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Textilien heute – Ein globaler Überblick

Erstellt von Werner Karl am 15. August 2009

Chloe Colchester
Textilien heute – Ein globaler Überblick

Textiles Today, a global survey of trends and traditions, GB, 2007
Haupt Verlag, Bern (CH)/Stuttgart/Wien (A), 1. Auflage: 9/2008
HC mit Schutzumschlag, Sachbuch, Bildband, Geschichte/
Materialkunde/innovative Entwicklungen/Textilienkunst, Mode & Design
ISBN 9783258073071
Aus dem Englischen von Anne Taubert
Titelgestaltung von Atelier Mühlberg, CH-Basel
381 farbige Abbildungen, Fotos aus verschiedenen Quellen
www.haupt.ch

Fällt der Begriff ‚Textilien’, denkt man zunächst an Kleidung, Bettwäsche, Gardinen, Teppiche und andere Dinge aus Stoff, von denen man ständig umgeben ist. Sie liegen in vielen Materialien, Formen und Farben vor, welche wiederum beeinflusst werden vom Herkunftsort und seinen Traditionen, dem Verwendungszweck sowie den aktuellen Trends. Allerdings findet man noch andere textile Gebrauchsgegenstände wie z. B. der Einband mancher Bücher, Verbandsmaterial, Schiffleinwand und Zelte. Selbst die Kunst bezieht die Textilien mit ein, denn Designer und Architekten entwerfen Objekte und sogar Gebäude(teile) aus den bekannten Materialien und lassen sich von Farben und Mustern anderer Kulturkreise oder von historischen Vorlagen inspirieren.

Die Textilien haben in den vergangenen Jahren einen weit größeren Wandel erfahren, als mancher vielleicht annimmt. Standen früher nur Pflanzen- und Fasern tierischer Herkunft (Rinde, Sisal, Leinen, Schafwolle, Rosshaar, Seide usw.) zur Verfügung, so sorgten die Fasern aus den Chemielabors (Viskose, Polyester, Asbest, Glasfaser etc.) für eine Revolution. Diese Entwicklung hat jetzt erst richtig begonnen. Damit ändert sich auch das Verständnis für die Funktionen von Textilien, die nun immer mehr können müssen, indem sie fähig sind, Schmutz abzuweisen, die Farben zu verändern, Sonnenenergie zu speichern, auf ihren Benutzer zu reagieren u. v. a. Der Umweltgedanke, die Schonung der Ressourcen, die Sichtweisen und Ideen aus anderen Kulturkreisen als dem Westen bzw. der Industrienationen, aber auch der Kampf um den Weltmarkt und Gewinnoptimierung fließen hier mit ein.

Chloe Colchester versucht, in ihrem interessanten Sachbuch einen kleinen Überblick rund um die modernen Textilien zu geben und dabei auch erstaunliche Traditionen und Entwicklungen in anderen Kulturkreisen mit einzubeziehen. Dabei geht es nicht allein um Materialien, Farben und Muster, sondern auch um Objekte, denen man auf den ersten Blick gar nicht ansieht, dass sie aus Textilien oder aus denselben Grundsubstanzen gefertigt wurden.

In Wort und Bild erläutert die Autorin, wie neue Materialien die Alltags- und Schutzkleidung, Gebrauchsgegenstände, Bau- und Werkstoffe, die Medizin und Kunst und sonstige Bereiche verändert haben. Auch wie die Natur und der Austausch mit anderen Kulturen, digitale Ideen (Chaos und Fraktale), die Graffiti-Kunst und weitere moderne Strömungen eine Bereicherung der Farbpalette, der Muster und Formen bewirkten, wird erwähnt. Technologische und künstlerische Aspekte werden gleichermaßen berücksichtigt. Man merkt auch, dass Chloe Colchester die eigentümlichen Schöpfungen der Völker Afrikas und des pazifischen Raumes besonders am Herzen liegen, seien es zerschnittene Shirts, die über anderen Kleidungsstücken getragen werden, oder reizvolle Schmuckstücke und Kunstwerke aus klassischen und modernen Stoffen.

Die farbenprächtigen Fotos zeigen historische und traditionelle Gewänder in ihrer Farben- und Formenvielfalt, ungewöhnliche Designer-Modelle aus den letzten Jahrzehnten bis zur Gegenwart, Gebrauchsgegenstände wie Kissenbezüge und Taschen, Möbel und Bauwerke, handwerkliche und Computer-Kunst – und schon dieser kleine Einblick beeindruckt.

Ob man nun beruflich in diesem Bereich tätig ist, Kunst und Design studiert, ein Kunsthandwerk ausübt oder sich privat für das vielseitige Thema interessiert – „Textilien heute“ ist ein sehr informatives Buch von Bildbandqualität, durch das man den Begriff ‚Textilien’ in einem völlig neuen Licht sieht. Man wird immer wieder aufs Neue überrascht und lernt eine Menge hinzu.

Das Sachbuch versteht sich nicht als Lexikon oder umfassender Abriss über die Entwicklung der Textilien weltweit - dafür wäre das Thema viel zu umfassend -, aber es gibt einen guten ersten Einblick in die Materie. Durch die vielen kleinen und bis zu ganzseitigen farbigen Abbildungen werden die Texte aufgelockert und veranschaulicht und sind damit auch für den Laien nachvollziehbar. Die Gestaltung und das Layout darf man als sehr gelungen bezeichnen. Von daher kann man „Textilien heute“ allen interessierten Lesern nur empfehlen! (IS)

Titel bei Amazon.de
Textilien heute: Ein globaler Überblick

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Fließende Wasser - Flusslandschaften der Alpen und Mitteleuropas

Erstellt von Werner Karl am 15. August 2009

Jan Ryser & Raymond Beutler
Fließende Wasser - Flusslandschaften der Alpen und Mitteleuropas

Haupt Verlag, Bern (CH)/Stuttgart/Wien (A), 1. Auflage: 9/2008
HC, Sachbuch, Natur & Tier, Bildband
ISBN 9783258073798
Titelgestaltung von Atelier Mühlberg, CH-Basel
Fotos von Jan Ryser
www.haupt.ch
www.janryser.ch/

Wasser gehört zu den selbstverständlichen Ressourcen und Lebensgrundlagen unserer Erde. Niemand macht sich wirklich Gedanken, wo es herkommt, an welchen Vorgängen in der Natur es mitverantwortlich ist und was passiert, wenn es einmal aus dem natürlichen Kreislauf herausgerissen wird. Ähnlich sieht es mit den Gewässern aus. In seinem Wahn, alles kontrollieren zu müssen, hat der Mensch auch Quellen und Flüsse in vorgefertigte Betten gezwungen, um Überschwemmungen und andere vermeidliche Katastrophen zu verhindert – und im Grunde damit auch andere provoziert. Denn von der Quelle bis zur Mündung haben fließende Wasser nicht nur Flüssigkeit sondern auch ganze Ökosysteme geschaffen.

Und welche das sind, davon berichten Jan Ryser und Raymond Beutler in ihrem Buch „Fließende Wasser – Flusslandschaften der Alpen und Mitteleuropa“. Sie bedauern, dass kaum noch ein Gewässer in Mitteleuropa wirklich Natur belassen wurde, und so ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Fotos eher aus östlichen Gebieten stammen, in denen Einwohnerzahl und Geld es gar nicht erlaubten, solche großen Veränderungen vorzunehmen.

Das Buch beschäftigt sich zunächst allgemein mit der Bedeutung des Wassers, seinen besonderen Eigenschaften, die als selbstverständlich erachtet werden und es doch nicht sind, sie besprechen den Kreislauf des Wassers und wie er im Alpenraum zu finden ist. Wie sehr Fließgewässer die Landschaft prägen, zeigen sie im nächsten Kapitel. Sie beschreiben seinen Anteil an der Verwitterung und Abtragung oder bei der Gestaltung von Talformen. Sie zeigen, welche Lebensbedingungen die Fließgewässer in welchen Abschnitten für Tiere und Pflanzen bieten, wie Gletscher entstehen und sich wieder auflösen und dass dort auch Leben möglich ist.

So unterschiedliche Quelltypen es gibt, so abwechslungsreich ist auch der Boden, das Gestein und schließlich das Ökosystem drum herum beschaffen. Einen Sonderfall bilden Karstquellen, bei denen das versickerte Wasser unmittelbar wieder austritt und daher auch die Stärke der Wasserabgabe schwanken kann. Ein weiteres Kapitel widmet sich den verschiedenen Bach-Typen und dem Lebensraum, den sie bieten. Das nachfolgende beschreibt, wie sie ihren Lauf durch Ablagerungen und Erosion nach und nach verändern, wie auch die Tier- und Pflanzenwelt darauf Einfluss nimmt.

Nicht zuletzt werden Schluchten und Wasserfälle aufgegriffen. Hier betrachten die Autoren nicht nur kritisch die gerne zitierten Superlativen und nennen diejenigen Orte, die ihrer Meinung nach wirklich den Titel für die tiefste Schlucht oder den höchsten Wasserfall verdienen, sondern beschreiben auch, wie die verschiedenen Formen entstehen konnten.

Im letzten Kapitel gehen sie auf Flüsse ein. Wie haben diese Täler geschaffen und wie beeinflussen sie diese noch heute, wenn man sie nur lässt – das fängt mit mäandernden Flussläufen an und geht hin bis zu den Auenlandschaften, die im großen Ausmaß und Natur belassenem Zustand nur noch in Osteuropa zu finden sind.

Die Autoren stellen in „Fließende Wasser – Flusslandschaften der Alpen und Mitteleuropa“ die faszinierende Welt des Wassers in Facetten vor, die wir vor allem in unserem unmittelbaren Umfeld finden können, ohne erst extrem weit reisen zu müssen. Sie benutzen zwar einen wissenschaftlichen und manchmal etwas trockenen Stil, achten aber auch sehr genau darauf, fachspezifische Informationen und Begriffe für Laien verständlich und nachvollziehbar zu erklären. Viele Fotografien vertiefen ihre Erklärungen und bieten dazu noch wunderschöne Landschaftsansichten, von denen man gar nicht glauben mag, dass es sie so noch in Europa gibt, wenn man selbst nur die kanalisieren Flüsse und Bäche, die ummauerten Quellen und die begradigten Läufe im Kopf hat.

Beides zusammen erzeugt ein lebendiges Bild europäischer Flusslandschaften, das zudem auch aufnahmefähig und aufmerksam für die unaufdringlich vorgebrachte Kritik und die Warnungen in Bezug auf Umweltschutz macht. Der Klimawandel ist ebenso ein Thema wie der Raubbau, den die Menschen betrieben haben, was man vor allem im Kapitel über die Gletscher merkt. Alles in allem ist „Fließende Wasser – Flusslandschaften der Alpen und Mitteleuropa“ ein gelungen gestaltetes Sachbuch, das nicht nur Naturfreunden einen interessanten Einblick in die Wasserwelt rund um die Alpen gibt, sondern auch Neulinge informativ und unterhaltsam an das Thema heran führt. Vor allem die vielen Fotografien helfen dabei, den Zauber besonders zu vertiefen. (CS)

Titel bei Amazon.de:
Fliessende Wasser: Flusslandschaften der Alpen und Mitteleuropas

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Lexikon Buch Druck Papier

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. Februar 2009

Joachim Elias Zender
Lexikon Buch Druck Papier

Haupt Verlag, Bern (CH)/Stuttgart/Wien (A), 1. Auflage: 9/2008
HC mit Lesebändchen, Sachbuch, Lexikon, Buch & Druck & Papier, Kunst & Handwerk, 978-3-258-07370-5, 320/4990
Titelgestaltung von Atelier Mühlberg, CH-Basel
Abbildungen aus verschiedenen Quellen

www.haupt.ch

Praktisch jeder liebt Bücher und hat mehr oder weniger viele in seinen Regalen stehen, aber kaum jemand macht sich Gedanken darüber, welche Geschichte das Papier hat, wie ein Buch entsteht, wie der Druck funktioniert - sofern er nicht vom Fach ist.

Wie interessant das Thema „Buch Druck Papier“ ist und wie viel Wissenswertes es darüber zu lesen gibt, möchte Joachim Elias Zender aufzeigen, der mit dem vorliegenden Lexikon ein gelungenes Nachschlagewerk mit rund 4000 Stichworten und zahlreichen Abbildungen geschaffen hat.
Dieses wendet sich gleichermaßen an den Laien, der seinen Horizont erweitern möchte, wie auch an den Fachmann, der schnell mal den einen oder anderen Begriff nachschlagen will. Da ständig neue Erfindungen und Entwicklungen Einfluss auf das Buch als Medium, das Papier als Trägermaterial und den Druck nehmen, entdeckt jeder gewiss Details, die er noch nicht kannte.

Natürlich ist ein Lexikon kein unterhaltsames Lesebuch, das man ruckzuck herunter liest. Vielmehr lädt der Band zum Blättern ein, wenn man nicht gerade gezielt etwas recherchieren möchte. Man liest hier ein wenig, da ein bisschen, folgt den Querverweisen, betrachtet die Fotos und Illustrationen und taucht auf diese Weise in eine abwechslungsreiche Thematik ein, die eng mit den Bereichen Geschichte, historische Persönlichkeiten, Naturwissenschaften & Technik, Schrift & Kunst verknüpft ist.

Das Buch ist alphabetisch nach Stichworten geordnet, und farbige Markierungen am Blattrand erleichtern das Auffinden des Buchstabens und damit des gesuchten Begriffs. Erklärt werden Termini wie z. B. „Abfallpapier“, „Durchdruckverfahren“, „Glanzweiß“, „Jaspisschnitt“, „Mottling“, „Psalter“. „Selective Bindung“, „Vierbruchfalz“, Zellulose“ u. v. m.

Leicht verständlich wird beschrieben, wie das Papier vor über 2000 Jahren in China erfunden wurde, wie die mittelalterlichen Papiermühlen Europas arbeiteten, welchen Einfluss die vorhandenen Rohstoffe und der Umweltgedanke auf das Papier nahmen, welche Papierqualitäten und weitere Besonderheiten man kennt.

Auch was ein Buch von einer Broschur unterscheidet, wie die einzelnen Teile eines Buchs genannt werden, welche Formate es gibt, welche Einbandmaterialien genutzt werden, wird erläutert. Ebenfalls berücksichtigt wurden die verschiedenen Drucktechniken – und damit sind die Themen noch lange nicht erschöpft.

Farbige und schwarz-weiße Fotos, Tafeln und Tabellen lockern nicht nur die zweispaltigen Texte auf, sondern veranschaulichen gelungen viele der Erklärungen: schöne, alte Bücher, Buchmalereien, Marmorpapiere, die Gegenüberstellung einer historischen und industriellen Büttenanlage etc. zeigen, wofür Worte allein nicht ganz ausreichen.

Alles in allem ist das „Lexikon Buch Druck Papier“ ein großartiges, vielfältiges, sehr informatives und leicht verständliches Nachschlagewerk für Fachleute und Bücherfreunde, das in keinem Regal fehlen sollte. Das Thema ist so breit gefächert, dass man viel Interessantes entdecken und lernen kann. Ein wirklich großartiges Buch, das außerdem ansprechend und seriös gestaltet und in einem angenehmen Stil geschrieben ist! (IS)

Titel bei Amazon.de
Lexikon Buch, Druck, Papier

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Handbuch der Schmuck- und Edelsteine

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. Februar 2009

Judith Crowe & Cally Oldershaw
Handbuch der Schmuck- und Edelsteine

The Jeweller’s Directory of Gemstones, GB, 2006
Haupt Verlag, Bern (CH)/Stuttgart/Wien (A), 9/2008
HC, Kunsthandwerk, 978-3-258-07298-2, 176/3990
Aus dem Englischen von Birgit Lamertz-Beckschäfer
Titelbild und Fotos von Paul Forester & Juliet Sheath
Innenillustrationen von Kuo Kang Chen

www.haupt.ch

Funkelnde Juwelen, in deren Facetten sich das Licht mannigfach bricht, sind seit Menschengedenken der Inbegriff von Reichtum und Macht. Doch die wenigsten Menschen bringen die schimmernden Kleinodien mit den stumpfen Mineralien und Steinen in Verbindung, die an ihren Fundorten aus der Erde geholt werden. Und manch ein Stein wird erst durch seine Verarbeitung zu einem Kunstwerk, das die Menschen in ihren Bann schlägt.

„Das Handbuch der Schmuck- und Edelsteine“ von Judit Crowe und Cally Oldershaw beschäftigt sich deshalb nicht nur mit den verschiedenen Juwelenarten, sondern holt noch ein wenig weiter aus. Deshalb ist auch der erste Teil des Buches sehr allgemeinen Themen gewidmet:

Wie sind Edelsteine überhaupt entstanden, wo kommen sie normalerweise vor, und wie kann man über sie verfügen – in der Vergangenheit und heute?

Das Buch erzählt von den verschiedenen Arten der Gewinnung und den Lagerstätten rund um die Welt, von der Verwendung und dem Vertrieb – denn nicht alle Steine sind eine Wertanlage, sondern gehen aufgrund ihrer geringen Größe oder Unsauberkeit gleich als Werkzeugkomponenten in die Industrie, vor allem Diamanten.

Dann wendet sie sich den allgemeinen Eigenschaften der Steine zu. Besonders die so genannte ‚Moshärte’ bestimmt ihre Zuordnung. Einschlüsse und optische Phänomene können ebenfalls eine Auswirkung auf den Wert des Steins haben.

Weitere Abschnitte sind den verschiedenen Formen des Edelsteinschliffs gewidmet, der einem Juwel erst seinen besonderen Zauber oder Wert verlehnt.
Am gebräuchlichsten sind dabei wohl die verschiedenen facettierten Schliffe, egal ob rund oder eckig. Manchmal werden aber auch spezielle Edelsteinschliffe angewandt, Perlen hergestellt oder die Steine weitestgehend naturbelassen verkauft.

Im zweiten Teil wendet sich die Autorin den Steinvarietäten zu.
Nach einem kurzen Überblick über die Methoden zur Behandlung und Schönung, wie z. B. Bestrahlung oder Polierung, stellt sie die verschiedenen Edelsteinfamilien vor. So erfährt man, dass Rubine und Saphire eigentlich nur verschiedenfarbige Variationen ein und desselben Steines sind und zur Familie der Korunde gehören.

Die einzelnen Kapitel gliedern sich in eine kurze Vorstellung der Familie, ihre Bedeutung und ihr Einsatz in der Schmuckherstellung, die klassische Spezifizierung (Härte, Dichte, Lichtbrechung, Kristallform) oder das natürliche Vorkommen.

Die Autorin macht aber auch auf Gefahren und Fallen beim Edelsteinkauf aufmerksam, die in der heutigen Zeit nicht in den Wind zu schlagen sind. Ein weiterer Abschnitt ist den organischen Rohstoffen gewidmet, zu denen in erster Linie Perlen, Bernstein, Korallen und Perlmutt gehören.

Der dritte und letzte Teil ist dem Gestalten mit Edelsteinen gewidmet. Die Autorin beschreibt aus ihrer Erfahrung, welche Fassungen sich für welche Art von Steinen als geeignet erwiesen haben, wie man ausgefallene Formen nutzt und so fort.

Man merkt sehr wohl, dass das „Handbuch der Edelsteine“ an diejenigen gerichtet ist, die sich beruflich mit Edelsteinen beschäftigen müssen, wie zum Beispiel Goldschmiede und Juweliere, da nicht alles bis ins Detail erklärt wird. Vor allem Auszubildende erhalten hier ein Buch, das ihnen eine komprimierte und klare Übersicht über die wichtigsten Bereiche gibt, die sie auf jeden Fall kennen müssen.

Das Buch ist jedoch nicht so kompliziert geschrieben, dass man als Laie von Fachbegriffen erschlagen wird. Die meisten erklären sich bereits aus dem Kontext oder sind in einem speziellen Register nachschlagbar, so dass man nicht lange suchen muss.

Man erfährt eine Menge wissenswerter Dinge, die einem sonst vorenthalten werden – so wie die umstrittene und mittlerweile immer seltener angewandte Praxis, Edelsteine radioaktiv zu bestrahlen, um deren Farbe zu intensivieren. Durch die vielen Bilder kann man die Erklärungen sehr leicht nachvollziehen und Unterschiede bei verschiedenen Schliffen erkennen.

Tatsächlich beginnt man Juwelen nach der Lektüre dieses Buches mit ganz anderen Augen zu sehen, und bewundert die Handwerker vielleicht noch mehr – nachdem man nun weiß, wie viel Arbeit es eigentlich macht, einem Edelstein – egal ob Mineral oder organischer Natur - seine verborgene Schönheit zu entlocken.

Das macht das „Handbuch der Edelsteine“ zu einem interessanten und vielseitigen Nachschlagewerk, das nicht nur für angehende Fachleute interessant ist, die sich einen ersten Überblick verschaffen wollen, sondern auch für den Schmuck interessierten Laien, der mehr über die Kunst rund um die Edelsteine erfahren möchten. (CS)

Titel bei Amazon.de
Handbuch Schmuck- und Edelsteine: Beurteilung und Verwendung, Farbe und Form, Schliff und Fassung

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Atlas des Vogelzugs – Die Wanderung der Vögel auf unserer Erde

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. Februar 2009

Jonathan Elphick
Atlas des Vogelzugs – Die Wanderung der Vögel auf unserer Erde

Atlas of Bird Migration; GB, 2007
Haupt Verlag, Bern (CH)/Stuttgart/Wien (A), 9/2008
Vollfarbiges HC im Großformat, Sachbuch, Natur & Tier, Ornithologie, Bildband, 978-3-258-07288-3, 176/3990
Aus dem Englischen von Coralie Wink und Monika Niehaus
Titelgestaltung von pooldesign.ch
Fotos, Illustrationen und Karten aus verschiedenen Quellen

www.haupt.ch
www.birdsandpeople.org/

Es gehört zwar zum Allgemeinwissen, dass viele Vogelarten nicht unbedingt nur an dem Ort verweilen, an dem sie nisten und damit auch ihre ersten Lebensmonate verbringen, sondern dann in andere Gegenden abwandern, wenn das Klima sich jahreszeitlich so verändern, dass ihre Nahrungsquellen geringer ausfallen oder fehlen. Viele hier beheimatete Singvogelarten überwintern im Mittelmeerraum oder sogar im Herzen Afrikas, während sich bei uns Gäste aus nordischen Gefilden einfinden.

Doch wer beschäftigt sich schon genau damit, wohin welche Vogelarten abwandern und welche erstaunlichen Leistungen sie dabei vollbringen. Diesem Missstand will nun der „Atlas des Vogelzugs“ abhelfen.

Jonathan Elphick gibt deshalb einen vielleicht nicht in die Tiefe gehenden, aber doch recht umfassenden Überblick über die Wanderungen der bekanntesten Vogelarten und den Besonderheiten dabei, die Forscher mittlerweile heraus gefunden haben.

Im ersten Teil beschäftigt er sich mit den allgemeinen Fragen:
Wie hat sich der Vogelzug entwickelt und warum? Welche Zugmuster gibt es, und haben sich diese im Verlauf der Jahrmillionen überhaupt sehr verändert? Wann sind die meisten Vögeln unterwegs? Gibt es Vorteile, nachts zu fliegen - oder ist es doch besser am Tage?

Wie sieht es mit den Flugtechniken aus? Wie können Vögel Energie sparen, und wirkt sich das auf die Fluggeschwindigkeit aus? Das Buch verrät, wie effektiv manche Vögeln dabei ihre Kräfte einsetzen und welche Rekorde sie dabei mühelos brechen – nicht nur in der Dauer, die manche von ihnen in der Luft bleiben können, sondern auch in Hinblick auf die Strecken, die sie Non-Stop zurückzulegen im Stande sind, sowie auch die Flughöhe. So gibt es einige Arten, die die höchsten Gipfel des Himalaya überqueren können, während andere in wenigen Tagen von Mitteleuropa bis nach Südafrika gelangen.

Doch wie bereiten sich die Vögel auf den Flug vor? Treffen sie immer den richtigen Zeitpunkt, und liegt es bereits in ihren Genen, dass sie bestimmte Routen fliegen? Experimente haben Letzteres inzwischen wohl bewiesen.

Gibt es für Vogelarten auch natürliche Barrieren wie Meere und Gebirge, die sie einfach nicht überwinden können? Und wo rasten sie eigentlich? Welche Bedeutung haben Wetter und Klima auf die Vogelzüge, und wie schadet ihnen der Mensch?

Letztendlich wird auch erklärt, wie man die Vogelzüge eigentlich untersucht und seine Erkenntnisse aus den Beobachtungen zieht. Das Radar kommt ebenso zum Einsatz, wie kleine ins Gefieder gesetzte Sender oder eine einfache Beringung.

In den weiteren Kapiteln geht der Autor nun spezieller auf einzelne Regionen und Arten ein.

Auf dem amerikanischen Doppelkontinent bestimmen natürliche Barrieren die drei dominanten Routen, auf denen Vögel wie Enten, Greifvögel, Kraniche, Schwalben oder gar Kolibris wandern. Je nachdem, ob sie auch weitere Strecken über das Meer zurücklegen können, nutzen sie die Route über den mexikanischen Golf oder nehmen doch lieber die Landbrücke von Panama. Auffällig ist hier die Dominanz der reinen Nord-Süd-Wanderungen.

In Europa erweisen sich sowohl die Pyrenäen als auch die Alpen und das Mittelmeer als natürliche Barrieren. Anders als in Amerika gibt es durch die mit Asien zusammenhängende Landmasse auch Ost-West-Wanderungen.
Wintergäste aus dem hohen Norden finden sich in Zentral und Südeuropa ein.
Aber auch auf der Südhalbkugel gibt es einiges an Vogelbewegungen in Südamerika, Afrika und dem australasiatischen Raum, ja, sogar um die Arktis und Antarktis herum. Selbst Seevögel wie Pinguine und Möwen, Albatrosse und Sturmtaucher sind jährlich unterwegs.

Und schließlich gibt es auch noch die unregelmäßigen Wanderungen – nämlich dann, wenn in einer Region die Nahrungsgrundlagen aufgrund der Witterung nicht vorhanden oder zu gering sind.

Der „Atlas des Vogelzugs“ weiß nicht nur durch die allgemeinen sondern auch ganz speziellen Informationen zu überzeugen. Man beginnt die teilweise sehr vertrauten Vogelarten durch die interessant und übersichtlich gestalteten Doppelseiten mit ganz anderen Augen zu sehen.

Man erfährt nicht nur durch eine Karte und kurze Erläuterungen, wann sie wohin ziehen, wo sich ihre Hauptverbreitungs- und Brutgebiete befinden oder wie sie aussehen und am Himmel als Silhouette wieder zu erkennen sind, sondern auch wie sie unterwegs sind und welche Besonderheiten es dabei gibt.

Der Autor benutzt dabei einen lockeren und leicht humorvollen Stil, der die Informationen lebendig vermittelt und niemals Langeweile oder fachliche Trockenheit aufkommen lässt. Er verzichtet weitestgehend auf Fachbegriffe, so dass auch schon jüngere Leser die Texte gut verstehen können.

Interessant sind auch die Methoden, die die Forscher eingesetzt haben, um die Geheimnisse des Vogelzuges zu ergründen, seien es nun Kreuzungen von Tieren aus getrennten Regionen oder die Simulation einer künstlichen Umwelt, um Vögel dazu zu bringen, einen schnelleren Lebenszyklus durchzumachen.

Und auch wenn die Wissenschaftler damit schon weit gekommen sind, so macht das Buch deutlich, dass noch lange nicht alles enthüllt worden ist.

Das alles macht den „Atlas des Vogelzugs“ zu einem ebenso unterhaltsamen wie informativen Fachbuch für alle Freunde der gefiederten Mitbewohner auf dieser Welt. Der Autor kann jedenfalls junge wie alte Leser durch seinen lebendigen Stil mit seiner Begeisterung anstecken und verzaubern. (CS)

Titel bei Amazon.de
Atlas des Vogelzugs: Die Wanderung der Vögel auf unserer Erde

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rot – Kleine Stickideen

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. Februar 2009

Agnès Delage-Calvet, Anne Sophier-Fournel, Muriel Brunet & Françoise Ritz
rot – Kleine Stickideen

rouge. Motifs de broderie traditionelle et au point de croix, Frankreich, 2007
Haupt Verlag, Bern (CH), 9/2008
PB, Sachbuch, Handarbeit/Sticken, 978-3-258-07371-2, 64/1290
Aus dem Französischen von Waltraud Kuhlmann
Titel- und Fotos im Innenteil von Frédéric Lucano
Styling von Sonia Lucano
Extra: 1 Stück Stoff, 1 Nadel, 2 Zöpfe Stickgarn in Hell- und Dunkelrot

www.haupt.ch

Die kleinen und großen Handarbeiten gerieten in den letzten Jahren zunehmend in Vergessenheit. An den Schulen ist das Fach kein großes Thema mehr, denn Unterricht in Informatik, Wirtschaft etc. wird als wichtigere Vorbereitung fürs Berufsleben erachtet, während das Erlernen von häuslichen Fertigkeiten nur noch in der Grundschule, vielleicht noch in der Haupt- und (Haus-) Wirtschaftsschule – für Mädchen – im Stundenplan steht.

In Folge wird das Interesse an Hobbys wie Sticken, Stricken, Häkeln etc. so gut wie gar nicht mehr geweckt, und vieles, was die Großmütter und manche Mütter noch wussten, geht zunehmend verloren. Schade - dabei hätte man es damit selbst in der Hand, Textilien individuell und preiswert herzustellen bzw. zu verzieren und persönliche Geschenke anzufertigen. Eine schöne und sinnvolle Beschäftigung in der Freizeit ist das Handarbeiten außerdem.

Mit dem Anleitungsbuch „rot – Kleine Stickideen“ wendet sich der Haupt Verlag an alle, die das Sticken zu ihren Hobbys zählen und nach Anregungen suchen oder es zu einer Freizeitbeschäftigung machen wollen.

Das Buch zeigt darum auch gleich auf rund 30 Farbseiten, was man alles besticken kann, um das Interesse zu wecken: Bettbezüge, Einkaufstaschen, Tischdecken, Trägerhemden,
Kinderkleider, Handtücher u. v. m. Wer es probieren möchte, aber nicht recht weiß, wie die Stiche zu setzen sind, findet einen vierseitigen Stick-Kurs, der Tipps gibt für die Auswahl der Stoffe und das Stickgarn und der natürlich auch erklärt, wie man Kreuzstich, Stielstich, französische Knötchen und all die anderen Stiche macht. Abbildungen veranschaulichen die Erläuterungen. Abschließend folgen weitere 30 Seiten mit Mustern – in Rot -, Zählmuster und auf den Stoff übertragbare Vorlagen, in denen vermerkt ist, welche Stiche angewendet werden.

Die Anleitungen sind knapp, präzise und nachvollziehbar. Übt man die Stiche, die man nicht kennt, erst auf einem Stück Stoff, sollte man schon bald in der Lage sein, sich an einige Arbeiten heran zu wagen. Zu diesem Zweck sind auf dem Cover in einem Etui aus Klarsichtfolie ein Stück Stoff, eine passende Nadel und zwei Zöpfe Stickgarn in unterschiedlichen Rot-Nuancen beigefügt.

Wer sich gern mit Basteleien und Handarbeiten beschäftigt, wird gewiss sehr viel Freude an diesem Band haben. Die Motive sind ‚typisch französisch’ und passen besonders gut zum ‚Wäsche-Look’. Das schlichte Rot auf Weiß wirkt edel und ist zugleich ein schöner Blickfang. Besonders erfreut, dass dem Buch das entsprechende Arbeitsmaterial beigelegt wurde. (IS)

Titel bei Amazon.de
rot - Kleine Stickideen: Mit Starterset

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