integrität des zeitlich-historischen Ablaufs aufrecht zu erhalten, damit kein Chaos entsteht.

Die beiden werden an einen bestimmten Ort des Jahres 1955 gerufen, da dort zeitliche Interferenzen aufgetreten sind. Als die Kinder dort ankommen, sehen sie ein geisterhaftes Abbild von Anna, die von sogenannten Zappern, unheimlichen Zeitdämonen, entführt wird. Weitere Nachforschungen ergeben, dass Annas Vater auch vor Ort ist und Annas persönliches Schicksal auf dem Spiel steht. Vielleicht hat sie sogar die Chance, in ihre ursprüngliche Existenz zurück zu kehren.  Als dann jedoch sogar eine Atombombe ins Spiel kommt und der fiese Gegenspieler der beiden, Darkling Midnight, auftaucht, der mit aller Macht die zeitliche Integrität zerstören will, merken die beiden, dass sogar ihr eigenes Leben bedroht ist…

Der vierte Roman des Zyklus um die Time Runners ist erneut abenteuerlich und spannend, lässt sich gut und flott lesen, leidet jedoch unter zunehmenden Logiklöchern. Warum betreibt Midnight einen solchen Aufwand, wenn er das Zeitgefüge mit einfacheren Methoden destabilisieren könnte, wie an einer Stelle des Romans herauskommt? Wieso können immer nur die Guten korrigierend eingreifen, wenn der Böse Manipulationen im Zeitfluss vornimmt, und nie Midnight selbst, wenn ihm die beiden Protagonisten mal wieder in den Weg geraten sind? Hinzu kommt, dass diesmal nicht einmal ansatzweise der historische Kontext des Jahres 1955 lebendig wird, in dem die Handlung größtenteils vonstatten geht.

Völlig unglaubwürdig ist dann gegen Ende der Geschichte der „Deus ex machina”, den Jamie aus der Tasche zieht, um die Welt zu retten. Hier wird es dann vollends lächerlich. Gut, dass das Buch so dünn ist und man die Erzählung beenden kann, bevor die Logiklöcher der Geschichte die Leselust des Rezipienten verschlucken.

Deshalb ist der vierte Band der bisher deutlich schwächste der Serie und man kann als Leser nur hoffen, dass es nicht noch weiter abwärts geht im Niveau, denn sonst werden die Folgebände der Abenteuer um die Time Runners völlig ungenießbar werden. (gb)

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Time Runners 04. Tödlicher Countdown

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Tödliche Botschaft: In Liebe, dein Mörder

Erstellt von Detlef Hedderich am 21. Februar 2009

R. L. Stine
Tödliche Botschaft: In Liebe, dein Mörder

Fear Street 3
Fear Street Super Chiller 3: Broken Hearts, USA, 1993
Loewe Verlag, Bindlach, 6/2008
HC im Taschenbuchformat, Jugendbuch, Thriller, 978-3-7855-6326-7, 176/750
Aus dem Amerikanischen von Eva Hierteis
Titelillustration von Silvia Christoph

www.loewe-verlag.de
www.rlstine.com/

Es beginnt an einem wunderschönen Tag. Erica McClain wird ausnahmsweise von ihren beiden älteren Zwillingsschwestern Josie und Rachel sowie deren Freundin Melissa Davies zum Reiten mitgenommen. Rachel ist eine selbstbewusste Schönheit; sie bekommt alles, was sie will, und sie weiß immer genau, was sie wirklich will. Josie hingegen ist launisch, unberechenbar, eher sportlich als hübsch. Sie wechselt dauernd ihre Freunde, während Rachel seit langer Zeit fest mit Luke zusammen ist. Die beiden Mädchen haben wenig gemeinsam, obwohl sie Zwillinge sind. Erica fühlt sich beiden unterlegen. Sie ist weder hübsch noch sportlich noch mutig, freut sich allerdings auf die Highschool. Sie hofft, dass sie dann eher ernst genommen wird.

Durch Leichtsinn und unglückliche Schicksalsfügung kommt es zu einem schlimmen Unfall, der das Leben aller drei Schwestern für immer verändern wird: Rachel stürzt von ihrem Pferd und verletzt sich so schwer am Kopf, dass sie danach für immer geistig behindert und in ihrer gesamten Persönlichkeit verändert ist. Sie sagt merkwürdige Sachen, ist gehässig, regelrecht unheimlich. Andererseits muss sie ständig beaufsichtigt und gepflegt werden.

Josie drückt sich vor dieser Pflicht, auch sie ist seither verändert.
Verbissen, noch unberechenbarer. Sie hat einen festen Freund, Steve, mit dem sie soviel Zeit wie nur möglich verbringen will. Vor der Situation daheim flieht sie. Erica übernimmt einen Großteil der Pflege, da beide Eltern arbeiten müssen.

Dann kommt die erste Morddrohung gegen Josie in den Briefkasten geflattert, und von da an überstürzen sich die Ereignisse…

Es ist ein packender Thriller, von meisterlicher Hand geschrieben. Absolut jeder ist verdächtig, und dennoch kann das Ende rundum überzeugen. Man mag ahnen, wer der Mörder ist, wird aber niemals sicher sein, bis alles aufgelöst wird.

Die hervorragend ausgearbeiteten Charaktere tragen die – zugegeben etwas inhaltsarme – Geschichte. Es ist vor allem die Interaktion zwischen ihnen, die Entwicklung eines jeden einzelnen, immer psychologisch stimmig, die Spannung und gruselige Atmosphäre erzeugt.

Ein paar Details mögen fragwürdig sein, so z. B., ob eine Familie, in der beide Eltern einen gut bezahlten Job haben, sich wirklich keine Pflegekraft leisten kann… Aber das nur am Rande.

Für ein Jugendbuch kann man die Story durchaus als etwas zu gruselig empfinden. Der einzige Unterschied zu einem Erwachsenenthriller ist das Alter der Protagonisten. Bevor man es einem Zwölfjährigen in die Hand gibt, sollte man sicher sein, dass er (oder sie, natürlich) mit Gewalt und extremer Spannung keine Probleme hat. Ansonsten: lesenswerte Unterhaltung für alle Freunde des Thrillergenres! (alea)

Titel bei Amazon.de
Fear Street. Tödliche Botschaft

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Elfenfluch

Erstellt von Detlef Hedderich am 20. Februar 2009

Nancy Farmer
Elfenfluch

Troll-Serie 2
The Land of the Silver Apples, USA, 2007
Loewe Verlag, Bindlach, 1/2008
HC mit Schutzumschlag und Lesebändchen, Jugendbuch, Fantasy, 978-3-7855-5014-4, 492/1690
Aus dem Amerikanischen von Simone Wiemken
Umschlagillustration von Björn Wirtz

www.loewe-verlag.de
www.nancyfarmerwebsite.com
http://derwolpertinger.cgsociety.org/gallery/

Der Bardenlehrling Jack lebt mit seinen Eltern und seiner außergewöhnlich hübschen Schwester Lucy in einem kleinen Dorf und genießt (nach den Abenteuern in dem vorherigen Band „Drachenmeer“) ein friedliches und beschauliches Dasein – bis ein Zwischenfall zur Neufeuerzeremonie ungeahnte Ereignisse ins Rollen bringt, die nicht nur ihn aus seinem Leben und letztlich seiner Welt reißen.

Um seine von Elfen entführte Schwester Lucy zu retten, geht er zusammen mit dem ebenso talentierten wie hässlichen Mädchen Pega in die Welt des Schönen Scheins hinüber – nur um dort festzustellen, dass weder die Elfen noch die anderen Bewohner ihres Landes das sind, was sie vorgeben zu sein. Und das gleiche gilt für Lucy, die er nach langer Suche und mit der Hilfe machtvoller, aber teilweise auch skurriler und sonderbarer Verbündeten schließlich wieder findet. Die Rettungsaktion nimmt nicht den erwarteten, jedoch nichtsdestotrotz einen guten Ausgang.

Das Buch „Elfenfluch“ hat alles, was eine unterhaltsame Fantasy-Geschichte braucht: Spannung und Mystik, rätselhafte Wesen und Welten, die richtige Mischung aus Schrecken, Humor und Staunen und vor allem sehr schön gemachte Personen mit nachvollziehbaren Hintergründen und Motivationen sowie stimmungsvolle Beschreibungen von Landschaften, Orten und Geschehnissen.

Nancy Farmer gelingt es virtuos, die Legenden und Mythen Europas mit ihren Feenwesen, mit nordischer Mythologie und ganz ‚realer’ Geschichte zu verweben, so dass ein in sich schlüssiges und harmonisches Gesamtbild entsteht. Obwohl die Helden des Buches zumeist Kinder sind, ist „Elfenfluch“ sicherlich nicht nur ein Genuss für das jüngere Lesepublikum, sondern bietet aufgrund der interessanten Geschichte und des sehr angenehmen Schreibstils auch Erwachsenen einige Stunden unterhaltsamer Lektüre.

Es ist kein ‚High Fantasy’ mit epischen Schlachten und blutrünstigen Monstren, doch gerade weil der Fokus auf einer kleinen Schar abwechslungsreicher Helden liegt, die in der Geschichte genug Raum für ihre Entwicklung haben, fühlt man sich in dem Buch schnell zu Hause.

Nancy Farmer mag mit „Elfenfluch“ kein komplettes Neuland betreten, sondern weitgehend bei klassischen Motiven und Geschichten bleiben, doch tut sie dies auf eine gekonnte und wunderbare Weise, die das Buch sehr empfehlenswert macht. (BvdB)

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Elfenfluch

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