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Eiswolf

Erstellt von Werner Karl am 8. März 2010

eiswolfLinda Budinger
Eiswolf
Das Schwarze Auge 111

Fantasy Productions, Erkrath, Originalausgabe: 08/2009
TB 11041, Fantasy
ISBN 9783890642482
Titelillustration von Alan Lathwell
Karte von Ralf Hlawatsch

www.fanpro.com
http://alanlathwell.deviantart.com/
http://alanlathwell.cgsociety.org/gallery/

„Eiswolf“ spielt in der Welt des Rollenspiels „Das schwarze Auge“. Die ersten „DSA“-Romane erschienen bereits ein Jahr nach dem Spiel, und zwar 1985. Angesiedelt sind die „DSA“-Romane auf dem Hauptkontinent der „DSA“-Welt, Aventurien. Mittlerweile umfasst die Reihe über 100 Bände, von denen die ersten 73 im Heyne Verlag, alle weiteren bei Fantasy Productions erschienen sind. Die „DSA“-Romanen bieten talentierten Autorinnen und Autoren Veröffentlichungsmöglichkeiten außerhalb der etablierten Fantasy-Reihen und -Verlage.

Der Medikus Tjulf Resken wird von der Hesinde-Priesterin Jettjala als Arzt für eine Expedition in die Klirrfrostwüste angeheuert. Neben ihm gehören ein Magier, ein Führer, Jäger und Söldner der Expedition an. Die Aufgabe der ‚Firunswoge’ und ihrer Besatzung ist es, Jettjala und ihre Begleiter in den Norden, an den Rand der Klirrfrostwüste, zu bringen. Jettjala hofft, dort nichts Geringeres zu finden als das Schwarze Auge selbst. Die Reise in den Norden verläuft zwar nicht ereignislos, jedoch ohne ernsthafte Bedrohungen. Erst nach der Ankunft der Expedition am Rand der Klirrfrostwüste wird die ‚Firunswoge’ zerstört. Ein Teil der Besatzung und fast alle Expeditionsteilnehmer können sich auf das Eis retten. Ungeachtet dieser Katastrophe beginnt Jettjala mit der Suche nach dem Schwarzen Auge. Gewaltsame und erklärliche Todesfälle lösen die Solidarität zwischen den Überlebenden der Expedition und der ehemaligen Besatzung der ‚Firunswoge’ auf und lassen tiefes Misstrauen zwischen ihnen entstehen, dem auch Tjulf Resken zum Opfer fällt: Er wird in die Klirrfrostwüste verbannt und entdeckt dort den wahren Charakter der Bedrohung, der er und die noch lebenden Expeditionsteilnehmer und Ex-Besatzungsmitglieder der ‚Firunswoge’ ausgesetzt sind.

Die Handlung von „Eiswolf“ ist auch ohne Kenntnis des „Das schwarze Auge“-Universums verständlich. Die Hintergrundinformationen, die die Autorin in den Roman eingeflochten hat, könnten ebenso gut der Detaillierung eines serien-unabhängigen Romans dienen. Die Klirrfrostwüste wirkt dagegen weniger authentisch. Die Expedition von Jettjala und ihren Begleitern hat ihr Vorbild in den historischen Vorstößen in die Polarregionen der Erde. Die Entbehrungen und Bedrohungen, denen ihre Teilnehmer durch die Natur ausgesetzt wurden, kommen in „Eiswolf“ für die Protagonisten kaum zum Ausdruck. Gewiss, sie leiden Hunger und sind entsprechend der Kälte gekleidet, doch bedrohlich wirkt das nicht. Aber es ist natürlich nicht das Hauptanliegen des Romans, die Lebensbedingungen in Polarregionen realistisch darzustellen.

Da es sich bei „Eiswolf“ um einen Serien gebundenen Roman handelt, werden auch des „DSA“-Universums unkundige Leser nicht ernsthaft erwarten, dass Jettjala das Schwarze Auge tatsächlich findet, was immerhin gewisse Probleme im „DSA“-Universum aufwerfen könnte. So überrascht es nicht, das Tjulf auf ein Wesen stößt, das bereits vor Jahrhunderten in der Klirrfrostwüste sein Unwesen trieb, und es gemeinsam mit den Überlebenden der Expedition und der ‚Firunswoge’ bekämpft.

„Eiswolf“ ist routiniert erzählt und fügt sich wegen der zahlreichen Hintergrundinformationen und Querverweise sicherlich gut in das „DSA“-Universum ein und ist für die Leser der bisherigen Romane ein weiterer Baustein ihrer bevorzugten Welt. Für Fantasy-Leser mit darüber hinausgehenden oder anderen Interessen bleibt der Roman jedoch zu sehr in bekannten Handlungsmustern verhaftet, um empfohlen werden zu können.

Copyright © 2010 by Armin Möhle (armö)
 
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Eiswolf - Das Schwarze Auge 111

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Royal Flush

Erstellt von Werner Karl am 22. Februar 2010

royal-flushCarolina Möbis
Royal Flush
Classic BattleTech 18

Great Game-Zyklus 3
Fantasy Productions, Erkrath, 4/2008
TB 31023, SF
ISBN 9783890646206
Titel- und Innenillustrationen von Karsten Schreurs

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www.carolinamoebis.de/
www.grobi-grafik.de/

Im dritten Band des „Great Game“-Zyklus’ stehen vor allem das Schicksal des MechKriegers Jack, der Pilotin Hataka Tomomi und Tai-sa Hatsui Masato im Vordergrund. Sie alle träumen von einem schnellen Sieg innerhalb der neu geformten Robinson-Allianz. Dabei werden sie in ein Spiel um Ruhm und Ehre gezogen. Jack gelingt es, Hataka Tomomi gefangen zu nehmen. Er wird zu ihrem persönlichen Aufpasser und versorgt ihre Wunden. Dabei beginnt er, gegen seinen Willen Gefühle für die zarte Frau zu entwickeln. Dass dies eine Täuschung ist, weiß er nur zu gut. Unter ihrer äußeren Zerbrechlichkeit verbirgt sich eine willensstarke Persönlichkeit, die in der Lage ist, es mit jedem MechKrieger aufzunehmen. Was ihr an körperlicher Stärke fehlt, gleicht sie mit ihrem außergewöhnlichen Mut aus.

Als ihr schließlich die Flucht gelingt und sie zu ihrer Einheit zurückkehren kann, erwartet sie eine böse Überraschung. Hataka Tomomi wird von ihrem Erzfeind Masato des Verrates, der Feigheit und unter dem Vorwurf, Schande über ihr Haus gebracht zu haben, gedrängt, Selbstmord zu begehen. Dabei nutzt er geschickt sein ganzes Können. Doch Tomomi erkennt die Falschheit hinter seinem angeblichen Verständnis für ihre Situation. Nun fängt sie selber an, die Fäden zu ziehen, um einen Ausweg aus ihrer misslichen Lage zu finden. Carolina Möbius gelingt das Kunststück, auch den Leser, der die vorherigen Bände verpasst hat, in ihren Bann zu ziehen. Liebevoll haucht sie ihren Figuren Leben ein. Wie sie um ihre Protagonisten eine spannende Story entwickelt, ist fast schon einzigartig zu nennen. Dabei ist vor allem die starke Frauengestalt der Hataka Tomomi ein absoluter Glücksgriff.

Wieder einmal zeigt sich, dass vor allem Frauen in dem jahrelang von Männern dominierten Science Fiction-Genre sehr gut bestehen können. Sie verlieren sich nicht in technischen Details und bringen einem die Personen nahe. Von den manchmal sehr steril wirkenden Figuren in einigen „BattleTech“-Storys, ist hier glücklicherweise nichts zu merken. Dieser Band stellt auf jeden Fall eine Bereicherung dar und inspiriert hoffentlich noch viele andere Autorinnen, sich in dieses Genre zu wagen. Für alle Fans von intelligenten SF-Storys ist dieser Band absolut empfehlenswert.

Copyright © 2010 Petra Weddehage (PW)
 
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Clanwächter

Erstellt von Werner Karl am 12. Januar 2010

clanwachterArous Brocken
Clanwächter
Classic BattleTech 12, Bear-Zyklus 2

Fantasy Productions, Erkrath, 2/2007
TB 31019, Science Fiction
ISBN 9783890644912
Titel- und Innenillustrationen von Sven Papenbrock

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George, der vom Katzenclan zum Bärenclan wechselte, wenngleich nicht ganz freiwillig, geht auch hier seinen Weg. Sein kometenhafter Aufstieg vom Leibeigenen zu einem Sterncommander beginnt. Als solcher wird er selber zum Ausbilder der neuen MechKrieger. Dabei wird diese Routine immer wieder von Gefechten gegen die Söldner der inneren Sphäre unterbrochen. Die selbstmörderischen Angriffe des Feindes verleiten ihn dazu, eigene Nachforschungen anzustellen. Dabei gerät er überraschend mit der Clanwache aneinander. Diese leiten jeden Zweifel am Clan weiter. Die Krieger sollen kämpfen und das Warum nicht in Frage stellen.

Aufgrund seiner Neugierde wird die Clanwache verstärkt auf ihn aufmerksam. Anstatt ihn zu melden, entschließen sich ihre Mitglieder, George für die Clanwächter arbeiten zu lassen. Das schmeckt George ganz und gar nicht. Wieder einmal lässt man ihm aber keine andere Wahl, und so wird er immer tiefer in die Geheimnisse um die Clankämpfe hineingezogen. Doch das Schicksal ist noch lange nicht fertig mit George dem MechKrieger, Sterncommander, heimlicher Clanwächter vom 371sten Sturmsternhaufen. Es hält noch viele Überraschungen für ihn bereit.

Die Geschichte um George geht weiter und spart auch hier nicht mit überraschenden Wendungen in seinem Leben. Etwas weniger technische Einzelheiten und mehr Seele in Georges Figur würde der Story eine flüssigere Erzählweise einhauchen. Wer noch nie mit dem „BattleTech“-Universum zu tun hatte, wird hier genau wie im ersten Teil Schwierigkeiten haben, der Handlung zu folgen. Die vielen technischen Details wirken ein wenig nervtötend, was der Geschichte an sich aber keinen Schaden zufügt.

Auch die Clansprache wird hier sehr hervorgehoben. Am Ende des Bandes findet der interessierte Leser eine Erklärung zu den unbekannten Wortkonstruktionen. Für den wahren Fan dieser Serie ist dieser Band auf jeden Fall etwas ganz Besonderes.

Petra Weddehage (PW)
 
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Clanwächter

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Katze unter Bären

Erstellt von Werner Karl am 25. Dezember 2009

katze-unter-barenArous Brocken
Katze unter Bären
Classic BattleTech 11, Bear-Zyklus 1

Fantasy Productions, Erkrath, 10/2006
TB 31018, Science Fiction
ISBN 9783890644905
Titel- und Innenillustrationen von Sven Papenbrock

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George ist ein Freigeborener MechKrieger-Anwärter, der zum Clan der Novakatzen gehört. Bei einem Positionstest trifft er nicht, wie geplant, auf Gegner aus seinem Clan sondern auf Banditen. Diese vernichten alle Anwärter. Nur wegen seines außergewöhnlichen Geschicks überlebt George als einziger MechKrieger diesen Hinterhalt. So wird er zu den Aufklärern geschickt. Dort trifft er auf einen übermächtigen Gegner aus dem BearClan. Weil er diesen gegen alle Wahrscheinlichkeiten vernichtet, wird er von seinen Rettern aus dem BearClan aufgefordert, ein Leibeigener zu werden. Diesem Vorschlag zuzustimmen, wird nicht als ehrlos gewertet, sondern kommt einem Ritterschlag gleich.

Wegen seines Muts und seiner überragenden Fähigkeiten gewinnt er schnell das Vertrauen der Geisterbären und wird schon nach kurzer Zeit zum elitären 371. Sturmsternenhaufen abkommandiert. Dieser bricht in die innere Sphäre auf, um Banditen zu jagen. Wird George auch aus diesem Gefecht siegreich hervorgehen - oder hat auch ein Held seine Grenzen? Das „BattleTech“-Universum erzählt die Geschichte von verschiedenen Kriegern der Clans. Bei diesen zählt ein Leben so gut wie nichts. Es kommt nur auf Ehre, Mut und absoluten Gehorsam an.

Wer gut genug ist, dem gebührt die Ehre, dass seine Gene in den Genpool aufgenommen werden, woraus irgendwann der perfekte Krieger geklont wird. Durch natürliche Geburt gezeugte Menschen sind in dieser Welt Menschen zweiter Klasse. Daher müssen sich diese Freigeborenen auch mehr beweisen als wahr geborene Krieger. Diese werden künstlich gezeugt und in Brutkästen ausgebrütet, bis sie diese verlassen können.

Wer Kriegsgeschehen mag, ist bei diesen Büchern gut aufgehoben. Es geht um die üblichen Kriegsrituale und um den Krieg selbst. Der Frieden ist für die Krieger die einzige große Bedrohung, denn wie soll man sich sonst beweisen und seinem Clan Ehre machen? Eine moderne Variante der Samurai-Geschichten wird hier weit hinaus in die Zukunft verlegt. Die Bücher des „BattleTech“-Universums ergänzen das gleichnamige Rollenspiel, so dass sich einige Anregungen und Ideen daraus entwickeln lassen. Diese Bücher sind für Frauen und Männer, die gute Kriegsgeschichten in Zukunftsform lieben, ein absolutes Highlight. Wer nicht ganz so Technik begeistert ist, wird hier trotzdem auf seine Kosten kommen.

Petra Weddehage (PW)

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Katze unter Bären

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Toras von Havena

Erstellt von Werner Karl am 5. Dezember 2009

toras-von-havenaChristian Labesius
Toras von Havena
Das schwarze Auge 108

Fantasy Productions, Erkrath, 6/2009
TB, Fantasy
ISBN 9783890641683
Titelillustration von Arndt Drechsler
Karte von Ralf Hlawatsch

www.fanpro.com
http://arndtdrechsler.com

Nicht immer müssen sich Romane und Geschichten aus der Welt des „Schwarzen Auges“ mit weltbewegenden Geschehnissen beschäftigen und Menschen losschicken, um die Prinzessin, das Reich oder sogar die Welt zu retten. Manchmal sind es gerade die kleinen Schicksale, die die Leser begeistern, weil sie diese an ihre eigenen Rollenspiel-Helden erinnern. Die Autoren können auch daran arbeiten, gängige Klischees zu widerlegen, und Gruppen oder Völker entgegen der ihnen entgegen gebrachen Vorurteile darzustellen. Ist ein Schwarzmagier, also ein Mitglied der ‚Gilde zur rechten Hand’ wirklich immer abgrundtief böse und hat nur im Sinn, den Menschen zu schaden? Oder aber zeichnet einen jungen Adepten eigentlich nur aus, dass er im Einsatz seiner Zauber und der Kontrolle anderer Menschen etwas skrupelloser vorgeht als der Durchschnittszauberer?

Toras, geboren und aufgewachsen als Dieb in Havena, ist ein solcher Fall. Nach seiner eigentlichen Ausbildung will er in AlAnfa eigentlich nur seine Kenntnisse in einem anderen Bereich erweitern und ansonsten nicht irgendwelchen Ruhm oder Macht ernten. Aber wie es der Zufall so will, trifft er natürlich auf einen Rivalen, der ihm seine Erfolge neidet und ihm eine Lektion erteilen will. Ehe er sich versieht, wird Toras gezwungen, ein Zauberduell gegen seinen Feind Zachaban auszuführen. Zwar gewinnt er, aber der andere macht sich nur kurz darauf davon, nicht ohne ihm noch seinen kostbarsten Besitz zu rauben. Toras ist wütend, kann seine Studien aber jetzt so kurz vor dem Ende nicht aufgeben. Doch er schwört, Zachaban wieder zu finden, ihn zu töten und sich die Juwelen zurück zu holen, die der andere ihm gestohlen hat…

Doch kann er Monate später die kalte Spur wieder aufnehmen? Ist es vielleicht sogar ein Fehler, nach Fasar zu gehen, da sein Feind dort schon längst eine Falle vorbereitet haben könnte?

Christian Labesius konzentriert sich ganz und gar auf seinen Helden, der zwar durchaus bereit ist, Menschen zu manipulieren und auch schon einmal Schadenszauber einzusetzen, aber ansonsten so etwas wie ein Herz und seine Menschlichkeit noch nicht verloren hat. Sein Rivale ist dafür das genaue Gegenteil. So gesehen erfährt man viel über das Selbstverständnis der Schwarzen Gilde, nachdem sonst immer die Mitglieder der anderen Gilden in den Romanen vorkamen. Es gelingt dem Autor recht gut, die Höhen und Tiefen des Magierlebens einzufangen, einschließlich des Ärgers, den man in manchen Regionen mit Fanatikern hat.

Das Buch ist kurzweilig geschrieben, wenn auch die Spannung eher auf einem niedrigen Niveau bleibt, da der Held über weite Strecken des Buches keinen richtigen Antrieb hat und seine zweite Konfrontation mit dem Rivalen viel zu früh kommt und nicht der eigentliche Höhepunkt des Buches ist. Aber man nimmt es Christian Labesius nicht ganz so übel, da auch die kleinen Ereignisse zu gefallen wissen und seine Figuren sehr glaubwürdig und lebendig sind. Vielleicht ist „Toras von Havena“ nichts für Action gewohnte Fans, die mehr von einem Roman erwarten als interessante Figuren und eine intensive Atmosphäre. Auf jeden Fall macht der Band neugierig auf weitere Abenteuer des jungen Magiers, der im tiefsten Inneren doch ganz anders ist als der Ruf, der seinem Stand vorauseilt.

Christel Scheja (CS)

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Toras von Havena

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Shadowrun: Die 6. Welt

Erstellt von Werner Karl am 5. November 2009

die-6-weltTobias Hamelmann & Christian Lonsing (Hrsg.)
Shadowrun: Die 6. Welt

Fantasy Productions, Erkrath, 10/2005
PB mit Schutzumschlag, Quellenband zum Rollenspiel „Shadowrun“
Science Fiction, Fantasy 21008
ISBN 9783890645407
Aus dem Amerikanischen Peer Biber
14 Farbseiten und mehrere SW-Illustrationen von verschiedenen Künstlern

www.fanpro.org

In der Welt von „Shadowrun“ sind die einzelnen Kontinente und Länder unter den Großkonzernen aufgeteilt worden. Ganze Generationen von Menschen arbeiten nur für eine Firma. Diese haben dadurch die absolute Kontrolle über ihre Arbeitnehmer. Der gläserne Mensch wurde erschaffen. Die Konzerne haben eigene Krankenhäuser, Ärzte, Geschäfte –kurzum: alles was zum Leben gehört. Nur gehört das Leben nicht mehr den Menschen sondern den Firmen. In dieser oft recht brutalen Welt passiert das Unglaubliche. Die Magie kehrt mit Wucht zurück. Fortan gibt es wieder Drachen; Menschen, deren Magielevel sehr hoch ist, verwandeln sich in Trolle, Orks, Zwerge oder Elfen. Magier gehören noch zu den Glücklicheren der zuletzt Genannten. Da diese Fantasy-Wesen ausgegrenzt werden, wird das Leben in dieser Welt nicht eben leichter.

„Shadowrun: Die 6. Welt“ enthält viele Kurzgeschichten. Darüber hinaus wird das Rollenspiel erklärt. Es finden sich Verzeichnisse der einzelnen Bücher, Interviews mit den Erfindern. Dazu gibt es die Geschichte, wie die Idee einst entstand. In diesem Buch finden sich viele interessante Fakten und Einzelheiten, die auch den Non-„Shadowrunner“ bestens informieren. Er wird sogar animiert, einen Blick ins „Shadowrun“-Universum zu werfen.

Die einzelnen Zeichner und Autoren zu nennen, würde den Rahmen dieser Beschreibung sprengen. Aber wie z. B. Ausweise oder auch die einzelnen Flaggen der neuen Staaten in dieser fiktiven Welt ausschauen, ist schon sehenswert. Wer Rollenspiele liebt wie „Sacred“, sollte sich dieses Rollenspiel und die Bücher dazu nicht entgehen lassen. (PW)

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Shadowrun: Die 6. Welt

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Das schwarze Auge 107 - Löwe und Mantikor

Erstellt von Werner Karl am 3. November 2009

lowe-und-mantikorJochen Hahn & Karsten Kaeb
Das schwarze Auge 107 - Löwe und Mantikor

Fantasy Productions, Erkrath, 5/2009
TB, Fantasy
ISBN 9783890642499
Titelillustration von Arndt Drechsler
Karte von Ralf Hlawatsch

www.fanpro.com
http://arndtdrechsler.com

Es sind die kleinen Abenteuer, in denen es nicht unbedingt immer um Welten erhaltende Questen und das dramatische Ringen von Gut und Böse geht, sondern eher um sehr menschliche Eigenschaften wie Gier und Verachtung, Vorurteile und Misstrauen, die Aventurien eigentlich erst so lebendig machen. Dementsprechend erscheinen in der Buchreihe um das Rollenspiel „Das Schwarze Auge“ auch immer wieder Geschichten, in denen einfache Helden zu Wort kommen und sich in kleinen Abenteuern bewähren müssen. Inja, eine junge Amazone aus Yeshinna, ist mit ihrer Lehrmeisterin Zahira unterwegs, um herauszufinden, warum die Salzlieferungen ausgeblieben sind. Da ein kalter Winter droht, ist es für die Frauen überlebenswichtig, ihre Fleischvorräte vernünftig einpökeln zu können. Das Mädchen ist zum ersten Mal seit langem wieder in der Welt unterwegs, aus er es die Amazonen einst retteten, nachdem ihre Familie von Wegelagerern umgebracht wurde.

Und so erlebt Inja ein Deja-Vu, als der Handelszug, dem sie sich angeschlossen haben, erneut überfallen wird und Zahira dabei ums Leben kommt. Inja selbst verdankt ihr Überleben nur einer rothaarigen Kriegerin, die weder Skrupel im Kampf noch Zurückhaltung in ihren Worten zeigt. Nachdem ihre Lehrmeisterin bestattet ist, fragt sich Inja, ob es besser ist, umzukehren oder den Auftrag alleine auszuführen. Ausgerechnet eine Unterhaltung mit der Söldnerin, die sie beschützt hat, gibt den entscheidenden Ausschlag, denn Erethia ist sich sicher, dass die Männer keine normalen Straßenräuber waren, sondern durchaus den Auftrag gehabt haben könnten, gezielt zu morden. Das bedeutet aber auch, dass jemand verhindern will, dass die Amazonen ihre Salzlieferung erhalten. Und so tun sich die beiden Frauen zusammen, um herauszufinden, wer dort ein falsches Spiel treibt und warum. Denn die Söldnerin mit dem schlechten Ruf, die eigentlich aus dem Adel stammt, hat das Wissen um die nur all zu irdischen Intrigen und Machenschaften, das Inja selbst fehlt. Erethia aber muss feststellen, dass die Ehrenhaftigkeit der Amazone auf sie abzufärben beginnt, auch wenn sie das eigentlich nicht will, und sie an Schwüre erinnert, die sie vor langer Zeit einst selbst gegenüber Rondra gesprochen hat.

Die Idee von „Löwe und Mantikor“ ist interessant, hebt sie sich doch angenehm von den sonstigen hochmagischen Questen und düsteren Geheimnissen Aventuriens ab und zeigt, dass auch Abenteuer im Kleinen durchaus spannend sein können. Den Autoren gelingt es, Landschaft und Leute atmosphärisch zu beschreiben und so in Szene zu setzen, dass man sich auch als Spieler oder Spielleiter inspirieren lassen kann, wenn es um die Darstellung von Bauerndörfern und Herbergen geht. Natürlich bedienen sie dabei auch eine Menge Klischees, angefangen mit den arroganten Adligen, die sich gegenüber dem einfachen Volk alles erlauben können, bis hin zu den gierigen Herbergsvätern oder bestechlichen Würdenträgern einer mächtigen Kirche. Trotzdem ist gerade die differenzierte Darstellung der Praois-Kirche gelungen, erlebt man erstmals einen Inquisitor, der sich nicht fanatisch schnell eine Meinung bildet, sondern pragmatisch und sachlich urteilt.

Leider bleibt das Buch dennoch nur Durchschnitt, da die Handlung selbst nicht wirklich in Gang kommt und sich am Ende sehr schwammig in Wohlgefallen auflöst. Einen wirklichen Höhepunkt gibt es nicht; die Motive der Gegenspieler bleiben so blass und oberflächlich wie die Hauptpersonen. So kann „Löwe und Mantikor“ zwar als Roman nicht wirklich überzeugen, für das Rollenspiel aber durchaus die eine oder andere spannende Anregung geben. (CS)

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Das schwarze Auge 107 - Löwe und Mantikor

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Das Schwarze Auge: Der Kristall von Al’Zul 5 - Aufs Schafott

Erstellt von Werner Karl am 11. August 2009

Florian Don-Schauen
Aufs Schafott
Das Schwarze Auge: Der Kristall von Al’Zul 5

Fantasy Productions, Erkrath,12/2008
Taschenheft, Fantasy, Rollenspiel
ISBN 9783890642352
Titelbild von Arndt Drechsler
Karte von Ina Irrgang
www.fanpro.com
www.perrypedia.proc.org/Arndt_Drechsler

Der Zyklus um den „Kristall von Al’Zul“ findet mit der fünften Novelle „Aufs Schafott“ nun sein wohl verdientes Ende. Chandra und ihre Gefährten scheinen gegen ihren Feind verloren zu haben, denn der Schwarzmagier Yargon und seine Lakaien haben sie in eine Falle gelockt, aus der es offenbar kein Entkommen gibt. Sie sind gefangen genommen und der öffentlichen Gerichtsbarkeit übergeben worden, um in einem Schauprozess zum Tode verurteilt zu werden. Man beschuldigt sie, viele der Verbrechen begangen zu haben, die sich in den letzten Wochen in der Region ereignet haben und wo sie in der Nähe des Tatorts gesehen wurden.

Es schaut schlecht aus, da es zahlreiche Zeugen gibt, die gegen sie aussagen, unter ihnen auch einer ihrer ehemaligen Kameraden. Nun ist klar, wer die Gegenspieler über all die Zeit von ihren Aktionen unterrichtet hat, und die verbleibenden Gefährten halten umso enger zusammen. Die tulamidische Magierin Chandra lässt sich deshalb nicht beirren. Mit der Gewissheit, dass die Gerechtigkeit siegen wird, übernimmt sie selbst die Verteidigung der Gruppe und beginnt, die Aussagen nach und nach geschickt zu widerlegen. Dabei wird sie von ihren Gefährten mit allen Kräften unterstützt. Denn schließlich gilt es auch noch, Yargon auszuschalten, der seine dunklen Pläne nun in die Tat umsetzen möchte.

„Aufs Schafott“ führt nicht nur alle offenen Handlungsstränge aus „Der Kristall von Al’Zul“ zusammen, sondern enthüllt auch die Motive und Absichten der wahren Schurken. Zumindest meint man das im ersten Augenblick. Leider nutzt Florian Don-Schauen die verbliebenen Möglichkeiten nicht, um noch einige überraschende Wendungen einzuführen, die einige Ereignisse in einem anderen Licht dargestellt hätten. Stattdessen folgt er eingetretenen Pfaden, die den Fehlgeleiteten retten und die wirklichen Verbrecher verdammen. Gerade am Anfang verschenkt er viel zu viel Zeit mit der Gerichtsverhandlung, die durch die für die Helden problemlos widerlegbaren Falschaussagen eher langweilig bleibt, so dass der Showdown ziemlich gehetzt wirkt und dadurch ebenfalls noch an Spannung verliert.

Am Ende ist zwar wieder alles gut, aber zufrieden ist man als Leser nicht, wenn man mehr als den klassischen Abschluss eines Rollenspielabenteuers erwartet hat.
„Der Kristall von Al’Zul“ ist zwar ein interessantes Experiment, bei dem gerade die ersten drei Autoren gute Arbeit geleistet haben, aber nicht unbedingt einer der gelungenen „DSA“-Romane der Reihe. Für Einsteiger und jüngere Leser eignet er sich allerdings ganz gut, um sie in die Atmosphäre und typischen Erlebnisse auf Aventurien einzuführen, da keine Vorkenntnisse vorausgesetzt werden. (CS)

Titel bei Amazon.de:
Das Schwarze Auge - Aufs Schafott: Der Kristall von Al’Zul 5/5 - DSA-Roman

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Kunchomer Pfeffer: Schattenflüstern

Erstellt von Detlef Hedderich am 26. Juni 2009

schattenflusternEevie Demirel & Marco Findeisen
Kunchomer Pfeffer: Schattenflüstern

Das schwarze Auge 104
Fantasy Productions, Erkrath, 12/2008
TB, Fantasy, 978-3-89064-237-6, 336/900
Titelillustration von Alan Lathwell
Karte von Ralf Hlawatsch

www.fanpro.com
http://alanlathwell.deviantart.com/
http://alanlathwell.cgsociety.org/gallery/

Eine Fantasy-Welt bekommt durch die kleinen Geschichten oft mehr Profil, als wenn immer nur die großenSchlachten oder ganze Länder verändernde Geschehnisse bzw. der Kampf zwischen guten und bösen Magiern oder Göttern beschrieben werden. Genau das hat die Buchreihe zum Pen-und-Paper-Rollenspiel „Das schwarze Auge“ gegenüber anderen Romanen zu Spielwelten immer ausgezeichnet.

Ein überwiegender Teil der Geschichten bewegt sich nämlich nicht unter den mächtigen Meisterfiguren, sondern zeigt, wie ganz normale Menschen in Abenteuer schliddern, mit denen sie eigentlich gar nichts zu tun haben wollen. Das ist auch bei „Schattenflüstern“, der ersten Geschichte um den „Kunchomer Pfeffer“, der Fall.

Eevie Demirel und Marco Findeisen begeben sich in ihrem Debüt in ‚das Land der ersten Sonne’. Kunchom ist von den Ereignissen, die den Norden Aventuriens im Jahr 1027 BF erschüttert haben weitestgehend unberührt geblieben. Alles geht seinen gewohnten Gang: Man handelt, feiert und lebt. Auch die Stadtgarde wird nicht arbeitslos, selbst wenn einige ihrer Angehörigen wie Kasim ben Gaftar, ein gläubiger Novadi, eine ruhige Kugel schieben wollen. Er hält gegen Schmiergeld schon einmal die Klappe und lässt Raub oder sogar Mord unter den Tisch fallen – denn was machen die schon außer unnötiger Arbeit und Stress?

Sein Kamerad Deniz ibn Seyshaban ist leider von einem ganz anderen Kaliber, was Kasim zu spüren bekommt, als eine Leiche in der Taverne seines Onkels auftaucht.

Der Tulamide Deniz mag zwar dem Wein all zu gerne zusprechen und immer wieder auch betrunken seinen Dienst ableisten, ist aber leider auf der anderen Seite unbestechlich und will um jeden Preis die Gerechtigkeit siegen lassen. Auch gutes Zureden hält ihn nicht davon ab, nach dem Mörder zu suchen.

In Verdacht gerät dabei der almadanische Streuner und Tagedieb Federigo Manaldo Sforigan, der zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Obwohl er eigentlich nur nach Kunchom gekommen ist, um hier ein wenig Geld zu machen und sich zur Ruhe zu setzen, wird ihm dies schon bald missgönnt, denn ungünstige Umstände und ein Gegenstand, der in seinen Besitz gelangt, machen nun auch den Mörder zusätzlich zu der Garde auf ihn aufmerksam.

Das kompliziert das Verwirrspiel. Und so tut sich schon bald für alle Beteiligten eine Schlangengrube von Verrat, Intrigen und düsterer Zauberei auf, aus der es kein Entkommen zu geben scheint.

Der Schwerpunkt des Romans liegt zum einen auf der verzwickten Kriminalgeschichte, die so gut wie ganz auf übernatürliche Elemente verzichtet, und nicht zuletzt auf der stimmungsvollen Beschreibung der Stadt und ihrer Bewohner. Die Autoren nehmen sich sehr viel Zeit, die Figuren auszuarbeiten und ihnen Leben zu geben, dabei das Szenario im Stil von „Tausendundeiner Nacht“ möglichst stilgerecht darzustellen.

Nebenbei kommt auch der Humor nicht zu kurz, denn die Figuren tappen in ihrer Menschlichkeit auch schon einmal körperlich oder mit ihren Worten in arge Fettnäpfchen.

Auf der anderen Seite führt das allerdings dazu, dass die Geschichte nur sehr gemächlich ihren Lauf nimmt und gerade zum Ende hin mehrfach ins Stocken gerät, weil Marco Findeisen und Eevie Demirel den roten Faden aus den Augen verlieren. So erscheint die Auflösung etwas zu einfach, ist aber wenigstens weitestgehend logisch.

Alles in allem ist „Kunchomer Pfeffer: Schattenflüstern“ einer der besseren Romane der Reihe. Er kann mit lebendigen Schilderungen und einer ungewöhnlichen und spannenden Geschichte jenseits vieler Klischees aufwarten; allein das letzte Drittel verliert etwas, da die Autoren ihre Fäden nicht ganz so weiter verfolgen, wie sie sollten. (CS)

Titel bei Amazon.de
Das Schwarze Auge - Khunchomer Pfeffer: DSA-Roman

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Die rote Bache

Erstellt von Detlef Hedderich am 5. Juni 2009

Dietmar Preuß
Die rote Bache

Das schwarze Auge 102
Fantasy Productions, Erkrath, 9/2008
Taschenbuch broschiert, Fantasy, 978-3-89064-227-7, 352/900
Titelillustration von Karsten Schreurs
Karte von Ralf Hlawatsch

www.fanpro.com
www.dietmarpreuss.de
www.grobi-grafik.de/
http://inkplosion.net/galerie/schreurs.htm

Oft sind es die kleinen Geschichten, die eine Rollenspielwelt lebendig machen und eine engere Bindung der Spieler schaffen. Denn die Helden und großen heroischen Taten sind über die Zeit austauschbar, weil schon dutzende Male auf immer die gleiche Art und Weise erzählt worden. Die winzigen Details, seien es nun Landstriche, Orte oder Personen, behält man dagegen besser in Erinnerung und kommt vielleicht sogar auf die Idee, deren Hintergrund mit dem eigenen zu verknüpfen.

Auch große Abenteurer fangen schließlich einmal klein an. Die „DSA“-Buchreihe erzählt oft solche unbedeutenden Geschichten, um eine Region oder eine Zeit lebendig zu machen.

Zum zweiten Mal kehrt Dietmar Preuß zum Wehrhof Hohenhag zurück. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen. Beolf kümmert sich als verantwortlicher Wersasse um Land und Leute, während Sidra, seine Frau, als Heilerin tätig ist. Durch ihre Jahre bei den Orks haben sie vieles gelernt, was ihnen jetzt zugute kommt. Und so haben sie sich zusammen mit den ihnen untergebenen Bauern einen gewissen Wohlstand aufgebaut.

Nur eines fehlt ihnen nun noch zum vollkommenen Glück: Sidra ist noch immer kinderlos. Da die Heilerin selbst damit hadert, dass sie bisher noch nicht schwanger geworden ist, begibt sie sich auf die Suche nach einer Pflanze, die Abhilfe schaffen soll. Dafür wandert sie in die Tiefen des Steineichenwaldes. Als sie nach einer bestimmten Zeit nicht zurückkehrt, macht sich Beolf Sorgen. Er beschließt, nach Sidra zu suchen, als er es nicht länger aushält, da er seinen Leuten zutraut, den Werhof auch ohne ihn zu halten, da alles friedlich ist.

Allerdings wird er in einer heruntergekommenen Taverne am Rande des Waldes aufgehalten. Zum einen hört er von seltsamen Veränderungen, die mit den Goblins zu tun haben könnten, die ihm noch mehr Sorgen machen, zum anderen kauft er dem Wirt eine junge Schankmagd ab, da er nicht länger mit ansehen kann, wie dieser das schmächtige Mädchen misshandelt.

Trotzdem sucht er weiter nach Sidra. Doch auch wenn er sie findet, ist der Rückweg in die Heimat versperrt, denn durch Zufall haben sie entdeckt, dass sich die Goblins unter der Führung einer alten Schamanin zusammen rotten und darauf hinarbeiten, die Menschen im Norden Andergasts zu überfallen. Und ganz offensichtlich hat einer in der kleinen Reisegruppe etwas bei sich, dass die Rotpelze gerne in ihren Besitz bringen wollen.

Man muss „Hohenhag” nicht kennen, um die Handlung von „Die rote Bache“ zu verstehen, da der Autor die relevanten Dinge in die Handlung mit einbindet. Wer den anderen Roman aber gelesen hat, kann erkennen, dass die Helden in ihrer Entwicklung nicht stehen geblieben und glaubwürdig zu Erwachsenen herangereift sind.

Interessant ist, dass die Menschen und ihre Kultur diesmal ausführlich geschildert werden, während der Autor die Gesellschaft und das Leben der Goblins nur grob anreißt, was leider die Gegenspieler der Helden sehr blass erscheinen lässt.

Gerade die Personenschilderungen sind die Stärke von Dietmar Preuß, während er sich mit der Handlung eher etwas schwer tut. Sie ist recht behäbig und kommt in der ersten Hälfte des Buches nicht wirklich in Gang. Erst als Beolf, Sidra und die Gefährten hinter die Geschehnisse im Steineichenwald kommen, zieht die Spannung etwas an, wenngleich er es sich bei der Auflösung einfach macht, da man die Beweggründe der Goblin-Schamanin nicht ganz nachvollziehen kann.

Zwar ist „Die rote Bache“ auch wieder nur ein durchschnittlicher Roman der Reihe, aber wesentlich ausgereifter als „Hohenhag“, der Erstling des Autors. Zwar gelingt es ihm, Personen und Region stimmungsvoll mit Leben zu erfüllen, am Spannungsaufbau seiner Geschichten und der Motivation der Gegenspieler sollte er jedoch noch etwas arbeiten. (CS)

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Das Schwarze Auge - Die rote Bache: DSA-Roman 102

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