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Tor zur Apokalypse

Erstellt von Werner Karl am 12. März 2010

tor-zur-apokalypseScott & David Tipton
Star Trek - The Next Generation: Tor zur Apokalypse

Star Trek: Intelligence Gathering, Paramount, USA, 2008/09
Cross Cult, Ludwigsburg, 12/2009
SC, Comic, SF, Action
ISBN 9783941248441
Aus dem Amerikanischen von Christian Langenhagen
Titelillustration von David Messina
Zeichnungen von David Messina, Mirco Pierfederici, Gianluigi Gregorini
und Sara Pichelli, Farben von Ilara Treaversi und Giovanna Niro

www.cross-cult.de
http://davidmessinart.blogspot.com/
http://mircopierfederici.blogspot.com/
http://sara-pichelli.blogspot.com/

Obwohl der neue „Star Trek“-Film das alte Universum des Raumschiffs Enterprise in eine andere Realität verbannt hat, werden Autoren und Künstler doch nicht müde, die Geschichte der Helden aus den letzten Fernsehserien weiter zu spinnen, weil sicher sein dürfte, dass diese nicht mehr offiziell fortgesetzt werden. So sind Tür und Tor für Neuinterpretationen geöffnet, auch wenn diese noch in der Zeit stattfinden, die von der Serie abgedeckt werden. So ist „Star Trek - The Next Generation: Tor zur Apokalypse“ vermutlich in der sechsten oder siebten Staffel der Serie angesiedelt.

Es sieht zunächst wie ein kleinerer Routinezwischenfall aus, als die U.S.S. Enterprise zum modernsten Archiv der Föderation gebeten wird, um dort bei der Reparatur des positronischen Gehirns zu helfen. Immerhin sind mit Geordi La Forge und Data zwei Fachleute an Bord. Gerade von Letzterem erhofft man sich die meiste Unterstützung, ist er doch die bekannteste künstliche Lebensform. Allerdings stellt der Androide dann auch die entscheidende Frage, die alle Menschen innehalten lässt: Haben sie überhaupt das Recht, die künstliche Intelligenz zu vernichten, die sich im Archiv entwickelt haben könnte, nur weil sie plötzlich ein eigenständiges Bewusstsein besitzt?

Dann untersucht ein Außenteam seltsame Vorgänge auf einem Planeten, muss sich aber zurückziehen und fliehen, weil sie ohne ersichtlichen Grund von ziemlich aggressiven Planetenbewohnern angegriffen werden, die nur ein Ziel haben: sie zu töten. Derweil geht die Enterprise einem Notruf nach. Ein Schiff der Föderation, die Jackson, scheint in Not geraten zu sein; der Captain spricht von einem Hüllenbruch. Doch auch das erweist sich als nicht ganz richtig. Das macht Jean-Luc Picard stutzig, und er beginnt nach Zusammenhängen zu suchen, die vorher noch nicht da waren. Und tatsächlich führt die Spur zu ihm nicht ganz unbekannten Personen und einer überraschenden Erkenntnis …

Tatsächlich liest sich die Miniserie wie eine Episode aus der Reihe. Die bekannten Figuren tauchen so auf, wie man es gewohnt ist, und ein Rätsel nach dem anderen tut sich vor den Helden auf, das sich langsam aber sicher zu einem Muster zusammen fügt. Das alles wird mit ein wenig Action und Drama garniert, bis zum Höhepunkt, in dem das gesamte Komplott offen gelegt wird. Von der Stimmung her ist die Geschichte gelungen, auch wenn sie nicht wirklich spannend ist, da zu wenige Hinweise früh genug eröffnet werden und die Lösung eher simpel wirkt. Aber sie kann zumindest inhaltlich mit den meisten verfilmten Episoden mithalten.

Allerdings sollte man schon etwas mit den Nebenfiguren anfangen können, um überhaupt das Verhalten und die Beziehungsgefüge zwischen ihnen zu verstehen, da es keine besonderen Erläuterungen dazu gibt. Die Illustrationen sind leider ebenso durchschnittlich, da die Figuren nur selten wirklich an ihren Gesichtern zu erkennen sind und alles insgesamt recht flächig und detailarm gezeichnet ist. Alles in allem wendet sich „Star Trek - The Next Generation: Tor zur Apokalypse“ in erster Linie an die Fans, die gerade auch die Nebenfiguren und das Universum ein wenig besser kennen und die kleinen Anspielungen auf Episoden der Serie zu verstehen wissen.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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Star Trek - The Next Generation: Tor zur Apokalypse

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Offenbarung 1

Erstellt von Werner Karl am 28. Februar 2010

offenbarung-1S. D. Perry
Offenbarung 1
Star Trek – Deep Space Nine 1

Star Trek – Deep Space Nine: Avatar, Book One, USA, 2007
Cross Cult, Asperg, 10/2009
Taschenbuch, Science Fiction
ISBN 9783941248519
Aus dem Amerikanischen von Christian Humberg
Titelbild von Paramount Pictures Corporation

www.cross-cult.de
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www.fantasticfiction.co.uk/p/s-d-perry/

Die zweite der neuen „Star Trek“-Serien war „Deep Space Nine“. Etwa drei bis vier Jahre nach „The Next Generation“ wurde sie geschaffen, um eine ganz andere Sicht auf das Universum von Genre Roddenberry zu werfen. Diesmal reisten die Menschen nicht in erster Linie durch unbekannten Raum, stattdessen kam er durch ein Wurmloch zu ihnen und mit ihm Völker und Spezies, die bisher noch niemandem bekannt waren. Zum anderen standen Wissenschaft und Glauben immer im Widerstreit zueinander, wenn die Bajoraner - in deren Nähe sich die Station befand - wieder einmal ihren Weg gingen und nicht den von der Föderation gewohnten, vor allem in Bezug auf die cardassianischen Erbfeinde, unter deren Besatzung sie über Jahrzehnte gelitten hatten.

Als erste der „Star Trek“-Serien wurde sie düster und mit einem durchlaufenden Handlungsbogen ausgestattet, was nicht zuletzt an der erfolgreichen Konkurrenz lag, die neue Maßstäbe setzte: „Babylon 5“. „Deep Space Nine“ musste wohl oder übel nachziehen und wurde so sehr untypisch für das Universum. Dem tragen auch die Romane Rechnung, die drei Monate nach dem Ende der Fernsehserie spielen. Der Krieg gegen das Dominion mag zu Ende sein, und die Feinde aus dem Gamma-Quadranten können nicht mehr zurückkehren, aber noch gibt es Verbände und Flotten, die die Region durchstreifen und Rache wollen.

Benjamin Sisko, der ehemalige Kommandant der Station, ist zum Volk seiner Mutter zurückgekehrt, was ihn in den Augen der Bajoraner, die die Wurmlochwesen als göttliche Entitäten ansehen, noch mehr zu einem Auserwählten macht und seinen Sohn Jake Sisko gleich mit ihm. Der junge Mann sucht auf einer alten Ausgrabungsstätte auf Bajor Antworten und findet schließlich einige, die ihm nicht ganz so behagen und auch sein noch ungeborenes Halbgeschwisterchen betreffen.

Derweil versucht Kira Nerys, auf „Deep Space Nine“ die Ordnung wieder herzustellen, was gar nicht so einfach ist. Den Posten des Sicherheitschefs hat ausgerechnet Ro Laren übernommen, die bis vor kurzen für den Maquis gegen die Cardassianer gekämpft hat. Zwar weiß sie, wie sie mit den meisten umgehen muss, aber sie hat kaum Rückhalt bei den Angehörigen der Sternenflotte, die sie als Deserteurin sehen. So stehen die beiden Frauen vielen Problemen gegenüber und erhalten nur wenig Unterstützung. Sie ahnen nicht, dass sich die Lage schon bald verschlimmern könnte, denn die „Enterprise“, das Flaggschiff der Föderation, hat eine Entdeckung gemacht, die ihr Leben bald völlig auf den Kopf stellen könnte.

Vor allem Fans der Serie dürften die neure Romanreihe lieben. Es gibt ein Wiedersehen mit den alten Helden aus „Deep Space Nine“ und „The Next Generation“, auch beliebte Nebenfiguren wie Ro Laren wurden zurückgeholt. Die ganzen Auftritte von Captain Picard und seiner Crew oder den Figuren auf der Station und die Entwicklungen auf dieser nehmen allerdings so viel Raum ein, dass die eigentliche Handlung noch nicht in Gang kommt und der Roman selbst offen endet. Bisher gibt es nur Andeutungen, die mit dem Fund der „Enterprise“ und einer alten Prophezeiung zusammen hängen, die Jake auf Bajor entschlüsselt. Dementsprechend flach ist die Spannungskurve und zieht erst zum Ende hin an, so dass man gar nicht anders kann, als sich auch noch den zweiten Band zuzulegen.

Alles in allem machen die Autoren ihre Arbeit sehr gut. Die Figuren sind klug und glaubwürdig weiter entwickelt, man erkennt sie problemlos wieder und ist gespannt, wie sie mit den neuen Gegebenheiten zurechtkommen. Da man schon wissen sollte, wie die Serie endete, wenden sich die Romane in erster Linie an die Fans und nicht an Gelegenheitsleser. Und die werden durch das erste Buch von „Offenbarungen“ neugierig gemacht, wie es denn auf „Deep Space Nine“ weiter geht.

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Offenbarung 1

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Offenbarung 2

Erstellt von Werner Karl am 10. Februar 2010

offenbarung-21S. D. Perry
Offenbarung 2
Star Trek – Deep Space Nine 2

Star Trek – Deep Space Nine: Avatar, Book Two, USA, 2007
Cross Cult, Asperg, 12/2009
Taschenbuch, Science Fiction
ISBN 9783941248526
Aus dem Amerikanischen von Christian Humberg
Titelbild von Paramount Pictures Corporation

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Die beiden Romane „Offenbarung“ von S. D. Perry sind drei Monate nach dem Ende der Serie angesiedelt. Zwar ist der Krieg gegen das Dominion inzwischen zu Ende, und die übermächtigen Gegner haben sich in ihren Quadranten zurückgezogen, aber es gibt immer noch Splittergruppen ihrer Gefolgsleute, die Rache und Kampf wollen. Auch in der Föderationen und ganz besonders auf Bajor und der Raumstation leckt man sich die Wunden. Das Kommando über „Deep Space Nine“ führt nun Kira Nerys. Sie versucht, die Fäden in der Hand zu halten, was nicht ganz so einfach ist, da eine uralte Prophezeiung ihres Volkes für neue Unruhe sorgt. Denn diese sagt nicht nur voraus, dass ausgerechnet das zweite Kind ihres Vorgängers Benjamin Sisko der Friedensbringer für ihr Volk sein wird, sondern auch noch, dass dessen Geburt der Verlust von zehntausend Leben voran gehen muss.

Mit der Meinung, dass dies nicht sein soll und vor allem der Bevölkerung ihrer Heimat kundgetan werden muss, weil schon jemand gestorben ist, der das auch tun wollte, stellt sie sich gegen die Vedeks, die Hüter des Glaubens. Und als sei das nicht genug, bricht Jake Sisko in einem Shuttle auf, um seinen Vater aufzusuchen, der selbst zur Hälfte ein Wurmlochwesen ist und als letztes Versprechen bei ihnen geblieben ist. Derweil bringt das Raumschiff ‚Enterprise’ eine kostbare Fracht nach Bajor zurück: den lange verloren geglaubten ‚Drehkörper der Erinnerung’. Und zu guter Letzt sorgt auch noch ein Jem’Hadar für Unruhe, der angeblich eine Nachricht von Odo bringt. Doch ob dies stimmt, ist nicht ganz so einfach zu beweisen und führt beinahe zu einer Katastrophe.

Wirklich voran kommt die Geschichte in diesem Band nicht. Zwar werden die Fäden aus dem ersten Band weiter gesponnen, und viele aus „Deep Space Nine“ und „The Next Generation“ bekannte Figuren erhalten einen Auftritt, selbst der bei seinem eigenen Volk zurück gebliebene Odo, aber nur wenige Fragen werden beantwortet, Beziehungen zwischen den Figuren geknüpft und weiter entwickelt - mehr nicht. Ein wirklich großer Konflikt bleibt aus, ebenso wie die Auflösung der Geheimnisse. Die Figuren kommen ein Stück weiter, aber nicht wirklich an ihr Ziel. Und das ist schon ein wenig frustrierend, zumal der erste Band der Geschichte ähnlich gewichtet war. Es gibt leider keinen Höhepunkt in dem Buch, das eher dahin plätschert und eine Szene an die andere reiht, nur die Hoffnung bleibt, weitere Antworten vielleicht im nächsten Band zu erhalten.

Alles in allem wendet sich „Offenbarung – Buch zwei“ vor allem an Fans der „Star Trek“-Serien, insbesondere „Deep Space Nine“, die gerne wissen wollen, wie sich die Situation auf der Station und Bajor weiter entwickelt, was ihre Helden noch alles erleben, und die nichts dagegen haben, dass sie noch ein wenig länger hingehalten werden.

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Offenbarung 2

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The Surrogates

Erstellt von Werner Karl am 24. Januar 2010

the-surrogatesRobert Venditti
The Surrogates

USA, 2006
Cross Cult, Ludwigsburg, 9/2009
HC, Graphic Novel im Comicformat mit umfangreichem Zusatzmaterial
Science Fiction, Action
ISBN 9783941248311
Aus dem Amerikanischen von Christian Langenhagen
Titelillustration und Zeichnungen von Brett Weldele

www.cross-cult.de
www.brettweldele.com

Die Zukunftsvisionen haben sich in den letzten dreißig Jahren mit der fortschreitenden Weiterentwicklung der Computertechnik sehr stark verändert. Bestanden die frühen Visionen eher aus Katastrophenszenarien oder dem handfestem Terror totalitärer Regime, spielt sich heute immer mehr in virtuellen Welten ab oder überträgt das Bewusstsein der Menschen in eine andere Ebene. So auch in der Graphic-Novel „The Surrogates“ von Robert Venditti und Brett Weldele, deren Verfilmung mit Bruce Willis im Winter 2009 in die Kinos kommt. Im Jahr 2054 scheint ein Traum wahr geworden zu sein. Mit dem entsprechenden Bankkonto ist man nicht mehr länger darauf angewiesen sein Haus zu verlassen, sondern kann sein Bewusstsein in ein so genanntes ‚Surrogat’ transferieren, einen kybernetischen Körper, der so gestaltet ist, wie man ihn haben möchte, um seiner Arbeit nachzugehen oder mit anderen Menschen zu interagieren.

In dieser schönen neuen Welt muss niemand mehr unter Vorurteilen wegen seinem Aussehen, Geschlecht oder seiner Hautfarbe leiden, denn das kann durch das entsprechende Surrogat verschleiert werden. Die Luxusmodelle ermöglichen sogar gefühlsechten Sex. Auch Gewalt und Verbrechen sind dadurch auf ein geringes Maß gesunken. So haben die Polizeibeamten Harvey Greer und Pete Ford nur wenig zu tun – bis zu dem Tag, an dem eine grausame ‚Mord’-Serie beginnt. Ein vermummter Techno-Terrorist zerstört ein Surrogat nach dem anderen und scheint dem virtuellen Leben den Kampf angesagt zu haben. Doch wer steckt dahinter? Etwa ‚Der Prophet’, ein obskurer Sektenführer, der schon vor Jahren gegen die neue Technologie gewettert hat, oder jemand, der bisher seine Karten noch nicht aufgedeckt hat?

Harvey Greer muss sich seinem Gegner bald persönlich stellen, denn sein Surrogat wird bei ihrer ersten Begegnung zerstört, und ein Ersatz ist noch nicht in Sicht. So ist der Polizeibeamte das erste Mal nach Jahren gezwungen, sein Haus zu verlassen und sich wieder selbst der Außenwelt zu stellen – und allen Gefahren, die ihn dort erwarten. Düster und fatalistisch wie einst in „Blade Runner“ muss sich ein alternder und abgewrackter Held einer kalten, neuen Welt stellen und versuchen, den Feind zu finden, nur um von ihm am Ende wachgerüttelt zu werden. Doch wie so oft schlägt ihm das Schicksal ein böses Schnippchen und lässt am Ende offen, ob er mehr daraus macht.

Die beiden Künstler erzählen ihre Geschichte mit einer düsteren Intensität, die einen manchmal ziemlich schaudern lässt. Dazu passen die kalten und oftmals schmutzigen Farben, die die Kälte dieser schönen neuen Welt deutlich hervorheben. Ganz im Gegensatz dazu stehen die Hochglanz-Prospekte der Firma, die die Surrogate produziert, und eine schöne neue Welt der Perfektion und Eleganz suggerieren, in der jeder das sein kann, was er gerne sein möchte, ohne sich selbst körperlich verändern zu müssen. Viele Menschen sind bereits so süchtig nach diesen Stellvertretern, dass der gewaltsame Einbruch in die heile Welt zu einem grausamen Schock wird, den nicht alle verkraften können. Auch die nachfolgenden Reaktionen sind sehr realistisch und nachvollziehbar umgesetzt, so dass man am Ende sehr nachdenklich zurückbleibt.

Gerade der Gegensatz zwischen der Werbung und der dahinter stehenden Geschichte ist sehr faszinierend und berührend. Das beweist auch das umfangreiche Zusatzmaterial, das einige Punkte nochmals vertieft. Alles in allem ist „The Surrogates“ die gelungene und engagiert umgesetzte Vision einer zukünftigen Welt, auf die wir durchaus zusteuern könnten, wenn die Entwicklungen so weiter laufen wie bisher.

Christel Scheja (CS)
 
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M - Eine Stadt sucht einen Mörder

Erstellt von Werner Karl am 3. Januar 2010

m-eine-stadt-sucht-einen-morderJon J. Muth & Fritz Lang
M - Eine Stadt sucht einen Mörder

M, USA, 2008
Nach dem Drehbuch des Filmklassikers „M - Eine Stadt sucht einen Mörder
 von Fritz Lang und Thea von Harbou (1931)
Cross Cult, Ludwigsburg, 6/2009
HC, Graphic Novel im Comicformat, Krimi, Drama
ISBN 9783941248205

Aus dem Amerikanischen von Jochen Ecke
Titelillustration und Zeichnungen von John J. Muth

www.cross-cult.de
www.jonjmuth.com/

Fritz Lang war in mehr als nur einer Hinsicht ein visionärer Pionier und Filmemacher. Nach dem utopischen SF-Klassiker „Metropolis“ entstand nur ein paar Jahre später und als einer der ersten deutschen Tonfilme „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“, in dem er den Mythos vom schwarzen Mann real machte. Nicht länger waren brutale Serienkiller nur der Realität und der Sensationspresse vorbehalten, sie bekamen auch im Kino durch den jungen Peter Lorre erstmals Gesicht und Stimme. Und der 1931 veröffentlichte Film überschritt ein weiteres Tabu: Erstmals waren Kinder die Opfer von Besessenheit und Gier. Eine bedrückende graue Stimmung liegt über einer europäischen Großstadt, irgendwann gegen Ende der 1920er Jahre. Allein die Kinder versuchen, sich durch Spiele aufzumuntern, aber ihre Lieder schrecken die Erwachsenen noch mehr auf. Konnte man seinen Nachwuchs zuvor noch damit erschrecken, dass der ‚Schwarze Mann’ kommen und sie holen würde, so ist das inzwischen bittere Realität geworden.

In der letzten Zeit sind immer wieder Kinder spurlos verschwunden, und es wird sogar gemunkelt, dass man ihre Leichen gefunden habe. Genaueres weiß man aber nicht, da die Polizei nichts nach außen dringen lässt. Dort ist man selbst ratlos, denn mit einem solchen Fall ist man bisher noch nicht konfrontiert worden. Zwar klappert man die üblichen Verdächtigen ab und zieht in den zwielichtigen Vierteln mehr Razzien als sonst durch, aber finden können sie keinen Schuldigen. Da sie sich zu sehr bedrängt fühlen und nur noch möchten, dass wieder Ruhe einkehrt, kommen die Diebe, Bettler und sonstigen Verbrecher zusammen, denn in diesem Fall ist man sich einig. Man will den Außenseiter finden, der diese Morde begeht. Und so entwickelt die Unterwelt einen ausgeklügelten Plan, um den wahren Mörder zu finden. Tatsächlich gelingt es einem Taschendieb, einen unauffälligen jungen Mann bei frischer Tat zu beobachten und zu markieren. Und so beginnt die Hetzjagd auf den von nun an mit einem „M“ gebrandmarkten Unbekannten…

Wer den Film gesehen hat, kann feststellen, wie genau sich Jon J. Muth an das Drehbuch und die Bildsprache des Films gehalten hat. Schon alleine die fotorealistischen Zeichnungen atmen die Atmosphäre, die der Film auf heutige Zuschauer haben dürfte. Leicht vergilbt und unscharf werfen sie einen Blick auf eine unwirkliche und fremde, graue Welt der Angst und Depression, spielen wie die Schwarz-Weiß-Filme mit Licht und Schatten und entwickeln eine ganz eigene Bildsprache. Die Geschehnisse nehmen einen sehr ruhigen und fast schon unspektakulären Verlauf, tatsächlich aber kommt es nicht auf die Action an, sondern eher auf die intensive und eindringliche Atmosphäre, die zeigt, wie sich die Stimmung von Fassungslosigkeit und Angst schließlich in Wut verwandelt und am Ende sogar die Polizei zum Retter des Schuldigen macht.

Wie der Film ist auch die Graphic Novel ein eher schweres Kaliber. Sie arbeitet mit unterschwelligen Hinweisen, stellt Moral und Gerechtigkeit in Frage und überlässt es dem Zuschauer, ob er den Mörder als Bestie oder als Opfer der Umstände sehen möchte. Die Atmosphäre der Depression in den frühen 1930er kommt sehr gut zum Tragen, ebenso wie die Hilflosigkeit der Menschen, die zum ersten Mal mit einem solchen Verbrechen konfrontiert werden. Und auch der moderne Leser kann sich fragen, wie er sich in diesem Falle verhalten würde, denn man kommt sehr schnell dazu, sich mit den Jägern zu solidarisieren.

Ergänzt wird der Band noch durch Essays zum Thema, das später nur ein weiteres Mal in „Es geschah am helllichten Tag“ aufgegriffen wurde, zu dem Film, seiner Entstehungsgeschichte und seiner Wirkung auf die Zuschauer und die Umsetzung in die Graphic Novel. Das macht „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ zu einer Geschichte, die gerade in der heutigen Zeit, in der immer offener über Kindesmissbrauch und Mord durch männliche Straftäter berichtet wird, aktueller ist denn je.

Christel Scheja (CS)
 
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The Life Eaters

Erstellt von Werner Karl am 29. November 2009

the-life-eaters1The Life Eaters
David Brin & Scott Hampton

Cross Cult Verlag, 2009
ISBN 9783941248151
Comic, Hardcover, deutschsprachig
Originaltitel: Life Eaters, 2003
Übersetzer: Jens R. Nielsen
Story: David Brin
Zeichnungen: Scott Hampton
Umfang: 140 Seiten

www.cross-cult.de

Vorwort:
Bevor ich den Klappentext las, hat mich allein das Titelcover umgehauen. Adolf Hitler und ein übergroßer Held – ein rothaariger, muskelbepackter Kämpfer – stehen Seite an Seite auf einem Hügel aus amerikanischen Soldatenleichen. Dahinter weht die zerfetzte Stars-&-Stripes-Flagge der USA. Zwei Zeitepochen, die der nordischen Sagenwelt und die des Zweiten Weltkrieges, prallen aufeinander, bedeutungsschwer und unheildrohend. Mir war klar: Das ist eine Geschichte – eine Alternativweltgeschichte – ganz nach meinem Geschmack. Was wäre, wenn die Nazis den Krieg nicht verloren hätten, sondern… (Ich bitte zu beachten, dass Parallelwelten mich faszinieren. Ich bin kein Neonazi!)

Zur Geschichte:
Und tatsächlich ist es so gekommen. Der mystische Aberglauben der Nationalsozialisten, der arische Größen- und Rassenwahn und dunkle Magie lassen auf der Erde die nordischen Götter, die Asen, auferstehen. Als Helfer und Herrscher der Nationalsozialisten wenden Sie das Kriegsglück der Alliierten Streitkräfte und werfen diese mit im wahrsten Sinne des Wortes übermenschlichen Kräften nieder.

Es vergehen zwei Jahrzehnte Blutvergießen und Leid, bis sich die Armeen der Nazis, geführt von Odin und Thor und einer Vielzahl von Asenhelden einem neuen Feind entgegenstellen. Denn in Afrika und in den Weiten Russlands hat sich ein ebenso mächtiger Feind etabliert. Die heißen Götter, das perfekte Gegenteil zu den kalten Göttern aus dem Norden. Auch in Asien und Afrika sind die schrecklichen Götter alter Mythen und tropischer Blut-Kulte auferstanden, und sie leisten den Asen erbitterten Widerstand. Aber nicht, um die Menschheit vor der Versklavung durch die Nazis und Asen zu bewahren, sondern um selbst ihren Anteil an den Menschen zu ernten. Denn alle wiedererweckten Gottheiten haben nur ihre eigenen Ziele im Sinn, und da ist die Herrschaft über die ganze Erde nur ein Teil ihres Planes.

Die einzige Hoffnung der freien Menschheit besteht in einer Allianz aus Kämpfern aller Nationalitäten, die sich vorher bis aufs Messer über Jahrhunderte bekämpft hatten: Juden und Araber, Christen und Moslems, Amerikaner und freie Deutsche; sie alle bilden eine kleine, dritte Kraft, die verzweifelt um ihr Überleben – und das der ganzen Welt – kämpfen. Und sie erhalten Unterstützung von einem, dem sie nicht hundertprozentig trauen: Loki, ein Verräter an seinem Asengeschlecht. Er verfolgt ebenfalls eigene Pläne und diese sind nicht das Heil für die Menschen, wie er es ihnen verspricht.

Ich möchte an dieser Stelle nur noch so viel verraten: Wie und warum die alten Götter wieder auf Erden wandeln können, ist ein schreckliches Geheimnis. Fanatismus und Religion haben noch nie zum Guten geführt und hier schon erst recht nicht. Und die Geschichte bietet an mindestens zwei Stellen eine Wendung, die ich nicht erwartet hatte und das ist es, was ich von einer guten Geschichte mir erhoffe: ich möchte überrascht werden und das ist David Brin gelungen.

Zum Buch:
Wie anfangs erwähnt, ist das Titelcover ein Highlight, leider kann der Zeichner Scott Hampton diese Qualität im Inneren nicht halten, bzw. ist eine deutliche Vereinfachung festzustellen. Das ist doppelt schade, denn dass er es kann, zeigt er ja und das Gesamtwerk, wenn man diesen Begriff für einen Comic verwenden möchte, würde erheblich an Bildgewalt gewinnen. Die Story gibt mehr als genug Anlass zu faszinierenden Szenen. Ich vermute, dass entweder die Aufgabenstellung, Zeit- und Kostendruck hinter der abgeschwächten Zeichenqualität stehen. Vielleicht auch die innere Einstellung des Zeichners selbst, der nach dem Nachwort David Brins eine kleine Zeichenstudie mit den wenigen Worten schließt: Hey Leute! Hier geht´s nur um Comics!

David Brin als Autor hingegen hat seine Aufgabe sehr gut erfüllt. Er bietet eine packende Story, die endlich einmal nicht das ewige offene Ende lässt, sondern sauber abschließt. Der Autor ist mir im Genre Science-Fiction ohnehin mit den Romanen zum Uplift-Universum und einem weiteren Dutzend SF-Geschichten gut in Erinnerung.

Zum oben erwähnten – von mir nur vermuteten – Kostendruck sei noch angemerkt, das 25,– € auch in €-Zeiten ein fetter Brocken sind. Vielleicht sollte man sich hier tatsächlich noch mal vor Augen führen, dass dies einmal fast 50,– DM waren! Scheinbar tickt hier die Comic-Fangemeinde anders als die Freunde von geschriebenen Texten. Für weitere Publikationen sei dem Verlag nur angeraten, solche Preise auch mit einer Qualität zu rechtfertigen, welche das Coverbild verspricht.

Copyright (C) 2009 by Werner Karl

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The Life Eaters

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Thomas der Trommler

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

thomas-der-trommlerPeter Wiechmann
Thomas der Trommler

Deutschland, 1978/79
Cross Cult, Asperg, 4/2008
HC, Comic, Abenteuer
ISBN 9783941248274
Titelillustration und Zeichnungen von Josep Gual und Juan Sarompas

www.cross-cult.de
www.peter-wiechmann.de
www.josepgual.com/
http://lambiek.net/artists/s/sarompas_juan.htm

Peter Wiechmann, einigen vielleicht auch schon durch „Hombre“ oder „Andrax“ bekannt, schuf in den späten 1970er Jahren zusammen mit den spanischen Zeichnern Josep Gual und Juan Sarompas die Serie „Thomas der Trommler“. Die Episoden erschien in dem Comic-Magazin „YPS“, das vor allem durch seine legendären Gimmicks in den Zeitschriftenläden auffiel, denn die Spielzeug-Zugaben, die heute bei den Magazinen und Comic-Heften für Kinder gang und gäbe sind, waren damals noch so gut wie unbekannt; den Heften war zuvor allenfalls einmal ein Poster oder einige Sticker beigeheftet worden.

„Thomas der Trommler“ führt in eine der düstersten Epochen der deutschen Geschichte zurück. Mitteleuropa ist der Schauplatz des ‚30-jährigen Krieges’, in dem nicht nur die beiden unterschiedlichen christlichen Glaubensrichtungen aufeinander stießen, sondern auch ganz bewusst machtpolitische Kämpfe ausgefochten wurden. Nur durch die Gnade eines Söldners, der sich an seinen eigenen Sohn erinnert fühlt, überlebt Thomas den Angriff einer Gruppe aus Tillys Heer auf das Gut seiner Eltern. Die Gebäude brennen nieder, und alle, die er kennt, sterben. Der Junge wird in das feindliche Lager verschleppt und nach einigen Schwierigkeiten schließlich Trommler. Doch schon bald erweist sich, dass in dem Jungen ein wacher Verstand und listenreiches Denken steckt. Da ihm zuwider ist, dass ständig so viele Menschen sterben müssen, versucht er, wo er kann, das Leid zu verhindern. Er unterstützt auch den Feldscher mit seinen Kenntnissen über die Wundbehandlung und wird nach der Eroberung eines strategisch wichtigen Turms am Rande eines Schlachtfelds schließlich Anführer einer Gruppe von Freischärlern, die anders als das normale Heer operieren.

Zusammen mit drei Männern, die selbst Außenseiter sind, wie der Bogenschütze Dschingis, der aus den weiten Steppen Asiens kommt, ebnet er Wege, indem er verhandelt. Er erkundet das Land und unterstützt auch die einfache Bevölkerung beim Überlebenskampf. Er ist vielleicht nicht immer so erfolgreich, wie er möchte, aber er rettet unzählige Leben – bis zu dem Tag, an dem er sich gegen seinen eigenen Feldherrn stellen muss. Auch wenn vieles natürlich sehr jugendgerecht dargestellt und damit verharmlost wird, verschweigt der Autor zusammen mit den Zeichnern dennoch nicht die Schrecken und Grausamkeiten dieses Krieges, unter dem vor allem die Zivilbevölkerung zu leiden hatte, wenn ihre Region zum Schauplatz von Schlachten wurde. So ist es nicht verwunderlich, dass die junge Identifikationsfigur Thomas zu einem klassischen Helden wird, der sowohl moralisch, als auch von der Bildung her vielen Erwachsenen etwas voraushat. Zusammen mit seinen kampfstarken Begleitern verhindert er Grausamkeiten, wo er kann, bleibt dabei aber weitestgehend auch im heutigen Sinne moralisch gerecht.

Die Geschichten sind zwar etwas einfach und oft nach dem gleichen Schema gestrickt, aber spannend und abwechslungsreich erzählt, selbst wenn man vom Stil her das Alter des Comics merkt: Er ist doch noch ein wenig belehrender als moderne Geschichtsinterpretationen. Die Erzählungen besitzen zudem eine intensive Atmosphäre, die viel Einblick in das Leben zu dieser Zeit gibt. Interessant sind auch die historischen Exkurse, die näher auf das Leben der Leute in den Heeren und die Landsknechte eingehen, aber auch Hintergrundwissen über die Zeit zwischen 1618 und 1649 vermitteln. Durch den Verzicht auf Farbe kommen auch die detailreichen Zeichnungen besser zur Geltung. Sie wirken auch so plastisch und lebendig, erinnern ein wenig an die frühen Zeichnungen von Hal Foster zu „Prinz Eisenherz“.

Alles in allem ist die Serie „Thomas der Trommler“ ein spannender historischer Comic, der all denen gefallen dürfte, die klassisch erzählte Fantasy- und Geschichtsabenteuer mögen, in dem eine vergangene Epoche plastisch beleuchtet wird. Inhaltlich ist die Saga immer noch aktuell, auch wenn man ihr schon stellenweise das Alter anmerkt, da heutzutage nicht mehr ganz so belehrend erzählt wird. (CS) (3xPRT)

Titel bei Amazon.de:
Thomas der Trommler

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1. Tommy Münch
2. Helge Fenner
3. Karl Wohlgemuth
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Star Trek – Der Roman zum Film

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

star-trek-e28093-der-roman-zum-filmAlan Dean Foster
Star Trek – Der Roman zum Film

Star Trek. Film Tie-In, USA, 2009
Cross Cult, Ludwigsburg, 5/2009
TB, Movie-Tie-In, SF
ISBN 9783941248052
Aus dem Amerikanischen von Susanne Döpke
Titelbild (Logo) von Paramount Pictures Corporation

www.cross-cult.de
www.startrekromane.de
www.alandeanfoster.com/

Die Geschichte von „Star Trek“ beginnt mit einem Zeitparadoxon. Ein Raumschiff aus der Zukunft kommt in die Vergangenheit und vernichtet das Schiff, auf dem James Tiberius Kirk geboren wird. Die Zukunft wird weitgehend verändert, da Kirks Vater das zerstörte Schiff in einem Akt der Selbstaufopferung in das feindliche Schiff rasen lässt. Nur so kann er seine Frau und seinen neugeborenen Sohn retten. Dadurch verändert sich der Lauf in diesem Universum unwiederbringlich, und ein neuer Zeitstrang entsteht. Kirks Kindheit ändert sich rapide. Er wird ein Rebell, der mit einem Bein im Knast steht. Bei einer Kneipenschlägerei in dem er die reizende Uhura kennen lernt, wird er von Captain Pike vor eine neue Möglichkeit gestellt: sein Wissen und seinen Intellekt dahingehend einzubringen, sich in die Sternenakademie bei der Star Fleet einzuschreiben. Pike kannte Kirks Vater und ist von dem Potenzial seines Proteges überzeugt. Kirk entscheidet sich für die Sternenflotte.

Der Kobayashi Maru-Test ist für Kirk keine Option, da das Szenario beinhaltet, dass man verliert. Also mogelt er und gewinnt das Spiel. Ausgerechnet Spock, der das Programm schrieb, wird sein ärgster Widersacher, und so kommt es zum Gerichtsverfahren. Doch da trifft die Nachricht ein, dass Vulkan, Spocks Heimatwelt, in großer Gefahr schwebt. Nun müssen Spock und Kirk einen Weg finden, ihre Diskrepanzen zu beseitigen und an einem Strang zu ziehen.

Dieser Roman ist nicht nur für Trekkies sondern für alle geschrieben worden, die actiongeladene Abenteuer lieben. Der Autor hat die Originalstory weitestgehend erhalten und nur wenige, aber wesentliche Änderungen vorgenommen. Die altbekannten Charaktere sind alle vorhanden: Chekov, McCoy, Scotty, Sulu, Uhura, Spock und Kirk - liebgewordene Freunde im neuen Gewand. Als Gene Roddenberry damals das „Star Trek“-Universum erschuf, war er wohl selber erstaunt, welchen Hype er damit auslöste. Bis heute ist dieses Universum einzigartig; oft kopiert und nie erreicht. Dieses Buch wird dem legendären Schöpfer mehr als gerecht. Die Geschichte wurde entstaubt, modernisiert, und die Charaktere erreichen Tiefe, so dass sie uns menschlich näher stehen.

Allen Trekkies der ersten Stunde, die mit dieser Fassung nicht einverstanden sind, bleibt der Trost, dass es viele alternative Universen gibt, so dass der Urcharakter von „Star Trek“ nicht beeinträchtigt wird. Man denke an das ‚UMUK-Prinzip’: Unendliche Möglichkeiten in unendlicher Kombination. Lesenswert und absolut überzeugend. (PW)

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Star Trek – Der Roman zum Film

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Titan 04 - Schwert des Damokles

Erstellt von Werner Karl am 25. Oktober 2009

schwert-des-damoklesGeoffrey Thorne
Titan 04 - Schwert des Damokles
Star Trek

Star Trek Titan: Sword of Damocles, USA, 2007
Cross Cult, Asperg, 8/2009
TB, SF
ISBN 9783941248045
Aus dem Amerikanischen von Stephanie Pannen
Titelgestaltung mit Fotos von Paramount Pictures

www.cross-cult.de
www.startrekromane.de
http://redjacket.blogspot.com/
www.paramount.com

In der Serie „Star Trek: Titan“ geht es in erster Linie um die Abenteuer von Captain William T. Riker, Counsellor Deanna Troi und der Crew seines ersten eigenen Kommandos. In den in sich geschlossenen Romanen wird die ursprüngliche Mission der ‚U.S.S. Enterprise’ wieder aufgegriffen, nämlich in Regionen des Weltalls vorzustoßen, in denen noch nie oder schon lange kein Mitglied der Föderation mehr gewesen ist. Nach ihrer ersten Bewährungsprobe, bei der sie gute alte Bekannte eines Volkes retteten, das sie von früher her kennen, dringt die ‚U.S.S. Titan’ weiter in unbekannte Gebiete vor. Schon bald stoßen sie auf den Planeten Orisha. Die insektoiden Bewohner sind hochintelligent und haben sogar schon Warptechnologie entwickelt, setzen diese aber nicht für die Raumfahrt ein. Stattdessen leben sie weiterhin in einer archaisch wirkenden Welt und tief unter der Oberfläche. Grund dafür ist ein Himmelskörper, der sie seit undenklichen Zeiten mit tiefer Furcht und Aberglauben erfüllt.

Sie sind sich sicher, dass ‚Das Auge’ sie beobachtet und nur auf einen Moment lauert, um sie wieder niederzuwerfen. Und Spuren früherer Zivilisationen deuten darauf hin, dass an diesen Behauptungen etwas Wahres ist, denn die anderen Kulturen sind immer wieder vernichtet worden, wenn sie den Sprung ins Weltall wagen wollten. Riker und seine Crew stehen nun vor dem Dilemma, ihnen helfen zu wollen, aber es nicht zu dürfen, weil die ‚Erste Direktive’ den Kontakt mit Zivilisationen verbietet, die noch nicht selbst in den Weltraum vorgestoßen sind und die überlichtschnelle Raumfahrt noch nicht entdeckt haben. Doch als sich etwas verändert und ‚das Auge’ auch die ‚Titan’ zu bedrohen beginnt, entscheiden sie sich, nun doch Kontakt mit den Orishanern aufzunehmen, um mehr über ‚das Auge’ zu erfahren. Doch das Shuttle mit der kleinen Gruppe, die das in Angriff nehmen will, gerät in eine Katastrophe und stürzt auf Orisha ab. Die Überlebenden müssen feststellen, dass Riker und die ‚Titan’ vielleicht vernichtet worden sind. Und vor allem einer – der immer noch sehr seiner Religion verhaftete Bajoraner Jaza - wird schwer auf die Probe gestellt, was Glaube, Vertrauen und Wissenschaft angeht…

Wieder beweist die „Star Trek: Titan“-Reihe, dass sie ihren Prinzipien treu bleibt und den alten Geist roddenberyscher Visionen wachruft. Es geht um Toleranz und Respekt, man öffnet sich neuen Wegen, akzeptiert anderes Verhalten und versucht, dem Anspruch gerecht zu werden, die Regeln der Föderation zu achten. Dabei bleiben die Angehörigen der Crew der ‚Titan’ doch immer Menschen und Angehörige ihrer eigenen Völker, erlauben sich Schwächen und Fehler, Ängste und Unzulänglichkeiten. Aber gerade diese helfen ihnen im entscheidenden Moment, die richtige Lösung zu finden. Das ist auch dieses Mal der Fall. Und besonders gelungen ist der Schluss, in dem sich erweist, dass auch die Wissenschaft wahren und tiefen Glauben nicht zerstören kann. Zudem giert nicht jedes Volk nach den Segnungen der Föderation.

Wie immer werden die Ereignisse sehr spannend und nah an der „Star Trek: The Next Generation“-Serie in Szene gesetzt. Überraschenderweise treten diesmal die bekannten Figuren etwas in den Hintergrund und machen anderen Charakteren Platz, die bisher nur eine Nebenrolle eingenommen hatten. Die Handlung überrascht außerdem durch interessante Wendungen und Entwicklungen, die man nicht immer vorausahnen kann, und stellt den Leser, der mehr als nur Action und Abenteuer erwartet, sehr zufrieden. Alles in allem kann „Schwert des Damokles“ den Standard der Vorgängerromane halten und bietet neben einer unterhaltsamen Handlung all das, was das „Star Trek “-Universum über viele Jahre so besonders macht - ideal für alle Fans, die den Serien der letzten zwanzig Jahre nachtrauern und neue Abenteuer im alten Stil lesen wollen. (CS)

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Titan 04 - Schwert des Damokles

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Star Trek: Spiegelbilder

Erstellt von Werner Karl am 25. Oktober 2009

star-trek-spiegelbilderScott & David Tipton
Star Trek: Spiegelbilder

Star Trek: Mirror Images, Paramount, USA, 2009
Cross Cult, Ludwigsburg, 9/2009
SC, Comic, SF, Action
ISBN
9783941248427
Aus dem Amerikanischen von Christian Langenhagen
Titelillustration von David Messina
Zeichnungen von David Messina und Sara Pichelli, Farben von Ilara Treaversi und Giovanna Niro

www.cross-cult.de
www.startrek.com

Nachdem das Franchise um das „Star Trek“-Universum etwas eingeschlafen war und nur noch die Fans das Banner hochhielten, hat der elfte Film für eine überraschende Wiederbelebung gesorgt. Auch wenn die Neugestaltung die Geschichte von Captain Kirk und seiner Crew umgeschrieben hat, so sind die alten Serien und Storys doch nicht vergessen, sondern nur Teil einer anderen Realität, etwas, mit dem bereits die klassische Serie in den 1960er Jahren gespielt hat. Zu den heute noch beliebten Folgen gehört „Mirror, Mirror“ oder „Ein Spiegeluniversum“, in dem die Geschichte ein wenig anders verlaufen ist und die Menschen statt der Föderation der Planeten ein Imperium anführen, das andere Welten nicht mit Frieden und Verständnis sondern purer Gewalt anzuwerben versucht. Auch in der Flotte dieses Imperiums kommt man nur weiter, wenn man skrupellos genug ist, seinen eigenen Vorgesetzten auszuschalten und sich an dessen Stelle zu setzen.

„Spiegelbilder“ erzählt nun, auf welche Weise der noch blutjunge Commander James T. Kirk daran arbeitet, seinen Captain Christopher Pike auszuschalten. Er ist dabei nicht allein, denn er hat einige Verbündete gewonnen. Das ahnt Pike selber, auch wenn er nicht genau weiß, wen er verdächtigen soll. Ein guter Kandidat ist der Arzt McCoy, der bereits mit Kirk auf einem anderen Schiff gedient hat und offensichtlich so etwas wie eine Freundschaft mit ihm pflegt. Doch das kann nicht der einzige sein. Der Captain versucht immer wieder, seinen missliebigen ersten Offizier auf Todesmissionen zu schicken oder in Misskredit zu bringen, damit er ihn töten kann, doch Kirk kommt aus jeder dieser Proben noch stärker hervor und scheint den Umsturz immer deutlicher voran zu treiben. Schließlich vertraut er nur noch einem, dem Vulkanier Spock, der von sich behauptet, nicht nach Macht zu streben. Siebzig Jahre später muss sich der junge Lieutenant Jean-Luc Picard entscheiden, ob er sich zum Wohle eines Imperators und Captains opfert, die beide Vulkanier und in seinen Augen schwach sind, oder seinen Vorgesetzten herausfordert und so vielleicht eher eine Chance hat zu überleben.

Geschickt spielen die Comics mit den aus „Mirror, Mirror“ bekannten Versatzstücken. Autoren und Künstler achten dabei nicht nur auf das stimmige Aussehen von Hintergründen und Figuren sondern auch auf die Figuren und die Stimmung. Die Geschichte von Kirks Aufstieg zur Macht zeigt einen skrupellosen und brutalen, aber nichtsdestoweniger intelligenten jungen Mann, der alles riskiert, um an die Macht zu kommen, und sich wie sein positives Spiegelbild auch auf das Bündnis mit anderen einlässt. Nur begründet sich das nicht auf Freundschaft und Zuneigung, sondern auf Angst und dem Wissen, dass man in Kirks Gefolge vielleicht selbst aufsteigen kann. Das Dilemma der Spiegelwelt ist eben das totalitäre Regime, das die Menschen dazu gezwungen hat, entsprechend zu verrohen und der Galaxis nur ihre dunklen Seiten zu zeigen

Insgesamt ist die Geschichte zwar einfach gestrickt und schnell zu durchschauen, atmet aber trotzdem genau die richtige Atmosphäre und fängt das Setting gelungen ein, um einen spannenden Blick in das Spiegeluniversum zu werfen, dass auch in späteren „Star Trek“-Serien wie „Deep Space Nine“ und „Enterprise“ noch einmal aufgegriffen und entsprechend weiter gesponnen wurde.

Die Zeichnungen sind ein wenig statisch, die Figuren aber recht gut zu erkennen, so dass man nicht rätseln muss, wen man vor sich hat, auch wenn einige davon spezielle Frisuren tragen. Bei Captain Pike hat man sich an Jeffrey Hunter aus dem Pilotfilm „The Cage“ gehalten. Allein Picard wirkt durch die kurz geschorenen aber noch vorhandenen Haare etwas fremd. Seine Geschichte fällt auch inhaltlich etwas gegen die um Kirk ab, da sie sehr wenig aussagt. Doch hier wie dort wird vor allem der Fan kleine, aber feine Anspielungen auf die Serienwirklichkeit erkennen. „Spiegelbilder“ ist ein Muss, wenn man als Fan gerade das Spiegeluniversum der Star Trek Serie mag, da die Kirk-Episode spannend erzählt wird und genau zu dem passt, was man aus der entsprechenden Folge kennt und so die ganzen Hinweise verstehen kann, die in Texten und Bildern versteckt wurden. Aber auch der normale Leser kann ein action- und intrigenreiches Abenteuer erleben, in dem einmal nicht die Guten die Sieger sind. (CS) (3xPRT)

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Star Trek: Spiegelbilder

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1. Darius Schneider
2. Hannes Ziegler
3. Axel Reppmann
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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