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Puppenkrise

Erstellt von Werner Karl am 8. Februar 2010

puppenkriseRené Scheibe
Puppenkrise

(sfbentry)
Carlsen Manga, Hamburg, 1/2008
TB, dt. Manga, Action, Comedy
ISBN 9783551785015

www.carlsenmanga.de

Teenager Teddy will Leibwächter werden, verschläft aber schon an seinem ersten Arbeitstag und erreicht doch noch gerade so seinen Auftrag und seinen Ausbilder. Dieser, Alexander, soll Mela bewachen, deren Eltern sehr reich sind. Diverse Gruppierungen versuchen, Mela zu entführen, um an das Geld zu kommen. Dass zum Beispiel dieses Geld in einem Fall nur dazu da ist, Kosten für Schminke zu decken, spiegelt Inhalt und ‚Ernsthaftigkeit’ dieses Manga nur zu deutlich wieder. Die sehr einfach gehaltenen Zeichnungen transportieren weder Gefühle, Geschichte oder gar Hintergrund. In erster Linie dienen sie nur den Sprechblasen als Halt. Gesprochen wird allerdings sehr abgehakt; weniger Inhalt in Form von Gedanken oder Ideen vermittelnd, als auf – meist dem Leser schon bewusste – aktuelle Gegebenheiten hinweisend.

Das erste Panel, der Blick über die Dächer eines kleinen Städtchens, ist das einzige Bild, in dem Landschaft im weitesten Sinne gezeigt wird. Und das sehr gelungen! Leider wird im Verlauf der Geschichte kein weiteres Mal derartige Feinarbeit gezeigt, so dass die gesamte Handlung auch irgendwo in einem großen weißen Raum stattfinden könnte (und es meist auch tut!). Wobei die Handlung nur als kleineres Chaos vorkommt. Jeder jagt irgendwie jeden, und die einzige Figur, die anfangs nicht vorgestellt wird, ist die, die dem Ganzen einen gewissen Fortlauf, der Hetzjagd eine Art Sinn verleiht. Jammu ist der Tüftler, der völlig zufällig, irgendwie zu den beiden Bodyguards und ihrem Schützling stößt und sich fortan mit den äußeren Umständen auseinandersetzt und so für eine Art Flucht sorgen kann.

Die eigentlichen Verfolger wie die Handlanger der ‚Bösen Hexe’ (die auch nur so heißt) oder eben die beiden, die Geld für Schminke brauchen, und auch ‚Klaumaid’ sind austauschbar, stellen kaum eine Gefahr dar und verhalten sich meist sehr slapstickartig - was sie mit Mela und ihren Bodyguards allerdings dann auch gemein haben, wobei der Humor zu platt und offenkundig präsentiert wird und kein Platz für Zwischentöne lässt. Spannung im eigentlichen Sinn ist sowieso nicht vorhanden. Sehr überraschend und diesen Manga damit aus der absoluten Belanglosigkeit hebend, ist dann wiederum das letzte Panel, in dem die Geschichte tatsächlich noch einen überraschenden Höhepunkt bieten kann. Dieser lässt allerdings auch einige Fragen offen, u. a. die, ob man sich eine eventuell vorhandene Fortsetzung tatsächlich zulegen soll.

Insgesamt ist dieser Manga eher für Hardcore-Fans, denn für Gelegenheitsleser geeignet. Sowohl Sprache als auch Zeichnungen sind mehr als einfach gehalten und bieten dem Publikum weder inhaltlich noch optisch Anreize, die ihn zum Lesen weiterer Werke ähnlicher Machart animieren könnten.

Thomas Folgmann (ft)
 
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Puppenkrise

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Magic Knight Rayearth Sammelband 1

Erstellt von Werner Karl am 7. Februar 2010

magic-knight-rayearth-sammelband-1Clamp (Satsuki Igarashi, Ageha Ohkawa, Tsubaki Nekoi, Mokona Apapa)
Magic Knight Rayearth Sammelband 1

(sfbentry)
Mahou Kishi Rayearth 1 – 3, Japan, 1994/95)
Carlsen Manga, Hamburg, 11/2009
TB, Manga, Magical Girl, Fantasy, Mecha, Action
ISBN 9783551756640
Aus dem Japanischen von Antja Bockel

www.carlsenmanga.de
www.clamp-net.com/html/index.html

Die Mittelschülerinnen Hikaru, Fuu und Umi werden von Prinzessin Emeraude nach Cephiro gerufen, damit sie die bösen Geister finden und zu Magic Knights werden, um die phantastische Welt vor dem bösen Soru-Priester Zagato retten zu können. Der Zauberer Clef stattet die drei mit Rüstungen aus und schickt sie zur Schmiedin Presea, die ihnen einige ihrer Waffen leiht, bis die Mädchen ihr das Metall Escudo bringen, aus dem sie dann für jede eine ganz spezielle, sich entwickelnde Waffe fertigen will. Hikaru, Fuu und Umi begegnen Freunden und Feinden, aber sie erreichen ihr Ziel, nur um mit ihren neuen Waffen erneut aufzubrechen. Auf jedes der Mädchen wartet ein böser Geist, dem bewiesen werden muss, dass die neuen Magic Knights ihrer Hilfe würdig sind. Geführt werden sie von dem kleinen Wesen Mokona, der offenbar mit Clef in Verbindung steht und über einige erstaunliche Fähigkeiten verfügt. Der Beweis, dass Hikaru, Fuu und Umi die Macht der Mashin, wie sich die bösen Geister nennen, verdienen, geht einher mit den Attacken von Zagatos Handlangern. Die Mädchen können die Gegner unter Mühen besiegen, aber nicht allein durch Magie und Waffengewalt sondern vor allem durch Güte und Verständnis. Auch die Bande der Freundschaft spielen eine wichtige Rolle. Als alle Hürden gemeistert sind, steht den dreien der Kampf gegen Zagato bevor – aber eine noch viel größere und vor allem böse Überraschung wartet auf die Magic Knights…

„Magic Knight Rayearth“ besteht aus zwei Trilogien, die bereits vor einigen Jahren bei Carlsen erschienen, lange vergriffen waren und nun in Form zweier Sammelbände neu aufgelegt wurden - wie auch „Card Captor Sakura“ bei EMA, was zweifellos dem großen Erfolg von „Tsubasa Reservoir Chronicle“ zu verdanken ist, einer Shonen(!)-Serie von Clamp, in der zahlreiche Charaktere aus verschiedenen Reihen der Künstlergruppe („RG Veda“, „X 1999“, „Tokyo Babylon“…) modifiziert auftauchen. Natürlich möchten auch die jüngeren Fans erfahren, welche ursprüngliche Geschichte die jeweiligen Figuren haben, und die Nachdrucke machen es möglich.

Der vorliegende Titel zählt fast schon zu den Genre-Klassikern, und man merkt ihm auch an, dass er aus den 1990er Jahren stammt. Vergleichen lässt sich „Magic Knight Rayearth“ mit Magical Girl-Serien wie z. B. „Sailor Moon“, „Wedding Peach“ und „Kamikaze Kaito Jeanne“. Ihnen ist gemein, dass junge Schulmädchen unverhofft aus ihrem Alltag gerissen werden, zu Kämpferinnen für das Gute mutieren und eine wichtige Aufgabe erfüllen müssen. Der Kampf gegen Dämonen oder andere finstere Mächte und die Rettung der eigenen oder einer anderen Welt sind der Dreh- und Angelpunkt, oft noch verknüpft mit einem persönlichen Anliegen wie der Rückkehr nach Hause oder der Aussicht auf eine besondere Belohnung, sobald die Mission erledigt ist.

Das Abenteuer schweißt Hikaru, Fuu und Umi, die sich nicht kannten, sehr schnell zu Freundinnen zusammen, die einander niemals im Stich lassen und lieber sich selbst opfern würden, bevor einer der anderen ein Leid geschieht. Das Thema Mädchenfreundschaft und auch das Schwärmen für ein anderes Mädchen findet man häufig bei Clamp, manchmal mit einer Tendenz zu Yuri. Aus dieser Zuneigung schöpfen die Protagonistinnen immer neue Kraft und beeindrucken ihre Beobachter, vor allem ihre Gegner und die Mashin. Im Laufe der Handlung entwickeln sich die Charaktere zwar nicht weiter, wohl aber ihre Rüstungen, Waffen und magischen Fähigkeiten. Sie wachsen an den immer mächtigeren Gegnern und den Aufgaben, die zu erledigen sind. Das kennt man auch aus „Saint Seiya“, „Kenshin“, „Samurai Deeper Kyo“ etc. Freundschaft und Action stehen im Vordergrund, doch gibt es auch das typisch ‚nervige Gekreische’ und das ‚niedliche Schoßtier’ (ob Mokona, der eine gewisse Ähnlichkeit mit Pikachu hat, nach der gleichnamigen Zeichnerin von Clamp benannt wurde?), das vielen Comic-Fans die Mangas in ihren frühen Jahren verleidet hat.

Die superdeformierten Abbildungen halten sich in Grenzen, aber der Stil der Reihe ist an sich schon recht comichaft und ‚typisch Shojo’, d. h. breite Gesichter mit winzigen Nasen und Mündern, riesige Augen, Kindchenschema, wehendes Haar, schmaler Körper, lange Extremitäten, verspielte Kleidung. Die Kampfszenen sind dynamisch, die Hintergründe eher sparsam oder symbolträchtig. Mit den Mashins wird auf die Begeisterung der Japaner für Gigant-Roboter geantwortet, die vor allem in futuristischen Shonen-Serien auftauchen („Gundam Wing“, „Saber Rider“, „Vision of Escaflowne“ etc.). „Magic Knight Rayearth“ wirkt schon ein bisschen altbacken im Vergleich mit jüngeren Serien, aber das dürfte keinen wahren Fan stören. Clamp ist ein Name, der für ein bestimmtes Genre steht und spannende Abenteuer, sympathische Helden, einen Mix aus Humor, Drama und Action verspricht. Mag man Magical Girls, wird man sich die Gelegenheit gewiss nicht entgehen lassen, diesen Titel der Sammlung hinzuzufügen. Das dicke Taschenbuch ist zwar etwas unpraktisch zum Lesen, aber der kleine Preis von knapp 10.- für rund 600 Seiten gefällt.

Irene Salzmann (IS)
 
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Ermittlungen in Sachen Liebe

Erstellt von Detlef Hedderich am 4. September 2009

ermittlungen-in-sachen-liebeReiichi Hiiro
Ermittlungen in Sachen Liebe

Hikari to yami no logic, Japan, 2007
Carlsen Manga, Hamburg, 4/2009
TB, Manga, Boys Love, Romance, Mystery-Krimi, Humor, 978-3-551-78974-7, 176/595
Aus dem Japanischen von Ann Kimminich
2 Farbseiten

www.carlsenmanga.de
http://gullpalace.frenchkiss.jp/

Obwohl er schon 26 Jahre alt ist, geht Sakura Kazuki immer noch als Schüler durch – oder sogar als junge Frau. Was ihn aber noch wertvoller macht für die Sektion II der Polizeieinheit I, ist seine Fähigkeit, bei Berührung die bösen Absichten anderer Personen wahrzunehmen. So kann er Verbrecher entlarven, noch bevor sie eine neue Untat begangen haben.

Das hat aber auch Nachteile: Sakura findet keine Freunde, denn er kennt auch die ehrliche Meinung, die andere von ihm haben. Kein Wunder, dass die Beziehung zu einer jungen Frau in die Brüche ging, weil sie dachte, dass er langweilig und ein schlechter Küsser sei. Erst als er Shido-san begegnet, der ihn dazu bewegt, zur Polizei zu gehen, ändert sich das. Shido-san ist ein Telepath, darum kann Sakura ihn nicht ‚lesen’. Auch die Kollegen in der Abteilung besitzen ausnahmslos Psi-Kräfte.

Nachdem mehrere hübsche Jungen spurlos verschwunden sind und auch Sakura beinahe das Opfer eines Entführers geworden wäre, nimmt das Team einen Sektenführer ins Visier. Tatsächlich kennt Shido-san den falschen Wunderheiler, denn er hatte schon einmal unter den Aktionen der Sekte sehr zu leiden.

Und das Leid scheint kein Ende zu nehmen, denn Sakura gerät schließlich doch noch in ihre Gewalt. Als Shido-san ihn befreien will und auf ihn geschossen wird, wirft sich Sakura dazwischen und…

Die meisten BL-Mangas spielen im überstrapazierten Schüler-Milieu – doch Reiichi Hiiro schert zur Freude des reiferen Publikums und jener Leserinnen, die großen Wert auf Abwechslung legen, immer wieder aus. Bei ihren Protagonisten handelt es sich überwiegend um Biseinen, und sie wählt gern abenteuerliche Settings mit Krimi-Elementen oder einem Hauch Phantastik.

Dies trifft auch auf „Ermittlungen in Sachen Liebe“ zu.

Allerdings steht die Entwicklung einer romantischen Beziehung eindeutig im Vordergrund, und der parallel ablaufende Mystery-Krimi ist nur schmückendes Beiwerk. Ferner kommt der Humor genauso wenig zu kurz wie der ‚Kawaii-Faktor’, denn Sakura Kazuki, die Hauptfigur, ist ausgesprochen niedlich und ermittelt undercover in phantasievollen Kostümen: als Schüler, als Catboy, als Mädchen im kurzen Matrosen-Röckchen…

Obwohl klar ist, worauf der Band hinaus läuft, nimmt sich die Mangaka genug Zeit, die Handlung und die Beziehung von Shido und Sakura zu entwickeln. In Folge bekommt man eine unterhaltsame, spannende und überraschende Story geboten, denn Shido hütet so manches Geheimnis. Man hat zwar das Gefühl, als habe Reiichi Hiiro den Manga nicht allzu konkret voraus geplant und so manches Detail erst im Laufe der Geschichte hinzugefügt, aber das mindert nicht den Lesespaß.

Die erotischen Momente werden romantisch oder humorig inszeniert und sind nicht allzu explizit. Sex zum Selbstzweck findet man nicht, vielmehr setzen die geschmackvollen Abbildungen dem ‚I’ das Tüpfelchen auf.

Die Illustrationen sind sehr apart – kennt man „Love Hustler“, „Wild Fisch“ oder „Guns & Flowers“, dann weiß man, was einen erwartet.

Leserinnen ab 14 Jahren, die das Genre schätzen und es nicht zu explizit mögen, dürften viel Spaß an „Ermittlungen in Sachen Liebe“ haben. (IS)

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Gakuen Heaven 3: Calling you – Version Endo

Erstellt von Detlef Hedderich am 4. September 2009

gakuen-heaven-3You Higuri/Spray
Gakuen Heaven 3: Calling you – Version Endo

Gakuen Heaven Endohen, Japan, 2007
Carlsen Manga, Hamburg, 4/2009
TB, Manga, Boys Love, Romance, 978-3-551-77093-6, 208/600
Aus dem Japanischen von Dagmar Seidel
4 Farbseiten

www.carlsenmanga.de
www.diana.dti.ne.jp/~higuri/
www.youhiguri.com/
www.gakuenheaven.com/
www.marine-e.co.jp/heaven_radio/

Das populäre BL-Game „Gakuen Heaven: Boy’s Love Scramble“ von Spray brachte es auf bislang vier Games und erfreut die Fans außerdem durch einen 13-teiligen Anime, zwei Artbooks, eine Novel und – aktuell – vier Mangas; von den diversen Merchandise-Produkten wie Drama- und Musik-CDs, Trading Cards, Kalender etc. ganz zu schweigen.

Das Charakter-Design stammt von der beliebten Künstlerin You Higuri („Seimaden“, „Crown“, „Ludwig II“ etc.), die man auch für die Mangas gewinnen konnte. In Deutschland ist nun bei Carlsen der dritte Band erschienen. Die Geschichten können unabhängig voneinander gelesen werden, da sie nicht aufeinander aufbauen, sondern stets eine andere Beziehung, die die Hauptfigur Keita Ito mit einem der weiteren Charaktere unterhält, in den Mittelpunkt stellen.

Nach Tetsuya Niwa (Bd. 1) und Hideaki Nakajima (Bd. 2) dreht sich diesmal alles um Kazuki Endo x Keita Ito. Angesichts der vielen Bishonen, die an der ‚Bell Liberty High’ wimmeln, lässt sich die Reihe noch beliebig fortsetzen…

Dem glücklichen Zufall hat es Keita zu verdanken, dass er an der Elite-Schule Bell Liberty High, die sonst nur reichen und hochbegabten Schülern offen steht, aufgenommen wird und bleiben darf. Mit den meisten Klassenkameraden kommt er gut zurecht, doch sein Herz schlägt nur für Kazuki Endo. Wie einige andere hat auch Kazuki an der Schule ein wichtiges Amt inne. Nur die Wenigsten wissen, dass er der Verwaltungs-Chef ist und aus dem Hintergrund die Fäden zieht. Kazuki mag seine Arbeit und ist entsprechend deprimiert, als er einen Vize, Munehiro Kagami, an die Seite gestellt bekommt, der ihn ablösen soll, da Kazuki einen Posten in der Suzubishi-Zentrale, dem Geldgeber der Schule, übernehmen soll. Dies würde die Trennung von Keita bedeuten.

Keita spürt, dass sein Freund bekümmert ist, und Kagami fängt sogleich an zu intrigieren, um Kazuki zu zwingen, sich dem Willen seiner Vorgesetzten zu beugen.
Die Stimmung an der Schule ist darum so schlecht wie nie zuvor, und das ausgerechnet vor dem Ginrei-Fest, dessen Ausgang über Kazukis Zukunft entscheiden wird. Keita wird beauftragt, seine Idee für das Fest, so schwierig sie auch sein mag, umzusetzen, aber die anderen Schüler haben keine Lust, ihn zu unterstützen…

Bd. 3 von „Gakuen Heaven“ beinhaltet die bisher leider schwächste Geschichte der Serie. Ging es in den vorherigen Büchern darum, dass Keita darum kämpfen musste, an der Schule bleiben zu dürfen, bzw. sein Lover Nakajima in dubiose Machenschaften verwickelt schien und Anlass bestand, an seiner Liebe zu zweifeln, was spannend und dramatisch erzählt wurde, so wirkt die vorliegende Story arg konstruiert und plätschert ziemlich eintönig dahin.

Kazuki behält seine Probleme lange für sich, und Keita erfährt von anderen mehr als von dem Menschen, von dem er sich wünscht, dass sie alles miteinander teilen. Das ist typisch für romantische Mangas, und es spielt keine Rolle, ob diese eine hetero- oder homosexuelle Beziehung schildern. Die Konflikte sind hausgemacht, weil zu wenig geredet wird, aber ohne Probleme wäre die Handlung langweilig, und das Schüler-Milieu liefert einfach nicht genug Ansätze für einen wirklich mitreißenden Plot. Auch die Beziehung der beiden sympathischen Hauptfiguren tritt lange auf der Stelle. Obwohl sie ein Paar sind, behandeln sie einander so distanziert, dass man persönliche Nähe, das Sprühen von Funken vermisst – Niwa x Keito und Nakajima x Keito wirkten glaubwürdiger und hatten mehr Pfeffer. Es gibt erst am Ende eine erotische Szene, die nicht so explizit ausfällt, wie man es von „Gakuen Heaven“ gewohnt ist.

Alles in allem ist die Story eher unbefriedigend, vor allem wenn man mit den vorherigen Bänden vergleicht, aber die ausgesprochen schönen Illustrationen von You Higuri sind Anlass genug, auch diese Episode jeder BL-Leserin ans Herz zu legen. Die Bishonen der Künstlerin sind neben denen von z. B. Yamane Ayano, Shushushu Sakurai, Uki Ogasawara, Kai Tsurugi oder Botan Yamada mit die schönsten. (IS)

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Alive

Erstellt von Werner Karl am 15. August 2009

Tsutomu Takahashi
Alive

Japan, 1999
Carlsen Manga, Hamburg, 5/2008
TB, Horror, Splatter
ISBN 9783551787484
Aus dem Japanischen von Kai Duhn und Rie Nishio
www.carlsenmanga.de
http://tao-69.com/

Tenshu Yashirus Freundin wurde vergewaltigt. Aus Rache tötete er erst die vier Verbrecher und dann die junge Frau. Die Polizei stellte ihn, und das Gericht verurteilte ihn zum Tode. Am Tag seiner Hinrichtung wird Tenshu ein überraschendes Angebot gemacht: Entweder begibt er sich in die Todeszelle – oder er nimmt an einem Experiment teil. Tenshu und ein weiterer Todeskandidat entscheiden sich, der Gruppe unbekannter Frauen und Männer zu folgen, auch wenn ihnen keiner verrät, was sie am Ziel erwartet.

An einem geheimen Ort sperrt man Tenshu und Gondo zusammen in einem Raum ein. Man gibt ihnen nahezu alles, was sie sich wünschen, aber die neuerliche Gefangenschaft und dass sie niemand anderen zum Reden zu haben als einander, setzt ihnen immer mehr zu. Dann wird an einer Wand ein Fenster zum Nebenzimmer geöffnet. In diesem befindet sich eine schöne Frau, die sich selber als Hexe bezeichnet und Gondo auffordert, zu ihr zu kommen – wenn er zuvor Tenshu tötet. Das ist erst der Beginn vieler Psycho-Spiele, die die Männer dazu treiben sollen, aufeinander loszugehen, bis nur noch einer übrig ist. Aber wozu? Und was erwartet den Überlebenden?

„Alive“ ist ein sehr düsterer Manga, der sich an reifere Leser und hier in erster Linie an das männliche Publikum wendet, das sich für die Motive begeistern kann, die Tsutomu Takahashi verarbeitet: Zwei Todeskandidaten werden zu Versuchskaninchen einer paramilitärischen Organisation. Deren Wissenschaftler erforschen einen mysteriösen Fremdkörper, der von Wirt zu Wirt springt, sich dabei immer stärkere Körper aussucht und mittlerweile in einem Mensch steckt, der ihm erstaunliche Eigenschaften verdankt. Das Bild rundet sich erst nach und nach, denn Rückblenden und Erklärungen werden wie Mosaikteilchen in die Handlung gestreut, so dass man lange mit den Protagonisten rätselt, was eigentlich gespielt wird und wozu man einen von ihnen benötigt.

Wirkliche Sympathien empfindet man für keine der involvierten Personen, auch nicht mit Tenshu, für dessen Situation man zwar ein gewisses Verständnis aufbringt, aber nicht mehr. Sie alle verfolgen eigensüchtige Ziele, und wenn es notwendig ist, kennen sie nicht die geringsten Skrupel bei der Wahl ihrer Mittel. Man ahnt eigentlich schon zu Beginn, dass es kein Happy End geben kann, doch die Lösung weiß zu überraschen und passt zur bedrückenden Atmosphäre der Geschichte. Etwas anderes hätte unglaubwürdig gewirkt. Die Illustrationen sind dunkel und realistisch und ergänzen gelungen die Handlung.

Der Oneshot „Alive“ wendet sich an Leser, die mindestens 16 Jahre alt sind und Mangas mögen, welche nicht die üblichen Themen aufgreifen. Gefallen Serien wie „Homunculus“, „Goth“ oder „Ring“, wird man auch von diesem Titel gut unterhalten. (IS)

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Alive

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Sternbilder der Liebe

Erstellt von Werner Karl am 11. August 2009

Chisako Sakuragi & Yukine Honami
Sternbilder der Liebe

Tenoheira no Seiza, Japan, 2005
Carlsen Manga, Hamburg, 2/2009
TB, Manga, Boys Love, Romance
ISBN 9783551784551
Aus dem Japanischen von Jana Hartwig
2 Farbseiten
www.carlsenmanga.de

Mizuho und Enji waren als Kinder unzertrennlich, und Mizuho war glücklich, für seinen um ein Jahr jüngeren Cousin der Held zu sein – bis zu jenem Tag, an dem etwas passierte, das Mizuho bewog, sich aus gekränktem Stolz zurückzuziehen.

Jahre später begegnen sich die beiden wieder: Enji hat die Aufnahmeprüfung an einer Elite-Universität bestanden und studiert nun Astronomie. Wohnen soll er bei seinen Verwandten. Mizuho weiß nicht, wie er reagieren soll. Können sie nach so langer Zeit wieder Freunde sein? Es verunsichert ihn, dass Enji sehr viel reifer wirkt und seine Pläne trotz aller Hindernisse zu realisieren versucht, während Mizuho stets den Weg des geringsten Widerstands wählt.

Prompt bekommt er eine Abfuhr, denn Enji lässt ihn links liegen. Warum? Mizuho findet ein offenes Ohr bei seinem Freund Issei, was schließlich zu ungeahnten Verwicklungen führt. Und auch das Auftauchen von Enjis einstigem Privatlehrer Yoshimi, der sich zu seiner Homosexualität und seiner Liebe zu Enji bekennt, macht die Situation nicht einfacher. Die Geschichte spielt im Studenten-Milieu und stellt die Probleme junger Erwachsener in den Mittelpunkt, die auf der Suche nach ihrem Platz im Leben sind. Geschildert werden die Geschehnisse aus der Sicht Mizuhos, der seinen besten Freund aufgrund eines Missverständnisses verloren hat und nun nicht weiß, wie er den Vorfall von damals erklären und Enjis Zuneigung zurück gewinnen kann. Wieder einmal ist der Konflikt hausgemacht, denn keiner spricht mit dem anderen über seine Sorgen und Gefühle, auch nicht nach dem Wiedersehen.

Mizuho erlebt, was viele Altersgenossen durchmachen: Er lässt sich treiben und entscheidet sich grundsätzlich für die leichtere von zwei Möglichkeiten, selbst wenn das bedeutet, dass er seine Träume aufgeben muss. Natürlich wird Enji ihm von der Familie stets als leuchtendes Vorbild vorgehalten, denn der jüngere Cousin ist ihm in allem um eine Nasenlänge voraus. Mizuho bezweifelt, dass er Enji einholen kann und versucht es auch gar nicht; sogar dass Enji ihm aus dem Weg, akzeptiert er mit einigem Frust.

Hin und wieder gibt es kleine Annäherungen zwischen den beiden, aber die Reaktionen darauf fallen nicht so aus, wie es jeder von ihnen wünschte, und so wird die Kluft zunächst noch tiefer. Wie bei einem Jojo geht es mit der Freundschaft auf und ab. Issei und Yoshimi wirken schließlich wie ein Katalysator, denn erst ihre Aktionen bewegen etwas und machen Mizuho und Enji klar, wie viel sie einander bedeuten.

Das Ganze wird von Yukine Honami („Rin“, „Desire“ u. a.) in zarten Bildern erzählt, die vor allem auf romantische und gefühlvolle Momente setzen und erst den Schluss mit erotischen Szenen krönen, die jedoch nicht weiter ins Detail gehen. Mehr hätte die ruhige, nachdenkliche Atmosphäre nur zerstört.

„Sternbilder der Liebe“ ist ein Boys Love-Manga, der erfreulicherweise nicht im Schüler-Milieu angesiedelt ist und daher etwas andere Themen aufgreift, die mehr auf Leserinnen ab 16 Jahren zugeschnitten sind, obwohl es keine expliziten Szenen gibt. Es geht in erster Linie um die Sorgen, Sehnsüchte und Träume junger Menschen und nicht um Sex. Dadurch ist der Band auch interessant für ein Publikum, das sonst einen Bogen um das Genre macht. (IS)

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Sternbilder der Liebe

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Naruto – Die Schriften des To

Erstellt von Werner Karl am 11. August 2009

Masashi Kishimoto
Naruto – Die Schriften des To

Naruto - Hiden Rin-To Sho, Japan, 2005
Carlsen Manga, Hamburg, 2/2009
TB, Manga, Sekundärband, Fantasy, Action, Comedy
ISBN 9783551773500
Aus dem Japanischen von Nadja Stutterheim
8 Farbseiten
www.carlsenmanga.de
http://naruto.com/j/
www.tv-tokyo.co.jp/anime/naruto/
http://pierrot.jp/title/naruto/index.html
http://naruto.viz.com/
www.shonenjump.com/mangatitles/n/manga_n.php
www.cartoonnetwork.com/tv_shows/naruto/index.html
www.bandaicg.com/naruto/home.php

Eingefleischte Fans sind natürlich mit „Naruto“ bestens vertraut: Der Titelheld ist ein junger Ninja, der seine eigenen Schwächen meistern und sich immer wieder bewähren muss, um seinem Ziel, eines Tages ein großer Kämpfer zu sein, näher zu kommen. Leicht hat er es nicht, denn lange war er ein Außenseiter, da ein neunschwänziger Fuchsgeist in seinem Nabel versiegelt wurde und die Dorfbewohner die Macht dieses Wesens fürchteten. Inzwischen hat er Freunde gefunden - aber auch Feinde, die ihn und die anderen Ninjas regelmäßig herausfordern.

Nach rund 35 Bänden hat man kaum noch jedes Abenteuer in allen Details im Kopf oder erinnert sich an sämtliche Figuren und ihre Beziehungen zueinander. Um es den treuen Lesern einfacher zu machen, publizierte Carlsen drei Quellenbände, in denen die Protagonisten vorgestellt („Die Schriften des Rin“), Handlungsorte und Geheimnisse beschrieben („Die Schriften des Hyo“) und die speziellen Kampftechniken und Waffen erläutert werden – „Die Schriften des To“.

Im vorliegenden Band erfährt man, welche Besonderheiten jeden der Ninja-Kämpfer auszeichnen, welche Kampfkünste ein erfahrener Ninja zu beherrschen lernt u. v. m. Ergänzt wird mit einem Lexikon, Trivias, einigen Worten des Künstlers zur Serie und vor allem sehr vielen Bildern aus den Mangas und anderen Quellen, die die Erklärungen visualisieren und an wichtige Szenen erinnern.

Für Neulinge sind diese Hintergrund-Bücher weniger geeignet, da sie sich als Lexika verstehen und nur bedingt einen ersten Eindruck von der Serie vermitteln. Ist man auf „Naruto“ gerade erst neugierig geworden, empfiehlt es sich, in zwei oder drei der Mangas hinein zu schauen. Den Sammlern und Fans hingegen bieten die Quellenbände nicht nur einen umfassenden Überblick sondern auch viele interessante und ergänzende Informationen zur Serie und ihrem Schöpfer, die man den Mangas oder den Anime-Zeitschriften nicht entnehmen kann. Wer ein wenig hinter die Kulissen seiner Lieblings-Reihe blicken oder auch nur bestimmte Stichworte nachschlagen möchte, kann dies hier tun.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt auch, denn man bekommt über 300 reich illustrierte Seiten, inklusive einiger farbiger Abbildungen, für knapp 9 Euro. „Die Schriften des To“ lassen sich echte Fans gewiss nicht entgehen. (IS)

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Naruto: Die Schriften des To

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Lieber Lehrer…

Erstellt von Werner Karl am 11. August 2009

Yaya Sakuragi
Lieber Lehrer…

Nee, Sensei?, Japan, 2007
Carlsen Manga, Hamburg, 2/2009
TB, Manga, Boys Love
ISBN 9783551786081
Aus dem Japanischen von Jasmin Bojanowski
2 Farbseiten
www.carlsenmanga.de
http://caressya.blog20.fc2.com/

Der junge Lehrer Isa hat schon so manches erlebt, darum schockiert es ihn nicht sonderlich, dass einer seiner Schüler, Takashi Homura, statt des ausgefüllten Tests ein Liebesgeständnis abgibt. In den Nachhilfestunden kommen sie einander langsam näher, da Homura die Initiative ergreift. Tatsächlich ist der Teenager schon lange heimlich in Isa verliebt, denn dieser war mit seiner älteren Schwester befreundet und kümmerte sich damals gern um den Jungen. Auch Isa hat diese Zeit nicht vergessen. Aber kann die Liebe zwischen Schüler und Lehrer funktionieren?

Yuuji und Manabu besuchten einst zusammen die Schule. Jahre später arbeitet der eine in einer Imbiss-Stube, während der andere Polizist geworden ist. Regelmäßig lässt sich Manabu von Yuuji Nudeln liefern oder kommt an seinen freien Tagen zum Essen in den Laden. Ihre Freundschaft wächst, doch steht etwas zwischen ihnen, was Yuuji erst bewältigen muss.

Nach „Was zum Naschen!“ ist „Lieber Lehrer…“ der zweite Oneshot von Yaya Sakuragi, der im Carlsen Verlag erschienen ist. Der Band beinhaltet zwei von einander unabhängige Geschichten, wobei die Titel-Story die umfangreichere ist. Die Handlung ist im Schüler- bzw. Milieu junger Erwachsener/Angestellter angesiedelt und beschreibt die Beziehungen zwischen einem Lehrer und einem Schüler sowie einem Polizisten und einem Angestellten.

In beiden Fällen hält sich die Mangaka nicht lange mit Geplänkel auf, sondern lässt die Protagonisten schnell und ohne komplizierte Handlung zur Sache kommen. Dabei sind die jüngeren und auf den ersten Blick hin ‚unterlegen’ erscheinenden Charaktere jene, die die Situation vorantreiben und letztlich die Rolle des Seme für sich beanspruchen. Wer nach außen hin den Macho verkörpert, muss dies nicht auch im Bett sein. Die Abbildungen sind recht deutlich, obgleich die entscheidenden Stellen ‚weich’ gezeichnet oder durch Sprechblasen und andere Objekte überdeckt wurden.

Yaya Sakuragis Stil ist Geschmackssache. Die langen, schmalen Gesichter mit den breiten Mündern wirken immer leicht ‚sauertöpfisch’, die Posen der Figuren etwas hölzern. Die Hintergründe wurden meist sparsam ausgeführt, da die Personen, ihre Aktionen und Dialoge im Mittelpunkt stehen.

Wer noch immer alles sammelt, was unter das Genre Boys Love fällt, wird sicher auch diesen Band in sein Regal stellen wollen. Ist man wählerischer und sucht sich aus dem breiter gewordenen Angebot nur noch die Titel aus, die wirklich gefallen, dann muss man „Lieber Lehrer…“ nicht unbedingt haben, denn es gibt Reihen und Oneshots, die gefälliger gezeichnet sind und obendrein eine interessante Geschichte bieten (Youka Nitta: „When A Man Loves A Man“, Yamane Ayano: „Crimson Spell“, Hirotaka Kisaragi: „Brother x Brother“, Uki Ogasawara: „Black Sun“…). Leserinnen ab 16 Jahren sollten ein wenig in „Lieber Lehrer…“ blättern, bevor sie sich für oder gegen den Kauf entscheiden. (IS)

Titel bei Amazon.de:
Lieber Lehrer…

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Erstellt von Redaktion am 4. August 2009

Hideyuki Kikuchi & Saiko Takaki
Vampire Hunter D 2

Carlsen Comics, Hamburg, 9/2008, Japan/USA, 2008
TB, Manga, Horror, SF, Western, Action, 978-3-551-75392-2, 220/750
Aus dem Japanischen von Monika Klinger-Hammond
2 Farbseiten
www.carlsenmanga.de
www.dhpressbooks.com/
www.dmpbooks.com/index.php
http://homepage2.nifty.com/kikuchi-fanclub/
www.vampire-d.com/
www.altvampyres.net/vhd/

Im Jahr 12090 – nach dem großen Krieg: Die Menschen leben in Angst vor Vampiren, Mutanten und anderen monströsen Kreaturen, die den Homo Sapiens in der Entwicklung überflügelt haben. Nur wenige haben den Mut und die Macht, sich den Feinden entgegen zu stellen. Einer von ihnen ist „Vampire Hunter D“, ein Dhampir.

Eines Tages wird er in das Nest Tepes gerufen. Es gab einige Tote, für die eine neue Spezies Vampire verantwortlich gemacht wird, welche das Sonnenlicht vertragen kann. Angst und Misstrauen greifen um sich. D erfährt, dass vor zehn Jahren vier Kinder verschwanden, von denen drei einige Wochen später nach Hause zurückkehrten. Keines von ihnen kann sich an das erinnern, was in jener Zeit geschah. Inzwischen sind sie junge Erwachsene: Die intelligente Lina ist vielleicht diejenige, die von der Prüfungskommission ausgewählt wird, um in der Stadt zu studieren, Franz wurde Lehrer und Cuore verrückt. Könnte ein Zusammenhang zwischen damals und jetzt bestehen?

D beginnt Nachforschungen anzustellen und entdeckt ein unterirdisches Labor. Lina folgt ihm neugierig und lässt sich auch weiterhin nur schwer abschütteln, da sie von den so genannten ‚Blaublütern’ fasziniert ist und mehr über sie erfahren möchte. Das bringt sie schon bald in große Gefahr, aber eine weitaus größere trägt sie in sich, und nicht nur sie…

Nach Bd. 1 ist dies nun die lang erwartete Fortsetzung von „Vampire Hunter D“, einem Horror-Manga mit SF-Elementen, der auf einer Novel-Serie basiert, die außerdem einen Anime und Games nach sich zog. Nach den Ideen von Hideyuki Kikuchi setzt die Künstlerin Saiko Takaki die Geschichten zeichnerisch um. Beide Bände sind in sich abgeschlossen, und so kann das vorliegende Abenteuer problemlos ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Diesmal trifft der Titelheld auf eine neue Art Vampire, die das Resultat eines missglückten Experiments sind. Wie man es von D erwartet, deckt er das Geheimnis und die Hintergründe auf, doch verzichtet er auf unnötiges Töten, denn das Problem löst sich von allein auf sehr tragische Weise. Dabei erscheinen die Menschen als die wahren Bösen angesichts dessen, was sie einander und anderen antun in ihrer Panik und Selbstsucht.

Kein Wunder, dass D lieber ein Einzelgänger bleibt, selbst wenn ihm Gefühle entgegen gebracht werden. Er kennt die Menschen und die Vampire, und wer ihm etwas bedeutet, den möchte er nicht in Gefahr bringen. Trotzdem er ein Jäger ist und schon unzählige Leben nahm, hat er ehrbare Motive und tut nur das, was notwendig ist. Dadurch wird er den Lesern sympathisch, die gern mehr über diese interessante Figur erfahren würden. Allerdings gibt der Autor nur selten Seite 47 von 50

Details preis, so dass man weiterhin spekulieren darf, ob D ein Nachfahre Draculas ist und wodurch er zu dem wurde, der er nun ist.

Die spannende Serie versteht sich als eine Hommage an Bram Stokers „Dracula“. Immer wieder stößt man auf Begriffe und Szenen, die mit dem Vampir-Mythos verknüpft sind, z. B. der Ortsname Tepes (Vlad Tepes), der gesicherte Sarg, aus dem beim Pfählungsritual eine Hand schießt, die an die Tracht des Balkans angelehnte Kleidung Linas. Wie ein Anachronismus muten dagegen das an den Wilden Westen erinnernde Setting an, Ds hautenges Outfit und die Bushaltestelle. Gerade durch diese unkonventionelle Mischung erhält der Manga seinen eigentümlichen Reiz.

Die Illustrationen sind düster, detailreich und dynamisch und ergänzen die Story auf ansprechende Weise.

Am ehesten lässt sich der Titel vom Inhalt und Stil her mit Reihen wie „Hellsing“, „Trinity Blood“ und „Priest“ vergleichen. Er wendet sich an Leser ab 16 Jahren, die neuen Strömungen im Horror- bzw. Vampir-Genre aufgeschlossen gegenüber stehen, eine actionreiche Abenteuerhandlung und aufwändige Zeichnungen mögen. (IS)

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Vampire Hunter D 02: Bd 2

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.hack//AI Buster 1

Erstellt von Redaktion am 4. August 2009

DTatsuya Hamazaki & Rei Idumi
.hack//AI Buster 1

Carlsen Manga, Hamburg, /2008
TB, Light-Novel, SF, Fantasy, 978-3-551-62004-0, 200/695
Aus dem Japanischen von Antje Bockel
2 Farbseiten, 12 SW-Illustrationen
www.carlsenmanga.de
http://www1.ttcn.ne.jp/~izumiya/
www.dothack.com/
www.hack.channel.or.jp/
www.cyberconnect2.jp/hack/
www.cyberconnect2.jp/gu/
www.cc2.co.jp/trilogy/index.html

Das Online-Game The World hat unzählige Fans, die bald mehr Zeit in der virtuellen als in der realen Welt verbringen. Als mächtige Fantasy-Helden dürfen sie spannende Abenteuer erleben, die der Alltag nicht zu bieten hat.

Der Lanzen-Kämpfer Albireo ist ein begeisterter Spieler – und noch sehr viel mehr. Als er durch die verschiedenen Areas von The World streift und Feinde besiegt, an denen sich andere bereits die Zähne ausgebissen haben, macht er einige Gamer auf sich aufmerksam. Die nervige Hokuto dringt einfach in sein Leben ein und stellt dreist alles auf den Kopf. Die Schwert-Kämpfer Orca und Balmung hätten ihn gern als Gefährten bei der Erforschung der Area The One Sin, die noch keiner hatte meistern können.

Albireo hat jedoch andere Pläne. Wer ist die geheimnisvolle Lycoris? Er ist davon überzeugt, dass sie nicht der Avatar eines Spielers ist. Aber ein Non Player Character, der auf die Gamer reagiert, ist sie auch nicht. Könnte sie ein Bug sein? Oder etwas ganz anderes?

Das „.hack“-Universum, das auf dem gleichnamigen Spiel basiert, verschiedene Anime- und Manga-Serien nach sich zog, offeriert nun auch eine erste Novel. Geschrieben wurde sie von Tatsuya Hamazaki; die Illustrationen lieferte Rei Idumi, die auch einige der „.hack“-Mangas zeichnete.

Die Geschichte kommt mit sehr wenigen Charakteren aus und rankt sich um den Einzelgänger Albireo alias Watarei, der das Game The World besser kennt als die meisten anderen und einer wichtigen Aufgabe nachgeht. Dabei strapaziert die neue Bekanntschaft Hotuko gewaltig seine Nerven. Sie verkörpert den typischen Newby, der von nichts eine Ahnung hat, alles mit großen Augen bestaunt und durch seine Fragen dem unkundigen Leser zu Informationen verhilft. Schade, dass auf Balmung und Orca nicht näher eingegangen wird, die als Team so angelegt wurden, dass sie in weiteren Novels für interessante Entwicklungen sorgen könnten.

Die Handlung folgt einem gängigen Muster. Eingangs wird erst durch Action und dann durch ein Rätsel neugierig auf das Weitere gemacht. Kleine Höhepunkte im Verlauf sorgen dafür, dass man am Ball bleibt und die Lösung erfahren möchte. Humorige Einlagen lockern zwischendurch auf.

Tiefgang darf man natürlich nicht erwarten, da die Protagonisten Genre-Archetypen sind, die nicht näher ausgeführt werden, und auch die Geschichte wird schnörkellos durchgezogen. Die Fachtermini, die vor allem Nicht-Spielern kaum geläufig sind, lassen den Plot etwas komplizierter scheinen, als er in Wirklichkeit ist.

Gelungen ist die Gestaltung des Taschenbuchs: Farb- und SW-Illustrationen veranschaulichen die Charaktere. Unterschiedliche Schrifttypen heben Erklärungen, Eigennamen, gelesene Texte usw. hervor. Ein Nachwort des Autors ist angehängt.

„.hack//AI Buster“ wendet sich in erster Linie an Jungen ab 13 Jahren, die selber Gamer und mit Fantasy-Welten vertraut sind. Ihnen wird ein bekannter Hintergrund mit typischen Identifikations-Figuren und spannenden Aufgaben geboten. Ob die Zielgruppe tatsächlich die Konsole für ein Buch liegen lässt, steht allerdings auf einem anderen Blatt. (IS)

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.hack//AI Buster 01: BD 1

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