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Dr. Jekyll und Mrs. Hyde + Das Heer der Finsternis

Erstellt von Werner Karl am 14. Januar 2010

js07Lars Peter Lueg, Devon Richter und Nikola Frey
Jack Slaughter – Tochter des Lichts
Folge 7: Dr. Jekyll und Mrs. Hyde
Folge 8: Das Heer der Finsternis

LPL Records/Universal Music Family Entertainment, 10/2009
Je 1 CD, Grusel-/Mystery-Hörspiel-Parodie
ASIN B002MEW7ZI

ASIN B002MEW7ZS
Laufzeit: ca. 62 + 65 Min.
Sprecher: Till Hagen, Gisela Fritsch, H.-Dieter Klebsch, Arianne Borbach,
Reiner Fritzsche, Simon Jäger, David Nathan u. a.
Musik: Andy Matern, Cover und Artwork von Alexander Lux, torius

www.folgenreich.de
www.jack-slaughter.de
www.andymatern.de
www.alexanderlux.com

Aufmerksame Zuhörer kennen ja schon das Team um die „Tochter des Lichts“, die dazu ausersehen ist, das Böse in all seiner Form zu vernichten. Allerdings wird die Kämpferin für das Gute in dieser Generation nicht von einer selbstbewussten jungen Frau sondern von einem Mann Ende zwanzig verkörpert. Jack Slaughter ist ein Verlierer auf der ganzen Linie. Mangels Intelligenz und Schuldbildung ist ihm nur der Job in einem Waffenladen geblieben, und auch sonst hat er kaum Erfolge. Aber seit er zusammen mit seinem besten Freund Toby Bishop und der Wissenschaftlerin Kim Novak, die allerdings als Bikini-Model ihr Geld verdient, gegen Dämonen, Vampire und Hexen kämpft, hat er ein wenig Selbstvertrauen gewonnen. Und es scheint so, als würde bald eine vierte Person zu ihrem Team stoßen – ein konvertierter Priester der Episkopalkirche, der früher einmal bei der heiligen römischen Inquisition war…

Es ist ausnahmsweise einmal nicht Dr. Doom, der den Helden zusetzt, sondern eine ganz andere Person. Jack und Toby sind von der Rolle, als sich Kim Novak plötzlich seltsam benimmt und zweifeln an ihrem Verstand, denn was ist nur mit der selbstbewussten und klugen Brünetten passiert? Sie hat sich ihre Haare blondieren lassen, nichts anderes mehr als Schuhe und Kleidung im Kopf – kurzum: Sie ist zu einem verwöhnten und zickigen Upper-Class Party-Girl à la Paris Hilton geworden. Nun ist guter Rat teuer, denn die beiden müssen schnellstmöglich ein Gegenmittel finden, um ihre Freundin zu retten. Als sie den Spuren nachgehen, erleben sie eine Überraschung.

js08Derweil gelingt es dem priesterlichen Freund des Trio, einen Hexen-Poltergeist aus seinem Glockenturm zu vertreiben. Dieser fährt dann jedoch in die Villa von Dr. Doom ein und versucht, da Unheil zu stiften, doch der Dämon beschließt nach dem ersten Schock diesen Umstand für sich zu nutzen und erschafft mit Hilfe der verfluchten Seele und einer Krähe eine Armee der Finsternis. Von nun an beginnt ein dämonischer Krähenschwarm Jacksonville heim zu suchen. Und nun ist es an Jack und seinen Freunden, den Einwohnern des friedlichen Städtchens zu helfen.

Auch diesmal beweisen die Autoren, dass ihnen immer noch etwas einfällt. So nutzen sie alle Klischees die es über ‚Blondinen’ gibt und stellenweise leider nur all zu wahr sind, um der armen Kim Novak übel mitzuspielen und den Zuhörer zu unterhalten. Nebenbei wird die Handlung weiter gesponnen, denn auch Jacks Sozialstunden bei der örtlichen Telefonseelsorge und seine Gespräche mit einem Unbekannten setzen sich fort, zudem wird der Priester genauer vorgestellt, andere Figuren, die in der einen Folge nur eine kleine Nebenrolle gespielt haben, werden wieder aufgegriffen.

Die Gags sind weiterhin schräg und nicht selten sehr böse. Die Autoren ziehen genüsslich alle möglichen Klischees durch den Kakao und scheuen sich auch nicht, dabei manchmal unter die Gürtellinie zu gehen. Trotzdem nimmt man ihnen das ob der lockeren und augenzwinkernden Erzählweise nicht übel. Und so bieten auch die siebte und achte Folge der Reihe „Jack Slaughter – Tochter des Lichts“ muntere Parodien auf nur all zu beliebte Klischees innerhalb und um das Horror-Genre.

Christel Scheja (CS)
 
Titel bei Amazon.de:
Folge 7: Dr. Jekyll und Mrs. Hyde
Folge 8: Das Heer der Finsternis

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Testakte Kolibri

Erstellt von Werner Karl am 6. Dezember 2009

testakte-kolibriNikolai von Michalewsky (Buch) & Balthasar von Weymann (Skript)
Testakte Kolibri Teil 1 & Teil 2
Mark Brandis 5 & 6

Interplanar Productions/Folgenreich/Universal, München,10/2009
Je 1 CD, Hörspiel, SF
ASIN B002FWFQY6
ASIN B002FWFQYG
Laufzeit: ca. 58 Min. + 51 Min.
Sprecher: Michael Lott, Peter Bieringer, Dorothea Anna Hagena, Marion von Stengel,
Frank Thome, Stefan Peters, Gerhard Hinze, Christian Lessiak, Sigrun Sträter, David Nathan u. a.
Titelgestaltung von N. N.

www.markbrandis.de
http://forum.markbrandis.de
www.interplanar.de
www.karussell.de
www.folgenreich.de

Die Hörspielreihe „Mark Brandis“ erinnert an einen SF-Klassiker, der vielen sicherlich noch aus der Stadtbücherei bekannt ist und niemals so bekannt wurde, wie er es eigentlich verdient hätte. Denn die ursprünglich im Jugendbuchbereich erschienene „Mark Brandis“-Reihe von Nicolai von Michalewski ist alles andere als Kinderkram. Denn der Autor schrieb nicht nur leichte und unbeschwerte SF-Abenteuer fern der Wirklichkeit, sondern band auch ernste gesellschaftliche und politische Themen mit ein, stellte oft genug unbequeme Fragen, die sein Held für ihn beantwortete. Das ist auch in den dem neuen Zweiteiler „Testakte Kolibri“ so. Das Hörspiel ist nicht mehr nur auf 80 min zusammen geschnitten, sondern hat durch die Aufteilung auf zwei CDs eine Länge von 110 min. Das kommt, weil Interplanar die Produktionsfirma gewechselt hat. Diesen Umstand feiert man auch mit der Ende Oktober in Bochum begonnenen Planetarien-Tour, in der das Hörspiel in passendem Ambiente vorstellt wird. Bis in den Februar sind Termine in Leipzig, Görlitz, Halle, Bremen, Nürnberg und anderen Städten geplant.

Der Krieg gegen General Smith ist endlich vorbei. Doch noch sind die Spuren deutlich sichtbar, die Menschen und die Wirtschaft brauchen Zeit, sich wieder zu erholen. Und so kann Mark Brandis, der inzwischen seine Ruth O’Hara geheiratet hat, nicht sofort wieder ins All aufbrechen und andere Welten erforschen, da sein Schiff noch nicht startbereit ist. Stattdessen wird er darum gebeten, die Leitung des Projekts ‚Kolibri’ zu übernehmen, das am Ende der letzten Testphase steht. Entwickelt wurde ein Fahrzeug, das sich sowohl im Wasser, als auch in der Luft und im Weltraum fortbewegen können soll. Der Ein-Mann-Gleiter soll damit die Weltraumfahrt revolutionieren. Doch wie Mark schon bald erkennen muss, scheint die Technik noch nicht so ausgereift zu sein, wie offiziell behauptet wird. Bei den auf dem Testgelände anwesenden Technikern und Piloten liegen die Nerven blank, denn es kommt immer wieder zu ungeklärten Unfällen, die nicht nur Material sondern auch Menschenleben kosten.

teil-2Und so hat der neue Projektleiter gleich mit mehreren Schwierigkeiten zu kämpfen. Er muss nicht nur die ihm fremden Menschen kennen lernen und für sich gewinnen, sondern auch herausfinden, was oder wer verhindert, dass der ‚Kolibri’ voll einsatzfähig wird. Zudem bekommt er Druck von oben, da man endlich brauchbare Ergebnisse sehen will. In dem eigenwilligen Testpiloten Grischa Romen, der ganz offensichtlich Zigeuner-Vorfahren hat, findet er bald einen treuen Freund und Verbündeten. Dessen Freundlichkeit und Herzlichkeit muntern ihn bei all seinen Sorgen immer noch auf und geben ihm den Grund, nicht alles hin zu werfen. Doch schließlich ist nicht mehr zu leugnen, dass die ‚Kolibri’-Testreihe zum Scheitern verurteilt ist. Wie Mark schon bald schmerzlich entdeckt, ist Einiges mehr dafür verantwortlich als nur der Block der orientalischen Staaten, der nach dem gemeinsamen Kampf wieder in das übliche Verhaltensmuster gefallen ist. Ganz offensichtlich sitzt der Saboteur in den eigenen Reihen…

Menschen wagen immer eine Menge, wenn sie neue Fahrzeuge und Maschinen ausprobieren. Sie kennen das Risiko, aber sie können auch nicht einfach aufgeben und einen anderen Beruf ergreifen. Von ihren Ängsten und Sorgen, aber auch der Freude und der Leidenschaft, mit dem sie ihre Tests erfüllen, erzählt Nikolai von Michalewsky in seiner neusten Geschichte. Sein Mensch ist durch all die Erlebnisse nicht abgestumpft, denn man merkt Mark Brandis niemals Gleichgültigkeit gegenüber dem Tod von Kameraden an. Stattdessen versucht er immer wieder aktiv, Schlimmeres zu verhindern, so sehr ihm auch die Hände gebunden werden. Der Autor beweist mit diesem Band, dass er sich damit auch auf dem Parkett der Forschung sehr sicher und erfahren bewegt.

Das Hörspiel fängt diesen Zauber in gewohnt guter Qualität ein. Wie immer ist der Roman sehr durchdacht und geschickt umgesetzt worden, die Sprecher wurden gut gewählt, um den Figuren Charakter zu verleihen, auch ohne dass viel erklärt werden muss. Die Mischung aus Erzählung, Musik und Dialogen zusammen mit den glaubwürdig eingesetzten Soundeffekten erwecken Bilder vor dem inneren Auge des Zuhörers und lassen vor allem die Figuren lebendig werden. Dank der Sprecher spürt man förmlich die Angst und Verzweiflung, aber auch die Hoffnung und Freude in den wenigen Momenten des Glücks.

So bleibt nur festzustellen, dass die beiden Teile von „Testakte Kolibri“ wieder einmal zum Besten gehören, was es derzeit auf dem Hörspielmarkt gibt. Die Reihe „Mark Brandis“ sollte man sich nicht entgehen lassen, denn dank der hochwertigen und liebevollen Gestaltung werden auch der fünfte und der sechste Teil der Serie zu einem Hörgenuss, der Unterhaltung und Anspruch gekonnt zu vereinen weiß.

Christel Scheja (CS)

Titel bei Amazon.de:
Testakte Kolibri Teil 1
Testakte Kolibri Teil 2

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Mark Brandis - Testakte Kolibri 2

Erstellt von Redaktion am 4. Dezember 2009

Bei Buch24.deTestakte Kolibri 2
Mark Brandis Episode

(sfbentry)

Idee und Drehbuch: Balthasar von Weymarn nach Nikolai von Michalewsky
Produktion: Folgenreich 2009
Bearbeitung und Regie: Jochim-C. Redeker & Balthasar von Weymarn
Musik: Jochim-C. Redeker
Länge: 51 Min.

Sprecher: William Stafford (Peter Bieringer), Cmdr. Mark Brandis (Michael Lott), Ruth O’Hara (Dorothea Anna Hagena), Prolog (Wolf Frass), Henri Vidal (Marion von Stengel), Manuel Vargas (Frank Thomé), Adjutant (Stefan Peters), John Harris (Gerhart Hinze), Sven Osberg (Christian Lessiak), Louise Barley (Siegrun Sträter), Anthony Richardson (Olaf Reichmann), Dr. Jefferson Greene (Detlef Bierstedt), Boleslaw Burowski (Ozan Ünal), Grigori “Grischa” Romen (David Nathan), Rosanna Jordan (Katinka Jaekel), Cpt. Robert Monnier (Holger Umbreit), Iris (Ulrike Kapfer), Arzt (Jochim-C. Redeker)

Mark Brandis und Freund Grischa sind aus den Tiefen des Meeres aufgetaucht. Offizielle Stellen kümmern sich nun um die von den beiden Testpiloten entdeckte Unterwasserstation, was Brandis nur recht ist. Er hat ganz andere Probleme, denn plötzlich fällt ein Kolibri nach dem Anderen aus – und fordert stets ein Todesopfer. Streitigkeiten und Spannungen zwischen den Piloten und innerhalb der VEGA sind an der Tagesordnung. Und da erwischt es während einem Testflug mit dem Kolibri auch Mark Brandis – er kann wählen zwischen einem Tod auf dem Meeresgrund oder im leeren Raum. Mark sieht nur eine Möglichkeit, um sein Leben zu retten …

Die Fortsetzung von „Testakte Kolibri“ hört sich ebenso gut an, wie die erste Episode des Zweiteilers. Zusammengenommen bieten sich dem Hörer 108 Minuten pure Science-Fiction-Unterhaltung, basierend auf der Kultserie „Mark Brandis“ (von Nikolai von Michalewsky (1931-2000)), die als Neuauflage beim Wurdack Verlag erscheint. Auch „Testakte Kolibri“ liegt als Roman vor und wurde von Balthasar von Weymarn und Jochim-C. Redeker hervorragend als Hörspiel umgesetzt.

Ein Eckpfeiler der Handlung ist dabei die Bodenständigkeit. Es gibt keine großartigen Weltverschwörungstheorien oder zivilisationsverschlingende Katastrophen. Die Probleme sind mehr menschlicher und gewöhnlicher Natur. So wird auch „Testakte Kolibri“ ziemlich banal aufgelöst, ohne Pauken und Trompeten. Aber gerade dieser Umstand lässt die Geschichte authentisch wirken – und somit nahe am Zuhörer.

Ebenfalls erfrischend ist auch, dass die Darsteller eher unbekannt und deswegen unverbraucht sind. Besonders Michael Lott als Mark Brandis weiß mit seiner Stimmvielfalt zu überzeugen. Es gibt nur wenige hölzerne Ausreißer unter seinen Kollegen und mit David Nathan hat er einen sehr erfahrenen Sprecher an seiner Seite, der Schauspieler wie Johnny Depp synchronisierte und an Hörspielserien wie „Jack Slaughter“ mitarbeitet. Diese Mischung sorgt für großen Hörspaß.

Auch das Sounddesign ist sehr überzeugend. Die Musik tritt nur dezent hervor, es wird viel mit Klängen und Geräuschen gearbeitet. Jochim-C. Redeker hat eine lebendige Klangkulisse kreiert, in die sich der Hörer schnell einfindet und regelrecht abtauchen kann. Vor allem die maritimen Geräusche sind stimmig. Sie sorgen für eine besonders dichte Atmosphäre.

Die Atmosphäre ist auch genau der Grund, warum die Geschichte funktioniert. Es gibt keine große Action, aber trotzdem ist die Geschichte packend. Vor allem, da der Hörer nun hautnah den Tod mehrerer Piloten miterlebt. Vor allem der letzte Tod, kurz vor Ende der Episode, geht einem besonders nahe, ist überaus dramatisch. Das liegt in der absoluten Sinnlosigkeit begründet, die hier mehr als deutlich wird. Deutlicher als bei allen anderen Todesflügen. Packend!

Wie der erste Teil, so ist auch die zweite CD gestaltet. Einzig die Angabe der Episode ist ein Unterscheidungsmerkmal. Das sieht sehr schick aus. Leider ist die Scheibe selber etwas eintönig: Silbernes Plastik und schwarze Schrift. Auch das Booklet ist wieder recht dünn, bietet diesmal aber andere Informationen. So erfährt der Zuhörer etwas über Espiritu Santo, Marenostro, Grigori Romen und Rosanna Jordan. Eine nette Ergänzung zum Booklet aus „Testakte Kolibri 1“.

„Testakte Kolibri 2“ ist der gelungene Abschluss des Zweiteilers. Spannend, unterhaltsam und dramatisch, dabei wohltuend Bodenständig und gut gemacht. Stark!

Copyright © 2009 by Günther Lietz

“Mark Brandis - Testakte Kolibri 2″ bei Buch24.de

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Mark Brandis - Testakte Kolibri 1

Erstellt von Redaktion am 4. Dezember 2009

Bei Buch24.deTestakte Kolibri 1
Mark Brandis Episode 5
(sfbentry)

Idee und Drehbuch: Balthasar von Weymarn nach Nikolai von Michalewsky
Produktion: Folgenreich 2009
Bearbeitung und Regie: Jochim-C. Redeker & Balthasar von Weymarn
Musik: Jochim-C. Redeker
Länge: 57 Min.

Sprecher: William Stafford (Peter Bieringer), Cmdr. Mark Brandis (Michael Lott), Ruth O’Hara (Dorothea Anna Hagena), Prolog (Wolf Frass), Henri Vidal (Marion von Stengel), Manuel Vargas (Frank Thomé), Adjutant (Stefan Peters), John Harris (Gerhart Hinze), Sven Osberg (Christian Lessiak), Louise Barley (Siegrun Sträter), Anthony Richardson (Olaf Reichmann), Dr. Jefferson Greene (Detlef Bierstedt), Boleslaw Burowski (Ozan Ünal), Grigori “Grischa” Romen (David Nathan), Rosanna Jordan (Katinka Jaekel), Cpt. Robert Monnier (Holger Umbreit), Iris (Ulrike Kapfer), Arzt (Jochim-C. Redeker)

Ungefähr einhundert Jahre in der Zukunft: Der Krieg gegen die „Reinigende Flamme“ ist vorbei und Mark Brandis arbeitet als Testpilot bei der VEGA. Die Firma entwickelt derzeit an einem Hybridraumschiff, dem Kolibri. Das Vehikel ist luft-, wasser- und raumtauglich, gut zu steuern und eine wahre Innovation. Leider passieren auch tödliche Unfälle.

Mark Brandis wird nun als Projektleiter eingeteilt und muss die Ursache der Unfälle herausfinden. Immerhin soll der Kolibri schon bald der Welt vorgestellt und in Dienst genommen werden. Doch alle Kontrollflüge unter Brandis’ Beobachtung verlaufen ohne Probleme. Auch seine eigenen Testflüge weisen keine Unstimmigkeiten auf. Beim letzten Testflug allerdings, den Mark Brandis mit Flügelmann Grigori Romen unternimmt, kommt es beim Tauchgang zu einem Zwischenfall …

Die Vorlage zur Hörspielreihe „Mark Brandis“ stammt aus der Feder von Nikolai von Michalewsky (1931-2000), der unter dem Pseudonym Mark Brandis auch eine gleichnamige Science-Fiction-Jugendserie schrieb. Die Serie umfasste schlussendlich einunddreißig Bände und war sehr erfolgreich, gehört mit zum Besten, was die deutsche SF zu bieten hat. Die Mark-Brandis-Romane werden nun als Hörspiel umgesetzt. Dabei ist „Testakte Kolibri 1“ bereits die fünfte Episode. Die vier vorangegangenen Hörspiele erschienen bei einem anderen Label, nun hat Folgenreich die Umsetzung übernommen.

Von Michalewskys Geschichten zeichnen aus, dass der Autor die Probleme der Gegenwart in seinen Zukunftserzählungen thematisiert. Das geschieht auch hier, denn die Testpiloten leiden unter den Nachwirkungen des Bürgerkriegs gegen die „Reinigende Flamme“. Vertreibung, Folter und Tod haben ihre Spuren hinterlassen. So behalten die Piloten in brenzligen Situationen keinen ruhigen Kopf, sondern scheinen falsch zu reagieren. So jedenfalls der erste Eindruck. Balthasar von Weymarn hält sich in seinem Drehbuch sehr genau an die Romanvorlage und bereitet das Kernthema gelungen auf. Da er den Fokus auch stets darauf richtet und sich in der Handlung keine Ausreißer erlaubt, wirkt die ganze Geschichte schlüssig und zusammenhängend.

Dazu gehört auch die nachvollziehbare Charakterentwicklung der Figuren. Da sie alle ihre eigenen Motive und Gefühle besitzen, wirken sie authentisch und ihre Verhaltensweisen bleiben für den Hörer nachvollziehbar. Das sorgt für ein lebendiges und dynamisches Hörspiel und eine emotionale Verbindung zu den Hauptfiguren. Sehr gelungen ist dabei, dass Mark Brandis ein Held ist, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht. Er ist in „Testakte Kolibri“ kein Weltretter, sondern kämpft mit ganz menschlichen Problemen. Das wird von Regisseur Jochim-C. Redeker sehr gut umgesetzt. Trotz der bodenständigen Thematik ist das Hörspiel einfach spannend. Die Größe des Konflikts entsteht aus den persönlichen Bindungen zu den Figuren heraus.

Die Schauspieler nehmen Thema und Inszenierung dankbar auf. Es gibt zwar den ein oder anderen etwas hölzernen Dialog, doch gehen diese durch die allgemein gute Leistung unter und sind schnell vergessen. Vor allem Michael Lott als Mark Brandis ist packend. Seine Stimme passt sehr gut zum Titelhelden, kommt seriös und trotzdem pointiert verspielt herüber. Lott besitzt eine gute Stimmbreite und setzt diese auch ein. Egal ob im Monolog, der Darbietung von ehrlicher Begeisterung oder im Kontext des ernsten Dramas – Michael Lott weiß jede Situation zu nehmen.

Das Hörspiel hat eine Laufzeit von zirka siebenundfünfzig Minuten, die unterhaltsam vergehen und die Hörer mit einem gelungenen Cliffhanger zurücklassen. Gerade als das Tempo ordentlich anzieht ist die Folge zu Ende. Das liegt am Konzept der Veröffentlichung, denn „Testakte Kolibri“ kommt geteilt daher. Da beide Episoden gleichzeitig veröffentlicht wurden, gibt es glücklicherweise keine Wartezeit. Das Ende von „Testakte Kolibri 1“ deutet schon darauf hin, dass es spannend weitergeht.

Die Äußere Aufmachung der CD ist sehr gelungen und das passende Artwork von Alexander Preuss sieht schick aus. Das dünne Booklet erklärt einige Fachbegriffe und gibt Informationen über die VEGA wieder. Hier sind auch die entsprechenden Hinweise zu finden, dass die CD zu einer Doppelfolge gehört, die mit „Testakte Kolibri 2“ fortgesetzt wird. Eine Information Außen wäre besser gewesen. So schick das Äußere, so mau das Innere. Leider kommt die Scheibe in schlichtem Silber daher, mit einem einfachem schwarzen Aufdruck. Schade, immerhin laden schick gestaltete CDs zum Ausstellen in der Vitrine und Vorzeigen unter Freunden ein.

Das Hörspiel besteht aus insgesamt zehn Tracks und läuft in gängigen Abspielgeräten und mit der üblichen Software. Das Umkopieren zu MP3s ist kein Problem. Eine Wohltat für alle Besitzer eines entsprechenden Players. So kann die CD sicher verwahrt im heimischen Regal liegen, während unterwegs Mark Brandis’ Abenteuer unterhalten.

„Mark Brandis - Testakte Kolibri 1“ ist der gelungene Auftakt dieses Zweiteilers. An der Gestaltung der CD kann noch etwas gefeilt werden, das Hörspiel selbst überzeugt durch seine gute Qualität und der gelungenen Geschichte. Schick!

Copyright © 2009 by Günther Lietz

“Mark Brandis - Testakte Kolibri 1″ bei Buch24.de

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Im Land der Vampire

Erstellt von Redaktion am 16. Oktober 2009

Bei Amazon.deIm Land der Vampire
Jack Slaughter 06

Gesamtspielzeit: ca. 63 Minuten
Idee, Konzeption & Story: Lars Peter Lueg
Dialogbücher: Devon Richter & Nikola Frey
Musik, Arrangements, Instrumente: Andy Matern
Weitere Gitarren: Stefan Ellerhorst
Regie, Produktion & Dramaturgie: Lars Peter Lueg
Aufnahmeleitung: Anno Storbeck
Artwork: Alexander Lux, torius
www.folgenreich.de

Sprecher
Erzähler: Till Hagen, Professor Doom: K. Dieter Klebsch, Flopper: Delphin Mitzi, Oktavian Brasov: Marcel Collé, Grandma Abigail: Gisela Fritsch, Jack Slaughter: Simon Jäger, Sunset River: Schaukje Könning, Frank Stoner: Jan Spitzer, Tony Bishop: David Nathan, Basil Creeper: Rainer Fritzsche, Dr. Kim Novak: Arianne Borbach, Bob: Andy Matern, Reverend Black: Hasso Zorn, Victoria Osborne: Marianne Groß, Murphy: Stefan Staudinger, Chuck Novak: Tobias Kluckert, Mr. Ming: Fang Yu, Rick Silver: Dennis Schmidt-Foss

(sfbentry)

Professor Dooms Kaffemaschine ist kaputt und so bestellt der jammernde Dämon bei einem Lieferservice etliche Liter. Leider wird die Bestellung falsch ausgeführt und Professor Doom verwandelt den unglücklichen Boten in einen rumänischen Kaffevampir – bevor er in den Urlaub fliegt. Der Vampir beginnt sofort damit, sich koffeeingeladene Opfer zu suchen und diese auszusaugen. Auch Jack Slaughters Kampfgefährtin Kim Novak wird Opfer des Vampirs. Zeit für die Tochter des Lichts, um sich dem Vampir zu stellen. Und das, obwohl Jacks magische Barbiepuppe keine Wirkung bei dem Vampir erzielt …

Erneut holte Regisseur und Produzent Lars Peter Lueg zum satirischen und ironische Rundumschlag durchs Gerne aus. Diesmal sind es die Vampire, die ihr Fett wegbekommen. Und zwar nach allen Regeln der Kunst. Dabei ist ein rumänischer Kaffevampir natürlich eine besonders harte Nuss. Aber, in Anlehnung an viele einschlägige Horrorfilme, gibt es natürlich einen Pfarrer, der genau über diese Art von Vampiren informiert ist und Jack die nötigen Tipps gibt. Das ist ziemlich lustig, vor allem die Kommentare von Jack Slaughter (Simon Jäger) und seinem Freund Tony Bishop (David Nathan).

Zugegeben, einige Scherze sind schon ziemlich abgedroschen, wirken aber im Kontext trotzdem lustig. Feingeistigen Humor sucht man jedoch vergebens. Das ist auch keinesfalls Ziel des Hörspiels, in dem sich die Figuren ihrer Rolle durchaus bewusst sind und auch, dass sie in einem Hörspiel agieren. Jedenfalls gibt es auch in diese Richtung manchmal einen ironischen Seitenhieb. Auch die Betonung ist hervorragend gelungen, um anzuzeigen: Hier kommt jetzt ein wichtiger Satz, deswegen betonen wir ihn extra wichtig. Das wirkt keinesfalls aufgesetzt, sondern ist einfach spaßige Absicht. Wer eine Handlung mit ernsthaftem Hintergrund sucht, der sollte sich woanders umschauen. Die Reihe „Jack Slaughter“ will nur sinnfrei unterhalten und das gelingt hervorragend.

Dafür sorgen unter anderem auch Scherze, die aus bereits erschienen Episoden bekannt sind. So hat Bob (Andy Matern) erneut einen unverständlichen Auftritt, gibt es neue Schönheitstipps von Großmutter Abigail (Gisela Fritsch) und ist auch Kims Bruder Chuck (Tobias Kluckert) wieder mit dabei, der erneut mit einigen Karateschlägen irrwitzige Dinge macht – das ist einfach zum Kugeln! Besonderes Lob an Doom-Sprecher K. Dieter Klebsch, dem bösen Star dieser Reihe. Diesmal jammert er dermaßen rührend, dass sogar Steine zu weinen beginnen – falls sie es denn könnten. Ganz großes Kopfkino!

Auch beim Sounddesign glänzt „Im Land der Vampire“ wie seine Vorgänger.  Sprechrollen, Geräusche und Musik sind gut aufeinander abgestimmt. Überhaupt ist der Slaughter-Sound stets passend. Sehr erfreulich ist auch, dass gängige Mediaplayer kein Problem haben die Files in MP3 umzuwandeln. So kann man diese bequem in seinem tragbaren Player genießen oder von Festplatte hören. Wer nun glaubt er käme dadurch einfach an eine Raubkopie und sei gut bedient, der täuscht sich. Denn wie immer ist die grafische Aufmachung und Verarbeitung der CD erstklassig. Dadurch wird die CD in heimischen Regal zu einem Schmuckstück, das man gerne vorzeigt. Das Artwork von Alexander Lux und torius ist einfach erstklassig – auf dem Booklet und auf der CD. „Jack Slaughter“ ist mehr als nur ein Hörspiel, „Jack Slaughter“ ist ein buntes und lustiges Gesamtpaket.

Copyright © 2009 by Günther Lietz

“Am Ende der Welt” bei Amazon.de
“Am Ende der Welt”-MP3 bei Amazon.de

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Am Ende der Welt

Erstellt von Redaktion am 16. Oktober 2009

Bei Amazon.deAm Ende der Welt
Jack  Slaughter 05

Gesamtspielzeit: ca. 62 Minuten
Idee, Konzeption & Story: Lars Peter Lueg
Dialogbücher: Devon Richter & Nikola Frey
Musik, Arrangements, Instrumente: Andy Matern
Weitere Gitarren: Stefan Ellerhorst
Regie, Produktion & Dramaturgie: Lars Peter Lueg
Aufnahmeleitung: Anno Storbeck
Artwork: Alexander Lux, torius

Sprecher
Erzähler: Till Hagen, Dr. Kim Novak: Arianne Borbach, Jack Slaughter: Simon Jäger, Rick Silver: Dennis Schmidt-Foss, Frogi Oaktree: Santiago Ziesmer, Professor Doom: K. Dieter Klebsch, Tony Bishop: David Nathan, Basil Creeper: Rainer Fritzsche, Flopper: Delphin Mitzi, Frank Stoner: Jan Spitzer, Chuck Novak: Tobias Kluckert, Tracy Santiago: Christin Marquitan, Grandma Abigail: Gisela Fritsch, Sunset River: Schaukje Könning, Oktavian Brasov: Marcel Collé, Bob: Andy Matern, Reverend Black: Hasso Zorn, Mr. Ming: Fang Yu

(sfbentry)

Jack Slaughter ist die Tochter des Lichts und kämpft in Jacksonville gegen das Böse. Und das Böse ist ausgerechnet Professor Doom, der sich als Neudämon zu bewähren versucht. Da geht schon mal die ein oder andere Sache gehörig schief, doch Professor Doom hat immerhin Jacks besten Freund, Tony Bishop, in seine Klauen bekommen. Sehr zum Leidwesen von Basil Creeper, dem Leibschleimer des Professors, der nun fürchtet die Gunst des Bösewichts zu verlieren. Davon ahnt Jack jedoch nichts. Auch nicht von dem Fluch, den Doom über ihn legt. Jack ist plötzlich überall beliebt – so beliebt, dass man ihn töten möchte, um ihn keinesfalls teilen zu müssen …

Jack is back – und zwar so lustig wie eh und je. In „Am Ende der Welt“ läuft er mal wieder zur Höchstleistung auf. Die Handlung bleibt dabei im Hintergrund, aber darauf muss man auch keinen Wert legen. Das Hörspiel ist ein Laufsteg für witzige Sprüche, coole Gags und einen Haufen Selbstironie. Denn die Serie nimmt sich und ihre Darsteller schon mal  auf die Schippe. Dazu gibt es etliche Seitenhiebe auf unzählige Roman- und TV-Serien. Allen voran natürlich „Buffy die Vampirjägerin“ und „Geisterjäger John Sinclair“.

Bei den Sprecher agieren erneut die bekannten Schauspieler. Allen voran Till Hagen als Erzähler, der die Geschichte zusammenhält und herrlich süffisant vorantreibt. Simon Jäger als Jack Slaughter ist natürlich  mit von der Partie und zieht kräftig vom Leder. Gleiches gilt für Arianne Borbach, die eine sexy Kim Novak zum Besten gibt. Da wird einem beim Hören ganz heiß. Auch David Nathan als Tony Bishop ist einfach grandios, vor allem in seinen Dialogen mit Professor Doom, der von K. Dieter Klebsch gespielt wird. Einfach herrlich. Klebsch läuft mal wieder zur Höchstform auf, macht sich, gekonnt und spielfreudig, als Doom selbst ziemlich lächerlich und damit gleichzeitig auch verdammt sympathisch.

Als neue Rolle und kleiner Running Gag ist Chuck Novak dabei, eine Anspielung auf Chuck Norris, der natürlich ein fitter Kampfsportler ist. Tobias Kluckert leiht Kims Bruder Chuck seine Stimme. Kluckert ist ein bekannter Synchronsprecher, der unter anderem Joaquin Phoenix in der Verfilmung der Johnny Cash Biografie „Walk the Line“ seine Stimme lieh. In „Am Ende der Welt“ feiert er einen gelungenen Einstand. Wobei übrigens zu keinem Zeitpunkt ersichtlich ist, warum das Hörspiel genau diesen Titel trägt. Aber selbst das könnte ein Scherz sein.

Die Handlung ist vernachlässigbar, trotzdem hat es das Dialogbuch von Devon Richter und Nikola Frey in sich. Immerhin müssen einem die ganzen Wortwitze und Anspielungen erst mal einfallen. Regie und Produktion von Lars Peter Lueg sind ebenfalls ausgezeichnet. Die Musik ist sehr stimmig und die Geräuscheffekte wurden passend gesetzt. Das ergibt ein schönes Gesamtbild. Dazu zählt auch das Artwork des Covers, das – wie der Titel – scheinbar in keiner Verbindung mit der Handlung steht. Egal, es sieht einfach schick aus.

„Jack Slaughter 05 – Am Ende der Welt“ ist eine gelungene Fortsetzung der Serie und mal wieder sehr lustig geraten. Einfach die Gedanken abschalten, zuhören und entspannen.

Copyright © 2009 by Günther Lietz

“Am Ende der Welt” bei Amazon.de
“Am Ende der Welt”-MP3 bei Amazon.de

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Don Harris Psycho-Cop 02 - Der Club der Höllensöhne

Erstellt von Redaktion am 31. Juli 2009

Oliver Döring, Jason Dark
Der Club der Höllensöhne

Don Harris: Psycho-Cop Folge 2
Folgenreich (www.folgenreich.de) / Universal
Buch und Regie: Oliver Döring
Autor: Jason Dark
Gesamtspielzeit: ca. 54 Minuten
Erzähler: Douglas Welbat, Don Harris: Dietmar Wunder, Elektra: Claudia Urbschat-Mingues, Terry Sheridan: Gerrit Schmidt-Foß, Mac “Silver” Sterling: Frank Glaubrecht, Gilles: Rainer Fritzsche, Donald: David Nathan, Mike: Björn Schalla, Killer: Tilo Schmitz, In weiteren Rollen: Lutz Mackensy, Martin May, Udo Schenk, Pe Simon

(sfbentry)

Nachdem Don Harris in „Das dritte Auge“ den Auftragskiller zur Strecke brachte, kehrt er in sein Geburtshaus zurück. In seinem Leben sind viele einschneidende Dinge geschehen. Unter anderem hat Don die verführerische Elektra kennengelernt und weiß, dass der Club der Höllensöhne hinter ihm her ist. Und der Feind ist im näher, als Don glaubt …

Zugegeben, in „Der Club der Höllensöhne“ steckt recht wenig Handlung. Das liegt aber daran, dass Don Harris (gesprochen von Dietmar Wunder) nun erst einmal seine Fähigkeiten entwickelt. An seiner Seite die schöne und mysteriöse Elektra (gesprochen von Claudia Urbschat-Mingues), mit der er auch gleich eine heftige Nummer schiebt. Und die hat es mehr als in sich.

Zum Einen bekommt die Zuhörerschaft Sex präsentiert (teilweise glaubt man sich in einem Erotikfilm), zum Anderen wirkt die Situation an sich auch sehr humorvoll, da die beiden Liebenden jeden Augenblick ertappt werden können. Da kommt es allerdings zu einer Überraschung und die Situation wird ganz anders aufgelöst, als bis dahin vermutet. Und von da an zieht das Tempo richtig an. Immerhin ist Don ziemlich ahnungslos, während der Hörer weiß wo der Hase langläuft. Leider kommt die Auflösung für unseren Helden zu früh. Nur zu gerne hätte man ihn noch ein wenig länger im eigenen Saft schmoren hören.

Die Sprechrollen sind mal wieder vom Feinsten besetzt. Neben den Hauptrollen mit ihren Stammsprechern, wissen auch die Nebenrollen zu überzeugen. Hier gibt sich alles was Rang und Namen hat die Klinke in die Hand. Das ist  Ohrenkino auf höchstem Niveau. Vor allem Douglas Welbat als Erzähler und Dietmar Wunder, sowie Claudia Urbschat-Mingues, wissen auf ganzer Linie zu überzeugen.

Die Regie von Oliver Döring ist ebenfalls überzeugend. Seine Auswahl an Effekten und Musikstücken ist immer passend. Es gelingt ihm auch hervorragend die Actionszenen hörbar umzusetzen und für Spannung zu sorgen. Der Gruselfaktor ist allerdings etwas gering. Man glaubt sich viel mehr in einem spannenden Thriller – trotz der ein oder anderen übernatürlichen Einspielung.

Die ganze Geschichte um Don Harris basiert auf den Geschichten aus der Feder von Jason Dark, der mit der Heftromanreihe „Geisterjäger John Sinclair“ in Deutschland sehr bekannt wurde. Leider gelingt es ihm nur bedingt sich von dieser Vorlage zu lösen. Es gibt einfach zu viele Aspekte, die auch in „Don Haris: Psycho-Cop“ auftauchen. Schade, dass Jason Dark dermaßen festgefahren ist. Es sind zwar nur Kleinigkeiten, aber einem Sinclair-Kenner fallen diese einfach auf. Wer mit „John Sinclair“ allerdings nichts anfangen kann, auf den wartet hier unentdecktes und gelungenes Neuland.

„Mit der Club der Höllensöhne“ steigert sich die Reihe nach einem etwas schwachen Start eindeutig. Vor allem die überraschende  Liebesszene hat es in sich und auch der leichte Humor, der in der Serie mitspielt. Eine feine Sache.

Copyright © 2009 by Günther Lietz

Bei Amazon.de
02: Der Club der Höllensöhne

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Don Harris Psycho-Cop 01 - Das dritte Auge

Erstellt von Redaktion am 31. Juli 2009

Oliver Döring, Jason Dark
Das dritte Auge

Don Harris: Psycho-Cop Folge 1
Folgenreich (www.folgenreich.de) / Universal
Buch und Regie: Oliver Döring
Autor: Jason Dark
Format: 1 CD (16 Tracks)
Gesamtspielzeit: ca. 50 Minuten
Erzähler: Douglas Welbat, Don Harris: Dietmar Wunder, Terry Sheridan: Gerrit Schmidt-Foß, Mac “Silver” Sterling: Frank Glaubrecht, Elektra: Claudia Urbschat-Mingues, James Fox: Rainer Doering, Elaine Harris: Susanna Bonaséwicz,  Krankenschwester: Judith Brandt, Dr. Ashton: Oliver Rohrbeck, Dr. Brody: Thomas Lang, Junger Don Harris: Davide Brizzi,
Junger Terry Sheridan: Max Unützer, Mr. Dermitt: Peter Groeger, Mr. Taylor: Martin Kessler, Lucy Taylor: Annabel Wolf, Sloane: Jörg Doering, Pfarrer: Martin May
In weiteren Rollen: Fred Bogner, Stephan Busch, Manja Doering, Rita Engelmann, Rainer Fritzsche, Bianca Krahl, Lutz Mackensy, Ralph Möske, Timmo Niesner, Franziska Pigulla, Eberhard Prüter, Marianne Rogée, Udo Schenk, Pe Simon, Boris Tessmann, Berenice Weichert sowie Roswitha und Helmut Rellergerd als wütende Autofahrer.

(sfbentry)

Don Harris ist Agent beim europäischen Geheimdienst ESI und verfügt eine besondere Gabe: Manchmal hat er eine Vision der Zukunft. Dadurch konnte er bereits in seiner Jugend ein Kind vor dem Ertrinken retten und setzt seine Möglichkeiten auch heute in seinem Beruf ein. Doch plötzlich ändert sich alles.

Eine Bekannte von Don wird erschossen und mit ihrem Blut seine Telefonnummer an die Wand geschrieben. Dons alter Schulfreund Freund Terry gehört zu den Ermittlern und die beiden Freunde machen sich natürlich daran, in der Sache zu ermitteln. Und genau da trifft Halbwaise Don der nächste Schlag, denn sein Vater ist plötzlich verstorben und scheinbar rankt sich ein altes Geheimnis um die Familie Harris. Auf der Jagd nach dem Mörder und getrieben von neuen Visionen steuert Don Harris einem neuen, aufregenden Abschnitt seines Lebens entgegen …

„Don Harris“ stammt aus der Feder von Jason Dark, der beim Verlag Bastei Lübbe durch seine Serie „Geisterjäger John Sinclair“ bekannt wurde und sich als Gruselautor einen guten Namen machte. Nach all den Jahrzehnten wechselt Dark keinesfalls das Genre, aber versucht sich an einem neuen Serienhelden. Dabei keinen Aufguss eines altbekannten Charakters zu präsentieren fällt Jason Dark eindeutig schwer. So gibt es etliche Parallelen zu Sinclair.

Unter anderem gehören beide einer staatlichen Organisation an, haben gute Freunde, übernatürliche Fähigkeiten und auch den gleichen Illustrationsstil für Cover. Was für John Sinclair sein Kreuz ist, dass macht Don Harris mit seinem dritten Auge wett. Auch die Namen sind kurz und einprägsam, einige Verhaltensweisen ähneln sich ebenso ein wenig. Allerdings schafft Dark trotzdem genug Freiraum, um für eine ordentliche Portion Eigenständigkeit zu sorgen. So ist Don Harris eindeutig erwachsener als John Sinclair – doch beide Männer sind auch Engländer. Dark bleibt also erst einmal bei einer bewährten Basis.

Die Geschichte beginnt bei Dons Geburt und dem Tod seiner Mutter, dann gibt es einen Ausschnitt aus seiner Jugend und schlussendlich landen wir in seinem Büro und Dons Tick, zu wissen wann ein Anruf kommt. Anfangs noch witzig, nervt dieser Tick irgendwann. Vielleicht hätte Dark einfach mal das Land und den Beruf seines Helden wechseln sollen, dann wäre die Abhebung von Sinclair deutlicher gewesen. So sind es – erst einmal – nur Feinheiten die anders sind.

Trotz allen Parallelen in der Figur, hebt sich die Geschichte etwas von Darks gewohntem Stil ab. Harris hinterfragt die Begebenheiten, hat es schwer seine Visionen zu akzeptieren und ist – trotz seines Berufes – ein wenig naiv. Oder sein Schöpfer hat nur wenig Ahnung davon wie ein Geheimdienst arbeitet oder wie man sich moderne Geheimdienstarbeit vorstellt. Don Harris steckt in den Startlöchern und kommt da nur schwer raus.

Die Umsetzung der Story als Hörspiel stammt aus den fähigen Händen von Oliver Döring, der bereits „John Sinclair“-Hörspiele mit Jason Dark produzierte. Döring ist ein Könner auf seinem Gebiet und handwerklich gibt es keine Meckereien. Der Mann versteht seine Arbeit und weiß, wie Musik, Effekte und Sprecher miteinander harmonieren. Hier sitzt alles perfekt. Vor allem die sterbende Nancy Goldman ist schaurig gut in Szene gesetzt. Dafür sorgt alleine Douglas Welbat als Erzähler, dessen eindringliche Stimme hervorragend zu visualisieren weiß.

Überhaupt sind die Sprecher erstklassig. Hier wurde alles aufgeboten, was Rang und Namen im Synchrongewerbe hat. So wird die Hauptrolle von Daniel Craigs deutscher Stimme Dietmar Wunder gesprochen, der einfach glänzte und sehr überzeugend agiert. Gerrit Schmidt-Foss gibt dagegen Freund Terry zum Besten und ist aus anderen erstklassigen Produktionen gut bekannt (Beispielsweise „Point Whitmark“).

Erwähnenswert für Sammler und Fans dürfte übrigens sein, dass die ersten Folgen von Random House Audio produziert wurden. Dann stellte man die Serie dort ein und die Produktion wanderte an Universal, um unter dem Label Folgenreich „neu“ auf den Markt zu kommen. Dabei wurden erst einmal die bei Randomhouse produzierten Folgen veröffentlicht – wobei hier wiederum Folge 1 und 2 nach den Folgen 3 und 4 bei Folgenreich erschienen. Leicht verwirrend, aber kein Problem, da nun alle Folgen bei Folgenreich zu bekommen sind.

Die Aufmachung der CD ist ordentlich, obwohl das Booklet keine besonderen Informationen enthält und die Illustration eher langweilig wirkt. Es wirkt beinahe etwas bieder. Die CD in einem Player abzuspielen macht keine Probleme und gängige Mediaplayer wandeln die Tracks anstandslos in MP3s um, so dass man seine CD ruhig im Regal lassen und den MP3-Player bestücken kann. Ein netter Zug, den man entsprechend honorieren sollte.

Unter dem Strich ist „Das dritte Auge“ ein schwacher Start für Don Harris, aber der Mann besitzt Potenzial und kann noch einiges aus sich machen. Von der Geschichte her also eher Durchschnitt, die Produktion selbst erstklassig – macht also einen guten Durchschnitt aus. Durchaus empfehlenswert.

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01: Das dritte Auge

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Die Diener der Pest

Erstellt von Redaktion am 31. Juli 2009

Volker Sassenberg, Bob Lexington
Die Diener der Pest

Point Whitmark Episode 26
Folgenreich / Universal Music
Nach einer Erzählung von Bob Lexington
Gesamtspielzeit: ca. 54 Minuten
Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Decision Products
Musik: Matthias Günthert, Volker Sassenberg, Markus Segschneider & Manuel Rösler · „Saltarello/Ductia/Trotto” Interpret und Komponist: Corvus Corax (Originalversion vom Album „Inter Deum Et Diabolum Semper Musica Est” Pica Records 1993) www.corvuscorax.de
Ton & Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Illustration: Ingo Masjoshusmann
Regie: Volker Sassenberg
Produktion: Volker Sassenberg
Aufgenommen und gemischt unter Finians Regenbogen
Verlegt durch ROBIL BOR Music
Sprecher: Erzähler: Jürg Löw. Jay Lawrence: Sven Plate, Tom Cole: Kim Hasper, Derek Ashby: Gerrit Schmidt-Foss, Mildred: Heike Weber, Walter: Engelbert von Nordhausen, Fergus Thornton: Klaus-Peter Beyer, Victoria Thornton: Sonja Spuhl, Castus Rabensang: Olaf Reichmann, Tritonus der Teufel: Marius Götze-Claren, Brandanio: Dierk Prawdzik, Sir Wilfred: Gerald Paradies, Sir Melroy: Wolfgang Wagner, Bischof Molari: Rüdiger Evers, Lady Valkya: Karin Buchholz, Duncan: Till Endemann
Gaststars: CORVUS CORAX
(sfbentry)

Die Freunde Jay, Tom und Derek betreiben in Point Whitmark einen gleichnamigen Radiosender. Außerdem haben die drei Teenager das Talent, in spannende Situationen zu schlittern. S auch diesmal, als Derek versucht mit seinem Schwarm Victoria anzubandeln. Ein altertümlicher Spielmann drückt ihr nämlich eine Karte in die Hand, auf der ihr verstorbener Onkel zu sehen ist. Dazu gibt es noch einen mysteriösen Hinweis und schon sind die drei Jungs und Victoria gemeinsam unterwegs nach Amberville.

In diesem kleinen Städtchen haben die Einwohner der Moderne abgeschworen und leben so, wie sie sich das Mittelalter vorstellen. Waffenknechte, Gaukler, mittelalterliche Musik und vieles mehr warten nur darauf entdeckt zu werden. Aber es gibt auch Meuchelmörder, einen geheimnisvollen Mann mit Pestmaske und schlussendlich stehen Jay, Tom und Derek sogar am Pranger von Amberville …

Erneut holt Produzent und Regisseur Volker Sassenberg das Maximum aus der Geschichte heraus. Er schickt die jugendlichen Helden in der Zeit zurück, ohne dabei in die Fantasy oder Science Fiction abzugleiten. Ein feiner Kniff, den Herr Sassenberg hier anwendet, um für ein entsprechend fantastisches Setting zu sorgen – und ganz ohne Zeitreise. Das macht gerade den Kick der Serie aus – das scheinbar Mysteriöse und trotzdem offensichtlich Bodenständige. Vor allem für jüngere Zuhörer richtiggehend genial, denn so können sie sich gut mit den Hauptfiguren identifizieren und mitfühlen. Aber auch ältere Semester werden die Geschichten aus „Point Whitmark“ mögen, da es in der Thematik auch immer ein wenig ernsthaft zugeht und keineswegs kindisch.

In „Die Diener der Pest“ löst sich also alles weltlich und logisch auf. Doch der Weg bis dahin ist äußerst spannend und mit – teilweise – skurrilen Ideen gepflastert. Alleine die Szene am Pranger ist herrlich oder das Mordwerkzeug des Attentäters – wunderbar! Das liegt daran, dass selbst die Nebendarsteller sehr gut besetzt sind und alle ihre Rollen perfekt verkörpern. Vor allem Bischof Molari (Rüdiger Evers) und Lady Valkya (Karin Buchholz) sind herausragende Nebenrollen. Zusätzlich ist die Band Corvus Corax als Gaststar dabei, die sich selbst und ihre Musik beisteuert. Ein gelungener Coup.

Volker Sassenbergs größte Stärke ist allerdings der hörbare Aufbau einer Szene und die damit verbundene Stimmung. Das ist auch hier wieder einmal der Fall. Gezielt - und mit der richtigen Auswahl an Musik und Geräuschen – verwöhnt er die Gehörgänge der Zuhörer und sorgt für eine filmreife Kulisse. Ehrlich gesagt ist der Sound diesmal dermaßen gut, dass er den Sprechern manchmal ein wenig den Rang abläuft. Aber nur manchmal.

Natürlich sind Sven Plate, Kim Hasper und Gerrit Schmidt-Foss in ihren Rollen als Jay, Tom und Derek unschlagbar und das Herz der Produktion. Mit hörbarer Spielfreude und stets den richtigen Nerv treffend, erleben sie dieses spannende Abenteuer. Besonders schön ist dabei Gerrit Schmidt-Foss’ Spiel, da er diesmal ein wenig schüchtern um die – für ihn – wunderschöne Victoria Thornton wirbt. Diese wird von Sonja Spuhl gesprochen, die damit nun einen weiteren Auftritt hat. Wird sie das Trio zukünftig ein wenig verstärken? Hoffentlich, denn ihre Rolle macht großen Spaß und Sonja Spuhl hat eine passende Stimme, der man gerne lauscht. Das gilt übrigens auch für Jürg Löw, der als Erzähler fungiert und mit seiner markanten Stimme durch die Geschichte leitet. Das macht einfach großen Spaß.

„Die Diener der Pest“ ist mal wieder erstklassige Ohrenunterhaltung. Spannend, humorvoll und gelungen abgemischt. Durch den Gastauftritt wird die Sache zu etwas Besonderem und auch die Aufmachung der Hülle und CD wissen zu überzeugen. Der typische Stil der „Point Whitmark“-Reihe eben, der im Regal einfach schick aussieht und das Sammlerherz zufriedenstellt. Auch Folge 26 ist mal wieder eine gute Empfehlung!

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26: Die Diener der Pest

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