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Archiv für Mai, 2009

Strangler

Erstellt von Michael Drewniok am 31. Mai 2009

William Landay
Strangler

Originaltitel: The Strangler (New York : Delacorte Press 2007)
Übersetzung: Robert Brack
Deutsche Erstausgabe: Januar 2009 (Wilhelm Heyne Verlag/TB Nr. 40584)
528 S.
ISBN-13: 978-3-453-40584-4
www.heyne.de

Das geschieht:

Boston im US-Staat Massachusetts gilt im Jahre 1962 als Großstadt im Aufbruch. Ganze Stadtviertel fallen einer visionsreichen Stadtplanung zum Opfer. In das “Neue Boston” wird massiv investiert. Großzügig fließen öffentliche Gelder in aufwändige Bauprojekte. Wer Kritik äußert, gilt als Feind des Fortschritts. Dabei gibt es gute Gründe zur Skepsis. Schiebung und Korruption sind allgegenwärtig. Nicht nur hohe Politiker und örtliche Unternehmer füllen sich die Taschen. Auch die Mafia sahnt kräftig ab. Die Polizei ist in diese Machenschaften verwickelt. Mitmachen oder wegschauen lautet die Devise.

Joe Daley ist eigentlich ein guter Cop. Schon sein Vater war Polizist, bis ihn im Vorjahr eine Kugel traf. Sein Tod stellt die Familie vor eine Zerreißprobe. Ohne die strenge Hand des Vaters ist Joe dem Glücksspiel verfallen. Seine Wettschulden sind so hoch, dass er sich von Vinnie “The Animal” Gargano, der rechten Hand des Mafia-Paten Carlo Gapobianco, rekrutieren lassen muss, für den er säumige Schutzgeldzahler zusammenschlägt. Joes Bruder Ricky ist ein professioneller Einbrecher, der sich beim letzten Coup dummerweise an Diamanten vergriffen hat, deren Eigentümer unter dem Schutz der Mafia steht. Nun sitzt Gargano auch Ricky im Nacken. Michael, der dritte Bruder, stand im Dienst der städtischen Enteignungskommission, die Mieter und Ladenbesitzer aus ihren Wohnungen und Läden klagt, bevor er die Leitung der “Taktischen Einsatzgruppe” übernahm, die nach dem “Würger von Boston” fahndet, der in anderthalb Jahren 13 Frauen ermordet hat.

In die Rolle des Würgers schlüpft Albert DeSalvo, nach Michaels Auffassung ein psychisch instabiler Wichtigtuer. Amy, Rickys Freundin und eine engagierte Journalistin, teilt seine Meinung. Kurz darauf wird sie ermordet: ihr Ende entspricht bis ins Detail dem Modus operandi des Würgers, obwohl DeSalvo hinter Gittern sitzt. Polizei und Staatsanwaltschaft ignorieren diese Tatsache. Michael beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Joe und Ricky unterstützen ihn, denn Amy war offenbar einer Verschwörung auf die Spur gekommen: Die Profiteure des “Neuen Boston” gehen über Leichen. Nun werden sie aufmerksam. Die Mafia wird aktiv. Mit den Rücken zur Wand nehmen die Daley-Brüder einen Kampf auf, in dem sie völlig chancenlos zu sein scheinen …

Eine Stadt im Würgegriff

“The Strangler” lautet der klug gewählte, weil einerseits nur bedingt korrekte aber andererseits den eigentlichen Kern der Sache treffende Titel dieses ehrgeizigen Romans. Eine Mischung aus Historienkrimi und Thriller hat Autor William Landay konzipiert und dabei zumeist großartige Arbeit mit einer Geschichte geleistet, die in der Vergangenheit spielt, während ihr Inhalt zeitlos ist.

Korruption, Gier, Verbrechen, und das im ganz großen Maßstab: Kein eifriger Frauenmörder ist es, der Boston 1962 in seinem Würgegriff hält. Landay lässt ihn, der zu einer prominenten Gestalt der Kriminalgeschichte wurde, nur eine Nebenrolle spielen. Ob tatsächlich Albert DeSalvo der “Boston Strangler” war, ist für den Verfasser nebensächlich. ‘Sein’ Würger ist nur Mittel zum Zweck. Die eigentlichen Verbrechen finden auf einer ganz anderen Ebene statt: Kein Wunder, dass Landay seinen Roman lieber “The Year of the Strangler” genannt hätte; der Titel wurde vom Verlag als nicht zugkräftig genug abgelehnt.

Auch die USA hatten ihre Wirtschaftswunder-Ära. Nach 1945 lief die im Weltkrieg auf Hochtouren gebrachte Wirtschaft mit voller Kraft weiter. Gewinne und Steuereinnahmen wollten investiert werden. Geld bedeutet Macht. Damit war die Schnittmenge zwischen Politik und Unternehmertum nicht nur in Boston schnell gefunden: Staatsdiener verfügen über gewaltige Geldsummen. “Zum Wohle des Volkes” ordnen sie die Enteignung und Räumung ganzer Stadtviertel an. Skrupelfreie Geschäftemacher versprechen ihnen finanzielle Zuwendungen und Unterstützung im Wahlkampf, wenn Großaufträge, die legal ausgeschrieben gehören, an sie gehen.

Zum perfekten Funktionieren benötigt diese Maschinerie eine dritte Komponente: Nicht alle Bürger weichen der staatlichen oder städtischen Macht freiwillig. Hier kommt die Mafia ins Spiel, die mit Gewalt durchsetzt, was sich dank friedlichen Widerstandes Jahre hinziehen könnte. Wie das in der Realität aussieht, schildert Landay brutal und überzeugend in “Strangler”. Wenn er die alltägliche Korruption beschreibt, die quasi alle städtischen Bediensteten in Handlanger der einander in Gier verbundenen Schattenherren von Boston verwandelt, läuft der Verfasser zu ganz großer Form auf.

Historie nimmt Handlung Huckepack

“Strangler” ist kein Tatsachen-Roman, der die böse Geschichte einer gleichermaßen moralisch verkommenen wie hilf- und ahnungslos Stadt erzählen will. In einem Nachwort erläutert Autor Landay sein Konzept. Die historische Realität dient ihm als Folie. Die Ereignisse von 1962 bilden den Hintergrund für das eigentliche Geschehen. Zwar bemüht sich Landay um eine akkurate Darstellung, ohne sich sklavisch an die Fakten zu halten. Er lässt reale Personen der Stadtgeschichte auftreten, legt ihnen jedoch seine Worte in die Münder und setzt sie so ein, wie es die Story verlangt. Das Ergebnis ist nicht authentisch, sondern hinterlässt jenen Eindruck unterhaltsamer Glaubwürdigkeit, die einen guten Historienroman auszeichnet.

Dazu kommt ein ausgefeilter Stil. Landay zeigt, dass man den Kriminalroman nicht in die Genre-Ecke drängen soll, weil eben auch seine Autoren literarisch anspruchsvoll schreiben können, ohne dass die Unterhaltung dabei auf der Strecke bleibt. “Strangler” ist vor allem in den beschreibenden Szenen ein Genuss. Landay schreibt – in der deutschen Fassung tatkräftig und tüchtig unterstützt von seinem Übersetzer – klar und anschaulich, ohne dabei ins Schwafeln oder Predigen zu verfallen. Der Verfasser war selbst Jurist, weshalb die präzise Darstellung der Ablaufprozesse in einer US-Gerichtsbehörde besonders fesselt.

Großes Drama benötigt Gesichter

Landay entscheidet sich für eine Dreiteilung der Hauptfigur und platziert die Daleys an den Brennpunkten der Handlung. Joe, der Polizist, repräsentiert den korrupten Unterbau der Stadtverwaltung. Michael, der Jurist, gehört zumindest randständig der selektiv ihren Bürgern dienenden Führungsschicht an. Ricky, der Dieb, steht im Lager des Verbrechens. Damit haben alle Brüder einen guten Blick auf das jeweilige Milieu.

Mit der Charakterisierung tut sich Landay schwer. Joe lässt sich bestechen und von der Mafia instrumentalisieren, Michael von seinen Vorgesetzten manipulieren, Joe stiehlt. Geprägt von irisch-katholischen Grundsätzen (die hier eher wie Gemeinplätze wirken) sind sie trotz ihrer Fehler ‘gute Menschen’. Landay versucht jede Schwarz-Weiß-Färbung zu vermeiden. Seine Welt ist in unterschiedlichen Grautönen gezeichnet. Nicht nur die Daleys, sondern auch die vielen anderen Figuren, die er in “Strangler” auftreten lässt, mühen sich mit ihrem Leben ab; selbst mordlustige Mafiosi haben ihre schwachen Momente.

Für diese durchaus der Realität entsprechende Ambivalenz findet Landay manchmal nur klischeeträchtige Bilder. Beispielhaft ist ein Basketballspiel zwischen Joe, Michael und Ricky. Der Verfasser spiegelt im Spielverhalten die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Brüder. Dann ändert sich die Perspektive; im Haus hinter dem Spielfeld stehen die Mutter, die Ehefrau und die Freundin. Sie beobachten ihre Söhne, den Gatten und den Geliebten, kommentieren deren Verhalten und entschlüsseln es für diejenigen Leser, die vielleicht immer noch kapiert haben, wessen Geistes Kinder die Daley-Brüder sind. Solche Szenen familiärer Interaktion kennt man aus Kino- und vor allem Fernsehfilmen. Sie sind plakativ und stören die Illusion einer ansonsten geschlossenen und ausgewogenen Romanhandlung.

Ungemein eindimensional denken, handeln und sprechen Landays Mafiosi. Der Autor hat sich anscheinend herausgegriffen, was er bei Puzo, Coppola und Scorsese gelesen oder gesehen hat, und schmeckt es mit einer Prise Sopranos ab. Im Interview erwähnt Landay die oft und gern zitierte Anekdote, dass erst Puzo und Coppola mit “Der Pate” der Mafia ihr bekanntes Selbstbild verschafft haben: Nachdem sie das Buch gelesen und den Film gesehen und für gut befunden hatten, begannen sie die Film-Gangster in Verhalten und Auftreten zu imitieren. Landay projiziert dies auf ’seine’ Mafiosi aus Boston. So wirken sie denn auch: wie Laienschauspieler.

Das Ende ist – wiederum erwartungsgemäß – tragisch. Dass es nicht happy ausfallen wird, ist dem Leser schnell klar, denn ein wenig zu stark weht der traurige Wind der Verdammnis durch die Kapitel … Noch einmal lässt der Autor sich fremdinspirieren. Die Matriarchin als rasendes Muttertier und Rächerin ist ein Klischee, dass Landay sich und seinen Lesern hätte ersparen können, zumal es dem sonst überzeugenden Finale angeflanscht wirkt.

Mit solchen Einschränkungen kann der Leser freilich leben. Der Ehrgeiz des Verfassers spiegelt sich unterm Strich positiv in seiner Geschichte wider. Landay schreibt langsam und sorgfältig, er fordert die Aufmerksamkeit seines Publikums. Womöglich muss man nach der Lektüre allzu vieler mit der heißen Nadel gestrickter ‘Bestseller’ erst wieder lernen, sich auf diese Herausforderung einzulassen …

Autor

William Landay wurde 1964 in Boston geboren. Seine Jugend verbrachte er in Brookline. Er studierte Jura in Yale und an der Boston College Law School. Nach seinem Abschluss arbeitete er für die Staatsanwaltschaft des Distrikts Middlesex.

Landay war kein Vollblutjurist. Zwischen 1991 und 1997 nahm er sich zwei längere Auszeiten und versuchte sich als Schriftsteller. Da beiden dabei entstandenen Romane wurden abgelehnt, und Landay kehrte ins Büro zurück. In seiner Freizeit schrieb er indes weiter. 2003 veröffentlichte er – inzwischen verheiratet – seinen Romanerstling “Mission Flats” (dt. “Jagdrevier”), für den ihn die britische “Crime Writers Association” mit einem “John Creasey Memorial Award” für das beste Romandebüt des Jahres auszeichnete. Landay gab die Jurisprudenz abermals und endgültig auf. Auch sein zweiter Roman “The Strangler” (dt. “Strangler”) wurde von der Kritik hoch gelobt.

Über sein Werk informiert der Verfasser auf seiner Website:
www.williamlanday.com

[md]

Titel bei Amazon.de:
Strangler

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Die goldene Kriegerin

Erstellt von Werner Karl am 31. Mai 2009

Federica de Cesco
Die goldene Kriegerin

cbj-Verlag, München, 1. Auflage: 3/2009
HC mit Schutzumschlag
Jugendbuch, historisches Drama, Romance, Fantasy
ISBN 9783570132203
Titelgestaltung von zeichenpool, München unter Verwendung von Motiven von gettyimages/BLOOMimage und Shutterstock/Valentin Vassileff/Andraz Cetar
Karte von gettyimages (RF/Stockbyte/The Map House of London)
Autorenfoto von Kazuyuki Kitamura
www.cbj-verlag.de
www.zeichenpool.de
www.gettyimages.com
www.shutterstock.com

Tomoe Gozen ist als historische Figur umstritten. Sie taucht im „Heike-Monogatari“, aber auch in anderen Quellen auf, doch nicht immer stimmen die Angaben überein. Vielleicht kann man sie als Platzhalterin für alle klassischen Samurai-Kriegerinnen sehen, die im japanischen Mittelalter Waffen trugen, als Spione fungierten, ihre Herren verteidigten und aktiv an Kampfhandlungen teilnahmen.

Nicht zum ersten Mal inspirierte ihre Person die Autoren: Jessica Salmonson machte Tomoe Gozen zur Titelheldin einer Fantasy-Trilogie, von der Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre zwei Bände bei Bastei-Lübbe erschienen; der dritte Teil wurde leider nicht in Deutschland veröffentlicht. Auch in den USA ist der Titel bedauerlicherweise vergriffen.
Federica de Cesco, geboren in Italien, wuchs mehrsprachig in verschiedenen Ländern auf. Jetzt lebt sie in der Schweiz und ist mit einem japanischen Schriftsteller und Fotografen verheiratet. Von ihr sind unzählige Romane erschienen, in denen ungewöhnliche Mädchen, die zu starken Frauen heranwachsen, im Mittelpunkt stehen und vor zumeist exotischer Kulisse agieren. Ihnen ist gemein, dass sie sich im Rahmen ihres kulturellen Umfelds einerseits Traditionen beugen müssen, andererseits durch ihre Abstammung viele Freiräume haben oder sich durch spezielle Fähigkeiten schaffen, die die Mehrheit ihrer Geschlechtsgenossinnen nicht kennen.

Das trifft auch auf diese Version von Tomoe Gozen zu. Dabei berücksichtigt die Autorin die Uneinigkeit über den Hintergrund der Figur, indem diese als Tochter der Nakaharas aufwächst und beiläufig erwähnt wird, dass ihre Mutter das Kind von einem Flussdrachen (oder als außereheliche Beziehung) empfing. Als junge Adlige genießt Tomoe Gozen eine angemessene Ausbildung und kämpft an der Seite ihrer Geschwister, sie ist frei in der Wahl ihrer Männer und unterliegt dennoch gesellschaftlichen und politischen Regeln, die ihr Schicksal bestimmen.

Als Tomoe und ihre Geschwister noch klein sind, bekommen sie einen Ziehbruder, der Komao-Maru gerufen wird. Ein Geheimnis scheint sich um den Jungen zu ranken, das die Erwachsenen nicht lüften wollen. Erst nach seinem Mannbarkeitsritus wird enthüllt, dass er Minamoto Yoshinaka ist, der Erbe seines Clans, dem ein Verwandter Unrecht tat.
Um das Verbrechen aufzuklären und den ihm gebührenden Rang einzufordern, lässt sich Yoshinaka auf eine gefährliche Fehde mit seinem Cousin Yoshihira ein – und seine Ziehgeschwister stehen ihm treu zur Seite. Keiner von ihnen ahnt, dass sie von Go-Shirakawa, dem Altkaiser, manipuliert werden. Allein Tomoe erkennt, dass der nominell zurückgetretene Monarch nicht so harmlos ist, wie er sich gibt, denn die Tiere meiden ihn.

Sie kann Yoshinaka jedoch nicht zur Vorsicht ermahnen, denn dieser verfolgt strikt sein Ziel und lässt sich außerdem durch die Aussicht ködern, das Amt des Shoguns zu übernehmen. Der Preis, den sie zu zahlen haben, ist hoch: Yamabuki, Tomoes jüngere Schwester, die Yoshinakas Kind trägt, stirbt im Kampf, und auch Tomoe, die dem Glück der Schwester nicht im Weg stehen wollte und ihre Gefühle verheimlichte, erleidet einen tragischen Verlust. Und der militärische Erfolg ist erst der Anfang vom Ende, denn die Heike/Taira fürchten um ihre Macht, und die Gunst Go-Shirakawas ist nicht von Dauer…

Federica de Cesco beschreibt den Werdegang von Tomoe Gozen, soweit er durch historische Quellen bekannt ist, und ergänzt mit dichterischer Freiheit und einer Prise Fantasy.
Ausführlich wird geschildert, wie das junge Mädchen heranwächst – eine geborene Anführerin, die sich jedoch mit ihren Geschwistern Yoshinakas Ansprüchen unterwirft. Tomoe ist ihm stets eine liebende Schwester, obwohl er sie mehrfach enttäuscht, sei es durch den Verrat wegen der Wildpferde, sei es durch die Zuneigung, die ihn mit Yamabuki verbindet, die als Tomoes Gegenstück mehr häusliche als kriegerische Tugenden aufweist.

Als junge Frau hat Tomoe bereits Verzicht und Verlust kennen gelernt. Sie ordnet ihr persönliches Wohl dem der Menschen, die sie liebt, und dem größeren Ziel unter. Kaum findet sie jemanden, der an Yoshinakas Stelle treten könnte, schlägt das Schicksal erneut zu. Die beiden werden endlich ein Paar, aber die Beziehung hat längst nicht mehr die Bedeutung, die sich Tomoe einst gewünscht hatte. Trotzdem erfüllt sie ihre Pflicht bis zum Schluss und bleibt sich selber treu.

Das untadelige Verhalten der Hauptfigur entspricht einem Ideal, das nur selten erreicht wird. Es hebt die Protagonistin aus der Masse, und auch wenn man mit ihr empfindet, bleibt sie auf Distanz und lädt nicht wirklich zur Identifikation ein. Die anderen Charaktere bleiben größtenteils Statisten bis auf Yoshinaka, Yamabuki, Go-Shirakawa, Taro und Yoshirira, was auch daran liegt, dass die Geschehnisse aus Tomoes eindimensionaler Sicht geschildert werden. Sie erfüllen ihre Rollen als Helfer, Geliebte, Drahtzieher und Feinde.

Hat man andere (in Japan spielende) Romane der Autorin gelesen, fallen einem einige Parallelen auf, beispielsweise die Konzentration auf Nebensächlichkeiten wie die tiefe Beziehung zwischen den Menschen und ihren Pferden, die das Leben in der damaligen Zeit veranschaulichen oder eine besondere Fähigkeit verdeutlichen sollen, aber gleichzeitig Längen schaffen. Geheimnisse um die Geburt der Hauptfigur, der persönliche Verzicht zu Gunsten anderer oder eines wichtigen Plans sind beliebte Themen. Sympathieträger sterben, und nicht immer gibt es ein echtes Happy End.

Die Erzählweise ist recht bedächtig – die Autorin ist schon älter und schreibt in einem Stil, der früher bei Kinderbüchern Gang und Gäbe war. Man findet weder Action-Szenen noch Erotik, selbst wenn Kämpfe oder zwischenmenschliche Momente eingestreut werden. Die Handlung plätschert recht gleichmäßig dahin, ist trotz tragischer Momente nicht spannend, da manche Entwicklungen vorhersehbar oder so phantastisch sind, dass man das Gefühl hat, die Autorin hätte es sich hin und wieder ein bisschen zu leicht gemacht wie beim Gespräch mit dem Stier und seiner die Wende bringenden Unterstützung in der Schlacht.

Unter dem Strich bleibt ein Roman, der sich des Mythos’ um eine namhafte Samurai-Kriegerin annimmt, einen kleinen Einblick in die Geschichte und das Leben im mittelalterlichen Japan gibt, aber zu betulich ist, um Spannung aufzubauen und richtig mitzureißen.

Jüngere Leserinnen zwischen 13 und 16 Jahren, die nicht nur Mangas kaufen, sondern sich auch für Genre übergreifende Romane aus und über Japan interessieren, werden sicher gern einen Blick in das Buch werfen wollen. Ist man mehr der spannenden Fantasy im exotischen Gewand zugetan, kann man nur auf eine Neuauflage von Jessica Salmonsons Trilogie hoffen, die frischen Wind in das Einerlei aus deftigen pananormalen Romanzen, braver Hausfrauen-Fantasy und blutigem Ork-Gemetzel bringen könnte, das gegenwärtig die Verlagsprogramme dominiert. (IS)

Titel bei Amazon.de:
Die goldene Kriegerin

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1. Domian Baumeister
2. Gerda Burghoff
3. Berlinda Schuller
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Engel lachen immer länger

Erstellt von Werner Karl am 31. Mai 2009

Thomas Brezina
Engel lachen immer länger
Wilde Wahnsinns-Engel 2

Egmont Franz Schneider Verlag, München/Köln, 3/2009
PB mit Klappbroschur, Kinder-/Jugendbuch
Fantasy, Romance, Krimi
ISBN 9783505125768
Titelgestaltung von HildenDesign, München
Innenillustrationen von N. N.
www.schneiderbuch.de
www.thomasbrezina.com
www.hildendesign.de

Vicky, Gloria und Nessa sind die „Wilden Wahnsinns-Engel“, eine Liebes-Detektei, die Mitschüler mit ihrem oder seinem großen Schwarm zusammen zu bringen oder vor Enttäuschungen zu bewahren versucht. Dabei als sehr nützlich erweisen sich Vickys Engels-Kräfte, über die sie seit einem kleinen Unfall verfügt: Als die Statue des schwarzen Engels Azrael umstürzte und zerbrach, übertrugen sich seine Fähigkeiten auf Vicky. Seither kann sie sich unsichtbar machen und durch feste Gegenstände gehen und verbleibt in diesem Zustand, bis sie ihre Aufgabe erfüllt und einem Menschen geholfen hat.

Als Vicky wieder einmal den grässlichen Geruch des Todes wahrnimmt, erschrickt sie heftig. Wem will der Todesengel, der sich White nennt und immer wieder mit ihr flirtet, vorzeitig das Leben nehmen? Doch nicht etwa Nessa? White schweigt, und der Geruch ist nicht eindeutig. Auch Lance, Nessas neuer Freund, Marco, der Nachbarsjunge, und andere könnten in Gefahr sein. Vicky kann Nessa nicht einmal warnen, denn die Freundinnen haben sich wegen eines Missverständnisses entzweit.

Schließlich eskaliert die Situation auf dem Schulball. Unerwartet bekommt Vicky, die das Schlimmste verhindern will, einen Tipp. Aber von wem? Azrael ist es nicht gewesen…
Der zweite in sich abgeschlossene Band aus der Serie „Wilde Wahnsinns-Engel“ knüpft nahtlos an die Geschehnisse im ersten Buch an. Zwar muss man dieses nicht gelesen haben, um die Handlung zu verstehen, aber es empfiehlt sich, denn das Vorherige wird nur kurz umrissen, so dass man als Quereinsteiger viele und knappe Informationen verarbeiten muss, die für die aktuelle Story relevant sind, angefangen bei den zahlreichen Figuren und ihren Beziehungen, über die Aktivitäten der Liebes-Detektei bis hin zu den Geheimnissen, die Azrael und White hüten.

Hauptfigur Vicky ist eine selbstbewusste, pfiffige Dreizehnjährige. Sie lebt zusammen mit ihrer Schwester Sally bei der Mutter, der quirligen Pru. Chris, der Vater, hat ein weiteres Mal geheiratet und ist bei Isabella und deren Sohn Gilbert eingezogen. Ständig sind die Kinder dem Tauziehen der Eltern ausgesetzt, denn Isabella will die Ex als schlechte Mutter diffamieren und die Kontrolle über Vicky und Sally erlangen. Der Vater möchte sich am liebsten heraushalten, wird aber ständig in den Konflikt hineingezogen und kann es doch niemandem recht machen. Ein intaktes Familienleben ist längst nicht mehr die Norm, und zeitgenössische Jugendbücher skizzieren daher ein realistischeres Bild, so dass Leser, die unter ähnlichen Problemen leiden, ihr Umfeld wieder erkennen und sich mit den Protagonisten identifizieren können.

Vicky hat das, was sich jedes Mädchen wünscht: zwei Freundinnen, die mit ihr durch dick und dünn gehen. Aber nicht immer herrscht eitler Sonnenschein. Wegen Lance kommt es zwischen Vicky und Nessa zu Verstimmungen. Gloria hat wenig Zeit, um zu vermitteln, denn sie ist frisch in Mike verliebt. Nun muss sich zeigen, wie gut diese Freundschaften wirklich sind.

Auch die Liebe kommt nicht zu kurz, denn Vickys Herz beginnt stets zu klopfen, wenn White auftaucht – dabei ist er der Todesengel und damit ihr Feind. Was wird passieren, sollte sie seinem Werben nachgeben, mit ihm tanzen und ihn küssen? Seltsamerweise wird Azrael immer ganz still, wenn es um seinen Rivalen geht, der wiederum beteuert, er wäre nicht böse und schon gar nicht ihr Gegenspieler. Doch mehr als kryptische Worte kann Vicky ihm nicht entlocken. Hat eine solche Liebe überhaupt eine Chance? Und was ist mit Marco?
Immer wieder neue Impulse erhält die Geschichte durch die Liebes-Detektei. Zwar werden die meisten Anfragen ruckzuck erledigt, wobei nicht nur echte Hilfe geleistet, sondern dem einen Angeber oder der anderen Zicke auch mal ein Dämpfer verpasst wird, aber dadurch fließen alltäglichere Probleme ein, und das Rätsel um White und Azrael wird nicht zu sehr strapaziert. Tatsächlich gibt es eine Nebenhandlung, in der es darum geht, dass die Schulleitung erfahren will, wer hinter den „Wilden Wahnsinns-Engeln“ steckt.

So hat Vicky eine Menge um die Ohren: Die „Wilden Wahnsinns-Engel“ müssen ihr Geheimnis vor der Aufdeckung bewahren. Isabella will Vicky bestrafen, indem sie ihr den Schulball verbietet. Nessas Freundschaft möchte Vicky schnellstens zurückgewinnen. In der Nähe des gefährlichen und verführerischen White darf sie nicht den Kopf verlieren. Die Person, die der Todesengel holen will, soll um jeden Preis gerettet werden. Was Vicky mit dem verliebten Marco anstellen wird und die Klärung der Identität des mysteriösen Helfers wird auf den nächsten Band vertagt.

Damit sind die Weichen auch schon für die Fortsetzung „Engel lieben einfach anders!“ gestellt, die für Herbst 2009 angekündigt ist. Der Österreicher Thomas Brezina ist bekannt für eine Vielzahl erfolgreicher Kinder- und Jugendbücher, darunter „Pia Princess“, „Leonie Lion“ und „Der Grusel-Club“. In flotter, aber nicht derber Sprache erzählt er Geschichten, die ein vertrautes Setting aufweisen und oft mit phantastischen Elementen aufgepeppt werden. Die Charaktere im Alter der Zielgruppe entsprechen sympathischen Genre-Archetypen und werden nie zu detailreich aufgebaut, so dass die Identifikation leicht fällt und Raum für eigene Phantasien bleibt. Die Handlung ist spannend, witzig und kindgerecht und lässt nie das Happy End missen.

Dieses Konzept geht auf, denn man wird schnell von den unterhaltsamen Lektüren in den Bann gezogen und möchte am Ende des Bandes gleich den nächsten lesen. Auch die „Wilden Wahnsinns-Engel“ werden sicher viele weibliche Fans im Alter von 12 bis 14 Jahren finden, die aktuellen Themen den Vorzug gegenüber angestaubten Internats- und Pferde-Büchern geben. (IS)

Titel bei Amazon.de:
Wilde Wahnsinnsengel 02. Engel lachen immer länger

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Stupid Story 2

Erstellt von Werner Karl am 31. Mai 2009

Anna Hollmann
Stupid Story 2

Tokyopop, Hamburg, 4/2009
TB, dt. Manga, Boys Love, Romance
ISBN 9783867193177
2 Farbseiten
www.tokyopop.de
www.mangawings.de/

Genau ein Jahr nach Erscheinen des ersten Bandes liegt nun die Fortsetzung des deutschen Boys Love Mangas „Stupid Story“ vor. Anna Hollman erzählt, wie es mit Yannik und Alan weiter geht.

Schon die ersten Tage auf der neuen Schule werden für Yannik zu einem Spießrutenlauf, denn ausgerechnet Alan, der Mädchenschwarm der Schule, küsst ihn vor den versammelten Schülern und Schülerinnen. Obwohl er ja eigentlich alles richtig machen will, erschwert ihm dieses Ereignis den Kontakt zu den anderen, weil die Mädchen einen Rivalen in ihm sehen und die Jungen für einen ‚Schwulen’ nicht viel übrig haben.

Als er dann auch noch auf einer Party dazu genötigt wird, Frauenkleider zu tragen, ist es ganz aus. Denn ausgerechnet Alan verliebt sich in ihm, stellt ihm nach und ist tief erschüttert, dass das ‚Mädchen’ ja gar nicht so weiblich ist, wie er gehofft hat. Dennoch verschwinden die Gefühle nicht.

Auch in Yannik ist eine seltsam romantische Stimmung erwacht. Jetzt, wo er erkennt, dass Alan gar nicht so schlimm ist, möchte er mehr von ihm haben. Tatsächlich nähern sich die beiden einander wieder an.

Doch als eine Eiskugel ausgerechnet in Alans Schritt fällt, scheint alles aus zu sein. Denn auf Yanniks plumpe Versuche, sie dort weg zu wischen, reagiert der Mädchenschwarm allergisch. Er zuckt nicht nur zurück, sondern versucht von nun an, dem Jüngeren aus dem Weg zu gehen. Denn es ist ihm unangenehm, sich einzugestehen, wie stark er auf die Berührung des anderen reagiert hat. Und Yannik schämt sich zutiefst und weiß nicht, wie er das wieder gut machen soll…

„Stupid Story“ beschäftigt sich mit dem ‚Coming Out’ zweier Schüler, die sich bisher eigentlich immer für ganz normal gehalten haben. Deshalb versuchen sie, sich gegen ihre wahren Gefühle zu sträuben, was diese im Prinzip noch stärker macht. In Folge umkreisen sie sich nach dem Missverständnis nur noch stärker, obwohl sie bestrebt sind, einander aus dem Weg zu gehen, und machen das Chaos in sich nur noch schlimmer. Das Ganze wird mit einem Augenzwinkern und viel Liebe zum Detail erzählt. Die Zeichnungen sind von sehr hoher Qualität - die jungen Männer mehr als ansehnlich und zum Dahinschmelzen.

Explizite Szenen gibt es allerdings nicht; die Künstlerin legt mehr Wert auf die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Protagonisten und verzichtet weitestgehend darauf, sie sexuell aktiv werden zu lassen, auch in diesem Band.

Die Fortsetzung von „Stupid Story” ist schön gezeichnete Boys Love aus deutschen Landen, die sich vor allem an diejenigen wendet, die romantische und humorvolle Liebesgeschichten zwischen Jungen besonders dann mögen, wenn die Gefühle der Protagonisten und nicht der Lust auf Sex im Vordergrund stehen. (CS)

Titel bei Amazon.de:
Stupid Story 02

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Sex = Love² 1

Erstellt von Werner Karl am 31. Mai 2009

Mayu Shinjo
Sex = Love² 1

Japan, 2006
EMA, Köln, 4/2009
TB, Manga, Romance, Erotik
ISBN 9783770470648
Aus dem Japanischen von Costa Caspary
www.manganet.de
www.mayutan.com/

Kumiko ist eine junge Frau aus reichem Haus. Eigentlich müsste sie nicht arbeiten, dennoch möchte sie Lehrerin werden und dabei ihrem großen Vorbild Kinpachi-Sensei, der Hauptfigur einer TV-Serie, nacheifern. Den Eltern gefällt das gar nicht, darum setzen sie Kumiko gewaltig unter Druck: Verliert sie erneut ihre Stelle als Nachhilfelehrerin, muss sie sich in Hauswirtschaft unterweisen lassen und heiraten.

Leider ist Ryo kein pflegeleichter Schüler. Statt sich auf den Unterricht zu konzentrieren, hat er bloß Sex im Kopf. Obwohl Kumiko etwas älter ist, ist sie genau sein Typ – und schon bald schmilzt sie in seinen Armen dahin wie Wachs. Ryo weiß genau, was einer Frau gefällt, und für Kumiko gibt er sogar all seine kleinen Affären auf.

Schließlich schafft Kumiko den Abschluss und findet eine Stelle an Ryos Schule. Natürlich darf niemand wissen, dass die beiden ein Paar sind, doch Minato, Ryos Rivale als Superlover, ahnt etwas. Er fordert Ryo zu einem Wettstreit heraus, dessen Sieger derjenige sein soll, der die neue Lehrerin als Erster flachlegt. Um den Schein zu wahren, geht Ryo darauf ein. Entsprechend groß ist der Schreck, als sich nach Kumikos Umzug ausgerechnet Minato als ihr Nachbar entpuppt…

Ist man mit den Serien von Mayu Shinjo, u. a. „Love Celeb“, „Kaikan Phrase“, „Virgin Crisis“, vertraut, dann weiß man, worauf man sich bei dem neuen Titel der Künstlerin einlässt:
Das Hauptthema ist eine romantisch-erotische Beziehung zwischen einem Mädchen bzw. einer jungen Frau und einem gut aussehenden Teen oder Twen. Grundsätzlich ist der männliche Part erfahren und dominant. Während das Setting variiert - mal agieren die Protagonisten im Rampenlicht, dann versuchen sie, im Gangster-Milieu zu überleben, oder sie sind gar übernatürliche Wesen aus der Hölle und dem Himmel – und doch immer die Welt der Schönen und Reichen mit dem Schulalltag kombiniert, folgt die Handlung einem immer gleichen Muster. Obschon sie aus unterschiedlichen sozialen Schichten/Kreisen stammen, kommen das naive, hübsche Mädchen und der selbstbewusste Mann schnell zusammen, sie müssen viele Krisen bewältigen und feiern die Versöhnung stets im Bett. Die Abbildungen sind zart und geschmackvoll, zeigen nur die Frau unbekleidet, wobei die Regionen unterhalb der Gürtellinie lediglich angedeutet werden.

Tatsächlich gilt: Kennt man eine Serie von Mayu Shinjo, dann kennt man sie alle, denn große Überraschungen gibt es keine. Die Klischees und selbst die Typen/die Gesichter ähneln einander so sehr, dass man mitunter noch mal auf den Titel schauen muss, um sicher zu gehen, welchen Manga der Künstlerin man gerade liest. Crossover gibt es außerdem hin und wieder.

Die Reihen wenden sich an Leserinnen, die mindesten 15 Jahre alt sind und mehr sehen wollen als Händchenhalten und Küsschen. Gefallen die Inhalte und der Stil, dann muss das Einerlei kein Nachteil sein, im Gegenteil, sind die Titel doch auf die Zielgruppe optimal zugeschnitten, und man kann gewiss sein, dass kein Wunsch offen bleibt. Legt man jedoch Wert auf Abwechslung, dann genügt es, wenn man ein oder zwei Serien gelesen hat, da sich die Motive ständig wiederholen.

Auch „Love = Sex²“ ist eine typische ‚Mayu Shinjo-Soap’, die schnell auf den Punkt kommt. Es geht nicht um das Hin und Her zweier Verliebter, die nach reichlichen Irrungen und Wirrungen des Herzens endlich zueinander finden, stattdessen landet das Paar ruckzuck im Bett und muss sich dann immer wieder gegenseitig seiner Liebe versichern, weil intrigante Rivalen und hausgemachte Missverständnisse Probleme bereiten.

Leider werden Liebe und Sex oft durcheinander gebracht. Durch sanfte Gewalt wird das unerfahrene Mädchen zu sexuellen Handlungen gezwungen und sein ‚Nein’ ignoriert, denn der versierte Liebhaber weiß einfach, was gut für seine Partnerin ist und dass sie es in Wirklichkeit so haben will. Tatsächlich gefällt es ihr, sich hinzugeben und sich zu unterwerfen, und seine Rücksichtslosigkeit ist nichts anderes als der Beweis dafür, wie sehr er sie liebt. - Man kann bloß hoffen, dass die junge Leserschaft zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden vermag.

Das Frauenbild ist äußerst reaktionär, denn Kumiko ist genauso wie ihre Alter Egos aus den anderen Reihen eine scheue Jungfrau, die sich für ihre große Liebe aufgespart hat. Sie sorgt für ein gemütliches Heim, ist Haushälterin, Köchin, Putzfrau, Wäscherin (sofern es kein Personal gibt) und Betthäschen. Eigentlich erfüllt sie damit eher Männer-Phantasien, doch scheint es genug Frauen zu geben, die ähnliche Träume haben.

Wenngleich das Schüler-Milieu in „Love = Sex²“ einmal mehr strapaziert wird, erscheint der Titel zu Recht unter dem Adult-Label von EMA, denn viele Schilderungen sind fern jeglicher Realität und basieren auf Dominanz-Spielen nach festen Regeln. Die Fans von Mayu Shinjo, die sich dessen bewusst sind, kommen jedenfalls voll auf ihre Kosten. (IS)

Titel bei Amazon.de:
Sex = Love^2 01

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Ohne viele Worte 2

Erstellt von Werner Karl am 31. Mai 2009

Hinako Takanaga
Ohne viele Worte 2

Bukiyou na Silent, Japan 2008
Tokyopop, Hamburg, 3/2009
TB, Manga, Boys Love, Romance, Comedy
ISBN 9783867196277
Aus dem Japanischen von Michael Ecke
1 Farbseite
www.tokyopop.de
http://anaguranz.com/

Es ist interessant, was sich Mangaka einfallen lassen, um die Liebesgeschichte zwischen einem Pärchen interessant zu gestalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine herkömmliche Romanze zwischen einem Mädchen und einem Jungen handelt oder um Boys Love. Hinako Takanagas Werke drehen sich immer wieder um diese Art von Beziehung. Deutsche Leser kennen sie bereits durch Serien wie „Kleiner Schmetterling“, „Küss mich Student“ oder „Verliebter Tyrann“ oder Einzelbänden wie „Skizzen der Liebe“.

Ursprünglich war auch „Ohne viele Worte“ als Einzelband geplant, aber die Leser forderten eine Fortsetzung, weil sie mehr über die jungen Helden erfahren wollten. Satoru ist ein verschlossener junger Mann, der sich mit Worten und Gesten so gut wie gar nicht, aber durch seine Bilder umso mehr ausdrücken kann. Seine Gefühle gelangen nicht an die Oberfläche, dafür sind sie hinter seiner Stirn sehr viel reger.

Schon lange beobachtet er den besten Spieler des Baseballteams, wenn er Kunstunterricht hat, und macht Skizzen von ihm. Der lebhafte und agile Keigo verkörpert all das, was er nicht ist, und das nimmt ihn immer mehr gefangen.

Umso überraschter ist Satoru, als Keigo ihn eines Tages abfängt und ihm stürmisch seine Zuneigung gesteht. Das hätte er sich in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Anstatt sich ebenfalls zu öffnen, verschließt er sich noch mehr, aber genau das stachelt Keigo an. Ohne weiter viele Worte zu machen, lernen die beiden einander besser kennen.
Durch intime Nähe gelingt es selbst Satoru, seine Gefühle zu gestehen, und eine romantische Beziehung nimmt ihren Lauf, auch wenn Yui Sagara, ein alter Freund von Satoru, immer wieder eifersüchtig versucht, die beiden auseinander zu bringen. Und manchmal ist es der Zufall, der es zwischen den Liebenden immer wieder kriseln lässt. Denn als ein schon länger geplantes Wochenende platzt, weil Keigo überraschend in ein Baseball-Camp mitfährt, ist Satoru mehr als nur enttäuscht – weißt jedoch nicht, wie er seiner Wut Luft machen soll.

Und so beginnt es zwischen den beiden, auch wenn sie ihre Gefühle füreinander kennen, nach Keigos Rückkehr ordentlich zu kriseln. „Ohne viele Worte“ erzählt nicht viel Neues aus der schönen Welt der Boys Love. Auch eine bereits bestehende Beziehung ist nicht frei von Missverständnissen und Problemen – vor allem wenn einer der Beteiligten nie seinen Mund aufbekommt. Und so nimmt das Gefühlschaos seinen Lauf, was von gewissen Rivalen, die eine neue Chance wittern, natürlich wieder geschürt wird.

Das alles wird garniert mit romantischen Liebeszenen und gelegentlichem explizitem Sex. Zwar geht Hinako Takanaga nicht unbedingt über die Grenzen des Jugendschutzes hinaus, wird aber doch recht deutlich, so dass man sich schon genau überlegen sollte, ob man diese Darstellungen noch anschauen will. Wenn dem so ist, kann man eine durch die vielen Missverständnisse und unausgesprochenen Worte oft amüsante Lektüre genießen.

„Ohne viele Worte“ ist zwar nichts für die Romantiker unter den Boys Love-Fans, bietet aber eine humorvolle Geschichte mit einem ordentlichen Erotikfaktor, der allerdings niedriger als in seinem Vorgänger ist. (CS)

Titel bei Amazon.de:
Ohne viele Worte 02

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Lebe deine Liebe – We Experienced The Affair 2

Erstellt von Werner Karl am 31. Mai 2009

Kaho Miyasaka
Lebe deine Liebe – We Experienced The Affair 2

Bokutachi wa Shitte Shimatta Vol. 2, Japan, 2007
EMA, Köln, 4/2009
TB, Manga, Romance, Drama
ISBN 9783770469987
Aus dem Japanischen von Antje Bockel
www.manganet.de
www.k-miyasaka.com/english/index.html

In ihrer neuen Klasse lernt Kaji Kotori einen Jungen kennen, der den gleichen Familiennamen trägt: Kaji Yukito. Während sie sehr still und schüchtern ist und ihre Kontaktarmut durch Dating-Games zu kompensieren versucht, tritt er selbstbewusst auf und lässt sich weder von den Mitschülern noch den Lehrern etwas gefallen. Obwohl Yukito Kotori ständig neckt, bekommt sie ihn nicht aus dem Kopf, erst recht nicht, nachdem er ihr sagte, dass er gern mit ihr befreundet wäre.

Kotori weiß nicht, ob das nur ein besonders grausamer Scherz oder ernst gemeint ist. Als sie sich zwischen einer Einladung zu einer Party und einem Date mit ihm entscheiden muss, fällt ihre Wahl auf Yukito. Zusammen haben sie eine Menge Spaß und können sogar ein Missverständnis klären, das durch Harada entstand, aber Kotori hat immer noch Zweifel, die sich zu bestätigen scheinen, als Yukito sie anderentags kurz abfertigt – und ausgerechnet diesmal hatte sie all ihren Mut zusammengenommen, um ihm zu sagen, dass sie ihn auch gern hat.

Harada, die selber an Yukito interessiert ist, sieht eine neue Chance gekommen, Kotori vor der Klasse bloßzustellen, als sie die Mitschülerin beim Spielen erwischt. Spontan bekennt sich Kotori zu ihren Gefühlen für Yukito – welche Konsequenzen wird das nun haben?

Kotori ist ein liebes Mädchen, mit dem man sich leicht identifizieren kann, denn ihre Probleme sind praktisch jeder Leserin vertraut: Weil man schüchtern ist, knüpft man nur schwer Freundschaften und ist sofort abgemeldet, wenn jemand Lebhafteres dazu kommt. Als Notnagel ist man gut genug und wird für Gefälligkeiten ausgenutzt, doch braucht man selber einmal Hilfe, wird man allein gelassen. In der Klasse gibt es mindestens einen biestigen Superstar, der keine Skrupel hat, andere zu treten, selbst wenn diese schon am Boden liegen, und der die Mitschüler aufhetzt. Die Jungen sind kein Haar besser, erweisen sich als dumm genug, um auf diese Blenderin(nen) herein zu fallen oder sind zu feige, sich mit einer ‚grauen Maus’ abzugeben, da sie dann selber Mobbingopfer werden könnten.

Yukito gelingt es tatsächlich, Kotori ein wenig aus ihrem Mauseloch zu locken, aber sie kann sich dennoch nicht völlig auf ihn einlassen, da die Furcht vor einer Enttäuschung zu groß ist. Harada versucht zwar, einen Keil zwischen beide zu treiben, aber zunächst ist das Gegenteil der Fall – aber wird es so bleiben? Ständig passieren Dinge, die in Kotori neue Zweifel und Ängste auslösen, doch statt darüber zu sprechen, schweigt sie, wenn klare Worte angebracht wären. In Folge ist so mancher Konflikt hausgemacht – wie in allen Geschichten, die unterhalten sollen, denn anderenfalls wären die weiteren Ereignisse vorhersehbar, das Happy End nach wenigen Kapiteln nicht mehr fern und die Spannung somit raus.

Als Leser darf man spekulieren, ob es Yukito wirklich ernst mit Kotori meint. Was er alles für sie tut, wie oft er verständnisvoll auf ihre Unsicherheit reagiert, spricht für ihn, doch dann wieder ist er nicht zur Stelle, wenn Kotori ihn braucht, oder reagiert anders, als sie erwartet hätte. Will er sie vielleicht nur rumkriegen und anschließend fallen lassen? Und wer ist der Unbekannte, der Kotori im Chatroom tröstet? Kann das Yukito sein – oder gibt es einen geheimen Beobachter, der bislang nicht (oder bloß in einer Randszene) auftauchte? Es bleibt so manche Frage, die einer Antwort bedarf.

Dieser Mix aus Romanze, etwas Humor und Spannung, aber vor allem das Einfließen realistischer, sehr ernster Probleme (Mobbing, Kontaktarmut) macht den Reiz dieses Titels aus. Die Figuren sind nachvollziehbar, man kann sich in ihre Situation versetzen, mit ihnen leiden und lachen. Die Illustrationen sind ansprechend, die Protagonisten gut aussehend.
Das gefällt vor allem Leserinnen zwischen 12 und 18 Jahren, die Herz-Schmerz-Geschichten mögen, welche die Probleme nicht veralbern. Hat man Spaß an Reihen wie „Kare First Love“ (ebenfalls von Kaho Miyasaka), „Sweet & Sensitive“ oder „Bokura ga Ita“, wird man auch „Lebe deine Liebe“ mögen. (IS)

Titel bei Amazon.de:
Lebe deine Liebe 01: We experienced the Affair

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Kizu

Erstellt von Werner Karl am 31. Mai 2009

Otsuichi & Hiro Kiyohara
Kizu

Japan, 2008
EMA, Köln, 4/2009
TB, Manga, Drama, Mystery
ISBN 9783770470242
Aus dem Japanischen von Burkhard Höfler
www.manganet.de
www.shueisha.co.jp/otsuichi/

Sammler, die sich den Manga „Kizu“ als dt. Erstveröffentlichung von EMA kaufen, werden schon nach wenigen Seiten feststellen, dass sie die Story bereits kennen.
Otsuichi (auch Otsu-ichi, Adachi Hirotaka) publizierte die Geschichte erstmals 2001 als Novel innerhalb des Bandes „Calling You“, in dem zwei weitere Erzählungen zu finden sind. 2003 folgte die gleichnamige Manga-Adaption. In dieser wurden nur die Titel-Story und „Kizu“ veröffentlicht, grafisch umgesetzt von Setsuri Tsuzuki im Shojo-Stil. Dieser Band erschien 9/2007 bei Panini Comics, Stuttgart; „Kizu“ wurde darin unter dem Titel „Kiz/Kids“ abgedruckt. Wer gern einen Blick auf das Artwork der Künstlerin werfen möchte, findet ihre Website hier: http://setsuri.raindrop.jp/. Zu „Calling You“ und „Kizu“ wurden außerdem Drama-CDs veröffentlicht, und Filme kamen in die Kinos (2007 und 2008). Etwa zeitgleich mit dem Movie wurde „Kizu“ 2008 noch einmal als Manga aufgelegt, diesmal jedoch im Seinen-Stil, illustriert von Hiro Kiyohara (über den leider keine Informationen vorliegen).

Letztere Version ist nun unter dem Adult Label von EMA erschienen, gezeichnet in einem klaren, realistischen Stil, der ein reiferes Publikum anspricht und auch Lesern gefällt, die sich im Allgemeinen nichts aus Mangas machen. Thematisiert werden Tabus wie Gleichgültigkeit und Gewalt innerhalb der Familie, sozialer Abstieg und Ausgrenzung aus der Gesellschaft, Mobbing und Abschiebung auf Sonderschulen/Heime, Rache – aber auch Freundschaft und Zuneigung, Verständnis, Reue und Hoffnung. Verpackt sind die ernsten Konflikte in eine phantastische Handlung, die die dramatischen Geschehnisse jedoch nicht verharmlost, sondern aufzeigt, dass selbst ein ‚Was wäre wenn…’-Szenario keine Patent-Lösungen bereithält.

Keigos Vater kann den Arbeitsplatzverlust nicht verkraften und beginnt schließlich, Frau und Sohn zu misshandeln. In der Schule fällt der Junge auf, weil er sich gegen Spott und Verachtung mit seinen Fäusten wehrt. Schnell schiebt man ihn in eine Sonderschule ab, wo er unter behinderten Kindern zum ersten Mal glücklich ist, da ihn niemand schikaniert. Das gleiche Schicksal widerfährt auch Asato.

Als sich die beiden anfreunden, erfährt Keigo von Asatos Geheimnis: Der etwas jüngere Spielgefährte ist fähig, Verletzungen zu heilen, indem er die Wunden auf seinen eigenen Körper überträgt. Er tut es gern, denn geteiltes Leid ist halbes Leid, und er möchte zu etwas nutze sein. Schließlich helfen die beiden auch anderen Kindern, um sie glücklich und schmerzfrei zu sehen. Keigo überredet Asato, die Wunden weiterzugeben an Keigos Vater, der im Sterben liegt. Sie befreien auch die junge Eisverkäuferin Shiho von einer Brandnarbe im Gesicht. Doch dann erleben die Jungen Enttäuschungen. Shiho verschwindet spurlos, vermutlich um ein neues Leben zu beginnen, und Keigos Vater stirbt.
Plötzlich erinnert sich Keigo, dass er nicht nur schlechte Zeiten erlebte. Er bereut, was er seinem Vater antat und bittet Asato, die Wunden vom Körper des Vaters zu nehmen und auf Keigo zu übertragen. Asato weigert sich, denn er hat schon lange einen Entschluss gefasst - und Keigo erlebt eine Überraschung…

Der Autor schildert einfühlsam den Kummer der Hauptfiguren, so dass die kleinen Freuden, die sie erleben, um so mehr zu Herzen gehen. Es scheint charakteristisch für unsere Gesellschaft zu sein, dass Notleidende keine Hilfe erfahren, sondern obendrein bestraft werden durch Ignoranz, Isolation und Mobbing. Keigo und Asato schaffen sich vorübergehend eine Traumwelt, werden dann jedoch von der Realität eingeholt, Asato früher als Keigo. Letztlich geben sie einander den Halt, den jeder von ihnen braucht, und erkennen, dass ihr Leben trotz allem, was ihnen zugefügt wurde, lebenswert ist, da es Menschen gibt, die sie brauchen.

„Kizu“ (Wortspiel: jap. ‚Wunde’, gesprochen wie ‚Kids’ = lässt sich ‚verwundete Kinder’ interpretieren) ist ein ungewöhnlicher Manga, den man nicht so schnell vergisst. Titel wie diese machen deutlich, dass nicht jeder Comic reine Unterhaltung bietet, oberflächlich, schrill und krawallig ist, sondern dass sehr wohl ernste, zum Nachdenken anregende Themen umgesetzt werden, die sich an eine erwachsene Leserschaft mit gehobenen Ansprüchen wenden.

Interessiert man sich für Titel, die etwas abseits des gängigen Manga-Programms für Kiddies angesiedelt sind, darunter „Goth“ (ebenfalls geschrieben von Otsuichi), „Holiday“ (Otsuichi und Hiro Kiyohara), „Homunculus“, „Monster“ etc., dann dürfte auch „Kizu“ die Erwartungen erfüllen. (IS)

Titel bei Amazon.de:
KIZU

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1. Franca Dorantos
2. Herman Föhn
3. Gunther Kabrowski-Möchtner
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Kaito St. Tail

Erstellt von Werner Karl am 31. Mai 2009

Megumi Tachikawa
Kaito St. Tail

Japan, 1996
EMA, Köln, 1. Auflage: 11/2006
TB, Manga, Comedy, Romance, Krimi, Fantasy
ISBN 9783770463527
Aus dem Japanischen von John Schmitt-Weigand
www.manganet.de
http://www6.plala.or.jp/mts/

Kaito St. Tail stiehlt Dinge, die in falsche Hände gelangten und ohne die der rechtmäßige Besitzer unglücklich ist. Obwohl sie auf diese Weise Gutes tut, lassen die Behörden sie jagen, denn in Seika darf keine Diebin nach Belieben schalten und walten. Vor allem Asuka jr. ist daran interessiert, Kaito St. Tail zu fassen und ihr Geheimnis zu lüften. Er ahnt nicht, dass es seine Mitschülerin Meimi Haneoka ist, die mit ihm Katz’ und Maus spielt. Als er ihr gesteht, dass er in sie – und nicht in Kaito St. Tail – verliebt ist, ist Meimi überglücklich.
Doch schon bald wird die Freude getrübt, denn Kaito St. Tail wird erneut benötigt, dabei würde Meimi lieber mit dem Stehlen aufhören, um Auska jr. nicht länger belügen zu müssen. Trotzdem schlüpft sie in ihre Maske und kommt einem Diebespärchen auf die Spur. Eine davon ist Rosemarie, die Rivalin von Kaito Luzifer, Meimis Mutter. Um sich über Meimi an Eimi zu rächen, entführen die beiden Auska jr. und wollen ihm Kaito St. Tails wahre Identität verraten. Kann Meimi das verhindern und ihren Freund retten?

Wegen zu geringer Verkaufszahlen hat EMA leider nur sechs der sieben Bände von „Kaito St. Tail“ veröffentlicht. Wer wissen möchte, was noch passiert, kann vielleicht die amerikanische Ausgabe des letzten Tankobons über den Fachhändler bekommen. Wirklich notwendig ist das jedoch nicht, denn EMA lässt die Geschichte sauber enden. Alle Fragen werden beantwortet, darunter auch, warum Kaito Luzifer und Rosemarie zu Feindinnen wurden und ob Meimi und Asuka jr. nach allem, was geschehen ist, ein Paar werden. Was mag Bd. 7 dann noch bieten? Vielleicht einige Abenteuer von einer erwachsenen Kaito St. Tail und ihren Kindern oder die Auflösung, was aus Seira, Takamiya und Sawatari bzw. aus Rosemarie und Maju wurde?

Die letzten Episoden ergeben eine durchgehende, längere Handlung, nachdem die Serie mit kurzen, in sich geschlossenen Einzelkapiteln anfing, die durch die sich entwickelnde Beziehung von Meimi und Asuka jr. locker miteinander verknüpft wurden. Aus Kameradschaft wird schließlich Liebe, aber in Hinblick auf das Alter der Protagonisten und der Zielgruppe bleibt es weitgehend bei Kabbeleien, die nicht einmal harmlose Küsschen erlauben.

Die Illustrationen sind zart und relativ einfach und lassen die Figuren sehr jung wirken durch Kindchenschema, große Augen und niedliche oder zweckmäßige Kleidung. Auch das spricht vor allem die 10- bis 12-jährigen Fans der Magical Girls an. Man sollte es überdies ruhiger und gesetzter mögen, denn „Kaito St. Tail“ stammt aus den 1990er Jahren, was man dem Titel sehr wohl anmerkt, und ist nicht annähernd so schrill und hektisch wie viele der aktuellen Serien („Ultra Maniac“, „Nagatacho Strawberry“, „Love Berrish!“ usw.).

Findet man Gefallen an den lustig-lockeren Geschichten und dem putzigen Stil Megumi Tachikawas, dann offeriert EMA von der Künstlerin mit „Dream Saga“ eine weitere Serie in fünf Teilen. Alle übrigen Reihen liegen bislang ausschließlich auf Japanisch und in einigen Fällen in Englisch vor.

„Kaito St. Tail“ ist eine kindgerechte Serie in sechs Bänden, die spannende und lustige Unterhaltung vor allem für sehr junge Mädchen bietet, die weniger aufdringlichen Humor und keinen Krawall bevorzugen. Dem reiferen Publikum dürfte der Titel schon etwas zu harmlos und niedlich sein. (IS)

Titel bei Amazon.de:
Kaito St. Tail 06

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Ikkyu 2

Erstellt von Werner Karl am 31. Mai 2009

Hisashi Sakaguchi
Ikkyu 2

Akkanbe Ikkyu, Japan, 1998
Carlsen Manga, Hamburg, 2/2009
TB mit Klappbroschur, Manga, Geschichte, Philosophie
ISBN 9783551780621
Aus dem Japanischen von Jürgen Seebeck
www.carlsenmanga.de
http://lambiek.net/artists/s/sakaguchi_hisashi.htm

Sojun wollte - wie so viele – niemals die Laufbahn eines Mönchs einschlagen. Seine Mutter hatte jedoch keine andere Wahl, um sein und ihr eigenes Leben zu schützen, als aus dem kaiserlichen Palast zu fliehen und das Kind der Obhut eines Klosters anzuvertrauen. Schließlich beginnt Sojun, sich mit seinem Schicksal abzufinden, weltlichen Ansprüchen als Sohn des Kaisers zu entsagen und nach Erleuchtung zu streben.

Schnell entlarvt er die Klöster als Orte des Lasters und der Verlogenheit, was ihn veranlasst, sich einem Bettelmönch anzuschließen. Nach dem Tod von Meister Keno tritt er in ein Zen-Kloster ein, um von Meister Kaso zu lernen. Dieser entpuppt sich als sehr strenger Priester, der ein asketisches Leben befürwortet, und die älteren Schüler erweisen sich als eilte, eifersüchtige und machtgierige Mönche, die dem Neuling das Leben schwer machen.

Sojun lässt alles gleichmütig über sich ergehen und gewinnt bald die Zuneigung seines Meisters. Nachdem er das Koan von ‚Dongshans 60 Stockhieben’ lösen konnte, verleiht ihm der alternde Priester den Namen „Ikkyu“, will ihm ein Zeugnis ausstellen, das ihn zum Zen-Meister erklärt, und ihn als Nachfolger nominieren. Ikkyu lehnt ab, denn weder wünscht er solche Ehren, noch möchte er sich an etwas Weltliches und Vergängliches binden.

Erneut begibt er sich auf Wanderschaft und ist entsetzt angesichts des Elends, das er sieht. Als er einen hochrangigen Priester als Heuchler beschimpft, wird er von dessen Begleitern brutal niedergeknüppelt. Eine Gruppe Schauspieler nimmt sich des Verletzten an – und Ikkyu verliebt sich in das Mädchen Haruyasha…

Die Biografie des Mönchs Ikkyu ist eingebettet in Auszüge aus der japanischen Geschichte des frühen 15. Jahrhunderts und in Milieustudien. Statt in die farbenprächtige Welt der edlen Samurai, wie man sie aus idealisierenden Filmen und Romanen kennt, zu entführen, beschreibt Hisashi Sakaguchi eine ernüchternde Realität, die schmutzig und grausam ist:
Der Niedergang des Ashikaga-Shogunats ist nicht mehr aufzuhalten, und die Macht verlagert sich zunehmend in die Hände der Fürsten. Kriege verheeren das Land, hohe Abgaben, Missernten und Seuchen lassen die Bevölkerung noch mehr leiden. Wer nicht Hungers sterben will, sucht Zuflucht in den Städten, schließt sich Räuberbanden an oder hofft, sein Heil in einem Kloster zu finden, nicht ahnend, dass überall ein entbehrungsreiches Dasein wartet. Die Reichen und Mächtigen verschließen ihre Augen vor der Not des Volkes – und die wenigen Ausnahmen können das allgegenwärtige Elend kaum lindern.

Auch Ikkyu ist entsetzt und schämt sich für die Heuchelei der meisten Mönche, die trotz ihrer Gelübde korrupt sind, nach Macht hungern, Reichtümer anhäufen, sich der Völlerei und Hurerei hingeben. In Folge schert er immer wieder aus, mischt sich unter das einfache Volk und sucht nach Reinheit und Wahrheit. Wann immer er glaubt, sie erhaschen zu können, passiert etwas, das neue Zweifel in ihm weckt – so auch die Begegnung mit Haruyasha, für die er etwas empfindet, was ihm bislang fremd war.

Durch die Konflikte und Prüfungen, denen sich Ikkyu selbst aussetzt oder ausgesetzt wird, wird deutlich, dass auch er trotz aller Brillanz ein normaler Mensch ist, der Bedürfnisse hat. Anders als die übrigen Mönche leugnet er seine Wünsche nicht, sondern versucht, sie zu überwinden oder eine Lösung zu finden. Stets entwickelt er sich weiter und wächst durch das, was ihm widerfährt. Je näher er seinen Zielen kommt, umso weiter entfernt er sich gleichzeitig von diesen, denn sein Streben bindet ihn stets aufs Neue – so wie das als Metapher verwendete Spinnennetz, dessen klebrige Fäden das zappelnde Opfer nicht freigeben.

Die auf vier Bände angelegte Serie wendet sich an ein reifes Publikum, das anspruchsvolle Unterhaltung sucht. Gefallen Titel wie „Lone Wolf & Cub“, „Vagabond“ oder „Blade of the Immortal“, dann sollte man auch einen Blick in „Ikkyu“ werfen. Allerdings darf man keine Aktion erwarten, denn geboten wird die sachliche und doch spannende Beschreibung eines hässlichen Stücks japanischer Geschichte, untermauert mit philosophischen Überlegungen.

Man merkt „Ikkyu“ außerdem an, dass Hisashi Sakaguchi ein Schüler Osamu Tezukas war, denn der Manga ist stilistisch in der Tradition von Werken wie „Astro Boy“, „Kimba, der weiße Löwe“, „Adolf“ etc. gehalten. Sehr detailreiche, realistische Hintergründe stehen in Kontrast zu eher einfachen Personendarstellungen, die durch übertriebene Charakteristika wie z. B. ein spitzer Hinterkopf, buschige Brauen, ein feister Leib usw. leicht zu unterscheiden sind.

Interessiert man sich für japanische Geschichte und historische Persönlichkeiten, kann man zudem auf Krawall und Klamauk verzichten, dann tut man mit „Ikkyu“ keinen Fehlgriff.
Nebenbei, für die Übersetzung verantwortlich ist Jürgen Seebeck, der Schöpfer des Mangas „Bloody Circus“. (IS)

Titel bei Amazon.de:
Ikkyu 02: BD 2

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