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Die Wiederkehr

Erstellt von Detlef Hedderich am 24. Juli 2009

Wolfgang Hohlbein
Die Wiederkehr

Die Chronik der Unsterblichen 5
Egmont Lyx, Köln, Neuauflage des erstmals bei Egmont vgs erschienenen Hardcovers (Köln, 2003): 3/2008
PB, Mystery, Grusel, Fantasy, 978-3-8025-8144-1, 392/1495
Titelillustration von Maximilian Meinzold

www.egmont-lyx.de
www.hohlbein.net

Andrej Delãny ist nicht mehr alleine verflucht, auch Abu Dun hat den Kuss des Vampyrs empfangen und ist zu einem Wesen der Nacht geworden. Gemeinsam versuchen beide immer noch, mehr über die Unsterblichen heraus zu finden, nachdem sie bei einer Zigeunersippe und der alten Puri Dan nur noch mehr die Überzeugung gewannen, dass die meisten anderen von ihrem Schlag nicht mit, sondern gegen die Menschen arbeiten und sie entweder als Futter oder Knechte betrachten.

Inzwischen sind sie in Wien angelangt, wo sie hoffen, bei dem Gelehrten Franz von Breiteneck mehr über die Vampyre und das Geheimnis ihrer Erschaffung zu erfahren. Allerdings sitzen sie schon bald dort fest, denn Sultan Soliman ist bis vor die Tore der österreichischen Hauptstadt vorgerückt und hat sie in einem Belagerungsring eingeschlossen.

Den beiden Männern bleibt nichts anderes übrig, als sich an den Kampfhandlungen zu beteiligen. Doch schon bald fallen sie Graf Niklas von Salm auf, da sie wesentlich besser kämpfen können als die meisten Söldner und auch unverwundbar zu sein scheinen. Als Feldherr stört ihn das nicht all zu sehr, aber es gibt andere Ereignisse, die ein düsteres Licht auf Andrej und Abu Dun werfen. Denn gleichzeitig werden in der Stadt immer wieder wie von einem Tier zerfetzte und blutleere Leichen gefunden, die gerade die einfache Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen.

Schließlich setzt er die beiden fest, um mehr über ihre wirkliche Natur heraus zu finden, nicht ahnend, dass der wahre Feind noch immer frei sein Unwesen in der Stadt treibt und Hand in Hand mit Wesen arbeitet, die wirklich den Gräbern entstiegen sind. Und selbst Andrej Delãny ist entsetzt, als er den Mann schließlich stellt, der ihn so in Misskredit gebracht hat, denn dieser ist ihm nicht unbekannt.

Noch immer sind Andrej Delãny und sein Freund dem Geheimnis um die Unsterblichen nicht wirklich näher gekommen. Dafür begegnen sie vor historischer Kulisse wieder einmal anderen Ausprägungen ihrer dunklen Natur und sehen einen alten Bekannten wieder, der gerade dem jungen Schwertkämpfer einen schweren Schlag versetzt. Somit wirft der Autor eigentlich noch mehr Fragen auf, als er überhaupt in diesem Band beantwortet, was der Geschichte einiges von ihrem Reiz nimmt. Garniert mit ein paar Folter- und einer Reihe von horrorlastigen Kampfszenen, präsentiert Hohlbein hier wieder seine gewohnte Mischung aus Action, Abenteuer, ein wenig Geschichte und Phantastik. Wie immer sollte man keine komplexe Handlung mit ausgefeilten Charakteren erwarten sondern nur kurzweilige Lektüre ohne Tiefgang.

„Die Wiederkehr“ ist ein typisches Abenteuer aus der „Chronik der Unsterblichen“ – solide geschrieben und unterhaltsam, aber nicht wirklich einer der Schlüsselromane des Zyklus’, in dem endlich einmal Geheimnisse enthüllt werden. (CS)

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Die Chronik der Unsterblichen 05. Die Wiederkehr

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Eisige Umarmung

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. Juli 2009

Nalini Singh
Eisige Umarmung

Gestaltwandler 3
Psy-Changeling 3: Caressed by Ice, USA, 2007
Egmont LYX, Köln, 3/2009
TB mit Klappbroschur, Paranormal Romance, SF, Fantasy, 978-3-8025-8199-1, 440/995
Aus dem Amerikanischen von Nora Lachmann
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung eines Motivs von Shutterstock
Autorenfoto von privat

www.egmont-lyx.de
www.nalinisingh.com
www.hildendesign.de
www.gettyimages.com
www.dominicdisaia.com
www.shutterstock.com

Im Jahr 2079 leben drei Spezies auf der Erde: die ‚normalen’ Menschen, die Wer-Wesen und die psi-begabten Medialen. Jede Gruppe misstraut der anderen, und das aus gutem Grund: Die Kardinalen halten sich für die dominante Lebensform und versuchen, die Wer-Wesen durch Intrigen und skrupellose Angriffe einander zu entfremden und ihre Zahl zu dezimieren. Die Menschen spielen eine untergeordnete Rolle in diesem Kampf um die Macht.

Doch in vielen Medialen wächst die Skepsis, ob die Entscheidungen des Rats wirklich immer richtig sind und ob nicht so mancher Ratsherr seine persönlichen Vorteile über das Wohl der Allgemeinheit stellt. Außer Sascha Duncan und Faith Nightstar, zwei Kardinalmediale, die Dinge herausfanden, an denen sie niemals hätten rühren dürfen, haben auch andere das Medialnet ohne Todesfolge verlassen und Zuflucht bei den DarkRiver-Leoparden und den SnowDancer-Wölfen gesucht.

Einer davon ist Judd Lauren, der ein Geheimnis hütet, das nicht einmal seine neuen Freunde kennen, die ihm noch immer instinktiv mit Misstrauen begegnen, obwohl er maßgeblich an der Befreiungsaktion von Brenna Shane Kincaid beteiligt war, die in der Gewalt eines Serienkillers unglaubliche psychische und physische Qualen über sich ergehen lassen musste (Bd. 1: „Leopardenblut“).

Obwohl man Brenna hatte heilen können, leidet sie weiterhin unter den Spätfolgen der Folter und wird von ihren Brüdern überbehütet. Das Schlimmste ist, dass sie sich nicht mehr in einen Wolf verwandeln kann und Visionen hat, als habe der Verbrecher etwas in ihrem Gehirn verändert. Verständnis findet sie überraschenderweise bei Judd, der sie eigentlich auf Abstand halten will, aber Gefühle entwickelt, die seine Konditionierung nicht zulassen darf. Der Preis, den er zu zahlen hat, ist überaus schmerzvoll – und doch kann er Brenna nicht aufgeben, die sich trotz seines abweisenden Verhaltens in ihn verliebt hat.

Plötzlich gefährden neue Morde das fragile Bündnis zwischen den SnowDancer-Wölfen und den DarkRiver-Leoparden, denn die wahren Täter gehen geschickt vor, so dass es aussieht, als hätte jemand aus den Rudeln die Verbrechen begangen. Obwohl Judd einer anderen Mission nachzugehen hat, wird er in die Recherchen hineingezogen, denn Brennas Leben ist in Gefahr: Der Mörder befürchtet, dass sie zu viel weiß…

Nachdem Nalini Singhs „Leopardenblut“ (Lucas x Sascha) durch eine interessante SF-Dystopie überraschte, konnte „Jäger der Nacht“ (Bd. 2, Vaughn x Faith) die Erwartungen, die man an die „Psy-Changeling“-Serie stellte, nicht erfüllen, denn der in sich abgeschlossene Folge-Band entpuppte sich als banale Liebesgeschichte, die das Setting kaum tangierte und wenig neue Enthüllungen brachte, da die erotischen Verwicklungen weit mehr im Vordergrund standen, als es für eine spannende Handlung gut ist.

Ging man darum mit einer gewissen Skepsis an „Eiskalte Umarmung“ (Bd. 3, Judd x Brenna) heran, sah man sich bald angenehm enttäuscht. Obwohl – wie in allen Paranormal Romances – eine Beziehung Dreh- und Angelpunkt ist, besinnt sich die Autorin hier wieder auf den Hintergrund und spinnt das Garn um ein teilweise menschenverachtendes Gesellschaftssystem weiter. Statt bei den DarkRiver-Leoparden spielt die Handlung in den Höhlen der SnowDancer-Wölfe und wartet mit einem männlichen Medialen auf, der sich aus konkreten Gründen weitaus schwerer tut, sich auf ungewohnte Gefühle einzulassen, als zuvor die weiblichen Kardinalmedialen. Die Wölfin Brenna hingegen erweist sich als ebenso beharrlich, ‚ihren Gefährten’ für sich zu gewinnen wie zuvor schon der Leopard und der Jaguar.

Die Liebe der beiden Hauptfiguren muss eine Menge Barrieren überwinden, vor allem in Judds Kopf, und entwickelt sich langsam und nachvollziehbar. Dadurch wirkt sie auch weniger aufdringlich und überschattet nicht die spannende Story, in der neuerliche Intrigen der Medialen aufgedeckt werden, eine geheime Truppe - die ‚Pfeilgarde’ – innerhalb des Systems vorgestellt wird, bei der es sich um einen Geheimdienst handelt, der wie eine Mischung aus Ninja, Navy-Seals und KGB anmutet, ein junger, skrupelloser Ratsherr eingeführt wird, der nach Macht strebt, aber auch verdeutlicht wird, dass immer mehr Mediale unzufrieden mit dem Status Quo sind und sich nach Freiheit und Gerechtigkeit sehnen.

Vordergründig laufen das Katz’ und Maus-Spiel von Brenna und Judd und die Jagd nach den Schuldigen, doch parallel dazu werden die ‚emotionslosen’ Medialen differenzierter dargestellt, und die Beziehungen der Wer-Rudel untereinander bzw. zu den mit ihnen kooperierenden Medialen entwickeln sich weiter. Daraus ergibt sich eine reizvolle Handlung, die den Band zu einer unterhaltsamen Lektüre macht – wie es auch sein sollte.

Dem männlichen Publikum dürfte „Eisige Umarmung“ zwar immer noch zu sehr auf Leserinnen zugeschnitten sein, da die Romanze und die erotischen Szenen viel Platz beanspruchen, doch die Freundinnen der Phantastik, die mehr als nur einen seichten Liebesroman nach Schema F im futuristischen Gewand wünschen, werden nicht enttäuscht. (IS)

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Eisige Umarmung

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Verlockende Gefahr

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. Juli 2009

Eileen Wilks
Verlockende Gefahr

Wolf Shadow 1
Tempting Danger, USA, 2004
Egmont LYX, Köln, 4/2009
TB mit Klappbroschur, Romantic Fantasy, Urban Fantasy, Mystery-Thriller, Erotik, 978-3-8215—8, 424/995
Aus dem Amerikanischen von Antje Görnig
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung eines Motivs von Shutterstock
Vignette von Shutterstock
Autorenfoto: courtesy of the author

www.egmont-lyx.de
www.eileenwilks.com
www.hildendesign.de
www.shutterstock.com

Voller Misstrauen beobachten die ‚normalen’ Menschen magische Wesen und würden ihnen am liebsten keinerlei Bürgerrechte erlauben. Bloß wenige Personen auf beiden Seiten, denen klar ist, dass sich die Gesellschaften einander anpassen müssen, um zu überleben, setzen sich für eine Gleichberechtigung ein. Ein wichtiges Gesetz, das auch unter Strafe stellt, wenn ein Lupi in seiner Wolfgestalt getötet wird, steht unmittelbar vor der Genehmigung. Die Gegner dieser Reform setzen alles dran, um diese Änderung noch zu kippen.

Nachdem erst das Oberhaupt des Nokolai-Clans angegriffen und schwer verletzt wurde, soll nun seinem designierten Nachfolger Rule Turner der Mord am Ehemann einer seiner Affären in die Schuhe geschoben werden. Lily Yu, eine Sensitive und Detective bei der Polizei von San Diego, leitet die Ermittlungen – und ist wider Willen von dem attraktiven Verdächtigen fasziniert, wie so viele andere Frauen auch. Was Lily jedoch besonders verwirrt, ist die Tatsache, dass sie Rules Magie nicht spüren kann!

Auch Rule fühlt sich sogleich zu Lily hingezogen und erkennt in ihr ‚seine Auserwählte’. Es freut ihn, dass sie unvoreingenommen an den Fall herangeht und an seiner Schuld zweifelt.

Als ein zweiter Mord geschieht, belastet ausgerechnet Ginger Harris Rule, die zunächst für ihn ausgesagt hatte. Es dauert eine Weile, bis Lily und Rule klar wird, dass die angebliche Freundin für den Gegner arbeitet und sich sogar unter den Polizisten ein Verräter befindet.

Doch wer ist der mysteriöse Zauberer, der hinter den brutalen Verbrechen steckt? Könnte es Cullen Seabourne sein, ein Werwolf, der von seinem Clan verstoßen wurde, weil er sich weigerte, der Zauberei zu entsagen? Dass er spurlos verschwunden ist, macht ihn umso verdächtiger. Schließlich stoßen Lily und Rule auf die Aktivitäten einer geheimnisvollen Sekte, die Pläne verfolgt, die weit über den Mensch-Lupi-Konflikt hinausgehen…

Das Programm von LYX, das sich auf Romatic Fantasy und Romantic Mystery spezialisiert hat, wurde um eine weitere Autorin und den ersten Roman einer neuen Serie aufgestockt.

Allerdings ist „Verlockende Gefahr“ nicht der Auftaktband von „World of the Lupi“, denn den Anfang machte eine Kurzgeschichte, die in einer Anthologie erschien und in Deutschland (noch) nicht veröffentlicht wurde. Sie zu kennen, dürfte nicht notwendig sein, denn die einzelnen Bücher sind in sich abgeschlossen.

Lässt man sich unvoreingenommen auf „Verlockende Gefahr“ ein, stellt man schon bald freudig fest, dass der Roman eine richtige Handlung hat, die sich um interessante Charaktere rankt. Natürlich steht eine Romanze im Mittelpunkt, und es gibt auch einige erotische Szenen, aber dieser Teil wird nicht unnötig ausgewalzt und fügt eine zusätzliche Prise Würze an die spannende Geschichte.

Eileen Wilks baut einen reizvollen Hintergrund auf: In San Diego (und anderen Städten) tummeln sich neben den ‚normalen’ Menschen Werwölfe, Gnome, Feen, Zauberer u. v. a. Man hat sie als einen festen Bestandteil der Gesellschaft akzeptiert, auch wenn aufgrund von Vorurteilen eine Annäherung und Gleichberechtigung nur langsam stattfindet. Die Lupi, die im Mittelpunkt stehen, haben ein eigenes Gesellschaftssystem mit festen Regeln, das dem der Menschen gar nicht so unähnlich ist. Zwar umreißt die Autorin ihre Welt nur in groben Zügen, aber es genügt, um sich darin zurechtzufinden und gleichzeitig einige Geheimnisse zu wahren, die in den folgenden Bänden für Überraschungen sorgen können.

Die Protagonisten sind sympathisch und haben nachvollziehbare Motive. Ganz auf Klischees wird, wie in allen Liebesgeschichten, nicht verzichtet, denn ausnahmslos sind die Lupi groß, attraktiv und unermüdlich. Allein ‚die Bösen’ bleiben etwas farblos, da sie nur geringe Handlungsanteile haben, doch anderenfalls wäre zu früh zu viel über sie preisgegeben worden. Das Finale befriedigt, auch wenn ein wenig Hilfe von Deus ex Machina kam, aber selbst das wurde gründlich vorbereitet, so dass sich eins zum anderen fügt.

Der Stil der Autorin ist angenehm, man folgt dem Buch gern bis zur letzten Seite. Es gibt keine Längen.
Action, Magie und Romantik halten sich die Waage. Auf dümmliche Sprüche, wie sie in vielen „Buffy“-Kopien nerven, wurde auch verzichtet: Die meisten Charaktere sind zwischen 25 und 35 Jahre alt oder älter, stehen mitten im Leben/Beruf und benehmen sich, wie man es von ihnen erwartet.

„Verlockende Gefahr“ gehört neben „Dhampir“, „Leopardenblut, „Wolfskuss“, „Stadt der Finsternis“, „Dante Valentine“ und „Vampire Akademy“ zu den Romanen bzw. Serien, die reiferen Phantastik-Lesern beiderlei Geschlechts Spaß machen – und nicht nur auf ein weibliches Publikum ab 15 Jahren fixiert sind, das eigentlich bloß einen Liebesroman im phantastischen Gewand mit deftigen erotischen Beschreibungen und Holzhammer-Humor haben will.

Der Band ist spannend, voller Überraschungen und wirklich phantastisch. Auch dem Werwolf-Mythos fügt die Autorin einige neue Facetten hinzu. Man wird bestens unterhalten – zugreifen! (IS)

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Wolf Shadow 01: Verlockende Gefahr

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Zwerg und Überzwerg

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. Juli 2009

Christian von Aster
Zwerg und Überzwerg

Die große Erdferkelprophezeiung 1
Egmont-LYX, Köln, Originalausgabe: 5/2008
PB, Fantasy, 978-3-8025-8149-9, 384/995
Titelillustration von Ben McSweeney/Jose Rodrigo

www.egmont-lyx.de
www.vonaster.de/
http://inkthinker.net/
http://inkthinker.deviantart.com/

Zwerge gehören nicht erst seit „Der Herr der Ringe“ zum Standardfiguren-Repertoire der Fantasy. Auch in der Renaissance des Genres, die in den letzten Jahren zu beobachten war, haben sie ihren Platz gefunden. Der deutsche Autor Markus Heitz hat beispielsweise einige Zwergen-Romane verfasst („Die Zwerge“, „Der Krieg der Zwerge“, „Das Schicksal der Zwerge“ und „Die Rache der Zwerge“, alle bei Piper erschienen), andere Schriftsteller widmeten sich Drachen oder Orks, ebenfalls klassischen Figuren der Fantasy.

Was also lag näher, eine Zwerge-Parodie zu verfassen?! Wobei getrost unterstellt werden darf, dass „Zwerg und Überzwerg“ von Christian von Aster nicht die erste Zwergen-Parodie ist.

Das Ende des Ehernen Imperiums der Zwerge deutet sich an. Die Erzferkelprophezeiung scheint sich zu erfüllen: Wenn der Zwerg, der kein Bier trinkt, seine Hand dem Zwerg reicht, der das Licht der Gänge mit goldenen Zähnen erblickt hat, und die Immerschwarze wiederkehrt, dann ist das Ende gekommen von allem, was da ist und geheißen wird das Eherne Imperium. (Seite 35). Doch die Prophezeiung wird von der Untergrundorganisation des ‚Neuen Stahls’ ausgenutzt, die die Macht im Ehernen Imperium an sich reißen will.

„Zwerg und Überzwerg“ ist mit viel Ideenreichtum und Liebe zum Detail geschrieben, was die Namen der Protagonisten, die Handlungsorte und die Gebräuche der Zwerge angeht - und mit doppelbödiger Ironie. Christian von Aster bedient sich im Fundus des Genres, vermag jedoch seine eigene Zwergen-Welt zu erschaffen. Im ersten Drittel des Romans sind die Beschreibungen überbordend, die Handlung gewinnt erst danach an Schwung. Auch die Handlung trägt ironische Züge, beispielsweise, als der Autor einen Schicksalsberg – pardon: Schicksalszwerg kreiert, der aus fünf Individuen und einem Gedächtnis besteht.

Die Ironie ist es auch, die „Zwerg und Überzwerg“ zu einer vergnüglichen Lektüre macht. Die Handlung ist zwar sorgfältig aufgebaut und lässt Spielraum für weitere Romane (der untrunkene Zwerg und der Zwerg mit den goldenen Zähnen sind tatsächlich in den Gängen des Ehernen Imperiums erschienen, verbergen sich jedoch). Ohne die ironischen und parodistischen Züge wäre „Zwerg und Überzwerg“ sehr konventionell. (armö)

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Die große Erzferkelprophezeiung 01. Zwerg und Überzwerg

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Drachenring

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. Juli 2009

Alfred Bekker
Drachenring

Die DrachenErde-Saga 2
Egmont Lyx, Köln, 3/2009
PB, Fantasy, 978-3-8025-8164-9, 414/1295
Titelillustration von Jon Sullivan
Karte von David Ernle

www.egmont-lyx.de
www.alfredbekker.de
www.johnsullivanart.com/

Nach seiner „Elfen“-Saga, die Alfred Bekker im Kinderbuch-Sektor mit den Abenteuern der jüngsten Generation fortsetzt, verfasste der 1964 geborene Autor jetzt auch seine Debüt-Romane in der Fantasy-Reihe von LYX. „Die DrachenErde“-Saga zeigt, dass er sich nicht nur in klassischen High Fantasy-Gefilden bewegen sondern auch irdische Kulturen gekonnt miteinander verbinden kann.

In „Drachenfluch“ lernte Rajin seine Abstammung und Bestimmung kennen. Seine Kindheit und Jugend hatte er als „Bjonn Dunkelhaar“ unter den einfachen Menschen einer rauen Seefahrernation verbracht und war nahe daran gewesen, mit der schönen Nya eine Familie zu gründen. Nur eines hat er auch seinen Freunden nie verraten: Seit seiner Kindheit wurde er immer wieder von einer geheimnisvollen Stimme heimgesucht, die ihn unterwies, aber auch warnte.

Eines Tages, als die Samurai des despotischen Drachenkaisers Katagi über sein Volk herfallen, tritt der Besitzer der Stimme in Erscheinung. Der Weise und Zauberer Liisho rettet Rajin vor dem Zugriff der feindlichen Krieger und macht ihm klar, dass er sein Leben nicht sinnlos wegwerfen darf. Denn er ist einer der fünf Söhne des letzten wahren Drachenkaisers. Da seine Brüder inzwischen alle tot sind, liegt es allein an ihm, den Usurpator zu stürzen. Inzwischen geht es jedoch um mehr als nur das Schicksal einer Nation.

Katagi hat ein Unheil herauf beschworen, dass den Untergang der Welt bedeuten könnte. Da er die Drachenringe nicht so kontrollieren kann, wie er müsste, droht nun auch der Urdrache wieder zu erwachen. Und wenn das geschieht, wird das gottgleiche Wesen alle Drachen aus dem Bann der Menschen befreien. Da es zudem Gerüchte gibt, dass Katagi einen der Ringe verloren habe, scheint Rajins Stunde gekommen zu sein.

Der junge Mann ist aber nicht ganz bei der Sache, denn seine Geliebte Nya liegt mitsamt dem gemeinsamen ungeborenen Kind in einem gläsernen Sarg und ist zwischen Leben und Tod gefangen. Auch wenn Liisho deutlich macht, dass nicht einmal er etwas unternehmen kann, will der junge Mann die beiden nicht ihrem Schicksal überlassen.
Deshalb folgt er während der Jahre, in denen er unter dem Schutz des Fürsten vom Südfluss seine Armeen aufbaut und immer weitere Verbündete sucht, auch seinem Herzen. Der alte Weise beobachtet das mit großer Sorge, denn er spürt, das kein Quäntchen Zeit vergeudet werden darf, wenn sein Schützling Katagi und dessen Schergen schlagen soll. Denn über allem liegt noch ein weiterer düsterer Schatten als nur der des Urdrachens…

Wie bereits in der „Elben“-Trilogie tendiert Alfred Bekker auch in der „DrachenErde“-Saga dazu, sich auf die wichtigen Wendepunkte des Epos’ zu konzentrieren und alles andere im Zeitraffer zusammenzufassen. Normalerweise würde man erwarten, dass der junge Held diesmal schwere Rückschläge gegen den Tyrannen erleidet, aber dazu kommt es nicht. In dieser Hinsicht durchbricht der Autor die gängigen Klischees der High Fantasy. Nichtsdestoweniger spielt er weiter mit Klischees und Archetypen.

Heraus kommt dabei ein bunter und actionreicher Mix von verschiedenen kleinen Abenteuern, die am Ende in einer epischen Schlacht zwischen Gut und Böse, den Menschen und uralten Mächten gipfeln. Da aber letztendlich die Finsternis nicht vollständig besiegt ist und auch Rajin noch offene Sorgen hat, kann man ahnen, worauf der dritte Band hinaus laufen wird.

Wie auch schon der erste Band der „DrachenErde“-Saga bietet „Drachenring“ solide Unterhaltung und dürfte die Leser zufrieden stellen, die vor allem actionreiche Abenteuer vor einem exotischen Hintergrund schätzen und dabei problemlos auf weibliche Charaktere, dramatische Beziehungsgeschichten oder gar Romantik verzichten können. (CS)

Titel bei Amazon.de
Die Drachenerde Saga 02. Drachenring

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Drachenring

Erstellt von Detlef Hedderich am 26. Juni 2009

Alfred Bekker
Drachenring

Die DrachenErde-Saga 2
Egmont Lyx, Köln, 3/2009
PB, Fantasy, 978-3-8025-8164-9, 414/1295
Titelillustration von Jon Sullivan
Karte von David Ernle

www.egmont-lyx.de
www.alfredbekker.de
www.johnsullivanart.com/

Nach seiner „Elfen“-Saga, die Alfred Bekker im Kinderbuch-Sektor mit den Abenteuern der jüngsten Generation fortsetzt, verfasste der 1964 geborene Autor jetzt auch seine Debüt-Romane in der Fantasy-Reihe von LYX. „Die DrachenErde“-Saga zeigt, dass er sich nicht nur in klassischen High Fantasy-Gefilden bewegen sondern auch irdische Kulturen gekonnt miteinander verbinden kann.

In „Drachenfluch“ lernte Rajin seine Abstammung und Bestimmung kennen. Seine Kindheit und Jugend hatte er als „Bjonn Dunkelhaar“ unter den einfachen Menschen einer rauen Seefahrernation verbracht und war nahe daran gewesen, mit der schönen Nya eine Familie zu gründen. Nur eines hat er auch seinen Freunden nie verraten: Seit seiner Kindheit wurde er immer wieder von einer geheimnisvollen Stimme heimgesucht, die ihn unterwies, aber auch warnte.

Eines Tages, als die Samurai des despotischen Drachenkaisers Katagi über sein Volk herfallen, tritt der Besitzer der Stimme in Erscheinung. Der Weise und Zauberer Liisho rettet Rajin vor dem Zugriff der feindlichen Krieger und macht ihm klar, dass er sein Leben nicht sinnlos wegwerfen darf. Denn er ist einer der fünf Söhne des letzten wahren Drachenkaisers. Da seine Brüder inzwischen alle tot sind, liegt es allein an ihm, den Usurpator zu stürzen. Inzwischen geht es jedoch um mehr als nur das Schicksal einer Nation.

Katagi hat ein Unheil herauf beschworen, dass den Untergang der Welt bedeuten könnte. Da er die Drachenringe nicht so kontrollieren kann, wie er müsste, droht nun auch der Urdrache wieder zu erwachen. Und wenn das geschieht, wird das gottgleiche Wesen alle Drachen aus dem Bann der Menschen befreien. Da es zudem Gerüchte gibt, dass Katagi einen der Ringe verloren habe, scheint Rajins Stunde gekommen zu sein.

Der junge Mann ist aber nicht ganz bei der Sache, denn seine Geliebte Nya liegt mitsamt dem gemeinsamen ungeborenen Kind in einem gläsernen Sarg und ist zwischen Leben und Tod gefangen. Auch wenn Liisho deutlich macht, dass nicht einmal er etwas unternehmen kann, will der junge Mann die beiden nicht ihrem Schicksal überlassen.

Deshalb folgt er während der Jahre, in denen er unter dem Schutz des Fürsten vom Südfluss seine Armeen aufbaut und immer weitere Verbündete sucht, auch seinem Herzen. Der alte Weise beobachtet das mit großer Sorge, denn er spürt, das kein Quäntchen Zeit vergeudet werden darf, wenn sein Schützling Katagi und dessen Schergen schlagen soll. Denn über allem liegt noch ein weiterer düsterer Schatten als nur der des Urdrachens…

Wie bereits in der „Elben“-Trilogie tendiert Alfred Bekker auch in der „DrachenErde“-Saga dazu, sich auf die wichtigen Wendepunkte des Epos’ zu konzentrieren und alles andere im Zeitraffer zusammenzufassen. Normalerweise würde man erwarten, dass der junge Held diesmal schwere Rückschläge gegen den Tyrannen erleidet, aber dazu kommt es nicht. In dieser Hinsicht durchbricht der Autor die gängigen Klischees der High Fantasy. Nichtsdestoweniger spielt er weiter mit Klischees und Archetypen.

Heraus kommt dabei ein bunter und actionreicher Mix von verschiedenen kleinen Abenteuern, die am Ende in einer epischen Schlacht zwischen Gut und Böse, den Menschen und uralten Mächten gipfeln. Da aber letztendlich die Finsternis nicht vollständig besiegt ist und auch Rajin noch offene Sorgen hat, kann man ahnen, worauf der dritte Band hinaus laufen wird.

Wie auch schon der erste Band der „DrachenErde“-Saga bietet „Drachenring“ solide Unterhaltung und dürfte die Leser zufrieden stellen, die vor allem actionreiche Abenteuer vor einem exotischen Hintergrund schätzen und dabei problemlos auf weibliche Charaktere, dramatische Beziehungsgeschichten oder gar Romantik verzichten können. (CS)

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Die Drachenerde Saga 02. Drachenring

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Blutpakt

Erstellt von Detlef Hedderich am 5. Juni 2009

Tanya Huff
Blutpakt

Blood Ties 4
Blood Lines, USA, 1993
Egmont LYX, Köln, 1. Auflage: 2/2009
TB, Horror, 978-3-8025-9193-9, 424/995
Aus dem Amerikanischen von Feder&Schwert GmbH/Dorothee Danzmann
Titelgestaltung von Esther Bachmann unter Verwendung eines Fotos von 2104023 Ontario Inc. and Bitten Productions Inc.

www.egmont-lyx.de
www.rtl2.de/20880.html
www.tanyahuff.net
www.feder-und-schwert.com/

Obwohl Privatdetektivin Vicki Nelson ihren aktuellen Auftrag erfolgreich abschließen konnte, nimmt gerade dieser Fall sie persönlich sehr mit. Darum braucht sie dringend eine Pause und ignoriert auch die Anrufe ihrer Mutter. Als sie es wieder gut machen will, erfährt sie, dass die Mutter gestorben ist! Voller Schuldgefühle reist Vicky nach Kingston, um sich um die Beerdigung zu kümmern.

Mike Celluci, ehemaliger Kollege von der Polizei und Lover am Tag, sowie Henry Fitzroy, Vampir und Lover in der Nacht, sind in Sorge um ihre Freundin und folgen ihr. Obgleich Vicki wenig begeistert über das Auftauchen der beiden ist, kann sie die Unterstützung und den Trost brauchen – denn die Leiche ihrer Mutter wurde gestohlen und wandelt offenbar umher.

Die drei kommen schon bald einer Gruppe skrupelloser Wissenschaftler auf die Spur, die geheime Experimente an Toten betreibt. Tatsächlich ist es den Forschern gelungen, einige der Versuchsobjekte zu reanimieren, doch der körperliche Verfall der Zombies schreitet weiter fort. Als Henry in die Hände von Dr. Burke fällt, vermag sie ihr Glück kaum zu fassen. Die Erkenntnisse, die die Untersuchungen an einem lebenden Vampir bringen könnten, lässt sie bereits vom Nobelpreis träumen.

Vicki und Mike ahnen, in welcher Gefahr der Freund schwebt, als er bei Tagesanbruch nicht zurück ist. Womit sie jedoch nicht gerechnet haben, als sie ihn finden, ist, wie hungrig er nach mehreren Blutabnahmen und wie wild er nach den vielen Stunden der Gefangenschaft ist. Schließlich passiert etwas, wodurch das fragile Dreiecksverhältnis völlig die Balance verliert…

Tanya Huff ist es gelungen, die Dramatik ihrer Serie kontinuierlich zu steigern.

Hatte man bei dem ersten Band noch das Gefühl, es wären sämtliche Klischees der Heftchenromans strapaziert worden, so überraschte bereits der zweite in sich abgeschlossene Roman positiv – und dieser Trend setzt sich fort.

Was den Protagonisten widerfährt, prägt sie nachhaltig, beeinflusst ihre Sicht der Dinge und zueinander. Ein Zurück gibt es nicht mehr.

Dabei hakt die Autorin lediglich eine klassische Figur des Horror-Genres nach der anderen ab: Vicki, Mike und Henry – er ist ein Vampir – bekommen es mit Dämonen und Magiern, Werwölfen, einer Mumie und jetzt mit Zombies zu tun. Diese entsprechen in weiten Teilen dem allgemeinen Bild, das man von ihnen hat, doch werden ihnen auch neue Eigenschaften zugeschrieben.

So ist Henry keineswegs der blutgierige Mörder sondern ein sehr religiöser, aufrichtiger und vorsichtiger Blutsauger, der seine Opfer am Leben lässt und nicht wandeln will, die Werwölfe kennen ein hierarchisches Gesellschaftssystem, und die Zombies sind keine Leichen fressenden Untoten, die über die Menschen herfallen.

Diese Mischung aus Altvertrautem und zeitgenössisch Neuem überzeugt und gefällt.

Außerdem gibt es immer wieder Überraschungen. Zwar war mit diesem Höhepunkt, der die Beziehungen neu definiert, zu rechnen, aber man hätte es erst im Abschluss-Roman erwartet.

Die Protagonisten sind sympathisch und nicht ganz so zickig wie die Figuren, die man der Altersgruppe der 15- bis 25-jährigen momentan so gern zur Identifikation anbietet, denn man vermeint, eher den Einfluss von Serien wie „Nick Knight“ oder „Akte X“ als den von „Buffy“ oder „Charmed“ zu spüren. Das komplizierte Dreiecksverhältnis, das eigentlich ein Kleeblatt ist, tut ein Übriges, um die spannende, mitunter humorige Geschichte zu würzen.

Anders als in der TV-Serie, die den fünf Romanen sehr frei nachempfunden ist und für die das vermutlich zu gewagt war, ist Henry hier bisexuell und hat neben Vicki einen weiteren ‚Blutspender’, den er liebt. Bei Feder&Schwert ist in drei Bänden ein Spin Off, der sich auf Tony konzentriert, erschienen.

In den beiden letzten Büchern sind Vickis Handlungsanteile etwas geschrumpft.

Offensichtlich hatte die Autorin mehr Spaß daran, die Rivalität von Henry und Mike zu beschreiben, die immer besser zusammenarbeiten und jetzt sogar das Kriegsbeil zu Vickis Wohl begraben haben, so dass Vickis Rolle fast schon auf das Hadern mit ihrem Schicksal reduziert wurde. Das könnte sich durch die aktuelle Entwicklung in „Blutschuld“, dem letzten Band, wieder ändern.

Tanya Huffs Serie „Bloodties“ erfüllt alle Erwartungen, die man gegenüber einer spannenden und zeitgenössischen Horror-Serie hat:

Die Protagonisten sind nicht so albern und zickig wie bei „Buffy“ und ihren Nachahmern, die erotischen Momente sind diskret und nicht so deftig wie in den meisten der aktuellen Paranormal Romances, die Romane bieten eine ‚richtige’, nachvollziehbare Handlung, glaubwürdige Dialoge – und damit bestes unterhaltsames Lesefutter für Genre-Fans. (IS)

Titel bei Amazon.de
Blood Ties 04: Blutpakt

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Nacht der Magie

Erstellt von Detlef Hedderich am 5. Juni 2009

Ilona Andrews
Nacht der Magie

Stadt der Finsternis 1
Magic Bites, USA, 2007
Egmont LYX, Köln, 1. Auflage: 3/2009
PB mit Klappbroschur, Horror, 978-3-8025-8214-1, 286 + 14 (Leseprobe aus Eileen Wilks „Wolf Shadow – Verlockende Gefahr“)/1295
Aus dem Amerikanischen von Jochen Schwarzer
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung eines Motivs von Patricia Malina/Shutterstock/Amir Salchi Digital Artist

www.egmont-lyx.de
www.ilonaland.com
www.hildendesign.de
www.nicolinepatricia.com/
http://retrodiva88.deviantart.com/
www.shutterstock.com

Kate Daniels arbeitet als Söldnerin für die Gilde und bekämpft magische Kreaturen, die den Menschen Schaden zufügen wollen. Nachdem ihr Mentor Greg, ein Hellseher, von dem sie sich im Zorn getrennt hatte, ermordet aufgefunden wurde, beginnt Kate zu ermitteln. Der Körper des Toten wurde zerfleischt, und daneben lag die Leiche eines enthaupteten Vampirs. Könnten die Wer-Wesen dahinter stecken?

Die Begegnung mit Curran, dem ‚Herrn der Bestien’, ist von Spannungen geprägt.

Trotz kleiner Machtproben zwingen sich beide zur Kooperation, denn es wird schnell deutlich, dass ein Leichen fressender Upir das Volk der Vampire und das Rudel der Gestaltwandler gegeneinander aufhetzen will.

Alle Spuren weisen auf den Mediziner Crest hin, der sich eine Beziehung mit Kate wünscht und sich auch nicht abschrecken lässt, als er von ihrem gefährlichen Job erfährt…

Liest man die ersten Zeilen, in denen Kate Daniels sich und ihre Welt in einem etwas schnoddrigen Tonfall vorstellt, denkt man als erstes: Nicht schon wieder ein „Buffy“-Nachzieher!“ Gibt man der Lektüre trotzdem eine Chance, wird man einige Seiten später positiv überrascht, denn der Roman tritt nicht in die Fußstapfen der TV-Serie, die so viele andere zeitgenössische Titel beeinflusst hat.

Auch wird zur Abwechslung das Genre Romantic Mystery nicht strapaziert, denn die Hauptfigur konzentriert sich auf die Lösung ihres Falls und plänkelt lediglich am Rande ein wenig mit Crest und Curran.

Ilona Andrews alias Ilona und Andrew Gordon ist es gelungen, der dunklen Welt der magischen Kreaturen eine weitere Facette hinzuzufügen. Vage fühlt man sich an „Shadowrun“ erinnert, denn auch in der Reihe „Stadt der Finsternis“ (von der in den USA bislang drei in sich abgeschlossene Bände erschienen sind) stehen fortschrittliche Technologie und Magie gleichberechtigt nebeneinander, heben sich phasenweise in ihrer Wirkung auf, was das Agieren der Protagonisten oft schwierig macht. Zauberei, Vampire, Gestaltwandler etc. gehören zum Alltag, wobei die Wer-Wesen offensichtlich die attraktivere Spezies darstellen, während die Blutsauger zu Dienern der Nekromanten degradiert wurden.

Kate Daniels steht zwischen den verschiedenen Gruppen, arbeitet mit oder gegen sie, wie es die Situation erfordert. Dabei dominieren Action und Recherche-Arbeit, die mit einer Prise sarkastischem Humor gewürzt werden, während romantische Verwicklungen – zumindest im Auftaktband – keine große Rolle spielen. Die Protagonistin ist eine toughe Amazone, die ihre Fähigkeiten einzuschätzen weiß und sich nicht in ein Heimchen am Herde verwandelt, kaum dass ein Mann ihren Pfad kreuzt. Von diesen ist allerdings nur Curran etwas detailreicher herausgearbeitet, während Crest, Derek und alle übrigen bloß als ‚Heldenbegleiter’ fungieren. Ob sich am jeweiligen Status etwas in den nächsten Bänden ändern wird, bleibt abzuwarten.

Dadurch, dass „Die Nacht der Magie“ nicht zu den paranormalen Romanzen zählt, deren Handlung weitgehend auf Kabbeleien zwischen den Hauptfiguren und deftige Sex-Szenen beschränkt ist, fällt der Band angenehm auf und ist auch für das männliche Publikum interessant.

Hat man Spaß an Reihen wie „“Vampire Academy“, „Dante Valentine“ oder „Dhampir“, die eine ‚richtige’ Geschichte mit glaubwürdigen Protagonisten bieten, wird man auch die Romane aus der „Stadt der Finsternis“ als spannendes Lesefutter schätzen und sich auf die Fortsetzung freuen. (IS)

Titel bei Amazon.de
Stadt der Finsternis 01: Die Nacht der Magie

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1. Peter Naujock
2. Leo Schaffer
3. Andreas Bertoli
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Blutsschwestern

Erstellt von Detlef Hedderich am 16. April 2009

Richelle Mead
Blutsschwestern

Vampire Academy 1
Vampire Academy, USA, 2007
Egmont Lyx, Köln, dr. Erstausgabe: 1/2009
PB mit Klappbroschur, Horror, 978-3-8025-6201-1, 304 (288 + 15 Seiten Leseprobe aus Kimberly Rayes „Suche bissigen Vampir fürs Leben)/1295
Aus dem Amerikanischen von Michaela Link
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung eines Motivs von Shutterstock
Autorenfoto von Michael Ort

www.egmont-lyx.de
www.richellemead.com
www.hildendesign.de
www.shutterstock.com

Richelle Mead ist eine amerikanische Autorin (geb. 1976), die in den Bereichen ‚Urban Fantasy’, ‚Paranormal Romance’ und ‚Young Adult Novels’ schreibt. Die Themen ihrer Romane sind exakt auf die Zielgruppe der 15- bis 25-jährigen Leserinnen, die spannend-romantische Vampir-Geschichten schätzen, zugeschnitten, so dass die Titel der „Vampire Academy“- oder der „Georgina Kincaid“-Serie (geplant für 2009) optimal in das Programm von LYX passen.

Rose Hathaway ist eine Dhampir - das Kind eines Vampirs und eines Menschen - und eine Novizin an der „Vampire Academy“. Nach ihrer Ausbildung soll sie einem Moroi als Wächterin zugeteilt werden. Die Moroi sind – im Gegensatz zu den untoten Strigoi, die von den Moroi seit Generationen bekämpft werden – lebende Vampire, die außerdem über magische Kräfte verfügen. Da sie nicht so stark wie die Strigoi sind, benötigen die Moroi den Schutz der Wächter, die ihrerseits ein großes Interesse haben, die Art der Moroi zu erhalten, da Dhampire nur mit diesen Nachkommen zeugen können.

Rose hofft, dass sie mit Vasilisa Dragomir zusammen bleiben wird, denn die beiden sind nicht nur beste Freundinnen, sondern außerdem auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden, so dass Rose immer weiß, was in der Moroi vor sich geht und wann sie in Gefahr schwebt. Allerdings bringen gerade dieses Band und Lissas magische Kräfte die jungen Frauen in große Schwierigkeiten.

Sie fliehen vor einer unbestimmten Bedrohung, werden gefasst und in die Academy zurück gebracht. Nachdem sie mehrere Monate fort gewesen sind, fällt es beiden schwer, wieder Fuß im Schüler-Alltag zu fassen, denn die Machtverhältnisse haben sich verschoben, und gemeine Gerüchte machen die Runde. Das Schlimmste ist die Behauptung, dass Rose Lissa als ‚Bluthure’ gedient habe – was der Wahrheit entspricht, da keine anderen Spender zur Verfügung gestanden hatten. Aber damit nicht genug: Immer wieder wird Lissa durch Tierkadaver erschreckt, die ein Unbekannter in ihr Zimmer legt.

Um den anderen Schülern all diese Demütigungen heimzuzahlen, greift Lissa auf ein Mittel zurück, dessen Benutzung jedem Moroi verboten ist. Je öfter sie ihre Fähigkeiten einsetzt, umso stärker werden auch ihre Depressionen. Rose spürt, wie das Dunkle in ihrer Freundin wächst, sie immer unglücklicher und labiler wird. Wie kann Rose Lissa davon abhalten, sich selber Schaden zuzufügen oder gar etwas zu tun, das Personen auf sie aufmerksam machen könnte, die Lissa sofort weg schaffen würden - wie jene Lehrerin, die die Mädchen eindringlich gewarnt hatte, diese Kräfte niemals wieder zu benutzen.

Rose beginnt zu recherchieren und erlebt eine Überraschung, die auch sie selber betrifft, aber bevor sie etwas unternehmen kann, wird Lissa entführt…

„Vampire Academy“ schildert den gängigen Alltag in einem Internat mit seinen typischen Intrigen und Liebeleien. Gleichberechtigt neben den ‚Soap’-Anteilen rangiert jedoch eine spannenden Handlung, die durch ihre Komplexität überrascht - eine Mischung, wie man sie aus so erfolgreichen Comic-Serien wie „X-Men“ oder TV-Reihen wie „Babylon 5“ kennt.

Die Geschehnisse werden aus der Perspektive von Rose Hathaway erzählt, die seit ihrer frühesten Kindheit mit der Moroi-Prinzessin Vasilisa Dragomir aufwuchs und eines Tages ihre Wächterin werden soll. Man kann einen Hauch Homo-Erotik hinein interpretieren, denn tatsächlich lässt Rose aus der Not heraus Lissa von ihrem Blut trinken, was stets einen gewissen Effekt auf den Spender hat. Allerdings wird dieser Punkt nicht näher ausgeführt, da es eine klare Trennung zwischen der vertrauten Beziehung zwischen den Freundinnen bzw. zu den jeweiligen Männern gibt.

Die Mädchen hängen umso mehr aneinander, seit Lissa all ihre Angehörigen durch einen Unfall verlor. Allein sie selbst und Rose überlebten wie durch ein Wunder.

Seit diesem tragischen Ereignis besteht auch das geistige Band zwischen den beiden, das allerdings nur in eine Richtung funktioniert, so dass Lissa kaum etwas vor Rose geheim halten kann. Das geistige Band ist etwas Seltenes, das Rose prädestiniert, für immer Lissas Wächterin zu sein. Rose beginnt erst, diesen Punkt zu hinterfragen, nachdem der Stein bereits ins Rollen kam und sie zufällig Hinweise erhält, die sie stutzen lassen.

Rose nimmt die Rolle als Beschützerin sehr ernst und stellt ihren eigenen Lebenshunger zurück, um Lissa, die immer mehr in Depressionen versinkt und an Borderline leidet, beizustehen - die Autorin scheut sich nicht, Tabu-Themen anzusprechen, die viele (junge) Menschen betreffen. Schließlich beginnt Lissa, ihre Kräfte zu missbrauchen: Physisch und psychisch wird sie sich langfristig schaden, und darüber hinaus können noch andere Probleme auf sie zukommen, wenn das Geheimnis aufgedeckt wird. Die Situation eskaliert, als erneut tote Tiere in Lissas Nähe auftauchen, als wüsste jemand von dem, was beide verzweifelt zu verbergen suchen.

Geschickt werden falsche Spuren gelegt, und der wahre Täter - selbst ein Opfer - und seine Beweggründe werden erst am Schluss enthüllt.

Für Rose wird es zunehmend schwieriger, sich um Lissa zu kümmern, denn sie hat noch immer Stubenarrest wegen der Flucht von der Academy und kann sich nur begrenzt auf dem Gelände bewegen. Obendrein weckt Christian Ozera Lissas Interesse. Der düstere Einzelgänger blieb ebenfalls als einziger seiner Familie, deren Mitglieder freiwillig zu Strigoi wurden, übrig. Rose bezweifelt, dass man ihm trauen kann – und sie ist eifersüchtig. Tatsächlich weiß Christian zu überraschen und spielt eine größere Rolle, als es zunächst den Anschein hat. Dabei schlägt Roses Herz für Dimitri Belikov, einen sieben Jahre älteren Wächter, der für Lissa zuständig ist und Rose zusätzliche Trainingsstunden anbietet.

Trotz zahlreicher Hindernisse und eigener Unzulänglichkeiten gelingt es Rose, dem Rätsel, das Lissas eigentümliche Kräfte umgibt, auf die Spur zu kommen. Die Puzzleteile fallen jedoch zu spät an die richtigen Stellen. Es gibt noch andere, die skrupellos ‚Zwang’ einsetzen, um Ziele zu erreichen, die um einiges weiter gesteckt sind, als es die jungen Moroi und ihre Wächter auch nur ahnen. Während Lissa entführt wird, landet Rose in den Armen von Dimitri, der sie seit ihrer ersten Begegnung leidenschaftlich begehrt – und alles andere ist vergessen… Die wohl dosierten erotischen Momente werden allerdings nicht ausgewalzt (wie dies in sehr vielen LYX-Titeln der Fall ist), es wird auch auf derbe Worte verzichtet, und darum knistert es vielleicht sogar um einiges mehr als in den expliziteren Romanen von Lara Adrian, Lynsay Sands & Co., die nichts der Phantasie der Leserschaft überlassen

Und letztlich kommt es doch anders, als man denkt. Das Ende wartet mit einer Überraschung auf und stellt rundum zufrieden. Alle losen Fäden werden verknüpft, und dennoch bleibt durch einige kleine Details die Option auf eine interessante Fortsetzung gewahrt.

Die Autorin überzeugt durch ihre eigene Variante des ‚vampirischen Gesellschaftssystems’, vor dessen Hintergrund junge Erwachsene so agieren, wie man es von ihnen erwartet. Es gibt Geheimnisse, die weit in die Vergangenheit zurück reichen, auf Standesdünkel und Eifersucht beruhende Intrigen, Romanzen, die auf Andeutung statt auf ausführliche Schilderungen setzen, und spannende Action-Szenen ohne unnötiges Blutvergießen. Somit bietet der Auftakt-Band der „Vampire Academy“ alles, was man von einem packenden Horror-Roman erwartet. Das Beispiel zeigt: Es geht auch ohne Splatter, Klamauk oder grafischen Sex als Handlungs-Ersatz.

Einzig über den Konflikt zwischen Moroi und Strigoi, der regelmäßig erwähnt wird, hätte man gern etwas mehr erfahren. Konkrete Motive beider Vampir-Arten für ihre Feindschaft werden nicht genannt. Vielleicht wird das in den folgenden Romanen nachgeholt.

Richelle Mead schreibt mitreißend und in einem gehobeneren Stil, der vor allem Genre-Fans gefällt, denen die Masse der schnoddrigen „Buffy“-Imitate weniger zusagt. Auch wer das Schema, das vielen dieser Bücher zugrunde liegt, längst durchschaut hat, wird froh sein, endlich etwas Abwechslung zu bekommen. Kann man sich für Serien wie Barb & J. C. Hendees „Dhampir“, Stephenie Meyers „Bis(s) zum Morgengrauen“ oder Lisa J. Smiths „Tagebuch eines Vampirs“ begeistern, wird man gewiss auch von „Blutsschwestern“ bestens unterhalten. (IS)

Titel bei Amazon.de
Vampire Academy 01: Blutsschwestern

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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1. Hilma Winkelmeier
2. Friedrich Seitenbauer
3. Frank-Harald Boeck
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Drachenfluch

Erstellt von Detlef Hedderich am 9. April 2009

Alfred Bekker
Drachenfluch

Die DrachenErde-Saga 1
Egmont LYX, Köln, 9/2008
PB, Fantasy, 978-3-8025-8163-2, 399/1295
Titelillustration von Jon Sullivan
Karte von David Ernle

www.egmont-lyx.de
www.alfredbekker.de
www.jonsullivanart.com/

Nach der „Elben“-Trilogie legt Alfred Bekker mit der „DrachenErde“-Saga nun einen neuen phantastischen Zyklus vor, in dem er nicht nur die magischen Fabelwesen auftauchen lässt, sondern auch westliche mit östlichen Kulturen verknüpft. Erschienen ist nun der Auftakt der Geschichte: „Drachenfluch“

Bereits fünf große Zeitalter hat die Welt gesehen und fast ebenso viele mächtige Völker, die ihre Länder besiedelten. Dort wo einst Götter, Magier und Drachen wandelten, herrschen nun die Menschen dank der Hilfe eines abtrünnigen Zauberers, der aus Liebe zu einer sterblichen Frau magische Ringe schuf, mit denen sich die bisher schwächste Rasse die Möglichkeit verschaffen konnte, die riesenhaften Echsen zu beherrschen.

Im Laufe der Jahrtausende sind fünf Reiche entstanden, die nur mit Mühe und Not das zerbrechliche Gleichgewicht der Kräfte und damit auch den Frieden und Wohlstand für alle Völker aufrechterhalten können.

Doch als sich der grausame Tyrann Katagi mit einem Handstreich des Drachenkaiserthrons bemächtigt, bricht ein neues Zeitalter an. Er ist nicht zufrieden mit dem Imperium, das er besitzt, sondern will sich die ganze Welt untertan machen. So schickt er seine Drachenreiter-Samurai aus, um immer mehr Länder unter seine Knute zu bringen.

Dabei muss er nur eine Macht fürchten, die ihm gefährlich werden könnte: Bei seiner Machtergreifung hat der Weise Liisho die fünf kaiserlichen Prinzen in Sicherheit bringen können. Vier davon hat er in den letzten Jahren aufspüren können, nur der fünfte und jüngste bleibt verschwunden – Rajin.

Derweil wächst auf einer kleinen stürmischen Insel im Nordmeer und unter den rauen Seefahrern ein Junge heran, der nicht nur durch seine mandelförmigen Augen und sein dunkles Haar sondern auch durch sein andersartiges Wesen aus den zumeist blonden und schlicht gestrickten Menschen hervor sticht.

Der „Bjonn Dunkelhaar“ genannte Jüngling ist ein herausragender Jäger und Kämpfer, der vom Glück begünstigt zu sein scheint, und sich so seinen Platz in der Gemeinschaft gesichert hat. Dennoch verrät er niemandem – nicht einmal seiner großen Liebe Nya –, dass er immer wieder eine Stimme in seinem Kopf hört, die ihn davor warnt, nicht aufzufallen.

Doch dann fallen eines Tages Drachen über sein Heimatdorf her und zwingen den jungen Mann zu handeln. Das setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die ihn schon bald das Schicksal der Welt in den Händen halten lässt.

Es scheint, als habe Alfred Bekker die „Elben“-Trilogie zum Aufwärmen gebraucht, denn der Auftakt der „DrachenErde“-Saga liest sich wesentlich spannender und besitzt eine eigentümliche, aber interessante Atmosphäre. Schon im Prolog baut er eine Mythologie auf, die sich immer wieder in der Handlung widerspiegelt und nicht nur für sich steht. Hinweise deuten darauf hin, dass es um mehr als nur die Rückeroberung eines verlorenen Throns und den Sturz eines Tyrannen geht.

Dennoch vergisst der Autor darüber nicht die Handlung. In einem spannenden Mix aus Beschreibung und Action treibt er den jungen Helden seiner Bestimmung entgegen, in der er von zwei älteren Kampfgefährten begleitet wird. Frauen spielen eher eine untergeordnete Rolle. Aber das ist auch ganz typisch für Romane, die sich vor allem an jüngere männliche Leser wenden, die spannende Abenteuer ohne Romantik wollen.

Zwar erfindet der Autor das Rad nicht neu und verwendet eine Menge klassischer Versatzstücke, die Geschichte wird dadurch aber nicht komplett vorhersehbar. Immer wieder gibt es noch kleine Überraschung. Auch ist die Handlung gut durchdacht, und die verschiedenen Ebenen werden am Ende gelungen zusammen geführt.

Alles in allem bietet „Drachenfluch“ vor allem für junge Rollenspieler und Fantasy-Fans, die actionreiche und exotische Abenteuer wünschen, gelungenen Lesespaß, der auch einmal ohne Elfen, Zwerge und Orks auskommt. (CS)

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Die Drachenerde Saga 01. Drachenfluch

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1. Lisa Klawitter
2. Holger Specht
3. Franziska Kosch-Nagula
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